{"id":14454,"date":"2023-11-19T17:26:14","date_gmt":"2023-11-19T11:26:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14454"},"modified":"2023-11-19T17:26:14","modified_gmt":"2023-11-19T11:26:14","slug":"19-11-2023-der-veraenderte-blick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14454","title":{"rendered":"19.11.2023 \u2013 Der ver\u00e4nderte Blick"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14455\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231112_112304.jpg 1850w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Plakat Zielona Gora, Boxhagener Platz, Berlin. Die Zielona Gora ist ein alternatives Kulturzentrum mitten in einem Berliner Epizentrum des Partygeschehens, in Fhain, vulgo Friedrichshain, oder auch Fuckhain genannt. Eingeweihten reicht das K\u00fcrzel auf dem Plakat \u201eVegane VoK\u00fc\u201c zur Einordnung. F\u00fcr den Rest: VoK\u00fc = Volksk\u00fcche, g\u00fcnstiges Essen f\u00fcr die revolution\u00e4ren Massen, eingedenk des Brechtschen Mottos: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Links von den Genossinnen dort kommt nur noch die Wand, es geht bunt, divers, k\u00e4mpferisch, kreativ, solidarisch zu. Ich habe mich fr\u00fcher immer gefreut, wenn ich inmitten der toten Konsumzone des Boxi, wie der Boxhagener genannt wird, die Berlinerin neigt zur Niedlichkeitsform, an der Zielona Gora vorbeikam. Ein Rest Rebellion, anderes Leben inmitten einer von Gentrifizierung und saufender und kotzender Jugend der Welt zernagten Gegend. Auch wenn vegane VoK\u00fc nicht so mein Ding ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Hoch die Internationale Solidarit\u00e4t, so schwebt ein unsichtbares Motto \u00fcber dem Hort von Fortschritt und Revolte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis auf eine kleine Soli-Ausnahme: Israel. Es geht nur um Pal\u00e4stina, immer. Ein klassisches antisemitisches Framing, die Umwidmung der Opfer zu T\u00e4tern auf dem Weg des Verschweigens. Unsichtbar h\u00e4ngt neben dem Gaza-Plakat ein zweites: Volle Solidarit\u00e4t mit der faschistischen Hamas und ihrem Vernichtungskampf gegen Israel.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist der antisemitische Tenor, der die meisten linksradikalen Zusammenh\u00e4nge eint. \u00dcbrigens auch die Berliner <a href=\"https:\/\/taz.de\/DJ-ueber-Antisemitismus-in-der-Clubszene\/!5973442\/\">Clubszene <\/a>. Das ist insofern unfassbar, als das gr\u00f6\u00dfte <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/welt\/krieg-festival-tausende-festivalbesucher-fliehen-angriff-hamas-israel-92565920.html\">Einzelmassaker <\/a>der Hamas-Terrorbanden mit \u00fcber 250 Toten bei einem Tanzfestival stattfand, wo viele Frauen vergewaltigt und abgeschlachtet wurden . Ein direkter Angriff der Faschisten auf genau die bunte und diverse Kultur, die linke Zentren und Clubs ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schweigen der genannten Szenen zu den Opfern, ihre offene Sympathie mit den T\u00e4tern ist ein weiteres Indiz daf\u00fcr, dass Antisemitismus nicht nur ein politisches Verbrechen ist, sondern eine tiefe psychische St\u00f6rung. Ich halte nicht viel von einer Psychatrisierung politischer Konflikte, weil da mitunter f\u00fcr deren L\u00f6sung so esoterische Vorschl\u00e4ge wie Selbsthilfegruppen und Tai Chi rauskommt. Aber im vorliegenden Fall \u00fcberschreitet das Motiv f\u00fcr den Antisemitismus zum Beispiel jenen Neidgetriebenen (auf die Rothschilds dieser Welt z. B.) Antisemitismus so fundamental, dass im Umkehrschluss auch psychische St\u00f6rungen in Frage kommen. F\u00fcr die Praxis sind mir allerdings die Meisen dieser Bekloppten wumpe, Hauptsache, ihre Orte der Artikulation und Kulmination von Antisemitismus verschwinden von der politischen Landkarte. Und so ertappte ich mich neulich vor der Zielona Gora bei einem anderen Blick.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4mlich dem Wunsch, der Laden m\u00f6ge ger\u00e4umt werden, platt gemacht und von einem Investor aufgekauft. Am besten einem, der Rothschild hei\u00dft und da Luxuslofts hinbaut. Find ich auch Schei\u00dfe, aber allemal besser.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ver\u00e4nderte Blick, Teil 2: Das FDP-Verkehrsministerium plant mit Unterst\u00fctzung des neuen Berliner Autosenats eine Verl\u00e4ngerung der A 100 mitten durch Fuckhain in die City hinein. Eine eigentlich irrsinnige <a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/politik\/beitrag\/2023\/09\/berlin-verlaengerung-autobahn-a100-kosten-bund.html\">Ma\u00dfnahme<\/a>, die auch den Tod zahlreicher Clubs bedeuten w\u00fcrde. Ich bin im Sommer die Strecke entlang geradelt, ein buntes Biotop von lebendiger Szene, und ich hegte volle Solidarit\u00e4t mit all den Transpis, die entschlossenen Widerstand gegen die R\u00e4umungen ank\u00fcndigten.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute, mit dem ver\u00e4nderten Blick w\u00e4re meine Forderung: Ausbau der A 100, 12spurig, bis nach Kreuzberg und \u00fcber die komplette Sonnenallee.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich arbeite gerade an einem Transpi mit der Forderung und werde Fotos von der H\u00e4ngung hier ver\u00f6ffentlichen. Bleiben Sie drin, liebe Leserinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plakat Zielona Gora, Boxhagener Platz, Berlin. 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