Der Blog hier ist mit einem Content-Management-System erstellt und leicht zu bearbeiten, was den Inhalt angeht. Für die Tiefen der Systemverwaltung gibt es Updates.
Ich hasse Updates.
Wieso soll ich eine wunderbar funktionierende Version eines Programms durch eine mir völlig suspekte Neue ersetzen, die ich mit meinen Kenntnissen noch nicht mal im Ansatz beurteilen kann? Wieso soll ich ein wunderbar funktionierendes Betriebssystem durch ein völlig unausgereiftes Neues ersetzen? Bin ich von Beruf Betatester?!
Es kam wie es kommen musste. Der Blog hier, die ganze Seite ist zerschossen.

Vor Update

Nach Update
Laut Provider soll ich ein „Template“ gekillt haben. Ich weiß noch nicht mal, wie man so was schreibt. Abartig auch, dass der Provider am Sonntag (!) innerhalb von zwei Stunden auf meine Hilfemail antwortet. Natürlich hab ich mich gefreut, aber am Sonntag arbeiten? Am 7. Tag ruhte sogar Göttin.
Jetzt muss es mein Mediamaster richten…
Günther Oettinger, der Verteidiger des Alt-Nazi Filbinger, war ein übler reaktionärer Finger und eigentlich eine Lachnummer. Aber mit seiner Aussage, wenn er mit Frauke Petry verheiratet wäre, würde er sich noch heute Nacht erschießen, hat er bei mir fast alle Sünden der Vergangenheit wettgemacht.
Endlich mal ’ne Aussage mit Eiern, natürlich völlig unkorrekt, und dafür kriegt er bestimmt von Grünen etc. Prügel ohne Ende. Frauen verachtend, Gewalt fördernd und so Zeug.
Ich bin einer der letzten Feministen der BRD, aber da setz ich vorbeugend noch einen unkorrekten Solidaritätsappell an meinen neuen Freund drauf:
„Günther, um Göttins Willen, erschieß nicht die falsche Person!“
Archiv für den Autor: admin
13.02.2016 – Saufende Gender-Eichhörnchen
Dass in der NETZ – Niedersächsische Teilhabe-Zeitung zwischen meinen geschätzten Freunden und gleichberechtigten Mitherausgebern (Männer) sowie mir ein – je nach Rotwein-Füllstand – mehr oder weniger erbittert-heiterer Disput über die Anwendung geschlechtergerechter Sprache in unserem Organ ausbricht, habe ich bestimmt schon mal im Blog erwähnt. Ich hab aber keine Lust das noch mal nachzulesen, was interessiert mich mein Gewäsch von gestern.
Wir haben uns mit einer salvatorischen Klausel begnügt, dass das jede Autorin für sich regelt. Ich verwende im Blog konsequent im Zweifel die weibliche Form, was ich im dienstlichen Verkehr natürlich nicht praktizieren kann. Anfangs war das satirisch gemeint und ich kam mir beim Schreiben mitunter fast etwas verrucht vor, von wegen Rollenspiel und so. Mittlerweile schalte ich hier automatisch und unsatirisch in diesen Modus und denke für einen Moment im Schreiben auch aus einer etwas verschobenen Perspektive. Bevor ich mir selber gleich den Feminismus-Nobelpreis verleihe, hier eine wundervolle Variante. Diesen Link hier habe ich von einem geschätzten Kollegen aus anderen Zusammenhängen. Danke dafür.
Dort kann durch einen Klick auf den Gendering-Umschalter Button die jeweils gemäße Form für den Text gewählt werden. Hier wäre das sicher „Eichhörnchen“. Mir sind beim Lesen die Lachtränen gekommen.

