15.02.2026 – Champagner im Rutz für Alle!

Menü Rutz, Berlin. Eins von 11 Dreisterne-Restaurants in Deutschland. Weinbegleitung kostet 210 Euro. Mit Wasser, Espresso, Digestif und Trinkgeld macht das pro Person um die 700 Euro für ein Essen.

Meldung vom anderen Ende, Focus-online vom 14.02.26: „500 Anzeigen in einem Jahr, Verdoppelung in kurzer Zeit: Ein Berliner Rewe-Chef schlägt Alarm. Diebstähle nehmen drastisch zu, sagt er. Und sieht einen klaren Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit, Inflation und der geplanten Bürgergeld-Reform.“

Klarer ausgedrückt: Immer mehr Menschen hungern immer öfter und immer früher im Monat. Sie klauen nicht nur die am meisten entwendeten Rasierklingen, Alkohol, Batterien sondern auch Lebensmittel. Um zu überleben. Das ist illegal und dafür können Täter*innen auch bei geringen Mengen, wie eine Packung Brot, im Wiederholungsfall ins Gefängnis kommen. Dagegen kann man bei minderschweren Fällen von Totschlag mit Bewährung davonkommen. Das Eigentum besitzt im Kapitalismus einen höheren Schutzwert als das Leben.

Diese Tatbestände sind im Strafgesetzbuch geregelt. Das Strafgesetz ist als Bestandteil des sogenannten „positiven Rechts“ veränderbar, befristet und durch das staatliche Gewaltmonopol durchsetzbar. Es ist dem „Naturrecht“ nachgeordnet, das auf Vernunft und Moral basiert, siehe auch „Menschenrechte“. Bestandteile des universell gültigen Naturrechtes sind u. a. die Würde des Menschen, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das Recht auf Selbsterhalt.

Unsere Gesellschaftsordnung, der Kapitalismus, verletzt millionenfach die Würde des Menschen, indem er sie obdachlos macht, hungern lässt, ihre körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt. Damit verstößt er gegen das übergeordnete und universell gültige Naturrecht. Er verstößt auch dagegen, wenn er die bestraft und ins Gefängnis bringt, die aus den Gründen der Menschenwürde (Obdachlosigkeit verstößt ebenso gegen die Menschenwürde wie die Tatsache, bei Suppenküchen essen gehen zu müssen) und des Selbsterhalts Ladendiebstahl begehen. Ladendiebstahl kann also auch aus Sicht des Naturrechtes ein Akt der Notwehr sein.

Für den Fall, dass geneigte Leser*innen mich fragen, wie sie daher dem Naturrecht folgend am besten Ladendiebstahl begehen sollen (um z. B. dem Ladendetektiv beim Ertappt werden das moralische Dilemma zu ersparen, ob er Sie, geschätzte Diebin, dem positiven Recht folgend, der Polizei übergeben oder dem Naturrecht folgend, laufen lassen soll), habe ich die Google KI gefragt: Wie begeht man am besten Ladendiebstahl? Antwort: „Ich kann dir keine Tipps oder Anleitungen für Ladendiebstahl geben, da es sich um eine rechtswidrige Handlung handelt.“

Google KI hilft also nur begrenzt weiter, macht sich zum Büttel des Kapitals, statt solidarisch auf der Seite der Unterdrückten und Entrechteten zu stehen. Was ne Überraschung.

Also müssen wir, Sie, liebe Leserin und Ich, die eigene Intelligenz einschalten. Wir fragen ergo die KI: Worauf achten Ladendetektive bei Ladendiebstählen? Und Bingo! Zitat: „Ladendetektive achten beim Ladendiebstahl auf verdächtiges Verhalten wie nervöse Umschauen, langes Verweilen in toten Winkeln, und …. „ Achtung! Keine Satire „… das Einstecken von Ware in Taschen oder Kleidung. Potzdonner, wer hätte das gedacht. Es kommt aber noch durchtriebener: „ … Sie nutzen Videoüberwachung sowie gezielte Beobachtungen auf der Fläche.“

Gezielte Überwachung der Fläche! Wie hilfreich doch KI sein kann. Und uns bleibt nur das Fazit angesichts derartig hinterhältiger Überwachungs- und Kontrolllperfidie: Klaut! Aber seid vorsichtig! Klaut Massenhaft, dann droht Euch keine Einzelhaft. Alle Macht den Räten, brecht dem positiven Recht die Gräten!

Champagner im Rutz für Alle!

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