{"id":16608,"date":"2025-11-16T18:54:32","date_gmt":"2025-11-16T12:54:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16608"},"modified":"2025-11-16T20:56:50","modified_gmt":"2025-11-16T14:56:50","slug":"16-11-2025-es-sind-nicht-nur-die-realen-verhaeltnisse-die-die-demokratische-stabilitaet-bedrohen-es-ist-natuerlich-bereits-die-angst-vor-deren-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16608","title":{"rendered":"16.11.2025 \u2013 Es sind nicht nur die realen Verh\u00e4ltnisse, die die demokratische Stabilit\u00e4t bedrohen, es ist nat\u00fcrlich bereits die Angst vor deren Ver\u00e4nderung."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16610\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/eisenhuettenstadt-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Eisenh\u00fcttenstadt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Unl\u00e4ngst im Zentralorgan der Br\u00e4sigkeit, der HAZ: \u201e \u2026 Eine Politik, die zentrale Industrien (<em>wie die Stahlindustrie, d. A.) <\/em>aufgibt, schw\u00e4cht nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die demokratische Stabilit\u00e4t&#8230;\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Betroffen davon w\u00e4ren etwa Duisburg, Bremen, Eisenh\u00fcttenstadt, das Saarland. Dieser Konjunktiv insinuiert, dass in den beschriebenen Regionen Stand Heute alles noch im demokratischen Stabilit\u00e4tslot w\u00e4re, weil ja die Stahlindustrien noch vor Ort vorhanden sind. Das ist brandgef\u00e4hrlicher Unfug. Es sind nicht nur die realen Verh\u00e4ltnisse, die die demokratische Stabilit\u00e4t bedrohen, es ist nat\u00fcrlich bereits die Angst vor deren Ver\u00e4nderung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16611\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/stahl-eko-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Eisenh\u00fcttenstadt, Eko-Stahl Denkmal. Eko-Stahl, fr\u00fcher \u201eEisenh\u00fcttenkombinat J. W. Stalin\u201c, hatte als gr\u00f6\u00dfter Stahlproduzent der DDR ca. 16.000 Besch\u00e4ftigte. 1994 wurde Eko-Stahl privatisiert und nachdem der Konzern Arcelor-Mittal das Unternehmen 2002 \u00fcbernommen hatte, sind dort noch ca. 2.500 Menschen in \u201eLohn und Brot\u201c, so der Sprachduktus der zust\u00e4ndigen Gewerkschaft IG Metall. Ohne staatliche Interventionen\/Subventionen wird dieser Standort irgendwann \u201eabgewickelt\u201c werden und die Kolleg*innen werden \u201eauf der Stra\u00dfe stehen\u201c (IG Metall O-Ton. Das erzeugt Bilder von 1932, die mit der heutigen Realit\u00e4t nichts mehr zu tun haben). Wenn sie es denn mal t\u00e4ten, auf der Stra\u00dfe stehen, mit Demos und roten Fahnen, und vielleicht ein paar Banken demolieren w\u00fcrden. Tun sie aber nicht, sie bleiben frustriert allein zu Hause, vor Glotze, Handy, PC, mit Chips, Bier, Tiko-Pizza. Und w\u00e4hlen AfD.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst dann? Wenn das Kind in den braunen Brunnen gefallen ist? Keineswegs. Bereits 2024 w\u00e4hlten bei der Kommunalwahl 32,7 % in Eisenh\u00fcttenstadt AfD. Mit weitem Abstand st\u00e4rkste Partei. 