26.12.2023 – Fröhliche Jahresendzeit, liebe Leserinnen.

Christbaum, irgendwo in Deutschland. Weihnachten sagt mir nicht viel, weder muss ich einen auf krampfhaften Anti-Establishment-Revoluzzer eines „Blödes Konsumterrorfest“ machen noch auf rührselige Kindheitserinnerungen „Kling Glöckchen Klingelingeling“ oder gar auf „Christ ist geboren“ Sakral-Kitsch. Den Anblick eines geschmackvoll geschmückten Christbaumes weiß ich zu würdigen. Der Ursprung des Christbaumes liegt bei den Römern, die mit immergrünen Gewächsen den persischen Sonnengott Mithras feierten. Als urdeutscher Brauch setzte er sich in der Epoche der Romantik endgültig durch und erleuchtete von da aus im Laufe der Jahre die ganze Welt. Bis nach China, wo das dortige KP-Regime vor diesem fremdländischen Brauch warnt und stattdessen lieber »Die Schlacht am Changjin-See« feiern möchte, ein Film über den erbitterten Kampf zwischen der freiwilligen chinesischen Volksarmee und den US-Streitkräften während des Koreakriegs. Nationalbolschewistischer Patriotismus-Kitsch.

Zielführender war da eher der antifaschistische Einsatz von sogenannten „Christbäumen“ im 2. Weltkrieg. So wurden die Leuchtsignale genannt, die die Alliierten Kampfverbände über Nazi-Deutschland abwarfen, um bei einem Bombenangriff das Angriffsgebiet zu markieren. Was mit Sicherheit wirkungsvoller war als der spätere bürgerlich-alternative Lichterketten-Antifaschismus, dessen einzige Gefahr für die Neonazis darin bestand und besteht, dass sie sich darüber totlachen.

Im Stall, in dem das Jesuskind geboren wurde, so der Sakralkitsch, stand mit Sicherheit kein Christbaum. Die eilige Familie hatte sich ja nach Bethlehem begeben zur Volkszählung unter der Ägide des Herodes. Der ließ in der Folge der Geburt Jesus, dem angeblichen König der Juden, alle Neugeborenen ermorden, um mögliche Thron-Konkurrenten aus dem Weg zu räumen, ein im Tierreich nach wie vor übliches Verfahren. Der Alte killt die Brut eines anderen, um das Weibchen für eigene Brut empfänglich zu machen.

Maria und Joseph flüchteten daraufhin mit dem Nachwuchs nach Ägypten, aus Bethlehem, in den heutigen Palästinensischen Autonomiegebieten. Ob das von bibeltreuen Christen als Zeichen und Legitimation gesehen wird für eine geplante ethnische Säuberung des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens von Palästinensern, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist, dass die eilige Familie von da ab den Status von Flüchtlingen, politisch Verfolgten, innehatte. Durchaus möglich, dass Joseph auch Armutsmigrant war und sich als Wirtschaftsflüchtling in Ägypten bessere Erwerbsmöglichkeiten erhoffte. Dass dieser christliche Mythos von Parteien mit dem „C“ für „Christlich“ im Namen als Zeichen und Legitimation gesehen wird für die massenhafte Aufnahme auch von Wirtschaftsflüchtlingen und bevorzugt aus dem palästinensischen Kulturkreis, ist unter den gegenwärtigen Bedingungen eher nicht zu erwarten.

Gegenwärtige Bedingungen heißt: Die Asylanträge in der EU nähern sich dem Rekordhoch.

Die Zahlen werden steigen, auf Rekordniveau, sei es aus Kriegsgründen wie in der Ukraine, im Sudan, Jemen, Myanmar, Palästina, aus Armut wie in Afrika oder aus Klimagründen wie demnächst aus allen Küstenregionen der südlichen Halbkugel. Das trifft auf einen weitgehend demokratischen Kontinent, Europa, der allmählich in eine kulturelle Hegemonie neofaschistischer Gedanken, Wünsche, Phantasien abgleitet, flankiert von realpolitischen Machtübernahmen der dazu passenden Parteien. Ein Cocktail, der übles befürchten lässt.