Bei mir im Garten saufen sogar die Gender-Eichhörnchen Alkohol. Die werden sich über den Link vor Freude einen Knoten in den Schwanz machen …
Zug um Zug werden übrigens in Verbänden und Organisationen Sprachregelungen per ordre du mufti (per ordre de la muftie, für Französisch-Liebhaberinnen) durchgesetzt, da wird nicht gelabert. Manche Sachen funktionieren nur per Quote oder Order. Also hieße es, wenn wir ne Frau bei der NETZ an Bord hätten: Herausgeber_innen oder Herausgeber*innen.
Zur Begründung Zitate aus einem Ratgeber für geschlechtergerechte Sprache:
„ … die Schriftsprache ist ein wesentlicher Ansatzpunkt für die Umsetzung von geschlechtergerechten, also die Gesellschaft abbildenden, Formulierungen. Dabei geht es nicht darum, eine Sprache zu schaffen, die kompliziert und umständlich ist, sondern eine Sprache, die Frauen genauso wie Männer hörbar und sichtbar macht.
….Was heute noch „komisch“ klingt, kann morgen schon die Norm sein. Was zur Norm wird, bestimmen die Mitglieder der Sprachgemeinschaft durch ihr Verhalten entscheidend mit.“
Na denn, der 8. März steht vor der Tür. Wolle mer ne roilasse?
10.02.2016 – Was für eine Scheißjahreszeit.
Nicht nur an der Mosel steigt das Hochwasser. Ich mache alle Termine in der Region, wenn nicht gerade die Erde bebt, mit dem Fahrrad. Bei Eis kann man mal schieben, aber in Hochwasser zu geraten, ist selbst in unseren Breitengraden unangenehm.

Ein sanftes Plätschern von einem auf eine Strasse übergelaufenen Bach entpuppt sich beim Durchradln auf einmal als Druck, richtig heftiger Druck, den man kaum kontrollieren kann.
Ich muss natürlich von allem Fotos machen, was mir so widerfährt. Mit einer Hand Foto machen, mit der anderen Hand lenken, das geht prompt in jene Hose, die beim Absteigen logisch pitschepatschenass wird. Und das bei den Temperaturen. Da kommt Hass auf. Und Sehnsucht nach Sizilien.
Dabei kann ich noch von Glück reden, dass ich nicht von der Strasse gespült wurde und in ein Kanalisationsrohr gezogen. Das möchte ich am nächsten Tag nicht in der BILD lesen:
Deutschlands dämlichster Radfahrer bei 10 Zentimeter Hochwasser ertrunken.
Alles schon passiert.
Was für eine Scheißjahreszeit.
08.02.2016 – Rosenmontag und Narrationsbogen.
Mit Karneval habe ich nicht viel am Hut. Ich trage auch keine Hüte. Geschmackssache, wie manches bei Kleidung. Von Verkleidung und Karneval ganz zu schweigen, was da an Entgleisungen das Auge und Hirn beleidigt, erfüllt mitunter Straftatbestände. Im hiesigen Karneval fahren schon Panzer mit der Aufschrift „Asylabwehr“ mit, das sagt viel über die ostgotische Volksseele.
Ganz schwierig wird es bei Kunst & Kleidung. Da können Bedeutungen mitschwingen, die man nicht so beabsichtigt hat, die aber wiederum Ideen auslösen. Anlässlich des Rohani Besuchs fand im Skulpturenpark des SCHUPPEN 68 unlängst eine satirische Aktion statt: Die Verhüllung einer nackten Statue.

Der Lindenspiegel berichtete ausführlich und korrekt. Besten Dank dafür. Bis auf eine winzigkleine Nuancenverschiebung. Auf der Titelseite wurde der Beitrag angekündigt mit: SCHUPPEN 68 maskiert Venus. In Verbindung mit den verbundenen Augen unserer Skulptur kann man da durchaus assoziieren: Karneval & die SM Hymne „Venus in Furs“ von Velvet Underground. Was eine wirklich gelungene Montage mit dem Narhalla Marsch abgibt.
Ich lasse das mal sacken und da wir am Aschermittwoch einen alternativen Karnevalsumzug planen, bei dem wir unter anderem einen Panzer mit der Aufschrift „Asylabwehr“ mittels einer Panzerabwehrrakete in die Luft jagen, können wir diese Anregungen vielleicht noch einbauen.
Ob morgen der BND oder die NSA bei mir anklopft, wegen der Verwendung des Schlüsselbegriffs „Panzerabwehrrakete“? Nix dagegen, würde mir sogar ein Gefühl der Sicherheit geben. Dazu „Hey Big Brother“ von Rare Earth, die ich mal live gehört habe und die mit dem Song das Konzert angefunkt (hahaha, famoser Witz) haben. Achten Sie auf den Narrationsbogen des Songs, seine Sogwirkung.
Den Begriff „Narrationsbogen“, der nix mit Karneval zu tun hat, habe ich am Wochenende in einer Vernissagerede gehört. Hab mir vorgenommen, den diese Woche mindestens fünfmal zu verwenden, am liebsten in Dienstbesprechungen. Narrationsbogen …
05.02.2016 – Ich kann mich über die Presse nicht beklagen

