{"id":9830,"date":"2019-01-04T13:42:11","date_gmt":"2019-01-04T07:42:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9830"},"modified":"2019-01-04T15:39:49","modified_gmt":"2019-01-04T09:39:49","slug":"04-01-2019-vhs-schreibkurs-fuer-retirierte-diplompaedagoginnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9830","title":{"rendered":"04.01.2019 &#8211; VHS-Schreibkurs f\u00fcr retirierte Diplomp\u00e4dagoginnen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/felsalgarve.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/felsalgarve-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-9831\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/felsalgarve-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/felsalgarve-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/felsalgarve-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/felsalgarve-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/felsalgarve.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Algarve im Dezember.<\/em><br \/>\nAuch wenn mir gestern bei Ostwind und null Grad auf dem Radl gef\u00fchlt fast das Gesicht erstarrend wegflog, ist es nicht so sehr die K\u00e4lte, die mich an hiesigen Wintern st\u00f6rt. Es ist vielmehr das tr\u00fcbe Dauer-Grau. Es muss nicht permanente Sonne sein, die mitunter, wenn sie im S\u00fcden winters sehr tief steht, gebieterisch andere Farben mit ihrem glei\u00dfenden Licht \u00fcberstrahlt, es k\u00f6nnen auch gerne ein paar W\u00f6lkchen sein, die die Sonne mal ein bisschen runterdimmen, um den Braun- und Ockert\u00f6nen der Felsen und dem leuchtenden Azur des Meeres ein Chance auf der Leinwand des Lebens zu geben. Nur f\u00fcr das grellblendende Wei\u00df des Strandes, da braucht\u2019s Meisterin Sonne, um ihm prachtvolle Geltung zu verschaffen.<br \/>\nGenug rumpoetisiert, wir sind hier nicht im VHS-Schreibkurs f\u00fcr retirierte Diplomp\u00e4dagoginnen, wir sind hier in meinem Blog und da bestimme ich allein, wo es lang geht, und zwar demn\u00e4chst an die Algarve. Wenn ich die Zeit, in der ich vermodernd in einer 200 x 80 Kiste zu Kompost werde, also endlich mal was N\u00fctzliches produziere, in Relation setze zu der Zeit, die ich mit einem Portwein auf einer portugiesischen Pra\u00e7a in der milden Wintersonne verbringe, vaterseelenallein und vollkommen unbel\u00e4stigt von auf S\u00e4chsisch oder Schw\u00e4bisch daher pl\u00e4rrenden Ostgoten, dann erschlie\u00dft sich auch dem \u00dcbelwollendsten ein grobes Missverh\u00e4ltnis zuungunsten von Letzterem.<br \/>\nAuch zieht\u2019s mich dort ins Gebirge, Monchique genannt, und bei meiner Recherche zu dem mir bis dato unbekannten Bergd\u00f6rfchen Alferce stiess ich auf meinen bisherigen Lieblingssatz f\u00fcr 2019, einer automatischen \u00dcbersetzung auf Tripadvisor \u201e<em><a href=\"https:\/\/www.tripadvisor.de\/Attraction_Review-g189119-d1066701-Reviews-Alferce-Monchique_Faro_District_Algarve.html\">Wir nahmen eine Fahrt nach Monchique und fuhren den ganzen Weg den Berg hinauf, nur um zu entdecken, was dort war, es war ein Kreisverkehr<\/a><\/em><a href=\"\"><\/a>.\u201c<br \/>\nDieser makellose Spannungsaufbau, um dann j\u00e4hlings in das aufl\u00f6sende \u201ees war ein Kreisverkehr\u201c abzust\u00fcrzen, das ist ganz gro\u00dfes Sprachtheater, hinter dem all meine erb\u00e4rmlich dahingest\u00fcmperten Poetologien verblassen wie Eos, die G\u00f6ttin der Morgenr\u00f6te, an einem deutschen Wintertag. Eos ist nicht zu verwechseln mit Eros, dem Gott der Begierde, mitunter auch der Morgenlatte, was aber ein schl\u00fcpfriges Terrain ist, in das wir in diesem Blog eher nicht eindringen.<br \/>\nWir (Wer ist hier eigentlich Wir?) bleiben also auf dem Terrain der Zitate und wollen anhand eines einzigen falsch verwendeten Wortes das ganze  Elend der b\u00fcrgerlichen Journaille decouvrieren, die, mitunter durchaus wohlmeinend, keinen Schimmer von national\u00f6konomischen Grundbegriffen hat. Spiegel online <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/brasilien-amtsantritt-von-jair-bolsonaro-befluegelt-die-boersen-a-1246202.html\">schreibt \u00fcber den Neo-Mussolini Brasiliens<\/a>: <em>\u201eBrasiliens neuer Pr\u00e4sident Bolsonaro \u00e4u\u00dfert sich frauenverachtend, rassistisch, homophob und er will den Umweltschutz beschneiden. Die Finanzm\u00e4rkte quittieren seine ersten Tage im Amt trotzdem mit Begeisterung.<\/em><a href=\"\"><\/a><br \/>\nPotzdonner, welch fatale Fehlformulierung. Richtigerweise muss nat\u00fcrlich das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konzessivsatz\">konzessive<\/a> <em>\u201etrotzdem\u201c <\/em>weg und es muss hei\u00dfen \u201eDie Finanzm\u00e4rkte quittieren seine ersten Tage im Amt <em>deshalb<\/em> mit Begeisterung\u201c.<br \/>\nWir (Wir?) wollen das an einem einzigen Beispiel verdeutlichen: Der Neo-Mussolini ist frauenverachtend, das hei\u00dft, er wird alles daf\u00fcr tun, dass es bei der Gender-Pay-Gap bleibt, nach der Frauen fast auf der ganzen Welt, so auch in Brasilien, erheblich weniger verdienen f\u00fcr gleiche Arbeit als die Bolsonaros dieser Erde. Gleicher Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit ist ein Kostenfaktor, den sparen sich die Arbeitgeber in Brasilien, das l\u00e4sst die Kurse steigen. So wird der Drops gelutscht.<br \/>\nUnd weil in Brasilien Portugiesisch gesprochen wird, h\u00e4ngt auch in diesem Blogeintrag wieder alles mit allem, siehe oben, zusammen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Algarve im Dezember. Auch wenn mir gestern bei Ostwind und null Grad auf dem Radl gef\u00fchlt fast das Gesicht erstarrend wegflog, ist es nicht so sehr die K\u00e4lte, die mich an hiesigen Wintern st\u00f6rt. Es ist vielmehr das tr\u00fcbe Dauer-Grau. 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