{"id":16990,"date":"2026-04-19T15:50:20","date_gmt":"2026-04-19T09:50:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16990"},"modified":"2026-04-19T15:53:27","modified_gmt":"2026-04-19T09:53:27","slug":"19-04-2026-glas-wein-850-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=16990","title":{"rendered":"19.04.2026 \u2013 Glas Wein 850 Euro"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"755\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850-755x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16991\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850-755x1024.jpg 755w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850-221x300.jpg 221w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850-768x1042.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850-1132x1536.jpg 1132w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850-1510x2048.jpg 1510w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850-624x847.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Wein-850.jpg 1514w\" sizes=\"(max-width: 755px) 100vw, 755px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Weinbar im Berliner KaDeWe. Der sechste Stock dort ist das Mekka der Gourmets der Welt. Ich habe nichts gegen Wein f\u00fcr 850 Euro f\u00fcr 0,1 Liter Wein. Wer das Geld daf\u00fcr hat und den Geschmack \u2026 . Und es gibt sozial\u00f6kologisch zerst\u00f6rerische Varianten des Kapitalismus als den Nobelweinanbau.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei ich bezweifle, dass der Petrus 42,5mal besser schmeckt als der Beaune, wie der Preis es insinuiert. Peinlich in dem Zusammenhang nur, dass es auf der Karte hei\u00dft: Hospieces. Richtig muss es hei\u00dfen, und das wei\u00df nat\u00fcrlich jeder Weintrinker, der auch nur mal am Amselfelder genippt hat: Hospices. (Wenn \u00fcberhaupt, m\u00fcsste es hei\u00dfen: Hospi\u00e8ces, mit Accent grave. Was nat\u00fcrlich jeder Klippsch\u00fcler wei\u00df.)<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz aller Kritik ist das KaDeWe ein Ort, wohin es jeden Flaneur eher fr\u00fcher als sp\u00e4ter einmal verschlagen sollte. Ein einzigartiges Geschehen von Luxus und Geschmack, der feinen Stoffe, der edlen Ger\u00fcche, ein Exempel daf\u00fcr, wozu der Kapitalismus in seinen Sternstunden f\u00e4hig sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch f\u00fcr den Klassenk\u00e4mpfer ist das KaDeWe ein Must-go Ort, kann er doch hier , neben der Befriedigung eventueller eigener Gel\u00fcste, dem Klassenhass fette Nahrung geben. Drau\u00dfen vor der T\u00fcr befindet sich der Wittenbergplatz, ein zentraler Berliner Verkehrsknoten mit Gastronomie, Markt, Shops, den t\u00e4glich Hunderttausende queren. Demzufolge ballt sich hier das Elend, das ebenso viele Schattierungen hat wie der Luxus. Es g\u00e4be jenseits aller offiziellen Statistik, die mit ihren komplizierten Armutsmesszahlen nach unterschiedlichen Parametern das \u00dcbel eher verkompliziert und verschleiert anstatt zum Handeln aufzurufen, eine einfache Methode, die Entwicklung von Armut, Elend, Prekarisierung zu verdeutlichen: Man nehme in jedem Berliner Bezirk, oder vergleichbares in anderen Regionen, einen Abfallbeh\u00e4lter, an dem man, unauff\u00e4llig nat\u00fcrlich, in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden (1x im Monat z. b., am 25., wenn das Geld mal wieder schon seit Tagen alle ist) die Menschen z\u00e4hlt, die dort nach Pfandflaschen suchen. Eine entw\u00fcrdigende Art, ein paar Cent zus\u00e4tzlich zum reinen \u00dcberleben zu organisieren, muss man (es sind zu ca. 90 Prozent M\u00e4nner) doch st\u00e4ndig gewahr sein, Bekannten oder Nachbarn \u00fcber den Weg zu laufen. Wenn man denn noch welche hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind ja schon lange nicht mehr die auch \u00e4u\u00dferlich v\u00f6llig Verzweifelten, die mit Haken und Taschenlampen die M\u00fcllk\u00f6rbe der Hauptstadt nach den verwertbaren Hinterlassenschaften der Jugend der Welt durchw\u00fchlen, es sind zunehmend v\u00f6llig normal Gewandete.