HAZ vom 05.02.2016.
Ich habe an der HAZ einiges auszusetzen, nicht zuletzt, wie sträflich sie das Thema „Wachsende Spaltung der Gesellschaft“ vernachlässigt. Deshalb mache ich ja auch eine eigene Zeitung, die NETZ. Ich kann mich aber überhaupt nicht beklagen über mangelnde oder verständnislose Berichterstattung über meine künstlerischen Aktivitäten. Daran liegt es nicht, dass aus mir noch kein internationaler Kunst-Superstar à la Au Wauwau geworden ist. Ich rede mir den fehlenden Durchbruch damit schön, dass ich zuviel arbeiten muss und zu wenig massenkompatibel bin. Eben mehr so für Intellektuelle und das Feuilleton. Auch nicht schlecht.
Aber bei meinem Anblick z. B. hysterisch kreischende Weiber (vor Begeisterung natürlich!) fänd ich manchmal auch nicht schlecht …
04.02.2016 – Die Kunst erfüllt nur dann, wenn sie hausieren kann! SCHUPPEN 68-Aktion zu „100 Jahre Dada“!
Am 5. Februar 1916, vor genau 100 Jahren, fand im Cabaret Voltaire in Zürich ein Epochenwechsel statt: Dada wurde geboren. Nach Dada war in der Kunstwelt alles anders und alles möglich. Einer der größten und weltweit anerkannten Dadaisten war der Hannoveraner Kurt Schwitters.
Wer nun geglaubt hat, dass das 100jährige Dada Jubiläum gerade in Hannover wenn schon nicht mit Ausstellungen und Ausschweifungen gewürdigt wird, so doch wenigstens mit winzigkleinen Aktionen, Böllerschüssen oder wenigstens einer erbärmlichen Dichterlesung mit „Anna Blume“: Pustekuchen, respektive -Blume.
Auch hier muss der SCHUPPEN 68 wieder voranschreiten – Avantgarde at it’s best.

Ich werde deshalb mit meinem Bauchladen als Kunst-Hausierer am 5. Februar 2016 um 12 Uhr mittags gleichzeitig an drei Orten eine Performance durchführen.
Details in der PM hier PM SCHUPPEN 68 Aktion 5. Februar 100 Jahre Dada
Irgendwie kann’s das ja nicht sein. In Hannover liegt der Hund begraben, aber eben auch Schwitters, auf dem Engesohder Friedhof, es gibt ein nach ihm benanntes Gymnasium, eines der zeitgenössischen Museen der BRD schlechthin, das Sprengel Museum liegt, am Kurt-Schwitters-Platz.
Und niemand macht was. Banausen. Schnarchsäcke.
Ich muss zur Zeit 24 Stunden am Tag ackern und da das nicht reicht, muss ich die Nacht dazu nehmen. Aber dafür nehm ich mir die Zeit. Schließlich, und da zitiere ich mich gerne selbst:
“Offensichtlich sind wir vom SCHUPPEN 68 die einzigen Vollidioten in einem Meer von Vernunft.“
Über allen Museen ist Ruh’?
Warte nur! Balde dadast du auch.
02.02.2016 – Männerphantasien: Blow Job, Dreier, Polizistinnen-Uniform.
Eines meiner Projekte – mein ganzes Leben ist offenbar ein einziges Projekt – war eine Examensarbeit über Graffiti, allerdings zu einer Zeit, als die meisten das noch nicht mal richtig schreiben konnten. Es gab einen einzigen nennenswerten Text über Graffiti: „Cool-Killer oder der Aufstand der Zeichen“ von Baudrillard, der in den Achtzigern in der BRD rauskam, ansonsten war das Schmuddelkram für Unis. Ein Grund mehr, so was zu machen. Das Ganze sollte sich nicht nur aus zeichentheoretischer Sicht mit dem Thema befassen, mir waren Strukturalisten wie Baudrillard eh verdächtig, unpräzise Schwatzhanseln, die obendrein den Materialismus als Denkschule diffamierten. Ich wollte es in der Tradition von Theweleits „Männerphantasien“, dem linksalternativ-feministischen Standardwerk der 70er und 80er über die Ich-Prägung von Männern, als Generationenkonflikt behandeln: Der Sohn arbeitet sich mittels Stadtguerilla-Codierungen am gepanzerten „Ich“ seines Vaters ab.
Aber die zentrale Frage eines Kollegen auf alle meine lichtvollen Ergüsse und erhabenen Erkenntnisse lautete schon damals: „Und? Kann man damit Geld verdienen?“ Das war das vorzeitige Ende eines meiner – zahlreich früh verstorbenen – Geniestreiche.
Was schlecht weg ist, kommt mitunter putzig wieder. Offensichtlich habe ich Jahre später, da schon schwer mit Geldverdienen beschäftigt, ein Filmprojekt zu dem Thema angefangen, mit dem Cinéma brutal Kollektiv, das Michael Doege und ich in den Post-68er Jahren gründeten.

