{"id":8664,"date":"2018-02-02T19:12:17","date_gmt":"2018-02-02T13:12:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8664"},"modified":"2018-02-02T19:16:18","modified_gmt":"2018-02-02T13:16:18","slug":"03-02-2018-widerwaertiger-und-gemeiner-noch-als-der-tourist-ist-nur-einer-der-einheimische","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=8664","title":{"rendered":"03.02.2018 &#8211; Widerw\u00e4rtiger und gemeiner noch als der Tourist ist nur einer: der Einheimische."},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/j\u00e4ger-90-768x1024.jpg\" alt=\"j\u00e4ger-90\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"aligncenter size-large wp-image-8665\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/j\u00e4ger-90-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/j\u00e4ger-90-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/j\u00e4ger-90-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/j\u00e4ger-90.jpg 825w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><br \/>\n<em>J\u00e4ger 90\/Olivgr\u00fcn<\/em><br \/>\nSch\u00f6nes Zitat aus der \u201eJungle World\u201c vom 16.08.2012 zur Gentrifizierungsdebatte in Berlin, bedingt auch durch wachsende Touristenstr\u00f6me dorthin (z. B. via AirBnB):<br \/>\n<em>\u201e Der Schriftsteller David Foster Wallace hat dazu schon alles gesagt: Als Tourist mag man \u00f6konomisch bedeutsam sein, doch aus existentieller Sicht verwandelt man sich in eine widerw\u00e4rtige Schmei\u00dffliege auf einem Kadaver. Widerw\u00e4rtiger und gemeiner noch als der Tourist ist nur einer: der Einheimische. Denn er bleibt hier und geht nicht wie der weg.\u201c<\/em><br \/>\nDer subkulturelle Widerstand gegen Touristenstr\u00f6me (auch in anderen Metropolen wie Barcelona), die die Eingeborenen verdr\u00e4ngen, ist notwendig, nimmt aber da reaktion\u00e4re Z\u00fcge an, wo er dem Fremden, dem Schwaben nur ein \u201eSp\u00e4tzle, go home\u201c entgegenh\u00e4lt, ausschlie\u00dflich auf Ruhe im eigenen Kiez insistiert und grunds\u00e4tzlich jede Ver\u00e4nderung ablehnt. Jede M\u00fclltonne soll da bleiben, wo sie ist. Sozialer Wohnungsbau auf der Naturfl\u00e4che Tempelhofer Flughafen? Blo\u00df nicht. Wenn sich der berechtigte Widerstand gegen Verdr\u00e4ngung nur auf \u201eTouris raus\u201c beschr\u00e4nkt und sich nicht erweitert um die Forderung f\u00fcr ein gutes Leben und Wohnen f\u00fcr alle und \u00fcberall, eben auch f\u00fcr Hartz IV Bezieher*innen vielleicht im schicken Prenzlauer Berg, dann ist das schlichte reaktion\u00e4re Modernisierungsverweigerung.<br \/>\nWobei ich Hartz IV Bezieher*innen ein Leben in Prenzlauer Berg nicht zumuten m\u00f6chte. Ein Vegetieren dort ist machbar, aber sinnlos.<br \/>\nIch bin mittlerweile auch ideologisch gewappnet f\u00fcr mein Sabbatical in Berlin. Ich bin dabei, mir ein Stammlokal dort auszugucken, wo ich dann mein Morgengetr\u00e4nk in der Vormittagssonne zu mir nehme. Nat\u00fcrlich keinen Latte Macchiato. Sondern einen wei\u00dfen Port, wenn m\u00f6glich 10 Jahre alt, das ist aber kein Muss. Kann auch 5 Jahre sein.<br \/>\nDas Lokal darf auch nicht ann\u00e4hernd an Szene erinnern, es muss eine Hardcore Proll-Butze sein. Der Wirt kriegt jede Woche die Flasche Port von mir geschenkt und kann mir den dann immer glasweise verkaufen. Dann mache ich mir Notizen f\u00fcr meinen Roman, an dem ich gerade schreibe. Nat\u00fcrlich nicht auf einem Apple. Handschriftlich, mit einem F\u00fcller.<br \/>\nIch trage dann ein schwarzes T-Shirt, auf dem vorne steht: \u201eTouris? No pasaran!\u201c<br \/>\nUnd hinten steht: \u201eEin Gespenst geht um in Europa.\u201c<br \/>\nAlle M\u00e4nner wollen dann bei mir sein und alle Frauen wollen dann so sein wie ich.<br \/>\nF\u00fcr ein Sabbatical bedarf es der Kohle. Gut, wer da ein N\u00e4schen f\u00fcr Anlagestrategien hat. Ethisch einwandfrei versteht sich. Wie zum Beispiel die <a href=\"https:\/\/www.finanzen.net\/aktien\/Deutsche_Cannabis-Aktie\">Deutsche Cannabis AG<\/a>. Einwandfreier geht\u2019s nun wirklich nicht. Die d\u00fcmpelten jahrelang als Pennystock bei 50 Cent rum und \u201eexplodierten\u201c in dem Moment, als Hanf zu medizinischen Zwecken zugelassen wurde. Auf 3,50 Euro. Da werden selbst die 300 Prozent Profit zuschanden, bei denen laut Marx das Kapital zu jedem Verbrechen f\u00e4hig wird, bei Gefahr des eigenen Galgens. Wohl dem, der bei der Cannabis AG das N\u00e4schen hatte, um mal in der Sph\u00e4re der Drogen zu verbleiben\u2026<br \/>\nUnd wer an eine Bitcoin-Blase glaubt, der hat null kapiert. Sagt wer? <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article172664975\/Neue-Netzwerke-Wer-an-eine-Bitcoin-Blase-glaubt-hat-null-kapiert.html\">Der hier.<\/a> Und woher hat der Mann seinen Fachverstand, was hat er im Job gelernt? Zitat \u00fcber den Autor:<br \/>\nEr begann seine journalistische Laufbahn als freier Sportreporter und Musikkritiker.<br \/>\nKein Wunder, dass der Bitcoin Kurs seit dem Artikel von vor ein paar Tagen um 25 Prozent abgekackt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00e4ger 90\/Olivgr\u00fcn Sch\u00f6nes Zitat aus der \u201eJungle World\u201c vom 16.08.2012 zur Gentrifizierungsdebatte in Berlin, bedingt auch durch wachsende Touristenstr\u00f6me dorthin (z. 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