03.07.2026 – AfD in Umfragen über 40 Prozent

In meinem Kühlschrank herrschen übersichtliche Verhältnisse: Wein und Sekt, Bier für Andersgläubige. Und eine Rose. Aus dem Garten, über Nacht im Kühlschrank gelagert, damit ihre betörende Schönheit länger hält. Wenn man den Tag mit etwas positivem, nämlich einem derartigen Anblick, beginnt, ist das eine Art visueller Schutzimpfung gegen die zeitnah anbrandende Flut der neuesten Nachrichten, bei denen man schon dankbar ist, wenn sie nicht mit der Verkündung des russischen Angriffs auf die Nato beginnen und man sich ärgert, dass man gerade erst letzte Woche seine Rheinmetallaktien abgestoßen hat.

Die ersten Nachrichten sind aktuelle Wahlumfragen : AfD in SA, Sachsen-Anhalt, 41 %, in Thüringen 40 %. In SA (hahaha, was für eine Ironie, das Kürzel!) sind in zwei Monaten Landtagswahlen.  Die SPD ist bis dahin locker unter der 5 Prozent Hürde, das reicht dann für die AfD zur Alleinregierung, zur Not unter Duldung der Wagenknechte.

Wir erinnern uns: Die NSDAP erreichte bei der letzten freien Reichstagswahl am 06.11.1932 knapp 33 Prozent. Bei der nicht mehr freien Terrorwahl am 05.03.1933 erreichte sie 43,9 Prozent. Zur Mehrheit benötige sie Steigbügelhalter aus dem bürgerlichen Lager, wie die Deutschnationale Volkspartei (DNVP), eine nationalkonservative, neoliberale Partei.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist das Verhalten der SPD, gerade und vor allem mit dem neuen Reformpaket, irrsinnig. Das ist Selbstmord aus Angst vor dem Tod. Dieses Reformpaket treibt die letzten Reste der Facharbeiter und „kleinen, hart arbeitenden“ (nicht meine Sprache!) Leute in die Arme der AfD. Allein die Schnapsidee mit der Krankmeldung ab dem ersten Tag, durch keinerlei Sachkenntnis und Fakten getrübt, zeugt von einer Abgehobenheit des Spitzenpersonals, jenseits aller Alltagserfahrungen von Frieda Normalverbraucherin, die einem die Sprache verschlüge, wäre man nicht ich. Beispiel Nils Annen, SPD-Staatssekretär  im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit , Studienabbrecher, weil zu dumm fürs Latinum, ex Juso Chef, antisemitischer Unterstützer des Mullah-Regimes in Iran, nie einem bürgerlichen Beruf nachgegangen, bis auf zwei Jahre Mitarbeit (hahaha) in der SPD-Friedrich-Ebert-Stiftung.

Das Spitzenpersonal der SPD mit ihren Dienstwohnungen in Berlin ist vollkommen abgehoben von der Realität der Frieda Normalverbraucherinnen dieser Republik, die z. B. unter irrsinnigen Mietpreishöhungen leiden. Beispiel Berlin, Angebotsmieten in den letzten 10 Jahren um plus 76,9 Prozent.   Die Reallöhne dagegen stiegen je nach Branche um lediglich 4 – 11 % im gleichen Zeitraum. Und was tut vor diesem Hintergrund der Alltagserfahrungen ihrer Restklientel die SPD? Beschließt die Kürzung des Wohngeldes mit. Usw. usf… So lässt sich das ganze aktuelle Reformpaket durchbuchstabieren als Verrat der SPD an ihrer Wählerinnenschaft.

Was dagegen verschont wird, sind Vermögen. Diese lächerliche Reichensteuer ist schon vom Namen her eine Lüge, besteuert sie doch (Spitzen-)Einkommen und nicht das reale gigantische Vermögen in der Republik. War das rotgrüne Reformpaket der Agenda 2010 eine riesige Ausweitung der prekären Zone in der Republik, ein Angriff auf die Abgehängten, so ist die aktuelle Agenda 2035 (?) ein Angriff auf die Mitte der Gesellschaft, mit ein paar Brosamen als Versuch, Sand in die Augen zu streuen. Die großen Vermöge werden geschont, die Karawane zieht weiter. Dem Abgrund entgegen.

Und hier, kurz vor dem Abgrund sozusagen, schließt sich der Kreis, denn Sie, liebe Leserinnen, werden jetzt verstehen, warum die Lagerverhältnisse in meinem Kühlschrank so aussehen, wie sie aussehen. Boris Pistorius hat auf die Frage, ob er zu Hause kriegstüchtig sei, verkündet, dass er und seine Frau ein paar Tage durchhalten könnten. Vor allem für Wasser sei gesorgt.

Was zum Teufel soll ich mit Wasser, wenn der Russe kommt?

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