Szenenfoto aus: Der doppelte Hulk.
Interessant ist an dem Graffiti, das in Form eines Comic Splash-Panels gehalten ist, die Farbwahl der Umrandung: Schwarz Rot Gold. Die Nationalfarben der BRD.
Da kommt man, was den oben geschilderten Generationenkonflikt angeht, ins Grübeln. Respektive Grinsen. Putzig war auch meine Google Recherche zu „Männerphantasien“, um meiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen. An prominenter Stelle keineswegs Theweleit, sondern Einblicke darüber, was meine Geschlechtsgenossen vorrangig so im Kopf haben, was Schweinkram angeht, z. B. Blow Jobs, flotte Dreier, Polizistinnen-Uniform.
Polizistin, whow. Da muss man erst mal drauf kommen.
29.01.2016 – SCHUPPEN 68 Verhüllungsaktion anlässlich Staatsbesuch von Präsident Rohani.
Beim Besuch von Irans Präsident Hassan Rohani in Rom ließen italienische Behörden mehrere nackte Statuen in den Museen auf dem Kapitol verhüllen, aus Respekt für die iranische Kultur. Der SCHUPPEN 68 hat sich der Verhüllungsaktion der italienischen Behörden angeschlossen und eine nackte Statue im Skulpturenpark des SCHUPPEN 68 verhüllt.

Rollende Venus mit Vögeln – unverhüllt

Rollende Venus mit Vögeln – verhüllt
Klaus-Dieter Gleitze vom SCHUPPEN 68 begründet die Aktion:
„Es besteht die Möglichkeit, dass die Flugroute des iranischen Präsidenten eventuell in der Nähe unseres Skulpturenparks vorbeiführt. Daher haben wir uns entschlossen, die Skulptur „Rollende Venus mit Vögeln“ zu verhüllen. Wir geben allerdings zu, dass der Satiregehalt dieser Aktion der Lächerlichkeit des Verhaltens der italienischen Behörden nicht standhält. “
Die komplette PM gibt es hier: PM SCHUPPEN 68 – Verhüllungsaktion anlässlich Rohani Besuch
Bei manchen Meldungen kommt Wut auf, über Pegida, AfD oder gar rassistischen Mob, der mittlerweile mit Handgranaten gegen Flüchtlingsheime kriegsähnliche Zustände in unserem Land etabliert. Bei anderen Meldungen aus der Kriegszone gegen Aufklärung, Vernunft und Ethik kommt Gott(?)seidank nur Lachen auf, so wie bei der über die Verhüllung anlässlich des Rohani Besuchs. Kann es sein, dass dahinter ein Alt68er steckt, der auf dem langen Marsch durch die Behörden seinen Sinn für politische Dada Aktionen nicht verloren hat? Die Verhüllung auf dem Kapitol war also Dada pur?
Die Ikonografie der SCHUPPEN 68 Aktion spielt übrigens ganz bewusst verschiedenen Bildern und Erzählungen in unseren Köpfen. Es ist schon etwas mehr als reine Satire und eben mal ein schwarzes Tuch vor die Augen gebunden.
Aber es vollkommen in Ordnung, wenn frau es einfach nur witzig findet. Lachen ist laut Walter Benjamin der beste Weg zur Erkenntnis
28.01.2016 – Das kann ja eine gesundheitliche Beeinträchtigung bei mir sein

