{"id":14941,"date":"2024-04-15T13:09:46","date_gmt":"2024-04-15T07:09:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14941"},"modified":"2024-04-15T18:52:23","modified_gmt":"2024-04-15T12:52:23","slug":"15-04-2024-er-war-cool","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=14941","title":{"rendered":"15.04.2024 \u2013 Er war cool."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14942\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/balkon-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Tramuntana.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Tipp kam w\u00e4hrend einer Bergwanderung in der Tramuntana von zwei Leuten, die gerade aus einem terrassierten Olivenhain kraxelten und talw\u00e4rts davon stiefelten. Auf der Terrasse g\u00e4be es frischen O-Saft, f\u00fcr drei Euro. In dieser Gegend so wahrscheinlich wie der Angriff eines B\u00e4ren, zumal kein Schild oder Aushang irgendwo darauf hingewiesen hatte. Aber es stimmte. Die Terrasse war das paradiesische Anwesen eines Hippies, \u00fcberaus geschmackvoll und individuell gestaltet, wie im Beispiel seines Balkons oben, aus lauter leeren Weinflaschen. Mit einer grandiosen Aussicht. Der Hippie l\u00e4chelte unsere kleine Dreiermarschkolonne freundlich an. Er wolle jetzt ins Tal und w\u00fcrde keinen Saft mehr pressen, aber wir k\u00f6nnten sitzen bleiben, solange wir wollten, uns von den Orangen im Korb bedienen und auf dem Tisch das hinterlassen, was es uns wert gewesen sei. Dann trollte er sich mit seinem Hund.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich schaute mir sein kleines H\u00e4uschen durch die Glast\u00fcr n\u00e4her an, das Innere komplett ausgef\u00fcllt mit Schlagzeug und Marshallboxen. Whow, dachte ich, der muss die Musik ja lieben, das ganze Haus nur f\u00fcr Musik. Und lie\u00df meinen Blick schweifen. Unter Olivenb\u00e4umen ein Bett und ein Mountainbike. Und zwei Terrassen dar\u00fcber ein stattliches Haus, Home of the Hippie, in der klassischen Bauweise der Insel mit Steinen und Lehm. Das kleine H\u00e4uschen mit den Musikinstrumenten war offensichtlich nur der \u00dcbungsraum.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich fragte mich, wie haben die blo\u00df das Material f\u00fcr den Bau dieser Terrasse und der H\u00e4user transportiert, mit Eseln? Hier gibt es keine Stra\u00dfen oder auch nur asphaltierte Wege. Und was macht der mit seinem MTB hier? Hier kann man nicht Radeln. Oder? Und welche Musik macht er? Und \u00fcberhaupt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem mitunter doch steilen und kraxeligen Abstieg ans Meer machte ich mir Gedanken. Was anderes sollte man bei sowas auch nicht machen, au\u00dfer Aufpassen auf die Holprigkeiten und Unebenheiten der Wackersteine und Felsbrocken. Ein sch\u00f6neres Beispiel \u00fcber den Umgang mit Natur wie eben konnte es kaum geben. Au\u00dfer nat\u00fcrlich sie in Ruhe zu lassen. Aber das Verh\u00e4ltnis von Natur und Mensch ist vom Beginn der Entwicklung der Hominiden vor vielen Hunderttausend Jahren ein Herrschaftsverh\u00e4ltnis. Schei\u00dfe gelaufen, dieser Prozess, wenn man sich den Zustand des Planeten anguckt, ist aber Fakt. In der Bibel als Mischung von kategorischem Imperativ und Realit\u00e4tsbeschreibung auf einen Punkt gebracht mit: \u201eMacht euch die Erde untertan und herrschet \u00fcber die Fische des Meeres, die V\u00f6gel des Himmels, \u00fcber das Vieh und alles Getier&#8230;&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4ziser, weil hier die Kategorie \u201eReichtum\u201c als Ziel aller Gier im Kapitalismus benannt wird, hei\u00dft es bei <a href=\"https:\/\/www.oekologische-plattform.de\/2009\/01\/die-naturfrage-bei-marx\/\">Marx<\/a>: \u201e \u2026 <em>Die Arbeit ist nicht die Quelle alles Reichtums. Die <\/em><strong><em>Natur ist ebenso die Quelle der Gebrauchswerte<\/em><\/strong><em> (und aus solchen besteht doch wohl der sachliche Reichtum!) <\/em><strong><em>als die Arbeit<\/em><\/strong><em>, die selbst nur die \u00c4u\u00dferung einer Naturkraft ist, der menschlichen Arbeitskraft \u2026 \u201c <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Durch Arbeit in und an der Natur ist der Mensch erst Mensch geworden. Indem er Kommunikation, Sprache, Intelligenz und Werkzeuge entwickelte. Werkzeuge zum Bauen von Hippieh\u00e4usern, aber auch zum Vernichten von Natur, und in Form von Waffen zum T\u00f6ten<em>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine besonders perverse Art der Auseinandersetzung mit der Natur durch Waffen fand im ersten Weltkrieg in den Bergen statt, im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gebirgskrieg_1915%E2%80%931918\">Gebirgskrieg<\/a> zwischen \u00d6sterreich-Ungarn und Italien. Auf teilweise \u00fcber 3.000 Meter H\u00f6he bek\u00e4mpften sich in den Dolomiten ganze Divisionen Gebirgsj\u00e4ger, Alpinisten, Soldaten mit allem, was die Technologie hergab. Dabei wurde u. a. mit tonnenweisem Sprengstoff ein ganzer Berggipfel des Col di Lana in 2.600 Meter H\u00f6he weggesprengt. Durch Naturgewalten kamen ingesamt \u00fcber 100.000 Menschen um, davon allein die H\u00e4lfte durch Lawinen, die teilweise durch Sprengungen aufgel\u00f6st wu<em>rden. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Schwei\u00dfgebadet kam ich unten am Meer an. Nicht wegen der Gedanken. G\u00f6ttin bewahre. Mit dem fatalen Ausgang des Konfliktes Mensch vs. Natur habe ich schon lange meinen inneren Frieden gemacht. Nein, \u00fcber 6 Stunden Bergewanderung waren auch ohne Sprengungen und Artilleriefeuer schwei\u00dftreibend. Es herrschte Saharahitze, \u00fcber 30 Grad, selbst in den Bergen. Ungew\u00f6hnlich. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie so vieles in letzter Zeit<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tramuntana. Der Tipp kam w\u00e4hrend einer Bergwanderung in der Tramuntana von zwei Leuten, die gerade aus einem terrassierten Olivenhain kraxelten und talw\u00e4rts davon stiefelten. Auf der Terrasse g\u00e4be es frischen O-Saft, f\u00fcr drei Euro. In dieser Gegend so wahrscheinlich wie der Angriff eines B\u00e4ren, zumal kein Schild oder Aushang irgendwo darauf hingewiesen hatte. 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