Archiv für den Autor: admin

31.12.2018 – Früher hätte ich noch eine Flasche Sekt entkorkt


Fünf Spalten in der Süddeutschen über meine Arbeit (die immer die Arbeit eines bunten und vielfältigen Teams ist), dazu noch ein guter Artikel, der Inhalt und Duktus der gemeinsamen Gespräche treffend wiedergibt. Der Autor hatte eine Eigenschaft, die ich für ein selten werdendes Gut halte und die für gute Journalisten unabdingbar ist: Er war offen, lernbereit und besaß ein gutes Maß an Empathie. Am gleichen Tag kam das Straßen-Magazin Asphalt auf den Markt, ebenfalls umfangreicher Artikel mit Bild.

Asphalt 01/2019.
Keine 24 Stunden später brachte die Braunschweiger Zeitung die wesentlichen Punkte der Kritik der Landesarmutskonferenz an der Erhöhung von Hartz IV ab 01.01.2019 um lächerliche 8 Euro, also weniger als einen Ausgleich für die Inflationsrate. Wobei die Kritik an Hartz-IV sich letztlich in einen Satz komprimieren lässt: Weg damit.
Die bürgerlichen Medien sind mit einer – zumal strukturellen – Berichterstattung über Armut und die Spaltung unserer Gesellschaft zwischen Arm und Reich eher zögerlich. Der Boulevard wie „Bild“ und „rtl“ ist da mehr denunziatorisch unterwegs, indem er einzelne „Sozialschmarotzer“ vor laufender Kamera niedermacht, der Mainstream ist tendenziell an berührenden Einzelfällen interessiert, gerne in Verbindung mit dem unsäglichen vorweihnachtlichen Charity-Gespreize der „besseren“ Kreise. Das macht Öffentlichkeitsarbeit nicht gerade leicht und insofern hätte mich ein derartiger Dreifach-Coup wie der hier Dokumentierte früher allein aus professioneller Sicht dazu veranlasst, einen excellenten deutschen Winzersekt zu köpfen. Aber wie der jodelnde Jammerbarde Dylan einstmals so unschön aphon in die Mikros dilettierte: The times they are a changing.
Veränderungen aller Orten, das macht vor einem selbst nicht halt. Natürlich habe ich mich gefreut. Aber den Sekt hebe ich mir für andere Gelegenheiten auf. Ich werde das, was ich hier mache, nicht ewig machen, ebenso wenig wie ich selbst vermutlich nicht ewig auf diesem Planeten lustwandeln werde. Die Dinge, die es noch zu tun gilt, sollten getan werden. Jetzt, und nicht: Später. So verändern sich die Prioritäten, siehe Sekt-Korken.
Von daher besteht der Schwerpunkt meiner Jahreskalkulation darin, für Januar Urlaub in der Sonne zu planen und mir verzweifelt Terminkorridore freizuhalten für jenen Ort, wo die Musik, und nicht nur die, spielt: Berlin
Und natürlich jede Menge Dinge jenseits des Mainstreams zu machen, zum Beispiel wieder viele Postkarten schreiben. Wie die hier des geschätzten Freundes und Kollegen Sievers, dem König des Limericks und Titan der Kreativität, die unlängst meinen Postkasten kontaminierte.

So wird der Drops gelutscht. Das ist doch eine ganz andere Nummer als ne Whatsapp.
Charmanten Rutsch, liebe Leserinnen