Dieser Titel des Zentralorgans für den doitschen Mob erinnerte mich an meinen Emailwechsel mit der hiesigen Behörde für Friedhöfe. Ich brauchte was für mein neues Satireprogramm. Die Antwort erfolgte nicht nur prompt, einen Tag später, und präzise, sondern auch mit einem Hauch verständnisvoll-augenzwinkerndem Humor versehen. Ich habe den Mailwechsel dann auch verwendet, immer versehen mit einem vollkommen unsatirischen Lob auf unsere Behörden. Es gibt ja sonst nichts wohlfeileres in Satirekreisen als auf Behörden einzuprügeln. Vielleicht bin ich irgendwie abartig veranlagt, aber ich kann da nicht klagen. Hab fast immer gute Erfahrungen gemacht. Den Namen des Bereichs „Städtische Friedhöfe vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover“ werde ich aber bis an mein Lebensende mit Wohlgefallen in meinem Herzen tragen. Hier der gesamte ungekürzte Mailwechsel:
„Von: Klaus-Dieter Gleitze
Gesendet: Donnerstag, 3. Juni 2010 08:08
An: 67.4 Städtische Friedhöfe
Betreff: Seelhorster Friedhof, Abteilung 9 Nr. 1236
Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,
das Grab meiner Eltern befindet sich auf dem Seelhorster Friedhof, Abteilung 9 Nr. 1236. Dazu folgende Anfrage:
ist es möglich, nachträglich eine Trennwand zwischen beide Särge einzuziehen und wenn ja, was kostet das? Der Hintergrund ist folgender: ich gehöre mittlerweile einer Gemeinschaft an, die an ein Leben nach dem Tod glaubt, so verwirrend sich das vielleicht für normal Denkende auch anhören mag. Innerhalb dieser Gemeinschaft gibt es unterschiedliche Ansichten darüber, wie konkret das im Einzelfall aussehen kann, ob das ein mehr geistiger Vorgang ist oder aber tatsächlich stofflich-körperliche Dimensionen annimmt. Ich bin mir unsicher und habe folgendes Problem:
meine Mutter hat meinem Vater – und nicht nur dem – das Leben auf Erden schwer gemacht. Sie war eine sehr zänkische Person, die teilweise in einer Lautstärke und Ausdrucksweise agierte, die von allen Betroffenen als sehr unangenehm empfunden wurde — vorsichtig formuliert. Ich habe nun die Vorstellung, dass sich das im schlimmsten Fall in obig geschildertem Grab fortsetzen kann und das will ich unter allen Umständen vermeiden, da mein Vater ein außerordentlich liebenswerter Mensch war. Die Verwandtschaft ist sich dem Punkt einig und unterstützt das Anliegen, wenn es auch kritische Kommentare zu meiner Glaubensgemeinschaft gibt.
Das ist der Hintergrund. Über eine Auskunft in der Sache freue ich mich.
Mit besten Grüßen Klaus-Dieter Gleitze
Antwort: 04.06.2010
Guten Tag Herr Gleitze,
Wir können Ihnen nur leider nicht helfen, da Ihre Eltern ja nicht nebeneinander, sondern übereinander beerdigt wurden. Die einzige Möglichkeit wäre eine Umbettung Ihrer Mutter in die benachbarte Grabstätte, die „zufällig“ frei ist. Dafür bräuchten Sie vor dem Gesundheitsamt, das Umbettungen genehmigt, eine sehr triftige Begründung (das kann ja eine gesundheitliche Beeinträchtigung bei Ihnen sein), die eine Störung der Totenruhe rechtfertigen. Da müssten dann auch Ihre Geschwister alle zustimmen. Im „Diesseits“ sind solche Leistungen natürlich mit Geld verbunden, Sie müssten mit ca. 2.400€ an Gebühren rechnen. Was noch dazu kommt, wenn überhaupt nötig (Bestatter, Sarg o.ä.), müsste noch ermittelt werden.
Fraglich bleibt natürlich, ob sich die Trennung auf stofflicher Ebene auch auf seelischer Ebene vollzieht. Aber auch das ist eine Frage, die jede/r für sich beantworten muss.
Mit freundlichem Gruß
N. N.
Bereichsleiterin
Landeshauptstadt Hannover
Fachbereich Umwelt und Stadtgrün
Bereich Städtische Friedhöfe
Garkenburgstraße 43
30519 Hannover
25.01.2015 – Alles Essig. Teil 2 der Serie „Home-Office – Fluch ohne Segen“
Ein besonders groteskes Beispiel der Flucht aus dringend notwendiger Erwerbsarbeit in alberne Haussäuberungsaktionen, die so eben nur bei Home-Office passieren kann, ist bei mir das Fensterputzen. Das Arbeitszimmer meiner Wohnung geht nach vorne raus, zu einer Durchgangsstraße mit mehr als 20.000 Autos Belastung pro Tag.