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dagegen habe ich dann doch etwas. N\u00e4mlich dagegen, dass diejenigen, die im KaDeWe Weine f\u00fcr 850 Euro das Glas verklappen, eine Louis Vuitton Tasche f\u00fcr 10.000 Euro oder eine Rolex f\u00fcr 150.000 Euro kaufen, denen da drau\u00dfen vor der T\u00fcr nicht das Schwarze unter dem Fingernagel g\u00f6nnen. Oh, sie selbst w\u00fcrden vielleicht sogar der Bettlerin vor der T\u00fcr des KaDeWe einen Euro in den Becher werfen, zumindest in der Vorweihnachtszeit. Darin sind sie ebenso gro\u00dfz\u00fcgig wie mit ihrer Kleiderspende f\u00fcr den j\u00e4hrlichen Rotarier-Wohlt\u00e4tigkeitsbasar. Kein Mensch, die auf sich h\u00e4lt, tr\u00e4gt ihre Prada, die bekanntlich der Teufel tr\u00e4gt, l\u00e4nger als zwei Saisons. Das g\u00e4lte in ihren Kreisen als Verletzung der Menschenw\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber \u00fcber ihre Agenten wie Friedrich Merz oder B\u00fcttel wie Katharina Reiche organisieren sie einen Raubzug, der gegen die ohnehin Gebeutelten und in die zig Milliarden geht. Allein die K\u00fcrzungsvorschl\u00e4ge in der Kinder- und Jugendhilfe und bei Behinderten eines Arbeitspapieres von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen belaufen sich auf 8,6 Mrd. Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Milliardendetails aus dem aktuellen Klassenkrieg entnehmen Sie gerne der morgigen Presse.<\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann, wenn es des Schlechten und des Guten in Gegenden wie dem Wittenbergplatz zu viel wird, treibt es mich weit raus, in Parallelwelten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16992\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114237_resized.jpg 1734w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114415_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114415_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16993\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114415_resized-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114415_resized-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114415_resized-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114415_resized-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260415_114415_resized.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Marzahn. G\u00e4rten der Welt. Hier der japanische Garten zur Zeit der aktuellen Kirschbl\u00fcte. Ein zartwei\u00dfrosa Schleier von Bl\u00fcten rieselte sanft vor strahlend blauem Himmel zu Boden. Die G\u00e4rten aus verschiedenen asiatischen Kulturen mit ihren klaren, klassischen Strukturen versetzten mich in eine heitere, gelassene Stimmung. Harmonie und Frieden, eine Naturmeditation, wie ich sie sonst nur am Meer mit seiner Weite empfinde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-16994\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/20260416_152009_resized.jpg 1734w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Meer und Weite. Leider nicht Korfu, aber immerhin Warnem\u00fcnde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ach, leider macht der L\u00e4rm der Welt auch nicht vor diesem zauberischen Ort von Harmonie und Frieden halt.<a href=\"https:\/\/www.rbb24.de\/panorama\/beitrag\/2026\/04\/raubueberfall-gaerten-der-welt-berlin-marzahn.html\"> Bewaffnete R\u00e4uber stahlen die Kasse vom Bl\u00fctenfest mit \u00fcber 100.000 Euro und verletzten dabei die Wachleute.<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe R\u00e4uber, das ist vollschei\u00dfe, wenn ein Prekariat auf das andere losgeht. \u00dcberfallt gef\u00e4lligst das KaDeWe. Paar Uhren abgegriffen, paar Pullen Petrus, ruckzuck sind die Taschen, von Vuitton, voll, und es trifft mit Sicherheit richtigere Leute. Wobei da im Zweifel ja auch leider Wachleute von der Fa. Precarius angestellt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was sind solche Raubz\u00fcge im Vergleich zu denen von Merz und seiner Gang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weinbar im Berliner KaDeWe. 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