{"id":9844,"date":"2019-01-10T13:09:10","date_gmt":"2019-01-10T07:09:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9844"},"modified":"2019-01-10T13:09:10","modified_gmt":"2019-01-10T07:09:10","slug":"10-01-2019-einweisung-wegen-groessenwahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9844","title":{"rendered":"10.01.2019 \u2013 Einweisung wegen Gr\u00f6\u00dfenwahn"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ich-gr\u00fc\u00df-die-kunst.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ich-gr\u00fc\u00df-die-kunst-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-9845\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ich-gr\u00fc\u00df-die-kunst-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ich-gr\u00fc\u00df-die-kunst-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ich-gr\u00fc\u00df-die-kunst-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/ich-gr\u00fc\u00df-die-kunst-624x468.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Gott gr\u00fc\u00df die Kunst.<\/em> Mach ich, wenn ich sie seh.<br \/>\n\u201eGott gr\u00fc\u00df die Kunst\u201c ist ein alter Gru\u00df der Buchdrucker, der Mitglieder der \u201eschwarzen Kunst\u201c. Gesehen am Redaktionsgeb\u00e4ude der Neuen Deister-Zeitung, wo die Zeitung fr\u00fcher auch gedruckt wurde. Die Drucker und ihre Gewerkschaften waren fr\u00fcher die linke und intellektuelle Speerspitze der Arbeiterbewegung, weil sie als erste und intensiv mit Druckerzeugnissen in Ber\u00fchrung kamen.<br \/>\nIch hatte gestern ein Pressegespr\u00e4ch bei der Neuen Deister-Zeitung. Bei Pressegespr\u00e4chen, das liegt in der Natur der Sache, rede normalerweise \u00fcberwiegend ich. Daher sch\u00e4tze ich solche Termine \u00fcberaus, im Gegensatz zu Mitgliederversammlungen, Podiumsdiskussionen etc. , wo auch andere zu Wort kommen, was ich f\u00fcr \u00fcberfl\u00fcssig und f\u00fcr Zeitverschwendung halte. Ich habe schon \u00fcberlegt, mal bei einer Einladung zu einer Podiumsdiskussion zu antworten: \u201eIch komme sehr gerne, aber nur wenn das Podium ausschlie\u00dflich aus mir besteht.\u201c Ich habe davon abgesehen, weil ich vermeiden m\u00f6chte, dass man mich in eine Klapsm\u00fchle einweist wegen Gr\u00f6\u00dfenwahn. Dabei bin ich ein ganz normaler Mann. Nur ehrlicher als der Rest.<br \/>\nDas Gespr\u00e4ch bei der Zeitung war sehr angenehm, der Redakteur schien der Sache zugewandt und vom feeling her habe ich ein gutes Gef\u00fchl. Da mich interessierte, ob die Neue Deister-Zeitung unabh\u00e4ngig ist (ist sie) oder dem hiesigen Madsack Konzern geh\u00f6rt, hatte ich vorab Wikipedia aufgesucht und dort folgende Zeilen gelesen:<br \/>\n\u201e<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Neue_Deister-Zeitung\">Der Nationalsozialismus bedeutete f\u00fcr die Neue Deister-Zeitung rasantes Wachstum.<\/a> Die Auflage stieg von 3000 Exemplaren 1934 auf 4000 Exemplare im Jahr 1939. Ein Erscheinungsverbot bekam die Zeitung anders als viele andere nicht auferlegt, sondern musste erst 1943 aus kriegsbedingten Gr\u00fcnden schlie\u00dfen.\u201c<br \/>\nDas Wachstum war rasant, es ging voran, es war eben nicht alles schlecht, was die Nazis machten. Nur das mit den Autobahnen, das war ein Fehler.<br \/>\nMein progressiver Alltag wird also durchaus des \u00d6fteren eingetr\u00fcbt und am liebsten w\u00fcrde ich stante pede meine Siebensachen packen und sofort ans Mittelmeer d\u00fcsen. Schlie\u00dflich hei\u00dft es in <em>der<\/em> Hymne der Arbeiterbewegung: \u201e<em>Br\u00fcder, zur Sonne, zur Freiheit, Br\u00fcder, zum Lichte empor\u201c<\/em>. Es hei\u00dft nicht: \u201e\u2026 Br\u00fcder, zur feuchtkalten, tranfunzeligen Tr\u00fcbd\u00fcsternis hiesiger Breitengrade hernieder\u201c.<br \/>\nDie Sonne ist also eine notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung f\u00fcr die Autonomie des Subjektes, die Befreiung von Macht und Herrschaft, ergo: die Freiheit! Das sage ich hier und heute als jemand, den die Arbeiterbewegung fest an ihrer Seite wei\u00df, gestern, heute und morgen!<br \/>\nAber nicht am 23.01! Da will ich in den S\u00fcden fliegen. Und da sind die n\u00e4chsten Tarifverhandlungen des Wachpersonals an Flugh\u00e4fen und so wie ich meine Pappenheimerinnen kennen, werden die unter m\u00e4chtigem Get\u00f6se mittels Warnstreiks die Verhandlungen instrumentieren und den ganzen Flugverkehr lahmlegen und ich h\u00e4nge dann jahrelang auf dem Flughafen Tegel ab. Gewerkschaften, wer hat die blo\u00df erfunden?! Die sollte man verbieten! Und \u00fcberhaupt: \u201e<em>Br\u00fcder<\/em>, zur Sonne \u2026\u201c.<br \/>\nWas ist denn das f\u00fcr eine Horrorvorstellung, mit lauter Br\u00fcdern im S\u00fcden abzuh\u00e4ngen! M\u00e4nner, die einem mit ihrer aufgeblasenen Eitelkeit und ihrem Gr\u00f6\u00dfenwahn sowas von auf die Eier gehen. Ich geh packen.<br \/>\nSch\u00f6nen Tag noch, liebe Schwestern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott gr\u00fc\u00df die Kunst. Mach ich, wenn ich sie seh. \u201eGott gr\u00fc\u00df die Kunst\u201c ist ein alter Gru\u00df der Buchdrucker, der Mitglieder der \u201eschwarzen Kunst\u201c. Gesehen am Redaktionsgeb\u00e4ude der Neuen Deister-Zeitung, wo die Zeitung fr\u00fcher auch gedruckt wurde. 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