{"id":16380,"date":"2025-08-18T13:38:48","date_gmt":"2025-08-18T07:38:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16380"},"modified":"2025-08-19T02:58:47","modified_gmt":"2025-08-18T20:58:47","slug":"18-08-2025-drogen-im-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16380","title":{"rendered":"18.08.2025 \u2013 Drogen im Kapitalismus."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16381\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639-624x624.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/17553979070042065324975861685639.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Entwicklung Drogennutzung. Quelle: Destatis. Krise knallt gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bemerkenswerteste an der Berliner Koalition ist die Tatsache, dass sie \u00fcberhaupt noch existiert. Eine Ursache f\u00fcr das katastrophale Erscheinungsbild ist nat\u00fcrlich die handwerkliche Unf\u00e4higkeit der Agierenden. Eine Vollversammlung von Minderleistern, Unterkomplexlingen und Charakternullen. Es ist aber nicht nur individuelle, subjektive Beschr\u00e4nktheit, die da wie Mehltau \u00fcber Berlin-Mitte liegt. Die Konflikte spitzen sich objektiv zu nach Jahrzehnten voller Formelkompromisse und Deals. Die Verteilungsk\u00e4mpfe k\u00f6nnen immer seltener mit Geld zugesch\u00fcttet werden, immer \u00f6fter stellt sich immer brutaler die Frage: Wer hat die Macht im Staate und bestimmt, wer die Kohle kriegt. Die Geschichte der Bundesrepublik ist eben auch eine Geschichte des Klassenkampfes, der m\u00fchselig \u00fcber Jahrzehnte verdeckt war. Quasi zugekleistert mit bunten Wahlplakaten. Jetzt tritt zutage, wer ihn gewonnen hat, von Anfang an gewonnen hat. Jetzt wird der Mob abkassiert, bis in die Mitte der Facharbeiterschaft hinein, da kann die ehemalige Arbeiterpartei SPD lamentieren, wie sie will. Mit uns keine neue Agenda 2010 mehr, so die zwei \u00fcbriggebliebenen SPD-Restlinken. Das k\u00f6nnen sie haben. Mit einer nagelneuen Agenda 2030.<\/p>\n\n\n\n<p>Jede Entwicklung kommt an ihr Ende, so auch das erfolgreiche BRD-Nachkriegsmodell, gepr\u00e4gt von einer sozialpartnerschaftlichen Konsens-Variante des Kapitalismus. Die immerhin mehrere Jahrzehnte mit mehr Wohlstand f\u00fcr viele ganz ordentlich funktionierte. Im jahrhundertelangen Siegeszug des Kapitalismus ist das aber nur eine kurze Spanne, begrenzt nur bei \u201euns\u201c durchf\u00fchrbar, gekoppelt an ein Sondermodell des Kapitalismus mit begrenzter Haltbarkeit, das Auslaufmodell Demokratie. Wir k\u00f6nnen auch anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zust\u00e4nde spitzen sich zu, die Zust\u00e4ndigkeiten wechseln. Zust\u00e4ndig f\u00fcr Proletariat und Prekariat ist jetzt die AfD. Die SPD kann ihren Mantel der Geschichte an der Garderobe abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir befinden uns in einer Phase des \u00dcbergangs, niemand wei\u00df, was am \u201eEnde des Tages\u201c bei der aktuellen Entwicklung rauskommt. Diese Unsicherheit macht krank. Im wahren Sinne des Worte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707.jpeg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707-1024x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16382\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707-300x300.jpeg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707-768x768.jpeg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707-624x624.jpeg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/16707.jpeg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Entwicklung Psychopharmakaverbrauch. Quelle: Destatis<\/p>\n\n\n\n<p>Alkohol- und Zigarettenkonsum nimmt seit Jahren ab. Dem Zeug haftet mittlerweile das Proll-Odium an, v\u00f6llig uncool in Zeiten von Fitness als neuer Religion. Koks und Kiffen dagegen ist eher cool. Jede Krise hat ihre eigenen Drogen. Von nicht zu untersch\u00e4tzender Bedeutung f\u00fcr das gesellschaftliche Klima sind die Teuerungsraten bei Genussgiften wie Alkohol, Zigaretten, Kaffee. Letztere sind im Preis regelrecht explodiert, auch aus ordnungspolitischen Gr\u00fcnden, um den Mob gesund zu halten. Kriegsverwendungsf\u00e4hig zum Beispiel und lange, bis weit jenseits der 70, einsetzbar an der Arbeitsfront.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass das verheerende Folgen in der Etappe hat, wenn sich der kleine Mann auf der Stra\u00dfe, womit aber auch Basketballerinnen in Hallen jenseits der Eins Neunzig gemeint sind, den t\u00e4glichen Kaffee zur Zigarette kaum noch leisten kann, dar\u00fcber macht sich ein an Gesetzen und Erlassen mitfeilender Ministerialdirigent in Berlin-Mitte der Besoldungsgruppe B6 mit 11.000 Euro brutto im Monat vermutlich kaum Gedanken. Kann aber sein, dass diese Gedanken irgendwann an ihn herangetragen werden. Wenn marodierender Mob aus der Peripherie der Gro\u00dfwohnsilos schicke kleine Wochenm\u00e4rkte mit Cr\u00e9mant und Austern heimsucht. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie den am <a href=\"https:\/\/www.morgenpost.de\/bezirke\/friedrichshain-kreuzberg\/article409762344\/austern-und-armut-in-kreuzberg-wie-passt-das-zusammen.html\">S\u00fcdstern<\/a> in Kreuzberg, wo ich gerne am Samstag mal ein Gl\u00e4schen nehme. Ein paar Meter weiter in dieser gentrifizierten Ecke Berlins, der Gneisenaustr., befindet sich der Spritzenbaum, ein Druckraum im Gr\u00fcnen: Ann\u00e4hernd <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/der-spritzen-baum-von-kreuzberg-gleich-neben-dem-szenekiez-zeigt-sich-das-drogen-elend-berlins-14163509.html\">50 Spritzen stecken<\/a> da in der Rinde eines Baumes auf dem Mittelstreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal frage ich mich, wor\u00fcber ich hier wohl in f\u00fcnf Jahren schreiben werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonnigen Start in eine zauberhafte Restsommer-Woche w\u00fcnsche ich allen Leserinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entwicklung Drogennutzung. Quelle: Destatis. Krise knallt gut. Das Bemerkenswerteste an der Berliner Koalition ist die Tatsache, dass sie \u00fcberhaupt noch existiert. Eine Ursache f\u00fcr das katastrophale Erscheinungsbild ist nat\u00fcrlich die handwerkliche Unf\u00e4higkeit der Agierenden. 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