30.12.2018 – Schöne Reihertage


Nachlese aus meinem Archivordner „Gewerkschaften etc.“: Flugi der MLPD, eine der schrägsten Politsekten ever – die es wohl immer noch gibt.
Für den wahren Sozialismus Kaffeetrinken am 1. Mai im Vereinsheim Suppengrün. Wenn so der wahre Sozialismus aussieht, bleib ich lieber im falschen. Der 1. Mai ist der schönste aller Feiertage (oder wie eine Bekannte in einer Grußmail zu Weihnachten unabsichtlich, aber viel schöner als der Originalbegriff schrieb: Schöne Reiertage. Das R liegt eben gefährlich nahe beim F auf der Tastatur). Ohne Bier geht am 1. Mai gar nichts. Meine 1. Mai waren immer schön, Höhepunkte waren meine Agitationen der Massen als 1. Mairedner bei DGB-Feiern in der Region, es gab aber auch andere Höhepunkte, mittlerweile hat sich das ja mit der Agitation mangels Massen erledigt. Nachdem der 1. Mai 2018 in Hannover ein Trauerspiel war, mittlerweile sind hier nur noch 10 Prozent der früheren Teilnehmerinnen unterwegs, davon viele mit Zweithüfte, guck ich mir 2019 die revolutionären Maidemos in Berlin an. Dürfte eine Mischung aus Performance, Satire und Freilufttheater werden.
Ich halte die Entwicklung nicht nur für ein Trauerspiel, sondern für ein Drama in Gestalt eines Schwanengesangs auf die bürgerliche Demokratie der Nachkriegszeit. Kollektiver Widerstand gegen rechtspopulistische, antisemitische und rassistische Entwicklungen muss nach wie vor auch auf der Straße sich manifestieren, da reichen Blogschreiberei, soziale Medien und Facebookgeklimpere nicht. Die Implosion der Bewegung der Gelben Westen, was sowieso ein komischer Haufen war, zeigt, dass sich sowas in Riots und Mob-Randale erschöpft, wenn es nicht an nachhaltige Strukturen, Organisationsformen, Persönlichkeiten, eigene Medien und Öffentlichkeiten, Formen der Reflektion und Selbstkritik gebunden ist, um nur ein paar Merkmale zur Entstehung sozialer Bewegungen zu nennen. Und da seh ich nicht nur nichts, sondern ein ersatzloses Absterben von Traditionen der Arbeiterbewegung. Sowas wie occupy oder attac ist ja nett und notwendig, aber die kriegen die Hunderttausende nicht auf die Straße (wobei das allein noch lange nicht reicht, wie die Massendemo in Berlin gegen Hartz-IV gezeigt hat. Bin gespannt ob mein diesbezüglicher Wunsch „Weg damit“ irgendwann mal in Erfüllung geht) .
Was bleibt, ist die Hoffnung auf den Fortbestand von Resten des falschen Sozialismus. Oder wie ich hier beim Durchforsten eines anderen Archivordners lese: sozialromantischer Wärmestuben-Sozialismus.

Ausbildung zum Bettelstudenten 2011. Rotgrün hat dann nach der Wahl 2013 als erstes die Studiengebühren abgeschafft. Die haben ja nicht nur Mist verzapft. (Mist verzapfen? Wie geht das eigentlich?)
Und der Leihwitz aus meinem Witzeverleih ist echt ein Brüller:
Was war Jesus von Beruf? Student! Er wohnte mit 30 Jahren noch bei den Eltern, hatte lange Haare und wenn er etwas tat, dann war es ein Wunder.
Allen ein charmantes, prickelndes Sylvester!

28.12.2018 – Auf die Fresse


Organisationsanweisung für Streikposten. Beim Aufräumen gefunden.
Für jeden neuen Ordner, den ich anlegen muss, fliegt ein alter raus. Papier ist sowas von 20. Jahrhundert, ich brauch’s auf der Toilette, aber nicht beim Arbeiten, und so kommt ein Ordnerwechsel sehr selten vor. Wenn doch, stehe ich immer vor der schweren Wahl: Wer fliegt raus? Dieses Mal hat es den Ordner „Gewerkschaften etc.“ erwischt. Die sind zwar auch sowas von 20. Jahrhundert, werden aber im Gegensatz zu Papier auf dem Schreibtisch auch im 21. Jahrhundert gebraucht. Und deshalb flöhte ich den Altordner gründlich auf wichtiges Archivmaterial. Wie meine Streikpostenbibel, siehe oben. Das Büchlein hat mich daran erinnert, dass ich auch mal Streikposten war. Ich habe lange Jahre als Angestellter im Maschinenbau gearbeitet, war als solcher natürlich auch Mitglied der IG Metall, hab Betriebsrats- und Vertrauensleutearbeit gemacht, später auch gewerkschaftliche Bildungsarbeit und so war es selbstverständlich für mich, dass ich aktiv an der Auseinandersetzung um die Einführung der 35-Stunden-Woche beteiligt war. Als Streikposten. Der Konflikt war nach dem um die Einführung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall der härteste, den es überhaupt in der Klassenkonfrontation zwischen Arbeit und Kapital in der Nachkriegszeit gab.
Da wir in Deutschland sind, muss alles korrekt zugehen, selbst der Umgang mit Streikbrechern. Bei einer Unterweisung von Streikposten stellte der verantwortliche hauptamtliche IG Metall Kazike die Frage: „Wie gehen wir mit Streikbrechern um?“ Meine Antwort:
„Wir hauen ihnen auf die Fresse.“
Diese Antwort verschaffte mir nicht nur in keinster Weise den Ruf eines „working class hero“, sie trug neben sehr vielen anderen Vorfällen nachhaltig dazu bei, dass große Teile der hannöverschen Metall-Arbeiterklasse mich als Kommunisten, subversives Element, Chaoten, kurz, als all das betrachteten, was es innergewerkschaftlich auszumerzen galt. Der Gipfel war die IG Metall Einordnung des gewerkschaftlichen Flügels meiner damals hochaktiven Künstlervereinigung SCHUPPEN 68 als, wortwörtliches Zitat (!): „Das ist ein bunter Haufen!“
Das ist für IG Metaller ein Todesurteil und in der Folge kam es mehrfach bei 1. Mai Feiern bei unseren Aktionen, bei denen wir unter anderem 68 % mehr Lohn forderten, beinahe zu Schlägereien mit Alt- und Alkmetallern, die dann schon mehr als Kaffee intus hatten.

