{"id":16491,"date":"2025-09-30T13:33:15","date_gmt":"2025-09-30T07:33:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16491"},"modified":"2025-09-30T13:33:15","modified_gmt":"2025-09-30T07:33:15","slug":"30-09-2025-den-possenreissern-dieser-welt-ist-alles-zuzutrauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16491","title":{"rendered":"30.09.2025 \u2013 Den Possenrei\u00dfern dieser Welt ist alles zuzutrauen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16492\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hkw-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Haus der Kulturen der Welt, Berlin. Mein Lieblingsort, magische Terrassen-Konzerte in lauen Sommern\u00e4chten, mit Blick auf die Spree und das Kanzleramt, ein Kultur- und Kunstangebot, das seinesgleichen sucht, die ikonische Architektur, und mit dem Klappi bin ich in 20 Minuten da, durch Tiergarten und Park Gleisdreieck, den irrsinnigen Verkehr umfahrend. Wenn es einen postmodernen Locus amoenus gibt, dann ist er hier.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher war ich erleichtert, dass Jan B\u00f6hmermann das Konzert dort im Rahmen seines <a href=\"https:\/\/www.hkw.de\/programme\/die-moeglichkeit-der-unvernunft\">Ausstellungsprojektes <\/a>mit einem antisemitischen Rapper namens Chefket abgesagt hat. Sonst h\u00e4tte ich dieses Projekt sicher nicht besucht. Ich habe nie viel von den Hofnarren des Betriebes von Harald Schmidt \u00fcber Joko und Klaas bis B\u00f6hmermann gehalten. Aber bei dem Konzerttermin ist mir dann doch der Quark aus der Kanzel gefallen, ausgerechnet am Jahrestag des Terror\u00fcberfalls der Hamas, am 7.10. Wie dumm und unprofessionell oder aber eben auch wahnhaft, also die Vernunft ausblendend, antisemitisch kann man sein, um zu glauben, dass das nicht wenigstens noch auf offizieller Ebene in Deutschland auf massiven Widerspruch sto\u00dfen w\u00fcrde. Also wird ihm der von mir \u00fcberhaupt nicht gesch\u00e4tzte Kulturstaatsminister Weimer vollkommen zu Recht einen Einlauf verpasst haben, der sinngem\u00e4\u00df so gelautet haben d\u00fcrfte: <\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMein lieber B\u00f6hmermann, Sie k\u00f6nnen rumkaspern, wo und wie Sie wollen, aber bestimmt nicht mit derartigen antisemitischen Signalen in einer Institution, die dem deutschen Staat geh\u00f6rt. Wenn Sie das Konzert nicht absagen, ist der Chef des HKW die l\u00e4ngste Zeit in seinem Amt gewesen. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit Zensur. Antisemitismus hat nichts mit Kunst und Meinungsfreiheit zu tun, sondern ist bei uns ein Straftatbestand und wenn Sie glauben, Sie k\u00f6nnen sowas in staatlichen Institutionen durchziehen, dann haben Sie nicht alle Tassen im Schrank.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Weimer wird es h\u00f6flicher formuliert haben, als Angeh\u00f6riger der b\u00fcrgerlichen Eliten legt er sicher Wert auf Umgangsformen und Contenance.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob B\u00f6hmermann \u201eeingeknickt\u201c ist, wie sich die linksliberalen Quarkbl\u00e4ttchen in v\u00f6lligem Missverst\u00e4ndnis von Freiheit der Kunst in ihre Morgenschlagzeilen erbrechen, entzieht sich meiner Kenntnis. Ist mir auch jene Wurst, die B\u00f6hmermann als Logo \u00fcber seinem sonst interessanten Projekt prangen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Fakt ist, dass mir schon wieder der Morgen angedorben ist, was die Vorstufe von verdorben ist. Ich habe eigentlich keine Lust mehr, mich mit diesem Schei\u00dfthema Antisemitismus zu befassen. Es verfinstert mein Gem\u00fct. Aber Schweigen hei\u00dft die Dinge so akzeptieren, wie sie nun mal laufen, auch wider bessere Einsicht. Das w\u00e4re Feigheit vor dem Feinde und da Deutschsein stark sein hei\u00dft, mutig und allzeit breit, ist Schweigen keine Option.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist jetzt schon mehr als Zynismus \u2026.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Anblick der vermutlich 100.000 Demonstrierenden bei der Gazademo neulich in Berlin habe ich mal die Demos der letzten Jahre in Berlin Revue passieren lassen. Es gibt so viele Themen von existentieller Bedeutung f\u00fcr die Mehrheit im Lande: Armut, prek\u00e4re Besch\u00e4ftigung, mies bezahlte Arbeit, Arbeitslosigkeit, Mietenwahnsinn, keine Kitapl\u00e4tze, miserable Pflegebedingungen, Alterselend, Wohnungslosigkeit, schlechte Gesundheitsversorgung etc. pp. Von Kleinigkeiten wie Klimakatastrophe und aufkommendem Faschismus im Lande ganz zu schweigen. Also alles Themen, die aus direkter eigener Betroffenheit und moralischer Notwendigkeit permanent Hunderttausende, Millionen auf die Stra\u00dfen trieben m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber den kleinsten gemeinsamen Ideologie-Nenner bildet und die gr\u00f6\u00dfte Zahl der letzten Jahre auf die Stra\u00dfe treibt, ist Antisemitismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mir gerade einf\u00e4llt: Kann nat\u00fcrlich auch sein, dass B\u00f6hmermann diesen Skandal bewusst provoziert hat. Den Possenrei\u00dfern dieser Welt ist alles zuzutrauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haus der Kulturen der Welt, Berlin. 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