Was den Flüchtenden herzlich egal ist.

Sie kommen. Sie kommen zu Land, zu Wasser, aus der Luft. Sie kommen allein, als eilige Familie, in Trecks, in Booten, in Kühllastern, durch eiskalte Sümpfe, über Stacheldrahtzäune, über Minenfelder. Sie lassen sich nicht durch Folter und Mord in Libyen aufhalten, durch Prügel in Griechenland, durch Versklavung in Afrika usw. usf. Ich könnte das hier noch lyrisch auswalzen, aber das landete dann in der Abteilung „Sakral-Kitsch und ähnliches“.

700 Millionen Menschen leben in absoluter, direkt existenzbedrohender Armut, Tendenz steigend. Eine Milliarde leben in küstennahen Regionen, direkt oder mittelbar vom Anstieg der Meere bedroht, Tendenz steigend.

Was jetzt schon von AfD und Mitte der Gesellschaft als Asylanten“flut“ bezeichnet wird, ist nur ein „Rinnsal“ im Vergleich zu dem „Tsunami“, der sich da aufbaut.

Fröhliche Jahresendzeit, liebe Leserinnen.

24.12.2023 – Fröhliche Weihnachten!

Bambus im Garten, vom Orkan gefällt. Bambus ist eigentlich sprichwörtlich für sein biegsames Spiel im Wind bekannt. Eher fällt es Millionen starrer, unbeugsamer doitscher Weihnachtstannen und Fichten im Sturm als es den geschmeidigen Chinesen-Bambus umhaut. Nun aber doch. Sowas hab ich hier noch nicht erlebt. Ene mene tekel upharsim? Der Boden im Garten kann den Regen gar nicht mehr fassen, ist so vollgesogen und glitschig, dass ich schon zweimal ausgerutscht und auf die Schnauze geflogen bin. Der Teich läuft dauerhaft in einem Rinnsal über, demnächst werden wahrscheinlich die Fische da drin im Regen ersaufen. Ich warte nur darauf, dass der nächste Orkan das Dach abdeckt und Regenfluten das Haus innerhalb kurzer Zeit in den nahegelegenen Fluss spülen. Oder dass mich die nächsten Hitzewellen im fortgeschrittenen Alter dehydrierend an Kreislaufschwäche final die Kuchengabel (ich liebe Süßigkeiten!) weglegen lassen. Von wegen nach mir die Sintflut. Wir sind mittendrin. Eine Hiobsbotschaft jagt die nächste.  Die Kerosinpreise z. b. steigen! Mein nächster Flug wird teurer.

Ob Korfu auch in den Sintfluten absäuft? Wenn der gigantische Eisschild in der Westantarktis schmilzt, steigt der Meeresspiegel in kurzer Zeit um 5 – 7 Meter. Im Erbgut von Oktopussen sind Biologen auf ein Indiz für diese mögliche weltweite Katastrophe gestoßen: Im Erbgut fanden Biologinnen Spuren, die darauf hindeuten, dass es zur großen Eem-Warmzeit vor 120.000 Jahren den Eisschild, der heute die Westantarktis bedeckt, nicht gegeben hat. Da die Temperaturen heute ähnlich sind, kann sich das wiederholen: Der gigantische Eisschild taut, rutscht ins Meer, schmilzt und das Meer steigt um 5 – 7 Meter an. Good Bye New York, Kalkutta, Shanghai. Und Korfu. Zumindest die Orte, die jetzt privilegierte Strände an der Küste sind. Wohl den Dörfern, die still und abgeschieden auf den Ölbergen im Innern liegen.

Wo bleibt das Positive?