Vollkommen berechtigte Forderungen des gewerkschaftlichen Flügels des SCHUPPEN 68 beim 1. Mai-Marsch 1993.
Die Zeit damals hat mir eine eherne Konflikthärte beigebracht.
Zumindest bei der Arbeit. Schlimmer als auf den 1. Mai Veranstaltungen bei der IG Metall kann es nie wieder werden.
Nichtsdestotrotz bleibe ich bei dem Haufen ‚til the end of the days.
Spätestens wenn es infolge von Industrie 4.0, Digitalisierung, extremer Rationalisierungsschübe etc. darum gehen wird, die verschwindende Erwerbsarbeit so zu verteilen (in Richtung 28-Stunden-Woche, flächendeckend für alle und ohne vollen Lohnausgleich) , dass der Laden hier nicht völlig abkackt, wird man auf die Erfahrungen des Klassenkampfes im Rahmen der Einführung der 35-Stunden Woche zurückgreifen müssen. Inklusive Streikpostenbibel. Mit einem Unterschied. Mein Angebot: „Wir hauen ihnen auf die Fresse“ halte ich nicht mehr aufrecht.
Ich bin dann wandern.

25.12.2018 – Wie schwul war Jesus und war Maria Magdalena die erste Päpstin?


Sehr schwul, wenn man den Ausschnitt einer Kreuzwegstation betrachtet. Und bedenkt, dass der Mann jahrelang mit einer reinen Männergang durch die Lande gezogen ist. Andererseits hat er wohl mit Maria Magdalena rumgevögelt, also tendenziell eher bi. Ihr hat er als erster die Geschichte erzählt, dass er von den Toten wiederauferstanden sei, eine ziemlich durchgeknallte Geschichte, die aber ihre starke Position innerhalb der Sekte begründet haben dürfte. Im Laufe der Zeit haben sich dann die Macker im Machtkampf durchgesetzt und Maria Magdalena das Etikett einer Prostituierten angehängt, typische männliche Vernichtungsstrategie gegen selbstbewusste und sexuell autonome Frauen. Im Mittelalter wäre sie verbrannt worden, insofern hat sie noch mal Glück gehabt, und musste nur noch post mortem als Wichsvorlage für mittelalterliche Potentaten herhalten, hier in einer eher moppeligen Version mit drallen Möpsen von Tizian.
Den zweiten Teil des Header beantwortet zuverlässig und faktentreu wie immer der Spiegel in einer Geschichte von Claas Relotius (und das war der letzte faule Witz über diese Causa von mir, denn im Moment wälzt sich eine förmliche Schlammlawine von faulen Spiegel-Witzen und Pointen über diese Republik).
Nein, die Christenheit würde heute nicht anders, meint: besser, aussehen, wäre Maria Magdalena die erste Päpstin gewesen. Die Welt sieht ja auch nicht besser aus, weil Margret Thatcher erste Premierministerin von Großbritannien war. Der Gang der Welt richtet sich seit dem Aufkommen des Kapitalismus nicht nach dem Wollen von Vorsitzenden von abergläubischen Vereinigungen, die daran glauben, dass ihr Gründer von der Toten wiederauferstanden ist, sondern nach den Gesetzen eines moralfreien Marktes, ehern, brutal, fortschrittsorientiert.
Ich fühle mich auch manchmal so, als sei ich von den Toten wiederauferstanden, deswegen renne ich aber nicht rum und gründe eine Sekte. Und auch wenn ich aus einer ländlichen Region stamme, bin ich doch nicht in einem Stall geboren. Also nix mit Jesus 2.0.
Womit wir bei den aktuellen Wohnverhältnissen in meinem Zweitkiez sind:
In den vergangenen elf Jahren stiegen die Mieten in Kreuzberg laut Immobilienscout 24 um 117 Prozent (in Neukölln, zur Zeit am schwersten angesagt, um 152 Prozent und in Wedding, das heißeste Shit der nahen Zukunft, um 125 Prozent). In Kreuzberg ist die Miete mit 12,53 Euro/Quadratmeter nach Grunewald, dem Villenviertel schlechthin (12,73 Euro), inzwischen am teuersten in ganz Berlin.
2007 kostete eine Wohnung im Schnitt 1.420 Euro für einen Quadratmeter, 2018 durchschnittlich 4.583 Euro – über 200 Prozent mehr. Die Reallöhne stiegen im gleichen Zeitraum um ca. 7 Prozent (nachdem sie in den Jahren zuvor sogar gesunken waren). für weite Teile der Niedriglöhner*innen dürfte es Reallohnverluste gegeben haben. Dass einkommensschwache Menschen da mit rasender Geschwindigkeit aus ihren Kiezen wegrotiert werden, ist offensichtlich. Die Kappungsgrenze für die Erstattung der Miete bei Hartz IV und Grundsicherung im Alter liegt in Berlin bei circa 360 Euro Kaltmiete. Das reicht für eine 28 qm Wohnung. Die es auf dem Markt nicht gibt.
Was für Sekten solche gesellschaftlichen Bedingungen hervorrufen, liegt auf der Hand. Auch wenn es aus marxistischer Sicht eine falsche, nämliche ideologische Vorstellung von politischer Veränderung wäre, und eine kitschige obendrein: Vielleicht wäre eine schwarze Lesbe als Päpstin doch zumindest ein Signal. Ich hoffe, ich erlebe das noch. Was bedeuten würde, ich werde ungefähr 500 Jahre alt.
Also dann heute kein Rehrücken, begleitet von einem Morey-Saint-Denis 1er Cru und finalisiert von einem Aszu Tokajer, sondern Blumenkohlauflauf mit levitiertem Wasser.

