{"id":14448,"date":"2023-11-18T14:58:06","date_gmt":"2023-11-18T08:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14448"},"modified":"2023-11-18T15:04:28","modified_gmt":"2023-11-18T09:04:28","slug":"18-11-2023-hierzulande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14448","title":{"rendered":"18.11.2023 \u2013 Hierzulande"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14449\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/s-bahn-neukoelln.jpg 1734w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>S-Bahnhof Neuk\u00f6lln, 60er Jahre. Ausstellung \u201e<a href=\"https:\/\/www.tip-berlin.de\/kultur\/ausstellungen\/robert-lebeck-hierzulande-ausstellung\/\">Hierzulande<\/a>\u201c mit Fotos von Robert Lebeck &nbsp;Damals gab\u2019s noch fl\u00e4chendeckend Sinalco und statt Fishermens Vivil.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute Hierzulande als Trauerspiel zu bezeichnen, hie\u00dfe die Realit\u00e4t sch\u00f6nzureden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich jetzt durch den Kiez Sonnenallee\/Karl-Marx-Str. in Neuk\u00f6lln schweife, merke ich, dass die letzte Krise, der \u00dcberfall der Hamas am 7. Oktober, Spuren bei mir hinterlassen hat. Mein Blick auf die \u00fcberwiegend arabische Community da ist ein anderer geworden. Ich habe vor Jahren einer verstorbenen Freundin mit famili\u00e4ren pal\u00e4stinensischen Verbindungen den Kiez gezeigt. Ihr Kommentar: \u201eHier ist es wie in Ramallah.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Was ich damals, bis vor kurzem, als skurril, exotisch, bunt, anders empfand, \u00e4hnlich meinetwegen einer Radtour durch die Villengegend im Grunewald, einem Spaziergang durch Marzahn oder gar dem Touri-Inferno in Mitte, nehme ich heute mit einer Grundstr\u00f6mung von Abwehr, Aggression und Fremdheit wahr. Ich habe hier im Blog schon fr\u00fcher meine Abneigung gegen migrantische, vorwiegend arabische, Macho-\u201eKultur\u201c artikuliert, mit den Merkmalen von Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie. Diese so offen zutage getragenen Minderwertigkeitskomplexe der jungen Testosteronis werden dann gerne in gigantischen Prollsch\u00fcsseln, mit heulendem Motor, quietschenden Reifen und 100 km\/h am helllichten Tage auf der Sonnenallee kompensiert. Muss ich nicht haben und daher sporadisch fr\u00fcher meine Resozialisierungs-Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Jungs, sich beim Minenr\u00e4umen in Syrien, Irak abzureagieren. Schreiben, zumal satirisches, als Katharsis. Im Lachen l\u00f6st sich Aggression auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, nach Wochen von Pro-Hamas Demos und antisemitischen Ausschreitungen dort und nicht nur dort, ist mir Heiterkeit fl\u00f6ten gegangen und hat einem xenophoben Reflex Platz gemacht: Was wollen die \u00fcberhaupt hier? Nat\u00fcrlich rufe ich mich dann zur Ordnung und rationalisiere das durch. Aber welch schwaches Instrument der Kopf, der Verstand mittlerweile geworden ist, sehen wir bei jedem Blick ins Hierzulande.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich bin in diesen Konflikten nicht das Opfer und mein Mitgef\u00fchl gilt den Opfern des Hamas-Terrors, auch den pal\u00e4stinensischen, denn jedes tote Kind in diesem Krieg ist ein Opfer des faschistischen Hamas-Terrors. Diese Kinder w\u00fcrden noch leben, h\u00e4tte die Hamas nicht diesen Irrsinn begonnen. Ich begreine hier also keinesfalls die Tatsache, dass sich mein Gem\u00fct verfinstert, das hellt sich sp\u00e4testens beim n\u00e4chsten Besuch beim Georgier auf (Kleiner Hinweis aus der Metropole: Italiener sind out, man geht jetzt zum <a href=\"https:\/\/www.tip-berlin.de\/essen-trinken\/8000-vintages-georgische-weinhandlung\/\">Georgier <\/a>) . Es geht mir n\u00fcchtern (noch) darum, jenseits der medial vermittelten Nachrichtenlage von der eigenen Mentalit\u00e4tsverschiebung r\u00fcckzuschlie\u00dfen auf grunds\u00e4tzliche Mentalit\u00e4tswandel in der Gesellschaft. Niemand ist eine Insel und die seit Jahren anhaltenden Polykrisen bringen etwas ins Rutschen, das irgendwann nicht mehr zu bremsen ist. \u00dcber ein &#8222;Wehret den Anf\u00e4ngen!&#8220; sind wir bereits jetzt weit hinaus , <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/plothen-reporter-bei-afd-veranstaltung-in-thueringen-angegriffen-a-f892022f-fe5e-49b4-b6fc-26ddba09ff49\">Verrohung <\/a>der Gesellschaft auf allen Ebenen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich wette, bei einer Umfrage w\u00fcrde schon heute, keine sechs Wochen nach dem Hamas \u00dcberfall, ca. ein Drittel der Befragten Hierzulande behaupten, dass Israel am 7.10 den Gazastreifen \u00fcberfallen hat. Steht ja bestimmt auch schon irgendwo so im Internet<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S-Bahnhof Neuk\u00f6lln, 60er Jahre. Ausstellung \u201eHierzulande\u201c mit Fotos von Robert Lebeck &nbsp;Damals gab\u2019s noch fl\u00e4chendeckend Sinalco und statt Fishermens Vivil. 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