{"id":17022,"date":"2026-04-30T13:34:38","date_gmt":"2026-04-30T07:34:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=17022"},"modified":"2026-04-30T13:34:38","modified_gmt":"2026-04-30T07:34:38","slug":"30-04-2026-scheisst-der-hund-im-mai-ist-der-april-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=17022","title":{"rendered":"30.04.2026 \u2013 Schei\u00dft der Hund im Mai, ist der April vorbei"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17023\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/1.-mai.jpg 1734w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Der 1. Mai f\u00fcr die Tonne.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher hatte der 1. Mai Bedeutung f\u00fcr mich. Mitunter war ich Mairedner bei den DGB-Feiern in der Region Hannover, was Spa\u00df gemacht hat und als kleines Mosaik einer langen emanzipatorischen Tradition der Arbeiter*innenbewegung sogar f\u00fcr mich mit Sinn aufgeladen war. Und das will was hei\u00dfen. Viel Sinn sehe ich ansonsten nicht im Weltgeschehen. Eher Unsinn. Regelrechtes Spa\u00dftheater war immer die Tour zu den diversen Mairevolution\u00e4ren Kasper-Veranstaltungen in Berlin. Als da allerdings irgendwann vor Jahren antisemitische Hetze immer mehr in den Vordergrund r\u00fcckte, war f\u00fcr mich Schluss mit lustig. Wenn ich bei Veranstaltungen Pal\u00e4stinafahnen sehe und Leute mit diesen Kufiya-Kopfwindeln, suche ich das Weite. Und finde es auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern fallen eigentlich Maiveranstaltungen f\u00fcr mich aus, ich guck mir das aus Chronistenpflicht vielleicht kurz an, aber das war\u2019s dann auch. Fr\u00fcher h\u00e4tte ich das bedauert, heute halte ich mich an die alte Eichsfelder Bauernregel: Schei\u00dft der Hund im Mai, ist der April vorbei.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant auch die Bedeutungs-Verschiebung f\u00fcr mich in anderen Sektoren. Fr\u00fcher h\u00e4tte ich noch Reste von klammheimlicher Sympathie (auch aus einer juvenilen Faszination heraus f\u00fcr R\u00e4uber- und Gendarmspiele) f\u00fcr Daniela Klette empfunden, Mitglied der ex RAF, f\u00fcr die der Staatsanwalt gerade 15 Jahre Haft gefordert hat. Da auch sie sich w\u00e4hrend ihres Prozesses mit dem Pal\u00e4stinatuch Kufiya gezeigt hat, was mittlerweile ein eindeutiges Indiz f\u00fcr linken Antisemitismus ist, hat sich auch diese Causa f\u00fcr mich erledigt. Ab in die M\u00fclltonne sozialromantischer Empfindungen. Ab hier regiert der Verstand.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachtragend bleibt anzumerken, dass der 1. Mai als Feiertag 1934 von den Nazis eingef\u00fchrt wurde, um den Mob bei Laune zu halten. Allein deshalb bin ich f\u00fcr die Streichung des 1. Mai als Feiertag und stehe damit solidarisch Seit an Seit mit den antifaschistischen Genossen von der CDU, die das im Rahmen der aktuellen Haushaltsverhandlungen gefordert hatten, um die Wirtschaft anzukurbeln.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00d6konomisch ist eine derartige Forderung nat\u00fcrlich so grunzdumm, dass ich mal wieder dar\u00fcber verzweifle, wie tief ich unter meinem Niveau intellektuell beleidigt werde. Die Unternehmen in Deutschland leiden derzeit unter einer teilweise verheerenden Unter-Auslastung, die Industrie z. B. ist nur zu 70 % ausgelastet, jeder 10.Betrieb unter 50 %! Es stehen dramatische Massenentlassungen an, nicht umsonst lautet das Motto des diesj\u00e4hrigen 1. Mai: Erst unsere Jobs, dann Eure Profite! Und dann sollen die Leute, die eh zu wenig zu tun haben, noch mehr arbeiten durch Streichung von Feiertagen, Verl\u00e4ngerung der Lebensarbeitszeit und Ausbau der Wochenarbeitszeit? Oh Frau, lass Hirn vom Himmel regnen. In was f\u00fcr einer Gesellschaft befinde ich mich blo\u00df: Hier linke antisemitische Moral-Arschl\u00f6cher, da intellektuelle Tiefflieger-Vollidioten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass der 1. Mai als Feiertag tats\u00e4chlich abgeschafft wird, ist nicht zu erwarten. Die Forderung der CDU war nat\u00fcrlich rein taktischer Natur und nicht ernst gemeint, nach dem Motto: Wenn ich der Gegenseite da entgegenkomme, muss die mir daf\u00fcr woanders was geben. Zum Beispiel bei der Begrenzung der Bezugsdauer vom Arbeitslosengeld I.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem kommt demn\u00e4chst die AfD mit an die Regierung und die wird auch beim 1. Mai in der Tradition der Original Nazis von 1934 bleiben. Die <a href=\"https:\/\/dawum.de\/Bundestag\/Forsa\/2026-04-28\/\">Umfragezahlen<\/a> sprechen ein deutliche Tendenz. Mittlerweile liegt die AfD weit vorne, die CDU kackt langsam \u00e4hnlich dramatisch ab wie die SPD. Die liegt nur noch auf Platz 5, sogar hinter der Linken, landet demn\u00e4chst im einstelligen Prozentbereich und muss um den Wiedereinzug in den Bundestag bangen. Ade, die vielen, sch\u00f6nen, gutbezahlten Jobs f\u00fcr die spezialdemokratistischen Karrieristen in Politik, Verwaltung, Beh\u00f6rden, bis hin zu Aufsichtsr\u00e4ten. Vae victis.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer allerdings \u00fcber diese sp\u00e4te und gerechte Strafe der Geschichte f\u00fcr den Verrat der rotgr\u00fcnen Agenda 2010 frohlockt, sollte kurz innehalten und die Alternative bedenken: Es ist die f\u00fcr Deutschland. Der Faschismus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1. Mai f\u00fcr die Tonne. Fr\u00fcher hatte der 1. Mai Bedeutung f\u00fcr mich. Mitunter war ich Mairedner bei den DGB-Feiern in der Region Hannover, was Spa\u00df gemacht hat und als kleines Mosaik einer langen emanzipatorischen Tradition der Arbeiter*innenbewegung sogar f\u00fcr mich mit Sinn aufgeladen war. 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