24.12.2018 – Stille Nacht?


Hier war jedenfalls Stille. Tramuntana, auf circa 800 Meter Höhe, wo der Baumbestand sich schon langsam ausdünnt. Mittlerweile halte ich oft beim Wandern inne, sauge die Stille, so vorhanden, regelrecht ein, wie Duft von Kiefern und Rosmarin; ein ähnlicher Genuss wie milde Sonne auf der Haut. Und ein aussterbendes Kulturgut. Man sollte Stille in das Weltkulturerbe aufnehmen. Vor meinem Fenster ist es trübe, laut und regnerisch. An meinen Füßen eine Wärmflasche.

Vor wenigen Tagen noch war das meine Wärmflasche.
Vorbei, wie das Jahr 2018 bald. Das Jahreswerk ist überwiegend getan, Zeit für Rückschau. Und natürlich für Plan. Was wäre das Leben ohne Plan. Nur er unterscheidet den Menschen vom Tier. Tiere können vielleicht lernen, aber nicht planen. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Bei der Rückschau fiel mir ein, dass ich, den sich rapide ändernden Verhältnissen geschuldet, in diesem Blog mitunter vielleicht arrogant, beleidigend, pauschal, negativ rüberkomme. Wo bleibt da das Positive?
Mir gehen ungeordnet, ungesucht Neuigkeiten der letzten Tage durch den Kopf: ein hochrangiger ungarischer Politiker schätzte im DLF den „Genderismus“ schlimmer ein als die Nazi-Eugenik, die körperlichen Angriffe von Fahrgästen der DB auf das Personal haben sich in wenigen Jahren verdoppelt und gestern habe ich 5 Minuten Dieter Nuhr im TV gesehen, ein reaktionärer Dreck ohne Pause, vollkommen humorlos, ohne jede Pointe, ein Mario Barth für Realschüler, und sowas wird als Kabarettist bezeichnet.
Bei dieser Aufzählung habe ich bewusst Kriege, Krisen, Klimakatastrophen weggelassen. Es ging mir nuhr (hahaha, was für eine Pointe!) um den Müll, mit dem ich stündlich auf kultureller Ebene belästigt, verseucht, vergiftet werde. Nein, ich bleibe dabei, die Welt ist schlecht, nur ich bin gut, der Eiserne Vorhang muss wieder her, nuhr (!) viel undurchlässiger als früher und Italien und Österreich gleich mit dahinter. DB Personal soll bewaffnet werden und nach einmaliger Verwarnung das Feuer eröffnen dürfen auf den Mob. Und selbstverständlich bin ich für Zensur. Auftrittsverbot für Dieter Nuhr, lebenslang. Meinetwegen darf er dann in der Humorhölle auftreten, die besteht aus abendlichen Auftritten in der Roten Flora (gibt’s die noch?) vor hunderten von Linksradikalen.
Aber eines will ich beherzigen: Mehr Positives. Wie das hier: In Argentinien wurde ein Radiomoderator zu jeweils zehnminütigem Schweigen in seinen Sendungen verdonnert. Währenddessen dürfen Frauen reden. Der Mann hatte zuvor vielfach Feministinnen beleidigt.
Es gibt sie noch, diese Meldungen, die leichtfüßig, schwebend, beinahe tänzelnd vor Eleganz und Freude daherkommen. Das wäre mein Wunsch an 2019: viele, kleine, tänzelnde Lösungsschritte für große gesellschaftliche Probleme. Für Hinweise, Tipps und Anregungen bin ich dankbar.
Ich wünsche allen Leserinnen charmante Feiertage im Kreis ihrer Lieben.
Also fernab der Familie (So sieht eine Pointe aus, Herr Nuhr.)

