{"id":17295,"date":"2026-08-12T13:09:10","date_gmt":"2026-08-12T07:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=17295"},"modified":"2026-08-12T13:24:53","modified_gmt":"2026-08-12T07:24:53","slug":"12-08-2026-ueber-brandmauern-zur-historischen-einordnung-des-mauerbaus-am-13-august-1961","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=17295","title":{"rendered":"12.08.2026 \u2013 \u00dcber Brandmauern. Zur historischen Einordnung des Mauerbaus am 13. August 1961"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-17296\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/mauer-erinnerung.jpg 1724w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Stadtmagazin Sch\u00e4delspalter, 13. August 1991. Sternfahrt mit Sackkarren zum Wiederaufbau der Mauer. Wenn etwas von mir bleiben wird dereinst, nach meiner Himmelfahrt, dann ist es der SCHUPPEN 68.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann gegen die Mauer sagen, was frau will, eins war sie auf jeden Fall: Eine Brandmauer. Ein antifaschistischer Schutzwall. Wirksamer als diejenige Brandmauer, die in der aktuellen BRD von dem Moment an nicht existierte, als der Begriff in Mode kam.<\/p>\n\n\n\n<p>An der innerdeutschen Grenze starben von 1949 bis 1989 mindestens 327 Menschen durch Sch\u00fcsse, Minen und Selbstschussanlagen. Jede*r Tote, der an einer Grenze stirbt, ist einer zuviel. Als Utopie gilt nach wie vor: No borders. Keine Grenzen. Zwischen Staaten. Und im Kopf.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie das mit Utopien so ist \u2026 Ohne die Mauer h\u00e4tte es die DDR ein paar Jahre nach ihrer Errichtung nicht mehr gegeben. Es ist das v\u00f6lkerrechtlich legitime Recht eines Staates, seine Existenz zu sch\u00fctzen, auch im Rahmen des staatlichen Gewaltmonopols. So beklagenswert jede*r Mauertote auch ist. Und als \u00fcbergeordnete Funktion wirkte der Wettkampf zweier Systeme in Ost und West, inclusive Mauerbau, friedensstiftend und antifaschistisch. Bei allen Abz\u00fcgen in der B-Note, der Haltungsnote.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Funktionen sind obsolet. Seit dem Fall der Mauer, seit der Kapitalismus grenzenlos gesiegt hat, ist der Zahl der Kriege auf einen H\u00f6chststand nach dem Zweiten Weltkrieg gestiegen. Die Zahl der Demokratien ist dagegen auf einen Tiefststand gefallen. Keine 30 Staaten mehr gelten als Demokratien. Der Faschismus ist auf dem Vormarsch.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut Amadeu Antonio-Stiftung gab es seit 1990 mindestens 223 Tote durch rechte Gewalt (durch linke Gewalt, das nur am linken Rande, keinen). Seit 1990 zerf\u00e4llt die globale Ordnung zunehmend, die Verheerungen des Kapitalismus zerst\u00f6ren ganze Staaten, machen sie unbewohnbar (Ganz direkt auch durch die Klimakrise, das nur am \u00f6kologischen Rande). Seit ca. 10 Jahren gibt es daher wachsende Fl\u00fcchtlingsbewegungen, gegen die sich in Europa durch wachsende rechte Politik die L\u00e4nder abschotten. Reale Brandmauern auf Land und auf See. Seitdem sind im Mittelmeer ca. 22.000 Fl\u00fcchtlinge ertrunken. 60mal so viel Tote wie an der Mauer.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann und darf Tote nicht gegeneinander aufrechnen. Aber ein paar einordnende historische Randbemerkungen wollte ich denn dann doch (sagen Sie das mal laut vor sich hin \u201edenn dann doch\u201c, Lautmalerei, Poesie) hier mal loswerden, bevor die B\u00fcrgerpresse anl\u00e4sslich des 65. Jahrestages des Mauerbaus ihr Unisono-Gew\u00e4sch \u00fcber die Republik erbricht. Hat sie wohl auch teilweise schon, aber das nehme ich nicht zur Kenntnis. Ich male mir mein eigenes Weltbild. Und das ist auch gut so. Also sowohl das Malen wie auch das Weltbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer rausgehen mit einer Pointe, daher DDR-bezogen dieser: Warum ist die Banane krumm?<\/p>\n\n\n\n<p>Weil sie 40 Jahre einen Bogen um die DDR machen musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein echter Br\u00fcller. B\u00fcckware aus meinem Witzeverleih  F\u00fcr die \u00dcberschrift: Der <a href=\"https:\/\/taz.de\/Der-Nischen-Mario-Barth\/!372338\/\">\u201eNischen Mario-Barth\u201c <\/a>k\u00f6nnte ich die taz heute noch w\u00fcrgen. Aber es ist Sommer und ein Hauch von poetischer, z\u00e4rtlicher Langsamkeit liegt in der Luft. Was soll\u2019s also.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtmagazin Sch\u00e4delspalter, 13. August 1991. Sternfahrt mit Sackkarren zum Wiederaufbau der Mauer. Wenn etwas von mir bleiben wird dereinst, nach meiner Himmelfahrt, dann ist es der SCHUPPEN 68. 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