
Berlin EXPO 2035, am Kudamm. Im Hintergrund das legendäre Café Kranzler. Und im Jahr darauf Berlin Olympia 2036. 100 Jahre nach der Nazi-Olympiade. Mit einer Reichskanzlerin Alice Weidel. Endlich wieder eine Frau. Den Feminismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Eselin auf. Die Gleichstellungsbeauftragten aller Länder würden in ihren Elfenbeintürmen tanzen vor Freude. Wenn es sie dann noch gäbe. Ich halte das für unwahrscheinlich. Es sei denn, die Grünen wären dann Bündnispartnerin der AfD. Um das Schlimmste zu verhüten. Und die Gleichstellungsbüros zu retten. In Verhütungsdiskussionen macht den Grünen niemand etwas vor.
Das muss ihnen zugutegehalten werden, es war ihre Abgeordnete Waltraud Schoppe, die in ihrer legendären Bundestags-Rede von 1983 über patriarchale Verhältnisse und Sexismus in Staat, Gesellschaft und Bundestag das Thema derartig auf den Punkt brachte, dass das tief getroffene CDU und FDP-Gesindel im Plenum sie deshalb mit jenem Hohn und Spott versuchte zu übergießen, der ihnen heute stinkend wie Jauche in den Hosen kleben würde, wenn das noch jemanden interessieren würde.
Tempi passati. Der Lorbeer der Grünen ist längst verwelkt. Und längst stehen Themen wie Krieg und Frieden auf der Tagesordnung. Heute Morgen haben Israel und die USA den Iran angegriffen, um die Entwicklung von Atomwaffen dort zu zerbomben. Iranische Atombomben wären der Untergang Israels. Das Land hat das moralische Recht für den aktuellen Angriff.
Ich bin kein Pazifist, Hitler war nicht mit Lichterketten aus der Welt zu schaffen. Und das iranische Mullahregime stellt seine klerikalfaschistische Gesinnung immer wieder barbarisch unter Beweis. Also zur Hölle mit diesen alten Terrormännern. Aber es werden wieder Unschuldige sterben. Und ob die Welt nach dieser Intervention eine friedlichere wird, ist die Frage. Dilemmata wie diese machen die Welt trotz strahlendem Sonnenschein und Frühlingswetter nicht zu einem fröhlicheren Ort. Sicher liegt es auch am und im eigenen Kopf, wie fröhlich einem die Welt erscheint. Aber den nimmt man ja meistens mit. So, wenn man auf eine einsame Insel entflöhe, um dem Elend hier zu entweichen. Die Gedanken sind bekanntlich frei. Und ergo nehmen sie sich die Freiheit, einen mit düsteren Visionen gerade dann zu belästigen, wenn man gerade angetrunken und bekifft am Strand in der Sonne liegt. Und bei aller Beklemmung, die einen angesichts der aktuellen Nachrichtenlage, der Kriege, der Spaltung der Gesellschaften, der desaströsen Klimalage- und Entwicklung, der Wirtschaftskrise, befällt, ein Blick in den Rückspiegel der Geschichte zeigt: Alles relativ harmlos. Wer in der (Europa-) Welt der 30er und 40er des vorigen Jahrhunderts lebte, wäre mit Sicherheit froh über die Probleme von Heute. Was bedeutet, sich einen deutlich umfangreicheren Rucksack an Resilienz zuzulegen. Besser wird’s nich…..
Temporärer gedanklicher Eskapismus kann eine Resilienz-Strategie sein. Ich male mir also eine EXPO 2035 in Berlin aus. Die ich, im Gegensatz zu Olympia 2036, wundervoll fände. Diese EXPO würde vermutlich dezentral in das Stadtgeschehen integriert. Ich wohne direkt am Park Gleisdreieck. Diese jetzt schon sehr coole Location würde durch so etwas wie den norwegischen Pavillon in lichte Höhen des Entzückens katapultiert.

Norwegischer Pavillon mit Wasserfall, EXPO 2000, Hannover. Der Wasserfall zur EXPO 2035 wäre in den immer extremer werdenden, brüllheissen Sommern gerade in der Betonhölle von Kreuzberg ein Überlebensspender, an dem sich die Jugend der Welt zu friedlichem Austausch versammeln würde. Was für eine wundervolle Vision einer besseren Welt.
Wenn es die dann noch gibt.