Weihnachten! Ich liebe Weihnachten! Weihnachten ist das Fest der süßen Liebe. Also der Liebe zu den Süßigkeiten. Und nach Weihnachten kommt mit zyklischer Sicherheit all das Gebäck, Schokolade, Marzipan etc., was bis zum 24. nicht verscherbelt wurde, mit fetten Rabatten auf den Markt. Meine Zeit! Das ist ein ebenso ehernes Gesetz, wie zu Weihnachten die innerfamiliäre Gewalt zunimmt. Die Frauenhäuser haben regen Zulauf von grün und blau geprügelten Frauen, können des Ansturms gar nicht Herr (!!) werden, weil Zuschüsse gekürzt werden. In Krisenzeiten müssen wir alle den Gürtel enger schnallen. Wobei sich viele schon lange keine Gürtel mehr leisten können und eh schon aus dem letzten Loch pfeifen.

Auch das „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ der Weihnachtsmärkte gehört zum Fest der Liebe. Gerne erinnere ich mich an meinen Versuch neulich, den Kölner Weihnachtsmarkt am Dom zu entern, der aber 5 Minuten nach Öffnung schon völlig überlaufen war. Wie sollen sich in dieser Enge eventuelle Friedens-Botschafter der Hamas entfalten können, die gerne den Solidaritätsaufrufen der hiesigen feministischen Linken Folge leisten und hierzulande für Bombenstimmung sorgen. Selten habe ich staatliche Repression so sehr herbeigesehnt wie gegen diese widerlichen pseudolinken Faschismusunterstützerinnen…

Wovon ich mir aber meine Sylvester-Laune nicht verderben lasse. Ich liebe Sylvester! Wenn in meiner Wahlheimat Berlin ausgelassene arabische Sonnenallee-Heiterkeit wieder den Höhepunkt erreicht und in fröhliche antisemitische Pogrom-Stimmung mündet. Diese Riots werden der AfD zur nachgeholten Berlin-Wahl am 11.02.24 Rekordergebnisse bescheren und für ordentlich Rückenwind zu den Wahlen in der Ostzone und zur Europawahl 2024 sorgen.

Fröhliche Weihnachten!

23.12.2023 – Das Merz-Komplott

BILD

Evangelische Zeitung 22.12.23 „Landesarmutskonferenz lädt Merz zu Bürgergeldaktion in Hannover ein“.

Das ist richtig und wir haben ihm sogar angeboten, dass er mit seinem Privatflieger in der Innenstadt von Hannover landen kann. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die ganze Geschichte hier exclusiv für Sie, liebe Leserinnen:

Friedrich Merz ist bekanntlich einer der klempnerfeindlichsten CDU-Vorsitzenden der letzten Jahre, hatte er doch die Klempnerinnung unlängst gröblichst beleidigt, indem er sie auf eine Stufe mit der politischen Nulllösung Olaf Scholz stellte: „Sie sind ein Klempner der Macht“.

Diese Arroganz offenbart die ganze Missachtung von harter, ehrlicher Arbeit durch den ehemaligen Finanzspekulanten Merz. Eine derartige Unverschämtheit muss bestraft werden und so vereinbarte ich mit einer Klempner-Gang folgendes: Ich locke ihn aus dem Haus, siehe Bürgergeld-Aktion, sie suchen in der Abwesenheit sein Haus auf und verbinden seine Dusche mit dem Abwasserrohr. Wenn er also zurückkommt, dreht er als erstes die Dusche auf, um sich vom Schmutz der Nähe zum Pöbel zu befreien, und aus der Dusche quillt Scheiße. Natürlich sind da Kameras installiert, die die Bilder des braungesprenkelten Merz ins Internet übertragen. Es heißt ja auch schon im Volkslied: Im Merzen der Bauer die Rößlein anspannt und verteilt die Gülle über das Land. Damit ist Merz als Kanzlerkandidat erledigt. Die Kosten für unsere Aktion tragen übrigens sein Nachfolger, der dämonische Söder, und die ihn nach wie vor zu Recht verachtende Angela Merkel, die übrigens kurz vor der nächsten Bundestagswahl aus der CDU austritt und dann bei Fridays for Future mitmacht.