20.000 pro Tag

Früher hab ich sogar ne Bürgerini gegründet und mit nem Transpi dagegen protestiert.
Vergebens. Das komplette umliegende Viertel wurde rotgrünalternativ verkehrsberuhigt, alles wurde in besagte Durchgangsstrasse umgeleitet. Mir jetzt egal, bin eh halbtaub. Der anfallende Feinstaub nervt mich nur soweit, als das Fenster meines Arbeitszimmers eine Stunde nach Säubern sofort wieder so dreckig ist, dass ich im Internet recherchieren muss, ob bei mir gerade Tag oder Nacht ist. Ich seh das gelassen, der Dreck isoliert und spart Heizkosten. Und Umwelt ist mir egal, ich hab nach hinten raus einen Garten.
Aber immer wenn eine Sonnenfinsternis sich anbahnt, putze ich meine Fenster.
Oder wenn mit Rosmarin-Öl verschmierte Originalunterlagen für einen überfälligen Förderantrag neu besorgt und/oder ausgefüllt werden müssen. Fensterputzen. Das ist grotesk.
Mit Essig übrigens. Essig ist der Wahnsinn. Billig, ein Liter kostet 30 Cent, Sidolin streifenfrei der Liter 4 Euro. Essig ist gesund und wirkt antibakteriell. Essig ist Essigsäure C2H4O2 in wässriger Lösung und die Alkohol( C2H5OH)-Freunde mit Chemiegrundkurs ahnen: auch da hat der böse Allehol seine Finger drin. Jede kennt das, am Geruch: lässt man Wein länger offen stehen, grätschen Bakterien den Alkohol zu Essig um.
Essig riecht auch wesentlich angenehmerer als die Chemiekacke. Ich sage nur: Klowürfel. Oder Raumspray. Kotz. (Gibt es eigentlich noch Intimsprays? Mit Himbeeraroma?) Einziger Nachteil: Immer wenn ich Salat anmachte, hatte ich wegen des Essiggeruchs das Bild meiner Toilette, die ich damit säubere, vor Augen. Der vice-versa Transfer „Toilettesäubern – Salatbild“ klappt natürlich nicht.

Die Lösung – Himbeeressig.
500 Milliliter allerdings guten und neutralen Essigs auf 500 Gramm Himbeeren, paar Wochen abgedeckt ziehen lassen, filtrieren, fertig. Hier der Ansatz vom April 2014, mit TiKo Himbeeren. Sonst immer Öko aus dem Garten. Hat mittlerweile rubinrote Farbe eines alten Bordeaux und ein Himbeeraroma, das an excellente Tavel Roséweine erinnert.
Was übrigens auch ein beliebtes Instrument zum prokrastinieren ist: Diesen Blog hier vollzukritzeln.