2014 waren es noch 9,5 Prozent. Heute w\u00e4ren es sicher an die 40 % und ich \u00fcberlasse es ihrer Phantasie, sich vorzustellen, wie viel \u00fcber 50 % es w\u00e4ren, w\u00fcrde das Stahlwerk dichtmachen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnliches tief im Westen, Duisburg. Bei der Stadtratswahl September 2025 erreichte die AfD hier \u00fcber 21 Prozent der Stimmen, mehr als doppelt so viel wie 2020. Duisburg ist bis heute das bedeutendste Zentrum der Stahlindustrie in Mitteleuropa. Wenn dieser Standort \u201eabgewickelt\u201c wird und die Kumpels \u201eauf der Stra\u00dfe stehen\u201c \u2026. usw. usf. siehe oben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind eben nicht nur die realen Verh\u00e4ltnisse, die die demokratische Stabilit\u00e4t bedrohen, es ist nat\u00fcrlich bereits die Angst vor deren Ver\u00e4nderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Angst der Kolleginnen und Kumpels vor dem sozialen Absturz ist real. Vielen w\u00fcrde im Fall von Arbeitslosigkeit in diesen strukturschwachen Regionen nach 12 Monaten Arbeitslosengeld (Ausnahme \u00fcber 50: 24 Monate) der Fall ins Bodenlose des B\u00fcrgergeldes drohen, inklusive des Verlustes ihrer paar Spargroschen. Von nachfolgender Wohnungslosigkeit auf Grund der massiven Versch\u00e4rfungen bei den KdU, Kosten der Unterkunft, gar nicht zu reden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bisherige Karenzzeit, in der Schonverm\u00f6gen nicht angerechnet wird, entf\u00e4llt ab 2026. Danach bleiben \u00fcber 50j\u00e4hrigen maximal 15.000 Euro Schonverm\u00f6gen. Wenn ich mich 30 Jahre am Hochofen kaputt gebuckelt h\u00e4tte und mir f\u00fcr sp\u00e4ter, die Rente, die ich sowieso bei der Maloche kaum erreichen w\u00fcrde, 150.000 angespart h\u00e4tte, und die Sozis, die diese Agenda zu verantworten haben, mir das rauben w\u00fcrden, w\u00fcsste ich was zu tun w\u00e4re. N\u00e4mlich s\u00e4mtliche nahegelegenen SPD-Parteizentralen in den n\u00e4chsten Hochofen verklappen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Die USPD, UnSozialdemokratische Partei Deutschlands, hat sich mit der aktuellen \u201eReform\u201c des B\u00fcrgergeldes endg\u00fcltig von ihren Wurzeln als Partei der \u201eKleinen Leute\u201c, als K\u00fcmmerer, gekappt. Das ist ihr Untergang und es gibt niemanden in der Partei, die oder der in der Lage oder Willens w\u00e4re, das zu \u00e4ndern. Das F\u00fchrungspersonal, allen voran der unertr\u00e4gliche Opportunist Klingbeil, ist komplett \u201eSchr\u00f6dersozialisiert\u201c. Hei\u00dft: Ihre Karrieren wurden von dem neoliberalen Zeitgeist der Schr\u00f6der-Blair-Sozialdemokratie gepr\u00e4gt und bef\u00f6rdert. Warum sollten sie dieses f\u00fcr sie erfolgreiche ideologische R\u00fcstzeug ablegen?<\/p>\n\n\n\n<p>Kreativit\u00e4t hat mit 25 ihren H\u00f6hepunkt, nimmt danach ab, und Ideologie, Mentalit\u00e4ten, psychosoziale Pr\u00e4gungsprozesse sind da l\u00e4ngst final entwickelt. Ich \u00e4ndere doch meine Ansichten und \u00dcberzeugungen auch nicht mehr. Und halte mir zu Gute, wenigstens noch welche zu haben. Das Einzige, was das sozialdemokratische Personal von Heute noch hat, ist ein rotlackiertes M\u00e4ntelchen, das es in jeden Wind h\u00e4lt, egal woher er weht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eisenh\u00fcttenstadt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Unl\u00e4ngst im Zentralorgan der Br\u00e4sigkeit, der HAZ: \u201e \u2026 Eine Politik, die zentrale Industrien (wie die Stahlindustrie, d. 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