Mich überrascht im Mediengeschäft eigentlich nichts meher, dieses aber doch:

junge Welt, Ausgabe vom 28.12.2023. Heute haben wir den 23.12, diese Ausgabe kommt also aus der Zukunft! Das bedeutet, dass in ihr auch die Lottozahlen vom 27.12.2023 veröffentlicht sind. Die gebe ich dann also am 27.12 ab…. Der Jackpot beträgt da aktuell 35 Millionen Euro. Die Aktion am 28.12 ziehe ich noch durch und dann ….

Und ab hier wird es interessant: Was würde ich anders machen mit x-Millionen? Eine der häufigsten Fragen und Phantasien im Lande. Was wäre, wenn… Oder auch: Wer bin ich? Eine der Grundfragen der Philosophie, die ja die Basis für die Beantwortung der Eingangsfrage bildet. Bin ich ein solidarischer Mensch, teile ich das Geld. Oder finanziere sinnvolle Projekte, wie „Bring mir den Kopf von Friedrich Merz“. Bin ich phantasielos, mache ich eine Weltreise. Bin ich konventionell, kaufe ich mir ein Häuschen im Grünen. Usw. usf. , das Prinzip dürfte klar sein. In der Beantwortung dieser Frage entfaltet sich Ihre Persönlichkeit. Was für viele eine Bedrohung sein dürfte

Ich werde es Sie, liebe Leserinnen, am 31.12 wissen lassen, was ich mit der Kohle mache. Ich muss jetzt los, die Landebahn in der City fertigmachen. Schönes Wochenende.

21.12.2023 – Friedrich Merz kommt zur Bürgergeld-Aktion „Armut? Nein Danke!“ in Hannover!

Entwurf Weihnachtspostkarte: LAK/design@in-fluence 2023

Friedrich Merz kommt zur Bürgergeld-Aktion „Armut? Nein Danke!“ in Hannover! Vielleicht …. . Eingeladen haben wir ihn jedenfalls, und Geistesverwandte wie Christian Lindner. Und Sie, liebe Leserinnen, kriegen die Info exclusiv vorab. Hier die Einladung:

Betreff: Einladung Landesarmutskonferenz Aktion Bürgergeld 28.12.2023

friedrich.merz@cdu.de

Sehr geehrter Herr Merz,

die Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen lädt Sie und andere Politiker*innen herzlich ein, an unserer Aktion zur Erhöhung des Bürgergeldes ab 01.01.2024 teilzunehmen. Sie findet am 28.12.2023 um 11 Uhr in Hannover am Kröpcke statt, fußläufig 5 Minuten vom Hauptbahnhof.

Wir präsentieren bei dieser Aktion auf einer Tafel die Tagesration Ernährung für Bürgergeld-Bezieher*innen ab 01.01.2024 und wollen dadurch mit Medien, Bürger*innen und Politiker*innen ins Gespräch kommen.

Ziel der Aktion und der Gespräche: Wir wollen verdeutlichen, dass das Bürgergeld auch nach der Erhöhung weder für eine gesunde Ernährung noch für das soziokulturelle Existenzminimum ausreicht. Expert*innen gehen davon aus, dass das Bürgergeld um mindestens 200 Euro erhöht werden muss.

Wir sind der Ansicht, dass sich alle Akteure dieser Diskussion ohne ideologische Scheuklappen stellen sollten. Die bisherige, mitunter faktenreduzierte Diskussion hatte oft das Ziel, Menschen mit geringem Einkommen gegen Arbeitslose auszuspielen. Diese Spaltung ist demokratiegefährdend und menschenverachtend. Durch Ihre Anwesenheit setzen Sie ein Zeichen dagegen! Bitte geben Sie uns rechtzeitig Bescheid, ob Sie dabei sind, damit wir die berichtenden Medien informieren können.

Anbei als kleine Aufmerksamkeit unsere Weihnachtspostkarte.
Danke und bis zum 28.12!

Mit besten Grüßen

18.12.2023 – Still erleuchtet jedes Haus

Frieda’s mobile Donnerbalken. Hier sitzen Sie First Class. Bitte warten, Sie werden platziert!