22.12.2018 – Über die Liebe.


Ich liebe meine Heimatstadt. – Was natürlich Mist ist. Gustav Heinemann, einer der wenigen zurechnungsfähigen Sozialdemokraten, hat zum Thema Vaterlandsliebe und was es da sonst noch für pathologische Liebessumpfblumen in der Sphäre des Politischen gibt, mal gesagt: Ich liebe meine Frau. Und dabei sollte es jede*r belassen. Akzeptieren könnte ich gerade noch: Ich liebe meine Fahne. Und auch das nur, wenn es sich um extrem hochwertigen Alkohol handelt.
Aber bei der morgendlichen Newslektüre brandete doch in mir ein ganz warmes, frohes, fast zärtliches, regelrecht vorweihnachtliches Gefühl für meine Heimatstadt Hannover auf. Die Weihnachtsfeier der Zentralen Polizeidirektion ist wohl komplett aus dem Ruder gelaufen, eine Feiernde erlitt eine Platzwunde, nachdem sie eine Bierflasche an den Kopf bekommen hatte, Gäste pissten irgendwohin, fielen danach einfach um und wollten prügelnd aufeinander los, die Kasse mit mehreren Hundert Euro wurde geklaut, kurz, würde das Ganze verfilmt, glaubte es kein Mensch.
Abgesehen von meiner Empfehlung, das nächste Mal statt Alkohol auszu- einfach Marihuana zu verschenken, da müsste genug in der Asservatenkammer für 10 Feiern liegen, würde ich nach solchen Vorfällen glatt anfangen, die „Bullerei“ (so nannten wir früher die Angehörigen des Repressionsapparates) sympathisch zu finden, wenn das nicht so ein Haufen von Nazizecken wäre. Fazit: es bleibt dabei, ich schätze meine Heimatstadt als einen Ort relativ liberalen Geistes und ziemlich breiten Kulturangebotes, für meine Zweitheimat Berlin habe ich ein warmes Gefühl in meinem Herzen reserviert und für die Liebe ist dieser Blog hier kein Ort.
Mein Garten schrammt knapp die Liebesgrenze, er beschenkt mich ungeahnt zu Weihnachten mit frischen Blumen, siehe oben. Wie wird dann erst das Frühlingserwachen aussehen!
Eine dicken Tropfen Essig muss ich allerdings schon in diesen Weihnachtwein gießen und hier wird es wieder völlig ernst, unfeierlich und zornig. Als ich unlängst fürbass durch die Stadt flanierte und mich an 250.000 Vollidiotinnen im Kaufrausch erfreute, gemäß des Pharisäermottos: „Herr, ich danke Dir, dass ich nicht so bin wie jene“ , kam ich am Holocaustdenkmal vorbei. Ich machte wie immer ein Foto davon (der Turm gehört übrigens zur Deutschen Bank. Honi soit qui mal y pense.)

Letzten Montag waren dort Kränze niedergelegt worden im Gedenken an die Deportation der Juden aus Hannover nach Riga, von wo aus es später in die Vernichtungslager ging. Am Dienstag wurden die Kränze von einem Nazi geschändet. Der vor Ort anwesende überaus lobenswerte Sprecher der Grüne-Jugend Niedersachsen (von wegen, die Jugend taucht nix!) intervenierte. Andere Jugendliche solidarisierten sich.
Mit dem Nazi.
Was für eine Scheiß-Stadt.
Ich aber bin froh, dass das öffentliche Tragen von Waffen hierzulande verboten ist und ich nicht mit einer Solchen vor Ort war.… Sonst würde ich Weihnachten vielleicht gesiebte Luft atmen. Ich wünsche ihnen, liebe Leserinnen, friedliche Feiertage.

19.12.2018 – Positiv denken!


