
Aus dem Archiv: HAZ, 08.03.2014. Über die Gründung des Sackkarren-Service. Neben dem Witze-Verleih sicherlich eine meiner besten Geschäftsideen. Der analoge Service, sich quasi antizyklisch zum E-Scooter-Irrsinn durch Szeneviertel von Kneipe zu Bar zu Club karren zu lassen, dabei Drinks aus dem legendären Bauchladen zu ordern, schien mir genial zu sein. Zumal er bundesweit praktizierbar ist, von Kreuzberg über St. Pauli bis Nippes. Optional als Partner*innenbörse nutzbar. Angesichts der Fülle meiner genialen Geschäftsideen ist es mir nach wie vor ein Rätsel, wieso ich noch nicht Milliardär geworden bin. (Ich hatte den Artikel schon mal 2017 im Blog dokumentiert , im Zusammenhang mit der Eröffnung der IGA in den Gärten der Welt in Marzahn. Nach wie vor auf Grund ihrer Lage tief im Berliner Osten, kurz vor Asien, ein Geheimtipp. Absolut sehenswert).
Statt also Milliardärsmässig bei dem Schweinewetter an Karibikstränden zu chillen oder wenigstens auf Malle, wo ohne Ende fast sommerliche Temperaturen herrschen, mache ich mir hier für lau den Kopp über die AfD und andere Alpträume. Neulich gingen mir die hilflosen Mainstream-Floskeln, verabreicht als Bürgerpresse-Beruhigungspillen für die irritierte Mitte der Gesellschaft, zum unaufhaltsamen Aufstieg der AfD durch den Kopf.
Es fing an mit: AfD viel zu unbedeutend, die schaffen es nie in die Parlamente.
Als die AfD flächendeckend drin war, hieß es: Keine Panik, alles Protestwähler.
Als sich herausstellte, jede Menge veritable Faschisten, kam die glorreiche Parole: Keine Panik, die haben ihr Wählerpotential so gut wie ausgeschöpft.
Als sich herausstellte, dass auch das reiner Blödsinn ist, kamen irgendwelche stabilen Genies auf die famose Idee: Keine Panik, wenn die erstmal irgendwo mitregieren, entzaubern die sich von selbst und der Spuk ist vorbei.
Wie prima das klappt mit dem Entzaubern, sieht man in Ungarn, Italien, Frankreich, USA, etc. wo Rechtsextremisten seit Jahren in Verantwortung auf vielen staatlichen Ebenen stehen und es den Mob einen feuchten Kehricht kümmert, was die da für Mist bauen. Der Mob hat sich entkoppelt von rationaler Wahrnehmung und realer Politikgestaltung, er sucht und braucht die Erregung als psychopolitisches Moment. Was ein wechselseitig sich verstärkender Prozess ist, AfD und Wahlmob schaukeln sich kommunikativ gegenseitig in einer Erregungsspirale hoch.
Insofern wäre es natürlich ein weiterer Demokratie-GAU, wenn die AfD irgendwo in der Ostzone im nächsten Jahr in Regierungsverantwortung eingebunden würde und sei es als Dulderin einer CDU-geführten Minderheitsregierung. Dadurch erhielte der Mob das oberste staatliche Anerkennungssiegel, müsste sich nicht mehr wie früher verdruckst in braunen Ecken rumdrücken und verschweigen, dass er Naziwähler ist. Karrierebeamte würden auf Ticket der AfD befördert. Die wäre an den Steuer-Fleischtöpfen der Nation und würde sofort an den gesellschaftlichen Umbau von Kultur, Bildung und Wissenschaft gehen, um ihr oberstes Ziel zu erreichen: Die kulturelle Hegemonie in Staat und Gesellschaft. Alles weitere ergibt sich. Als erstes die Zivilgesellschaft.
Ich bin mal gespannt, was den obig zitierten Mainstream-Floskel-Verbratern als nächstes einfällt, wenn sie merken, dass das mit der Beruhigungspille „Die entzaubern sich von selbst“ auch nicht funktioniert:
Es wird schon nicht so schlimm kommen, da sind ja ein paar Vernünftige dabei? Wer sich nichts zuschulden kommen lässt, dem wird auch nichts passieren?
Ich hätte da einen relativ finalen Beruhigungspillen-Vorschlag:
Nach dem Krieg ist der ganze Spuk verschwunden, das war bei Adolf Nazi doch genauso