Quedlinburg, Ostzone, Weihnachtsmarkt in der Altstadt. Mit über 2000 Fachwerkhäusern aus 8 Jahrhunderten Weltkulturerbe und eines der größten Flächendenkmäler in Deutschland. Wenn schon Weihnachtsmarkt, dann aber richtig, zumal sich gerade in solch großflächigen Anklumpungen stimmungsvoller Erhabenheit dem Humor-Connaisseur immer wieder köstliche Pretiosen erschließen, wie „Frieda’s mobile Donnerbalken“.

Sie leben noch, die innerdeutschen Unterschiede, die leider keine Grenzen mehr sind. In der Ostzone wurden Gäste früher in jedem Restaurant platziert. Ein Ritual, dass dem BRD-Insassen völlig fremd war und dem sich daher der Donnerbalken-Scherzgehalt des „Sie werden platziert“ nicht in der notwendigen Tiefe entschlüsselt. Ich hätte mir vor Lachen beinahe in die Hose gemacht, hab’s aber gerade noch bis Frieda geschafft. Beim Preis von 1 Euro werden alte Genoss*innen auch gedacht haben: Non olet, der Kapitalismus macht selbst aus Scheiße Kohle.

Im Angesicht des hell erleuchteten mobilen Donnerbalkens gingen mir Eichendorffs Zeilen durch den Kopf:

Markt und Straßen stehn verlassen,

Still erleuchtet jedes Haus,

Sinnend geh‘ ich durch die Gassen,

Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen

Buntes Spielzeug fromm geschmückt,

Tausend Kindlein stehn und schauen,

Sind so wunderstill beglückt.

Eines meiner eindrücklichsten ersten Leseerlebnisse war „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Eichendorff. Das erschien mir damals, und bei Lichte betrachtet heute noch, nicht die schlechteste Existenz-Variante. Die bürgerliche Abwertung „Taugenichts“ bezieht sich ja nicht auf fehlende moralische Eigenschaften, sondern einzig auf die Weigerung, sich der Norm des kapitalistischen Erwerbslebens zu unterwerfen. Und angesichts der Verheerungen, die der Fetisch „Arbeit“ über die kapitalistische Welt gebracht hat und bringen wird bis zu ihrem bitteren Ende, scheint mir der Titel „Taugenichts“ eine derart über alle Maßen adelnde Bezeichnung, dass ich in den SCHUPPEN 68-Shop für 2024 das Angebot aufnehmen werde:

T-Shirt, mit Aufdruck „Taugenichts“, 68 Euro.

Eichendorff war Romantiker, eine ambivalente Geisteshaltung und Stilrichtung. Einerseits mit der Betonung von Gefühl, Leidenschaft, individuellem Erleben in ihrer Ablehnung der aufkommenden Moderne, Industrialisierung, und damit in der Abgrenzung von den Verstandeswelten der Aufklärung, eine eher Vernunftfeindliche Ideologie, auf die sich letztlich auch die Nazis bezogen.

Andererseits: Wo wären wir ohne Gefühl, Leidenschaft, individuellem Erleben, ohne unsere inneren Welten der Transzendenz, der Spiritualität, der Seele als Antipodin des Verstandes. Und so war ich Frieda’s mobilem Donnerbalken für ein doppeltes Gefühl der Erleichterung dankbar, nämlich auch dem Gefühl: Gut, dass wir auch mal über den Taugenichts als mögliche Figur der Erlösung vom kapitalistischen Joch geredet haben.

Nieder mit der Arbeitswut! Es lebe das Taugenichtsen.

Hier aber endet Eichendorff, gerät die gesamte Romantik an ihr immanente Grenzen fehlender Ideologiekritik. Ideologiekritisch müssen wir Eichendorffs Zeilen natürlich angesichts der massenhaften traumatisierenden Armut gerade in der Weihnachtszeit und gerade für Kinder, die wenig bis nichts geschenkt kriegen, wie folgt ergänzen:

….

Tausend Kindlein stehn und schauen,

Sind so wunderstill beglückt.

400 Kindlein stehn und trauern,

Sind so würdelos bedrückt.