Hoch die internationale Solidarität! Wermut aus einer mallorquinischen Cooperativa, Wein aus Israel und Rum aus Cuba. Mein weihnachtlicher Gabentisch, die drei schönsten Geschenke, die ich mir selber machen werde. Ich freu mich jetzt schon auf die Überraschung. Die nächsten Lektionen in Sachen „Genuss – aber mit links“ sind: „Bombenstimmung beim Saufen für den Frieden“ und „Unverpackt aus der Region: Ökologisches Kiffen“.
Sie sehen, liebe Leserinnen, ich bin Teil der Lösung unserer gesellschaftlichen Probleme, kritisch, aber konstruktiv, praktisch, aber durchdacht, solidarisch, aber genussorientiert, kurz: Ein Vorbild an positivem Denken!
Wenn es eine Floskel gibt, die unsere Gesellschaft beschreibt und bei der ich sofort Hirn-Diarrhö kriege, dann ist es: Positiv denken. (Gefolgt von carpe diem). Positiv denken hat bei Google 27.300.000 Fundstellen und das ist nur der Gipfel eines Scheißberges, der für kollektive Verdrängung, massenhafte Denkfaulheit und allumfassende Kapitulation vor dem Angriff des Kapitals auf die Autonomie der Subjekte steht. Offensichtlich sind die Insassen unseres Staates von den Zumutungen des gesellschaftlichen Wandels so überfordert, dass sie neben Drogen, Psychopharmaka, Alkohol, Esoterik etc. pp. auch für jeden Schritt ihres Lebensweges einen Ratgeber brauchen, eine Lebenshilfe, eine Anleitung. Und damit sie bloß nicht auf dumme, nämliche kritische, anarchistische, zersetzende, zerstörerische Gedanken kommen, was die gegebenen Verhältnisse vielleicht mal zum Tanzen bringen würde, hämmert man ihnen 27.300.000fach in den Hohlraum ihres Hirnes den Gedanken:
Positiv denken!
Du steckst bis über die Ohren in Scheiße? Positiv denken.
Heißt übersetzt: Du bist selbst schuld. Es liegt nur an Dir, an Deinem Denken, Du bist Deines Glückes Gedankenschmied. Selbstverständlich ist da das Scheitern vorprogrammiert, denn selbst Klippschüler wissen aus dem Grundkurs Materialismus: Das Schwein bestimmt das Bewusstsein.
Es sind also die herrschenden Verhältnisse, in denen die Pigs das Sagen haben, die den Menschen so zurichten, dass er noch begeistert mit seinen Ketten in dem Rhythmus klappert, den ihm die Verblödungsindustrie vorgibt. Das Scheitern des positiven Denkens ist vorprogrammiert, der nächste Ratgeber fällig: Sei achtsam mit Dir selbst!
Jenseits der individuellen Kapitulation, die dem Diktum des „Positiv denken“ eingeschrieben ist, stellt sich mir die Frage, wann der Zeitpunkt kommt, an dem ein grundsätzliches, kritisches, negatives Denken mehr werden sollte, also weg von der Utopie, die zur Zeit noch von vielen linken, kritischen Geistern gefordert wird, hin zur Dystopie.
Wir Linke mühen uns – zumindest gedanklich – unter anderem um die Einhaltung der Klimaziele, Pariser Abkommen, Zwei Grad Erwärmung einhalten, welche praktischen Maßnahmen erfordert das und wie muss sich individuelles und kollektives Denken und Handeln darauf einstellen. Was, wenn dieses Denken aber angesichts der sich abzeichnenden Katastrophe in Überforderung, Frustration, Resignation mündet? Wäre es nicht auch aus philosophischer Sicht irgendwann sinnvoller, die Katastrophe zu antizipieren? Die Küstenregionen werden überflutet, Hunderte Millionen Klimaflüchtlinge, hierzulande jeden Sommer tausende Tote bei dauerhaft über 40 Grad, Versteppung von Mecklenburg-Vorpommern (um mal was Positives anzuführen), usw. usf …
Welche praktischen und ethischen Fragen ergeben sich daraus?
Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen, fröhliche Weihnachtseinkäufe, auf das der SUV voll werde.

