{"id":9916,"date":"2019-02-14T15:07:02","date_gmt":"2019-02-14T09:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9916"},"modified":"2019-02-14T15:07:31","modified_gmt":"2019-02-14T09:07:31","slug":"14-02-2019-15-lebensjahre-im-stau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9916","title":{"rendered":"14.02.2019 \u2013 1,5 Lebensjahre im Stau oder wie ich beinahe als Lungenfacharzt geendet h\u00e4tte!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/bei-mir-vor-der-t\u00fcr.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/bei-mir-vor-der-t\u00fcr-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-9917\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/bei-mir-vor-der-t\u00fcr-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/bei-mir-vor-der-t\u00fcr-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/bei-mir-vor-der-t\u00fcr-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/bei-mir-vor-der-t\u00fcr-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/bei-mir-vor-der-t\u00fcr.jpg 1032w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\nBerlin, Kreuzberg. Hauptverkehrsstra\u00dfe. Alles wird gut.<br \/>\n154 Stunden, mehr als sechs Tage zu je 24 Stunden &#8211; so viel Zeit verlor ein <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/auto\/aktuell\/stau-report-fuer-deutschland-in-diesen-staedten-stehen-sie-am-laengsten-a-1252357.html\">Autofahrer in Berlin im Jahr 2018 in Staus zu den Sto\u00dfzeiten in der Hauptstadt<\/a>. Mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Rechnet man nur die wachaktive Zeit pro Tag, also circa 10 \u2013 14 Stunden, legt die Staureichsten Stra\u00dfen zu Grunde und inkludiert Urlaubstage, andere Stra\u00dfen und andere St\u00e4dte bei Dienstreisen, dann komme ich auf ungef\u00e4hr 1,5 Jahre, die eine Deutsche in einem 40j\u00e4hrigen Berufsleben im Stau zubringt.<br \/>\nNun ist \u00fcber den Schwachsinn, mit Individual-Autos in Gro\u00dfst\u00e4dten unterwegs zu sein, genug geschrieben worden, da muss ich meinen Senf nicht auch noch dazugeben. Mich hat nur das Ausma\u00df \u00fcber die Jahre erstaunt und die Tatsache, dass die Stauzeiten abgenommen haben sollen, trotz Zunahme des Individualverkehrs und immer durchgeknallterer Karren wie diese SUVs.<br \/>\nDie angebliche Abnahme der Stauzeiten wird bei Frieda Normalverbraucherin wieder die Zuversicht in die technologische Intelligenz als L\u00f6sung aller unserer Probleme n\u00e4hren, es lebe das elektronische Verkehrsleitsystem oder wie sowas hei\u00dft. Auf die humane Intelligenz bei Autofahrerinnen, Fu\u00dfballanh\u00e4ngern, Helene Fischer-Fans und Thermomix-Usern zu hoffen, hei\u00dft \u2026. (mir f\u00e4llt spontan kein Vergleich ein, also lass ich es es). Ergo torkelt der Planet weiter dem Kollaps entgegen. Aber bitte erst nach meinem n\u00e4chsten Urlaub. Den Flieger hab ich schon gebucht. Technologisch sind wir eben auf dem Mond, ethisch weit dahinter.<br \/>\nIch war bei Liste der staureichsten Stra\u00dfen in der BRD nur ein bisschen stolz, dass vier der ersten sechs bei mir in Berlin entweder direkt durch meine Hood gehen, wie der Spitzenreiter im Verlauf des Mehringdamms, oder zu den meistgenutzten Verbindungswegen von mir geh\u00f6ren, per Rad. Wie oft hab ich schon an der Skalitzer Str. (f\u00fcr Ortsfremde: Kottbusser Tor, genannt Kotti, Ort des Grusels, Hort des Verbrechens, jeden Tag Schie\u00dfereien mit dutzenden Toten) an Ampeln gestanden und ger\u00f6chelt.<br \/>\nIst alles nicht so schlimm, behaupteten neulich Lungenfach\u00e4rzte, medienwirksam auf allen Titelseiten. Heute steht irgendwo im Kleingedruckten, dass diese bezahlten Lakaien der Autoindustrie sich um den Faktor 10 &#8222;verrechnet&#8220; haben. Weiter hatten sie gelogen: wer an einer viel befahrenen Stra\u00dfe lebe, atme in 80 Jahren so viele Stickoxide ein wie ein Raucher in wenigen Monaten. Tats\u00e4chlich sind es sechs bis 32 Jahre.<br \/>\nSie halten dennoch an ihren Aussagen fest: Die \u201eGr\u00f6\u00dfenordnung\u201c sei richtig.<br \/>\n Da freut man sich schon auf die Entfernung des falschen Lungenfl\u00fcgels, denn laut Lungenfacharzt war zumindest die grobe Gegend des Amputats richtig.<br \/>\nMir kommt da einiges hoch. Unter anderem Erinnerungen an meine Jugend im Mathematik Unterricht. Meine L\u00f6sung f\u00fcr 2 x 2 war 7. Nach der allf\u00e4lligen Maulschelle durch den Pauker protestierte ich: \u201eAber die Gr\u00f6\u00dfenordnung stimmt doch!\u201c Daraufhin der Pauker:<br \/>\n\u201eWenn Du so weitermachst, endest Du noch als Lungenfacharzt.\u201c<br \/>\nAch ja, des Bildr\u00e4tsels L\u00f6sung oben: Das war vor meiner Haust\u00fcr w\u00e4hrend des Karnevals der Kulturen 2018. Die Yorkstr., normalerweise Heimat von ca. 50.000 Autos pro Tag, war da f\u00fcr ein paar Stunden f\u00fcr den Verkehr gesperrt und es herrschte Samba, Reggae und Karneval gleichzeitig.<br \/>\nSonniges Wochenende, liebe Leserinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, Kreuzberg. Hauptverkehrsstra\u00dfe. Alles wird gut. 154 Stunden, mehr als sechs Tage zu je 24 Stunden &#8211; so viel Zeit verlor ein Autofahrer in Berlin im Jahr 2018 in Staus zu den Sto\u00dfzeiten in der Hauptstadt. Mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. 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