
Pettenkofer-Gedenkmünze, 5 D-Mark, Silber, 1968. Max Pettenkofer war als Epidemiologe der Vater der Stadthygiene. München verdankt ihm seine Kanalisation und eine zentrale Trinkwasserversorgung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt München als eine der saubersten Städte Europas, während in Hamburg die Choleraepidemie von 1892 tausende Menschen tötete. Natürlich überwiegend in Armenvierteln, wo die Hygiene ohnehin verheerend war. Diese Gedenkmünze bekam jedes Mitglied des SCHUPPEN 68 bei der Gründungsparty am 6.8.68 überreicht. Ich habe meine Münze immer behalten.
Heute ist sie bei Ebay 35 Euro wert, das Vierzehnfache. Die Reallöhne sind seitdem um das dreifache gestiegen. Die Zahl der Millionäre hat sich seitdem ungefähr verzehnfacht.
Silber in kleiner Stückelung gehört für Krisenzeiten zur Standardrücklage. Wenn Papiergeld nichts mehr wert ist, wenn wir mal den zivilisatorischen Gau annehmen, nützen Ihnen, liebe Leserinnen, Goldbarren auch nicht mehr viel im Alltag. Wollen Sie mit einem Unzenbarren Gold Brot kaufen gehen? Das Teil ist aktuell 5000 Dollar wert (1968 waren es ca. 40 Dollar). Da liegen Sie mit einer Unzen-Silbermünze besser, da kann der Brotdealer Ihres Vertrauens in Krisenzeiten schon besser einigermaßen passend Brot drauf rausgeben. Die Unze Silber liegt im Moment bei ca. 80 Dollar. 1968 kostete die ca. 2 Dollar. Soviel kurz zu Maß- und Wertverhältnissen im entfesselten Kapitalismus.
Falls Sie einen Goldbarren besitzen, investieren Sie den lieber in Survivalkurse als drauf zu hoffen, den in Notfällen versilbern zu können. Kurse wie „Überleben in Krisenzeiten in der Wildnis oder im eigenen Garten“. Wer nicht so drauf steht, in Schlingen gefangenen Kaninchen das Fell über die Ohren zu ziehen, sollte Brotback-Kurse belegen. Und wer der Meinung ist, dass ein Überleben unter derartigen Umständen grundsätzlich nicht wünschenswert ist, sollte den Barren in Morphium investieren.
„Derartige Umstände“ meint unter anderem atomar geführte Kriege, die aktuell nach dem Auslaufen des New-Start-Vertrages noch wahrscheinlicher als ohnehin geworden sind . Der Ami setzt offensichtlich drauf, den Russen kaputt zu rüsten. Das hat in den Achtzigern prima geklappt. Damals ist das Reich des Bösen sang- und klanglos unter anderem unter der Last der Rüstungskosten implodiert. Damals waren allerdings auf beiden Seiten keine Verrückten an der Regierung, sondern ganz normale interessengesteuerte Imperialisten. Gefährlich genug und das hätte auch böse ins atomare Auge gehen können. Aber ist ja nochmal halbwegs gut gegangen. Ob es das ein zweites Mal tut, wo wir es mit schlimmeren als normalen, nämlich verrückten Imperialisten zu tun haben, darauf würde ich im Moment keine Wette eingehen. Also bin ich gerade dabei mir ein Survivalkit zuzulegen.
Vorrangig natürlich für den Fall, dass hier mal für eine Woche der Strom ausfällt, wie neulich in Berlin. Sabotage. Der Russe. Oder Linksextreme. Chinesen. Rechtsextreme. Islamisten. Weltuntergangssekten. Was weiß ich, bin ich Jesus? Der Möglichkeiten sind viele und das Szenario ist erheblich wahrscheinlicher als das mit den atomaren Kriegen.
Drauf gekommen auf dieses ganze Armageddongedüstere bin ich bei der Suche nach einem neuen Radio. Warum nicht gleich ein Kurbelradio, für Krisenfälle? Läuft auch über Solar, kann man Stromunabhängig das Handy und dessen Taschenlampe mit aufladen. Bestimmt gibt es eine Version, mit der man auch Spiegeleier braten kann. Hier der Testsieger.
Also ich bin ganz vernarrt in das Ding und hoffe, dass ich das nicht umsonst gekauft habe!