16.12.2018 – Von ungeraden Biographien und bürgerlicher Erwerbsarbeit


Berlin, vor meiner Tür. Nicht ganz normal, aber liebenswert. Ich habe nicht nur nichts gegen ungerade Biographien oder eine gesunde Abneigung gegen bürgerliche Erwerbsarbeit, sondern viele Sympathien dafür, wenn Menschen abseits des normalen Weges leben. Wäre es anders, wäre ich ein Pharisäer.
Wenn ich für irgendwelche Zusammenhänge eine Art Lebenslauf erstellen sollte, habe ich mich immer gewundert, warum es in meiner Umgebung dabei immer so knarzt und ächzt. Das waren die Balken, die sich beim Lügen gebogen haben.
Also haben Künstler, Schriftsteller und Berufspolitiker (und andere, die mir jetzt nicht einfallen) vorab bei mir alle Sympathien in ihrem Vermeidungsimpuls, was bürgerliche Erwerbsarbeit angeht. Entscheidend ist, was sie daraus für Konsequenzen für ihr gesellschaftliches Handeln ziehen. Insofern habe ich die asozialen Verhaltensweisen eines Jens Spahn nicht goutiert.
Laut Wikipedia hat Spahn von 2003 bis 2017 studiert, ist seit 2002 im Bundestag, war von 2006 bis 2010 an einer Lobbyagentur für Pharmaklienten namens „Politas“ beteiligt, während er gleichzeitig Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages war, saß im Verwaltungsrat der Sparkasse Westmünsterland und ist seit August 2017 neben seiner Tätigkeit als Bundesgesundheitsminister privat an der Pareton GmbH beteiligt, die eine Software für die Abgabe von Steuererklärungen entwickelt, nachdem er vor seiner Zeit als Gesundheitsminister Staatssekretär im Finanzministerium war. Der Mann ist also nie auch nur in die Nähe von bürgerlicher Erwerbsarbeit gekommen und nutzt seine Ämter zur Mehrung seines persönlichen Profites. Er ist ergo bis auf die Knochen korrumpiert, erdreistet sich aber zu asozialen Aussagen über Arme und Ausgegrenzte. Um ihm wenigstens ein bisschen ans Bein zu pissen, hatte ich ihn vor Monaten zu einem Armutspraktikum eingeladen und nochmal nachgefasst. Ein freundlicher Herr aus seinem Büro rief mich neulich an und gab mir durch die Blume und nicht zitierfähig zu verstehen, ich könnte ihn einladen, zu was ich wollte, Spahn würde bis zum St. Nimmerleinstag nicht kommen (offiziell: aus Termingründen). Logisch, schließlich wollte ich ihn ja desavouieren, und den Braten hat seine Gang natürlich gerochen. Der überaus lobenswerte NDR ist in der Causa am Ball geblieben und hat gerade darüber berichtet. Wer Augen hat zu lesen, macht sich seinen Reim.
So weit so nett. Andererseits: was juckt es den Spahn auf seinem Weg nach oben? Die einzige Hoffnung die ich habe, dass der Mann so viele kriminelle Leichen im Keller hat, dass ihm irgendwann eine davon das Genick bricht. Leute wie Spahn nehme ich irgendwie persönlich, ich merke das an dem temporären Würgen, wenn ich deren Visagen sehe.
Das Blöde ist nur, dass Viele sowas als Aufhänger für allgemeines Politiker- und Politikbashing nehmen. Und das spielt natürlich wunderbar den Neofaschisten in die Karten.
Allen einen zauberhaften 3. Advent.

15.12.2018 – Wo die Welt noch in Ordnung ist


Frühstücksfleisch. Gesehen unlängst in Duderstadt im Eichsfeld. Ich stamme aus dem Eichsfeld, einer konservativ-katholischen Region im Süden Niedersachsens. Manchmal verschlägt es mich noch dort hin und ich freue mich über jeden Abstecher. Back to the roots.
Erinnerungen werden wach, wie ich als kleiner Pöks eine Wallfahrt zum Höher Berg verließ und alleine über die Felder nach Hause strolchte. Schon damals zeichnete sich ab, dass hier ein Rebell, ein Revoluzzer, ja, ein Querdenker gar, heranwächst. (Querdenker gehört für mich zu den 10 meist gehassten Peinlichkeitsfloskeln der Bürgerpresse. Wenn ich jemandem ganz übel will, tituliere ich ihn coram publico als Querdenker). Wie ich den Weg über die Felder gefunden habe, ist mir ein Rätsel. Ohne Google Maps finde ich noch nicht mal den Weg zu meiner Mülltonne.
Im Eichsfeld aber ist die Welt noch in Ordnung. Wo sonst in einer vom sozialistischen Genderwahn, linksgrünversiffter political correctness und veganschwulverseuchter Gesundheitshysterie gebeutelten Republik findet man noch tonnenweise in den Schaufenstern „Frühstücksfleisch“? Das Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und in der Mittagspause gibt es Feuerwehrmarmelade.
Ich plane, im Sommer eine Radtour durchs Eichsfeld und freue mich jetzt schon drauf. Der Unterschied zu meiner Homebase in Berlin-Kreuzberg wird beträchtlich sein. Im Eichsfeld hat man früher Hanf an den Feldrändern angebaut, gegen Unkraut, Hanf überwuchert alles. Ich habe immer den Verdacht gehegt, dass meine Altvorderen notorische Kiffer waren, aber damit ist es wie mit den alten Hexenbräuchen und Schäfer-Ast-Heilmethoden, es gibt keine schriftlichen Überlieferungen.
Es gibt nur Andeutungen im Volksgut. Und ich habe jetzt ein schwerwiegendes Indiz gefunden. Mein Vorfahre, der legendäre Oberkreisdirektor Matthias Gleitze, hat dem altehrwürdigen Eichsfeld-Lied in den Fünfzigern eine Strophe dazu gedichtet. Sie ist aus poetologischer Sicht ein so übles Machwerk, dass sich der Verdacht auf Drogenmissbrauch während des Dichtaktes aufdrängt. Aber bei der Zeile „Du findest würz’gen Tabaksduft“ klingeln doch sämtliche Bong-Alarmglocken:
Die Gold’ne Mark um Duderstadt
Mit See und Rhumequelle
Vergiss nicht, wenn dich lenkt dein Pfad
Ins Eichsfeld mein Geselle.
Mit gold’nen Ähren spielt die Luft.
Du findest würz’gen Tabaksduft.
Und unter Eichen wachsen
Dort stolze Niedersachsen.

