
Kienzle Kurzzeitwecker. 1974. Eine Designikone. Einmal Handumdrehen und der Wecker tickt, wunderbar analog, mit schleifenden Nebengeräuschen, und manchmal bleibt er sogar stehen und muss zweimal aufgezogen werden.
Jetzt häufen sich die Fälle, wo Autoren auffliegen, die ihre Texte mit KI verfasst haben. Sei es, der bereits bei Doktorspielen ertappte Ostzonen-Ministerpräsident Mario Voigt oder auch der Tagesspiegel Ex-Chef Casdorff . Wobei es bei Voigt hochbezahlte Beamte-Schreiber waren, die die KI schreiben ließen und stattdessen lieber auf dem Golfplatz sich austobten. Mittlerweile prüfen Zeitungen, Verlage, Medien ihnen zugeschickte Texte auf KI-Autorinnenschaft. Mit KI. So weit so professionell.
Nicht professionell und zeitgemäß ist hingegen ihr Gejammer über die angeblichen Tricksereien der Schreiber-Betrüger. Die Jammernden sind ohne Ausnahme Vertreter des alt-unehrwürdigen Konservatismus, die offensichtlich noch dem Geniebegriff des 19. Jahrhunderts anhängen. Und zwar dem des von der göttlichen Muse geküssten, einzigartigen Autors (immer ein Mann, was sonst. Autorinnen sollen Kochrezepte verfassen). Der seine Texte am besten mit Federkielen (wie weiland der alte Geheimrat) auf Papyrus pinselt. Ein Autorenverständnis, dem schon vor 100 Jahren Walter Benjamin und Bertolt Brecht den Garaus gemacht haben. Unter anderem mit dem Verweis darauf, dass Kulturproduzenten, die die Welt verstehen (und verändern!) wollen, sich zwingend der jeweils neuesten technischen Produktionsmittel ihrer Zeit bedienen müssten. Nicht umsonst waren beide begeisterte Anhänger und Theoretiker des damals neuen, wie sie meinten revolutionären, Mediums Kino. Auch unter Hinweis auf die Tücken und Gefahren des Mediums. Die ja leider dann auch als Volksverblödungsinstrument überwiegend so Realität wurden.
So auch heute, KI und Schreiben, Kulturproduktion. Verbieten und bestrafen wie bei Voigt und Casdorff hilft da gar nichts. Das Medium KI wird sich mit kapitalistischer Urgewalt Bahn brechen, es gilt sich deren Chancen für eine emanzipatorische Produktion zu bedienen. Und, um das Schlimmste, nämlich die finale Volksverblödung bis hin zur Menschheitsauslöschung, zu verhüten, müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen KI produziert, radikal vom vermeintlich genialen Kopf auf die kollektiven Füße gestellt werden.
Da das natürlich nicht stattfindet, ist alles Tun und Machen, Verbieten, Ächten und Pfui-Geschrei, nicht mehr als ehrpussliges, pikiertes Rückzugsgejammer einer Kulturblase, deren Geschäftsmodell im Handumdrehen, siehe Kienzle-Kurzzeitwecker, zerbröselt wird.
Und hier der konstruktive, praktische Teil: 5 Forderungen für ein gutes, demokratisches Gesundheitswesen, erstellt innerhalb einer Sekunde mit KI. Dafür hätte ich früher Tage gebraucht, in Rücksprache mit den jeweiligen Akteuren, um eine Grundlage für die Arbeit der Landesarmutskonferenz im Dialog mit der Politik zu erstellen.
Entökonomisierung der Versorgung:
Abschaffung des Fallpauschalensystems (DRG). Die Finanzierung von Krankenhäusern nach starren Fallpauschalen erzeugt Fehlanreize. Gefordert wird eine bedarfs- und gemeinwohlorientierte Finanzierung, die medizinische Notwendigkeit über wirtschaftliche Rendite stellt.
Stopp der Privatisierung: Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und medizinische Dienste sollen in öffentlicher oder gemeinnütziger Hand liegen, um Profitmaximierung auf Kosten der Behandelnden und Behandelten zu verhindern.
Partizipation und Empowerment
Patienten-Empowerment: Betroffene sollen nicht länger passive „Objekte“ der Behandlung sein, sondern aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Gesundheitssysteme sollen Wissen vermitteln, um die Selbstbestimmung der Patienten zu stärken.
Partizipative Gesundheitsforschung (PGF)
Forschungsvorhaben sollen in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen (und nicht nur über sie) gestaltet werden, um marginalisierten Gruppen eine Stimme zu geben und die reale Lebenswelt besser zu erfassen.
Abbau von struktureller Diskriminierung und Barrieren
Geschlechtssensible Medizin: Medizin ist historisch oft am männlichen Körper ausgerichtet. Ein emanzipatorischer Ansatz fordert die konsequente Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen und diversen biologischen sowie psychosozialen Unterschieden (Gender-Medizin) in Diagnostik und Therapie.
Versorgung für alle: Der uneingeschränkte Zugang zur medizinischen Versorgung, unabhängig von Aufenthaltsstatus, Einkommen oder Versicherung, ist eine zentrale Forderung. Insbesondere die medizinische Versorgung für Geflüchtete und Wohnungslose muss diskriminierungsfrei sichergestellt werden.
Soziale Determinanten und Klimagerechtigkeit
Bekämpfung sozialer Ungleichheit: Gesundheit ist eng an sozioökonomische Faktoren gekoppelt. Emanzipatorische Gesundheitspolitik fordert, Armut und soziale Spaltung als primäre Ursachen von Krankheit anzugehen, um echte Health Equity (Gesundheitliche Chancengleichheit) zu schaffen.
Klimasensible Medizin: Die ökologischen Krisen betreffen die Gesundheit massiv. Progressive Stimmen fordern, Gesundheitssysteme selbst klimaneutral und resilient aufzustellen sowie Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel aktiv in die Prävention einzubeziehen.
Arbeitsbedingungen und Entlastung
Gute Arbeit im Gesundheitswesen: Emanzipation gilt nicht nur für Patienten, sondern auch für das Personal. Gefordert werden ein grundlegender Kulturwandel, bessere Arbeitsbedingungen, eine am tatsächlichen Bedarf orientierte, gesetzliche Personalbemessung (z.B. in der Pflege) sowie eine angemessene Bezahlung.
Zentraler Akteur: In Deutschland treibt beispielsweise der Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää* ) diese gesellschaftskritischen und progressiven Perspektiven in der Gesundheitspolitik voran.


















