25.02.2026 – Drogen und Politik

Mauer und Zaun mit Drehkreuzen um den Görlitzer Park sind so gut wie fertig. Bald wird feierliche Einweihung dieser genialen Drogenhandelbekämpfungsmassnahme der Berliner CDU sein. Abends wird der Park verriegelt, keiner kann mehr rein, niemand handelt mehr mit Drogen und die Anwohnenden haben ihre Ruhe. So weit, so lustig und Satire. Wobei die Kreuzberger dieses Kiezes eher nicht darüber lachen können, wenn sich der vorher auf den Park konzentrierte Handel nun in den ganzen Kiez verteilt, mit allen Folgen wie rumliegende Spritzen in den Hauseingängen und Drogenwracks vor Schulhöfen mit Erbrochenem und Kackehaufen, mit Kriminalität und Werteverlust ihrer Immobilien. Was besonders die gutsituierte Grünenklientel dort schmerzen dürfte.

CDU Bürgermeister Kai Wegner, dem ungekrönten Pannenkönig von Berlin, dürfte das egal sein. In Kreuzberg ist seine Partei nur eine Splittergruppierung. Er gewinnt die Wahl im September, wenn überhaupt, nur im Autofahrergürtel jenseits des Cityringes, in den Einfamilienburgen der halbvergreisten Dahlemspiesser. Vor den Wahlen wird es ein paar spektakuläre Razzien im Park geben, mit eingebetteten Springerpressepersonal , und fantastischen Statistikerfolgen: Nachts Null Prozent Gewaltkriminialität im Görli!

Vermutlich die einzige Chance, mit der die Skandalnudel aus Spandau , Kai Wegner, einen Wahlsieg der Linken in Berlin verhindern kann. Die Drogenrealität in Deutschland sieht so aus: Parallel zur wachsenden Armut und Verelendung ist die Zahl der Drogentoten in den letzten 10 Jahren um ca. 150 Prozent gestiegen. In den Drogeneinfallstoren nach Europa, Belgien und Holland, entgleitet dem Staat zunehmend die Kontrolle über die kriminelle Narcoszene. Weltweit zerfallen neben Mexiko und Kolumbien weitere Staaten wie Ecuador und Peru unter dem Terror von Drogenbanden. Was nichts weiter ist als entgrenzter Kapitalismus. Krieg in einer anderen Erscheinungsform.

Und Kai Wegner gibt in Kreuzberg den Hanswurst.

Ich fragte mich beim Flanieren durch die verwunschenen winterlichen, menschenleeren Ecken des Görli, wie die das organisieren wollen mit dem nächtlichen Abschließen der Tore. Digitale Zentralverriegelung? Schreitet da ein Wachdienst die zwei Kilometer ab? Und was veranstaltet die allzeit gewaltbereite Kreuzberger Szene für ein Begleitprogramm? Wird das abendliche Verriegeln zu einem informellen Berliner Ausflugsevent? So viele Fragen. Ich halte Sie, liebe Leserinnen, auf dem Laufenden.

Keine Macht den Drogen! Darauf ein Dujardin.

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