{"id":16350,"date":"2025-08-05T14:51:51","date_gmt":"2025-08-05T08:51:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16350"},"modified":"2025-08-05T15:19:37","modified_gmt":"2025-08-05T09:19:37","slug":"05-08-2025-dabei-waere-widerstand-noetiger-denn-je","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16350","title":{"rendered":"05.08.2025 \u2013 Dabei w\u00e4re Widerstand n\u00f6tiger denn je."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16351\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/pali-tuch-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Linker Antisemit auf der Karl-Marx-Allee in Ostberlin. Wer 2025 ein Pal\u00e4stinenser Tuch tr\u00e4gt, zeigt offen und bewusst: Ich bin Antisemit.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will versuchen, im Blog in loser Folge auf den Zustand und die Perspektive von linkem Widerstand hierzulande einzugehen, der angesichts sich rapide radikalisierender rechter Tendenzen notwendiger denn je w\u00e4re. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In Berlin gibt es vermutlich keine linke Demo ohne Spuren von Antisemitismus. Mitunter lappt das ins Groteske, wie im Fall einer \u201eInternationalist Queer Pride\u201c Demo in Berlin, eine pal\u00e4stinasolidarischen Demonstration mit 10.000 TN, die eine antikapitalistische und antikoloniale Alternative zum offiziellen CSD sein wollte .<\/p>\n\n\n\n<p>LGBTQ-Personen sehen sich in Pal\u00e4stina mit patriarchalen und heteronormativen Strukturen konfrontiert. Homosexualit\u00e4t wird gesellschaftlich weitgehend tabuisiert und oft als westlich oder kolonial konnotiert abgelehnt. Dies f\u00fchrt zu einem Klima der Angst, das sich in sozialer \u00c4chtung, famili\u00e4rem Druck, erzwungener Heirat, physischer Gewalt, Folter, Erpressung sowie gelegentlicher willk\u00fcrlicher Inhaftierung niederschl\u00e4gt. Ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Homosexualit%C3%A4t_in_den_Pal%C3%A4stinensischen_Autonomiegebieten\">coming out kommt in Gaza <\/a>oft einem Todesurteil gleich . Das h\u00e4tte auf so einer Demo thematisiert werden m\u00fcssen. Stattdessen wurde Queer als Vorwand instrumentalisiert, um die Existenz des Staates Israel in Frage zu stellen. Das, was die 10.000 n\u00fctzlichen antisemitischen Idioten, die da in Berlin randaliert haben, an den Tag gelegt haben, ist blanker Zynismus und ein weiterer Beleg daf\u00fcr, dass Antisemitismus ein Wahn ist, der das Denken au\u00dfer Kontrolle setzt. Das macht nat\u00fcrlich linken Widerstand schwer bis unm\u00f6glich. Da, wo Pal\u00e4stinensert\u00fccher getragen werden, ist f\u00fcr unabh\u00e4ngige Linke, die ihren Anstand nicht an der Garderobe abgegeben haben, kein Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei w\u00e4re Widerstand n\u00f6tiger denn je. Beispiel Grundrecht auf Wohnung: In Berlin sind die Mieten seit 2022 um 42 Prozent gestiegen, so viel wie in keiner anderen Gro\u00dfstadt. 56.000 Menschen sind bereits jetzt wohnungslos, mit der Aussicht auf Verdoppelung in den n\u00e4chsten Jahren. Besetzte H\u00e4user, als legitime Form von Widerstand? 0. In Worten: Null. Da wo es fr\u00fcher Hunderte gab. Die verdienstvolle \u00dcbersicht <a href=\"https:\/\/berlin-besetzt.de\/\">\u201eBerlin besetzt\u201c<\/a> versandet nach 2009 im Ungef\u00e4hren.  <\/p>\n\n\n\n<p>Das haben die ehernen Gesetze von Angebot und Nachfrage geregelt. Das zu besetzende Angebot, n\u00e4mlich leerstehende H\u00e4user im Bruchbudenzustand, gibt es nicht mehr. Berlin ist im Citybereich weitgehend durchgentrifiziert. Wozu die Hausbesetzerinnen beigetragen haben. Gerade in Vierteln wie Kreuzberg, Friedrichshain, Prenzlau, Mitte wurden fr\u00fcher viele der besetzten H\u00e4user vom Senat legalisiert und trugen mit ihrem Charme dazu bei, die Jugend und die solventen Mieter und K\u00e4ufer dieser Welt magisch anzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachfrage nach Widerstand gibt es auch nicht mehr. Das Milieu daf\u00fcr hat sich weitgehend aufgel\u00f6st. Nicht nur mangels Angebot, sondern auch auf Grund struktureller Marginalisierung linker Milieus. Wobei manches doch noch funktioniert. Die Fahndung nach Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg war ja bisher nicht sonderlich erfolgreich. W\u00fcrde mich nicht wundern, wenn die irgendwo im Kreuzberger Sympathisantensumpf abh\u00e4ngen. Was mich doch mit einer gewissen klammheimlichen Schadenfreude erf\u00fcllen w\u00fcrde. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Linker Antisemit auf der Karl-Marx-Allee in Ostberlin. 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