{"id":14183,"date":"2023-09-04T13:21:47","date_gmt":"2023-09-04T07:21:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14183"},"modified":"2023-09-04T14:00:11","modified_gmt":"2023-09-04T08:00:11","slug":"04-09-2023-hubert-aiwanger-harald-schmidt-benito-mussolini","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14183","title":{"rendered":"04.09.2023 \u2013 Hubert Aiwanger, Harald Schmidt, Benito Mussolini"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>BILD<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/110903zinnober-fahrgastfernsehen.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/110903zinnober-fahrgastfernsehen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14184\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/110903zinnober-fahrgastfernsehen.jpg 800w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/110903zinnober-fahrgastfernsehen-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/110903zinnober-fahrgastfernsehen-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/110903zinnober-fahrgastfernsehen-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Kunst ist k\u00e4uflich. Aus dem Archiv. Screenshot des hiesigen \u00d6PNV-Fahrgastfernsehens. Die Kunsthausierer des SCHUPPEN 68 bei einem fr\u00fcheren hann\u00f6verschen Zinnober Volkskunstlauf, einem j\u00e4hrlichen lokalen Event der hiesigen Kunstszene. Sch\u00f6ne Erinnerung, wie der Kollege Hermann S. (vollst\u00e4ndiger Name Sievers der Redaktion bekannt) und ich nach der Aktion mit der S-Bahn nach Hause fuhren und uns die Fahrg\u00e4ste anstarrten. Irgendwann merkten wir, dass \u00fcber unseren K\u00f6pfen auf den Fahrgastbildschirmen die ganze Zeit der Clip mit unserem Auftritt lief. Heroes just f\u00fcr one day.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kunst ist k\u00e4uflich, muss sie sein, aber wo ist die Grenze? Harald Schmidt, ex Possenrei\u00dfer f\u00fcr die h\u00f6heren St\u00e4nde und Leute mit Notabitur, kennt keine Grenzen. Er posierte auf dem Fest der rechten Zeitung Weltwoche, &nbsp;fr\u00f6hlich grinsend mit seinen Buddies Hans-Georg Maa\u00dfen, Verschw\u00f6rungsfantast, und Matussek, religi\u00f6s-homophober Kulturkampffanatiker. Alle drei stehen f\u00fcr die Erosion und Verrohung von Teilen des B\u00fcrgertums und erm\u00f6glichen mit ihren braunen Hemdkragen dessen Andockung an den m\u00f6rderischen Faschismus der Stra\u00dfe. Eigentlich m\u00fcsste man sich an einem abgehalfterten Narren wie Schmidt nicht die H\u00e4nde schmutzig machen, w\u00e4re da nicht die Aussage in seinem Zeitinterview: <a href=\"https:\/\/www.volksstimme.de\/deutschland-und-welt\/haltung-zeigen-kostet-gar-nichts-null-3681799\">\u201eHaltung zeigen kostet gar nichts. Null.\u201c<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen davon, dass er noch nicht mal in der Lage ist, und auch nie war, Haltung zu zeigen, selbst wenn sie umsonst ist, ist das eine niedertr\u00e4chtige Beleidung f\u00fcr all die, die Haltung zeigen, nicht nur in der Ostzone, und daf\u00fcr von Nazis mit dem Tod bedroht werden. Das bleibt am Ende des Tages von einem Zyniker \u00fcbrig: Eine armselige Wurst.<\/p>\n\n\n\n<p>Man ertr\u00e4gt sie kaum noch, diese Altm\u00e4nnerfressen (Zugegeben, mein Spiegelbild heute morgen war auch nicht ganz taufrisch). Wie den jetzt im Triumpfmarsch durch bayerische Bierzelte ziehenden Aiwanger. Eine gruselige Vorstellung. Wie viele Schritte es wohl von diesen bayrischen Bierzelten, in denen der nackte Antisemitismus dampft und brodelt, bis zu N\u00fcrnberger Reichsparteitagen sind?<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu ist vieles geschrieben und gesagt. Eins allerdings kommt mir bei diesen ganzen Leitartikeln, Kommentaren \u00fcber das schmutzige Gesch\u00e4ft von Macht und Politik zu kurz: Die Perspektive der Opfer, der j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung im Land. In unserer Gesellschaft wird ein Stein nach dem anderen aus der Brandmauer (Achtung, Phrasenalarm) zwischen Zivilisation und Barbarei gebrochen. F\u00fcr die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung, nicht nur f\u00fcr sie, aber besonders f\u00fcr sie, ist die Situation bedrohlicher denn je in der Nachkriegszeit. Die j\u00fcdische Publizistin Marina Weisband betont mehrfach in einem <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/int-marina-weisband-causa-aiwanger-eine-gefahr-fuer-die-erinnerungskultur-dlf-40766421-100.html\">DLF Interview<\/a>, dass sie sich hier zunehmend nicht mehr sicher f\u00fchlt und Vorf\u00e4lle wie mit Aiwanger da als Brandbeschleuniger (meine Formulierung) wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Das muss im Mittelpunkt stehen, nicht austauschbare Charaktermasken wie S\u00f6der, Aiwanger, Schmidt, Matussek, Massen etc. pp.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles sind Alltagskulturelle Erfahrungen, Momentaufnahmen, die Haarrisse produzieren in einem vermeintlich sicheren Beh\u00e4lter, unserer Gesellschaft, bis irgendwann ein Erm\u00fcdungsbruch eintritt. Kleine Mosaiksteine, die sich im Lauf der Jahre zu einem gro\u00dfen, braunen Gesamtbild zusammensetzen k\u00f6nnen. K\u00f6nnen, nicht m\u00fcssen. Gesellschaftliche Entwicklungen sind keine zwangsl\u00e4ufigen Naturgesetze. Aber es w\u00e4re nicht nur dumm, sondern grob fahrl\u00e4ssig, diese M\u00f6glichkeit nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was ist mit Mussolini?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BILD Die Kunst ist k\u00e4uflich. Aus dem Archiv. Screenshot des hiesigen \u00d6PNV-Fahrgastfernsehens. Die Kunsthausierer des SCHUPPEN 68 bei einem fr\u00fcheren hann\u00f6verschen Zinnober Volkskunstlauf, einem j\u00e4hrlichen lokalen Event der hiesigen Kunstszene. Sch\u00f6ne Erinnerung, wie der Kollege Hermann S. (vollst\u00e4ndiger Name Sievers der Redaktion bekannt) und ich nach der Aktion mit der S-Bahn nach Hause fuhren und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14183"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14183"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14183\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14187,"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14183\/revisions\/14187"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14183"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14183"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schuppen68.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14183"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}