Ich füge ein gelungeneres Ende an:
Und unter Eichen da liegt breit
Der bekiffte Eichsfelder mit seiner Maid.

Ein weiteres Indiz auf schwerstbekiffte Eingeborene mit sehr breitem Schädel liefert diese Straßenkunst in Duderstadt, wo frau schon vom Hingucken stoned werden kann:

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Dieser Eintrag ist eine Liebeserklärung an meine Highmat.
Ihnen, liebe Leserinnen, ein frost- und frustfreies Wochenende.

13.12.2018 – Beim Kiffen unbedingt beachten!


Geplündert. Wenn Sie einen Adventskalender haben, sollten Sie beim vorweihnachtlichen Kiffen unbedingt darauf achten, dass Sie Süßigkeiten in Reserve haben. Ich vertilge auch ohne Drogenmissbrauch täglich Unmengen von Süßigkeiten. Wer in meinen Einkaufskorb guckt, denkt vermutlich, ich kaufe für eine Kita ein. Wobei die armen Würmer da vermutlich aus lauter ecologically correctness nur Steviagesüßte Karottenschnitzel kriegen.
Mich erwischte eine einmalige Süßigkeitslücke vor dem Fernseher beim Konsum des Films „Dirty Grandpa“ (mit Robert de Niro). Die Kritiken über den Film waren so monströs miserabel, dass ich ahnte: Der Film ist ein Brüller. Die Kritik schwankte zwischen „…der schlechteste Film sei, den er je in einem Kino gesehen habe…“ und „ … wollte nach Ansehen des Films duschen. Irgendwo in der Hölle gäbe es ein Kino, wo dieser Film zusammen mit Movie 43 und Entourage laufe …“
Wenn linksliberale Intellektuelle, die vom Bücherlesen kommen, Film-Komödien kritisieren, haben sie immer Woody Allen im Hinterkopf, also gepflegte Langeweile. Natürlich ist Dirty Grandpa obszön, sexistisch und niveauflach wie ein Pfannkuchen. Was die Story angeht. Was die filmische Umsetzung angeht, ist er einfach handwerklich so gut gemacht, dass ich im letzten Viertel am Boden lag. Und das lag nicht nur am Grass. Mir liefen die Lachtränen. Leider hatte ich keinerlei Süßigkeiten im Haus, deshalb plünderte ich umgehend den kompletten Adventskalender. Schlimm, was Drogen aus einem machen. Kinder, lasst die Finger von den Drogen! Sauft Euch lieber dumm und dämlich, dann wird aus Euch was Anständiges. Wenn Ihr zusätzlich noch charakterlos seid, vielleicht sowas wie der Sauerland-Rocker Friedrich Merz.
Bei dem ist mir rätselhaft, wieso er soviel Stimmen bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden bekommen hat. Der Mann hat im Vorfeld der Wahl so viele schwere handwerkliche Fehler in Sachen Außendarstellung gemacht, dass er im Verbund mit seiner unfassbaren Arroganz und Empathielosigkeit als Parteivorsitzender oder gar Kanzler ein permanentes Hochsicherheitsrisiko wäre. Allein sein Vorschlag einer steuerlichen Besserstellung von Aktien als Altersvorsorge, von jemandem der Vertreter der Hochfinanz ist, ist so grottendämlich, dass sich selbst ein Praktikant für Öffentlichkeitsarbeit bei einem Kaninchenzüchterverband vor Pein winden würde. In so einer Situation schlägt man vor, auch wenn man sich niemals auch nur im Ansatz daran halten wird, dass man Mütter mit niedrigen Renten besser stellen will, oder irgend so ein Sozialgedöns halt. Bei dem Mann ist die Hybris in schiere Dummheit umgeschlagen.
Was bleibt, ist mein Genugtuung darüber, dass Angela Merkel den Merz und den bösen verbitterten Mann im Rollstuhl noch in ihrem Abgang eiskalt abserviert hat und ihnen auch diesen Triumph noch verwehrte. Politisch ist mir das ziemlich wumpe, da geht’s mir rein vom feeling her nur um das Gefühl.
Und falls Ihnen, liebe Leserinnen, das jetzt irgendwie kaputt vorkommt, kann ich zu meiner Entschuldigung nur anführen: ich hatte eine traurige Kindheit.
Ach ja, und die Drogen.
Außerdem gucke ich gerade in die trübe feuchtkalte Finsternis einer Quasi-Autobahn vor meinem Fenster, während ich vor drei Tagen noch den Ausblick vom Bild unten hatte. Wie soll man da nicht zum Misanthropen werden.