{"id":17035,"date":"2026-05-04T13:20:26","date_gmt":"2026-05-04T07:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=17035"},"modified":"2026-05-04T13:21:22","modified_gmt":"2026-05-04T07:21:22","slug":"04-05-2026-sprengt-den-wal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=17035","title":{"rendered":"04.05.2026 \u2013 Sprengt den Wal"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"829\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-829x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17036\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-829x1024.jpg 829w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-243x300.jpg 243w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-768x949.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-1243x1536.jpg 1243w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-1658x2048.jpg 1658w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_155504-624x771.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 829px) 100vw, 829px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Walplakat. Entdeckt beim Flanieren. Flanieren ist in Berlin f\u00fcr mich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit wie der Darjeeling Tee zum Fr\u00fchst\u00fcck, es geht auch mal ohne, aber es fehlt was f\u00fcr einen gelungenen Tag. <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/es-singt-und-seufzt-und-traeumt-die-stadt-102.html\">Gro\u00dfe Flaneure der Vergangenheit<\/a> waren Charles Baudelaire, Oscar Wilde, Walter Benjamin, alles Schriftsteller, die ich \u00fcberaus sch\u00e4tze. Und sicher nicht zuf\u00e4llig waren alle drei Hedonisten, sie sch\u00e4tzten Stil und Eleganz \u00fcber alles, und experimentierten teils exzessiv mit Drogen. Gegen Benjamin war sogar William S. Burroughs offensichtlich ein Waisenknabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hatte seinen Preis: Baudelaire wurde 46 Jahre alt, Oscar Wilde 46, Walter Benjamin 48. Wobei Benjamin ein Sonderfall ist, er beging auf der Flucht vor den Nazis Selbstmord, allerdings schon schwer herzkrank.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Prozess beim Schreiben \u00e4hnelt mitunter dem des Flanierens, ein M\u00e4andern, ziellos zwischen Orten und Themen, unentschieden zwischen Poesie und Philosophie, gem\u00e4chlich, in Mu\u00dfe, aber am Ende, nach Irrungen und Wirrungen, doch produktiv. Ich jedenfalls kehre vom Flanieren nie d\u00fcmmer heim als vorher. Beim Schreiben bin ich da nicht ganz so sicher. Aber da das zumindest im Blog hier ein kollektiver Prozess ist, zwischen Produktion und Rezeption, gehe ich davon aus, dass zumindest Teile der Leserinnenschaft erleuchteter aus dem Prozess des Schreiben\/Lesens herauskommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Flanieren ist, obwohl das klassische Flanieren allein, ohne \u00e4u\u00dfere Kommunikation, erfolgt, ein kollektiver Prozess, geh\u00f6rt zu ihm doch zwingend die Masse der Metropole. W\u00e4re die Masse als Resonanzraum nicht da, w\u00e4re das Flanieren eher ein Spazierengehen oder Wandern, und das ist eine v\u00f6llig andere, profane Ebene. Metropole ist als Projektionsraum f\u00fcr das Flanieren ebenfalls zwingend. In Peine, Oer-Erkenschwick oder Dingolfing ist Flanieren schwer vorstellbar. Selbst in Hannover. Was aber daran liegen kann, dass das meine Heimatstadt ist. Und Danke, sonst geht\u2019s mir gut, weitere Krankheiten hab ich nicht. Allerdings gibt es auch in Hannover beim Umherschweifen Neues, Altbekanntes zu entdecken, wie die Machwitz Mohren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"699\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-1024x699.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17037\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-1024x699.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-300x205.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-768x524.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-1536x1048.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-2048x1397.jpg 2048w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260503_144103-624x426.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcheres Logo der hann\u00f6verschen Kaffeer\u00f6sterei Machwitz. Es d\u00fcrfte das Letzte seiner Art in der \u00d6ffentlichkeit sein. Machwitz verwendet das nicht mehr, nach einer \u00f6ffentlichen <a href=\"https:\/\/taz.de\/Online-Petition-gegen-Firmenlogo\/!5485345\/\">Diskussion \u00fcber den offensichtlichen Rassismus<\/a>-Gehalt &nbsp;des Logos  . Ausgel\u00f6st wurden derartige Debatten durch meine Aktion von 2017 zur Sonnenblume \u201eGoldener Neger\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"658\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized-1024x658.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17038\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized-1024x658.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized-768x493.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized-1536x986.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized-2048x1315.jpg 2048w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260504_084720_resized-624x401.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich, der Goldene Neger und der Sarotti-Mohr.<\/p>\n\n\n\n<p>Das eben zitierte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/D%C3%A9rive_(Kulturtechnik)#:~:text=6%20Einzelnachweise-,Beschreibung%20des%20D%C3%A9rive,Raum%20leben%2C%20neu%20zu%20%C3%BCberdenken\">Umherschweifen (D\u00e9rive) <\/a>war \u00fcbrigens auch stilpr\u00e4gend f\u00fcr die Situationisten . Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Situationistische_Internationale\">Situationisten<\/a> waren  Mitbegr\u00fcnder des Pariser Mai 68, beeinflussten ma\u00dfgeblich die Schule der Kommunikationsguerilla und die Popkultur. Die Situationistische Internationale war ein Haufen Verr\u00fcckter. Und f\u00fcr mich die einzige ernstzunehmende Philosophie der Nachkriegszeit. Ihr Gedankengut bildete unter anderem die Grundlage f\u00fcr die sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stadtindianer\">Stadtindianer<\/a>, Teil der 68er-Folgebewegung der Spontis  . Ich wollte mit einigen \u201eMitpatienten\u201c eine Gruppe Stadtindianer in Hannover gr\u00fcnden. An der Uni. Aus einem Seminar heraus! Eine an Schwachsinn kaum zu \u00fcberbietende Kopfgeburt. Falls da drau\u00dfen noch jemand aus diesen Zusammenh\u00e4ngen lebt und das hier liest, w\u00fcrde ich mich \u00fcber eine Meldung freuen. Ich kann mich nur noch schemenhaft erinnern und eine wie auch immer geartete Archivlage existiert nicht. Es waren die 70er \u2026 Welches Jahrhundert? Keine Ahnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt haben Sie, liebe Leserinnen, falls Sie \u00fcberhaupt solange durchgehalten haben, eine ungef\u00e4hre Vorstellung von der Prozess-Parallelit\u00e4t von Flanieren und Schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Walplakat. Entdeckt beim Flanieren. Flanieren ist in Berlin f\u00fcr mich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit wie der Darjeeling Tee zum Fr\u00fchst\u00fcck, es geht auch mal ohne, aber es fehlt was f\u00fcr einen gelungenen Tag. Gro\u00dfe Flaneure der Vergangenheit waren Charles Baudelaire, Oscar Wilde, Walter Benjamin, alles Schriftsteller, die ich \u00fcberaus sch\u00e4tze. 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