{"id":14107,"date":"2023-08-11T10:48:32","date_gmt":"2023-08-11T04:48:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14107"},"modified":"2023-08-11T17:57:26","modified_gmt":"2023-08-11T11:57:26","slug":"11-08-2023-sie-mussten-sterben-damit-deutschland-leben-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14107","title":{"rendered":"11.08.2023 &#8211; Sie mussten sterben, damit Deutschland leben kann"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized-990x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14108\" width=\"353\" height=\"364\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized-990x1024.jpg 990w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized-290x300.jpg 290w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized-768x794.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized-1485x1536.jpg 1485w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized-624x645.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/20230810_111402_resized.jpg 1730w\" sizes=\"(max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Kriegerdenkmal am Spandauer Rathaus. Ich habe viele Kriegerdenkm\u00e4ler fotografiert, wollte mal eine  Serie daraus machen. Stoff gibt&#8217;s genug, allein in Deutschland gibt es \u00fcber 100.000. Ich hab&#8217;s gelassen, der Anblick dieser grauenhaften Monumente zum Gedenken an Killer des Nazikrieges (oder wie im obigen Fall erster Weltkrieg) ist auf Dauer eher unertr\u00e4glich. In Bronze gegossener oder Stein gemeisselter Faschismus. Meist st\u00e4hlerne, muskul\u00f6se, gepanzerte M\u00e4nnerk\u00f6rper, uniformiert, mit Todesverachtung im auf einen fernen Feind gerichteten Blick, gerne mit Bajonett oder Handgranate in der Faust. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe noch nie so eins gesehen wie in Spandau, wo die latente, unterdr\u00fcckte Homoerotik in der Soldatenkaste so offen \u00e4sthetisiert ist. M\u00e4nnerb\u00fcnde, siehe auch Priesterkasten oder Fu\u00dfballwelten, sind immer durch latente Homosexualit\u00e4t gepr\u00e4gt. Die nie offen sein darf und diese dauerhafte Unterdr\u00fcckung produziert jene Gewalt, Frauenverachtung und Hass auf Minderheiten, die kennzeichnend sind f\u00fcr diese M\u00e4nnerb\u00fcnde. Brutst\u00e4tten von Faschismus. <\/p>\n\n\n\n<p>Und diese \u00c4sthetik pr\u00e4gt unseren Alltag und damit unsere Wahrnehmung und Einstellung mit, nach wie vor, hunderttausendfach. So wie bestimmte Sprachmuster. Sie mussten sterben, damit Deutschland leben kann. Genuines Nazisprech, siehe H\u00f6cke, und andere, immer mehr, immer offener. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie anders dagegen der Spandauer Soldat oben, nackt, l\u00e4ssig, fast von postcoitaler Entspanntheit gezeichnet, der Faltenwurf des Lakens \u00fcber dem Schenkel ist nicht umsonst in der Gegend drapiert, prononcierte Brustwarzen, die Gesichtsz\u00fcge weich, feminin, das phallische Schwert ermattet zur Linken. Im  Zwielicht des wolkigen Tages betrachtet: ein Trans-Soldat. Was mich auch irritiert hat, ist dieser schlappe Adler daneben. Nix mit ausgebreiteten Schwingen, auf kriegerische Attacke geb\u00fcrstet. Da k\u00f6nnte man ja auf ganz schr\u00e4ge Gedanken kommen, beim Anblick dieses Ensembles. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf alle F\u00e4lle ein schr\u00e4ges Denkmal, bei dem bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist, es durch Graffiti umzugestalten. Kein Wunder, ist es doch das eines Trans-Soldaten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kriegerdenkmal am Spandauer Rathaus. Ich habe viele Kriegerdenkm\u00e4ler fotografiert, wollte mal eine Serie daraus machen. Stoff gibt&#8217;s genug, allein in Deutschland gibt es \u00fcber 100.000. Ich hab&#8217;s gelassen, der Anblick dieser grauenhaften Monumente zum Gedenken an Killer des Nazikrieges (oder wie im obigen Fall erster Weltkrieg) ist auf Dauer eher unertr\u00e4glich. 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