{"id":9929,"date":"2019-02-25T13:15:05","date_gmt":"2019-02-25T07:15:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9929"},"modified":"2019-02-25T14:33:27","modified_gmt":"2019-02-25T08:33:27","slug":"25-02-2019-ich-haette-gerne-huehnerbeine-oder-das-marxsche-diktum-vom-absterben-des-buergerlichen-staates","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schuppen68.de\/?p=9929","title":{"rendered":"25.02.2019 \u2013 Ich h\u00e4tte gerne H\u00fchnerbeine oder: das Marxsche Diktum vom Absterben des b\u00fcrgerlichen Staates"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/dorf.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/dorf-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"469\" class=\"alignnone size-large wp-image-9930\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/dorf-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/dorf-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/dorf-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/dorf-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/dorf.jpg 1032w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Die H\u00f6lle, das sind die Anderen. Haus in einem Dorf, bei mir um die Ecke.<\/em><br \/>\nIch bin mit dem Rad in 10 Minuten in der \u201eCity\u201c und in 15 Minuten auf dem Land, im ersten Dorf. Das ist in einer Stadt mit \u00fcber 500.000 Einwohner eine tolle Lage, zumal, wenn man, wie ich, in einem Szeneviertel wohnt. Auf einem Immobilienportal w\u00fcrde eine derartig beschriebene Wohnung gem\u00e4\u00df der drei Kriterien, die f\u00fcr Wohnungen z\u00e4hlen: \u201eLage, Lage, Lage\u201c, sofort milliardenfach angeklickt.<br \/>\nBei n\u00e4herer Betrachtung schrumpft das Paradies allerdings auf Normalma\u00df. Wozu brauche ich die City, eine in Beton gegossene Vorh\u00f6lle voll \u00f6der Langeweile und voller aufs Blut gereizter Konsumzombies (nichts gegen Zombiefilme und Konsum \u2026.). Das Szeneviertel ist eine h\u00f6llisch langweilige Ansammlung alternativer Spie\u00dfer, unwillig jeder Ver\u00e4nderung, und relativiert sich in Kenntnis von Berliner Kiezen auf eine provinzielle Ansammlung von drei, vier Saufstuben, ein, zwei Tanzdielen und einem beklagenswerten Mangel an auch nur durchschnittlichen Speise-Etablissements, von Weinlokalen mit akzeptablen Portweinen oder Winzersekten wollen wir gar nicht reden.  Und nun kommen wir zur schlimmsten aller H\u00f6llen in obiger Aufz\u00e4hlung, dem \u201eLand\u201c oder auch das \u201eDorf\u201c, 15 Minuten mit dem Radl entfernt.<br \/>\nWelch Paradies, jubelt da die unbedarfte St\u00e4dterin, deren Enthusiasmus auch durch die volle Ladung G\u00fcllegeruch sp\u00e4testens nach Verlassen der Abgasgeschw\u00e4ngerten Magistrale nicht getr\u00fcbt wird, untr\u00fcgliches Zeichen daf\u00fcr, dass <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Benzol\">C6H6  seine zerst\u00f6rerische Wirkung<\/a>in ihrem Hirn voll entfaltet hat.<br \/>\nNirgendwo gibt es hier auf dem Land einen Bauernhof, einen Landgasthof, eine Muhkuh, eine B\u00e4uerin mit ausladendem Dirndl, es gibt einfach gar nichts, kein Ton, kein L\u00e4rm, kein Hund, einfach nur \u00d6dnis, stumpfe Schlafst\u00e4tten, Ansammlungen primitivsten Waschbetons, der kulturelle H\u00f6hepunkt solcher H\u00f6llen ist die Existenz eines Zigarettenautomaten. An solchen Orten w\u00fcrden selbst Zombies und Troglodyten wie Mario Barth Depressionen bekommen. Und erst solche sensiblen Seelen wie ich!<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/frankfurt.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/frankfurt-768x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"625\" height=\"833\" class=\"alignnone size-large wp-image-9931\" srcset=\"https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/frankfurt-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/frankfurt-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/frankfurt-624x832.jpg 624w, https:\/\/www.schuppen68.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/frankfurt.jpg 774w\" sizes=\"(max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><br \/>\n<em>Dann lieber sowas wie Frankfurt, satanischer Hort des Kapitals,<\/em> unverfroren den Fetisch Geld anbetend, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Goldenes_Kalb\">ihm Statuen und Bilder bauend<\/a>, auf dass der Herr resp. die Frau dieses Babylon mit einem Regen aus Salzs\u00e4ure und Pech und Schwefel strafe.<br \/>\nAber da ist wenigstens was los.<br \/>\nWo aber ist das Rettende? Ist&#8217;s der Sozialismus in seinem Lauf? Also wenn ich mich so in der Welt umschaue, kommen mir an der Sinnhaftigkeit des Marxschen Diktums vom Sozialismus, nachdem der b\u00fcrgerliche Staat in seiner vollendeten Form einfach nur abstirbt und das Proletariat dann diese quasi-H\u00fclle \u00fcbernimmt und alles wird gut, n\u00e4mlich Sozialismus, angesichts des handelnden Personals ernste Zweifel. Letztlich wird da eine H\u00f6lle durch die andere ersetzt.<br \/>\nBis es so weit ist, w\u00fcnsche ich Ihnen, liebe Leserinnen, h\u00f6llischen Spa\u00df in dieser Woche.<br \/>\nAch ja, einen hab ich noch. Letzte Woche beim Metzger, Frau vor mir: \u201eIch h\u00e4tte gerne H\u00fchnerbeine.\u201c Ich: \u201eW\u00fcnschen Sie sich das lieber nicht.\u201c<br \/>\nFrau und Verk\u00e4uferin, mich anstarrend: \u201e\u2026?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die H\u00f6lle, das sind die Anderen. Haus in einem Dorf, bei mir um die Ecke. 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