15.12.2023 – Es ist mir ein Rätsel, wieso ich noch nicht Milliardär geworden bin

Aus dem Archiv: HAZ, 08.03.2014. Über die Gründung des Sackkarren-Service. Neben dem Witze-Verleih sicherlich eine meiner besten Geschäftsideen. Der analoge Service, sich quasi antizyklisch zum E-Scooter-Irrsinn durch Szeneviertel von Kneipe zu Bar zu Club karren zu lassen, dabei Drinks aus dem legendären Bauchladen zu ordern, schien mir genial zu sein. Zumal er bundesweit praktizierbar ist, von Kreuzberg über St. Pauli bis Nippes. Optional als Partner*innenbörse nutzbar. Angesichts der Fülle meiner genialen Geschäftsideen ist es mir nach wie vor ein Rätsel, wieso ich noch nicht Milliardär geworden bin. (Ich hatte den Artikel schon mal 2017 im Blog dokumentiert , im Zusammenhang mit der Eröffnung der IGA in den Gärten der Welt in Marzahn. Nach wie vor auf Grund ihrer Lage tief im Berliner Osten, kurz vor Asien, ein Geheimtipp. Absolut sehenswert).

Statt also Milliardärsmässig bei dem Schweinewetter an Karibikstränden zu chillen oder wenigstens auf Malle, wo ohne Ende fast sommerliche Temperaturen herrschen, mache ich mir hier für lau den Kopp über die AfD und andere Alpträume. Neulich gingen mir die hilflosen Mainstream-Floskeln, verabreicht als Bürgerpresse-Beruhigungspillen für die irritierte Mitte der Gesellschaft, zum unaufhaltsamen Aufstieg der AfD durch den Kopf.

Es fing an mit: AfD viel zu unbedeutend, die schaffen es nie in die Parlamente.

Als die AfD flächendeckend drin war, hieß es: Keine Panik, alles Protestwähler.

Als sich herausstellte, jede Menge veritable Faschisten, kam die glorreiche Parole: Keine Panik, die haben ihr Wählerpotential so gut wie ausgeschöpft.

Als sich herausstellte, dass auch das reiner Blödsinn ist, kamen irgendwelche stabilen Genies auf die famose Idee: Keine Panik, wenn die erstmal irgendwo mitregieren, entzaubern die sich von selbst und der Spuk ist vorbei.

Wie prima das klappt mit dem Entzaubern, sieht man in Ungarn, Italien, Frankreich, USA, etc. wo Rechtsextremisten seit Jahren in Verantwortung auf vielen staatlichen Ebenen stehen und es den Mob einen feuchten Kehricht kümmert, was die da für Mist bauen. Der Mob hat sich entkoppelt von rationaler Wahrnehmung und realer Politikgestaltung, er sucht und braucht die Erregung als psychopolitisches Moment. Was ein wechselseitig sich verstärkender Prozess ist, AfD und Wahlmob schaukeln sich kommunikativ gegenseitig in einer Erregungsspirale hoch.

Insofern wäre es natürlich ein weiterer Demokratie-GAU, wenn die AfD irgendwo in der Ostzone im nächsten Jahr in Regierungsverantwortung eingebunden würde und sei es als Dulderin einer CDU-geführten Minderheitsregierung. Dadurch erhielte der Mob das oberste staatliche Anerkennungssiegel, müsste sich nicht mehr wie früher verdruckst in braunen Ecken rumdrücken und verschweigen, dass er Naziwähler ist. Karrierebeamte würden auf Ticket der AfD befördert. Die wäre an den Steuer-Fleischtöpfen der Nation und würde sofort an den gesellschaftlichen Umbau von Kultur, Bildung und Wissenschaft gehen, um ihr oberstes Ziel zu erreichen: Die kulturelle Hegemonie in Staat und Gesellschaft. Alles weitere ergibt sich. Als erstes die Zivilgesellschaft.

Ich bin mal gespannt, was den obig zitierten Mainstream-Floskel-Verbratern als nächstes einfällt, wenn sie merken, dass das mit der Beruhigungspille „Die entzaubern sich von selbst“ auch nicht funktioniert:

Es wird schon nicht so schlimm kommen, da sind ja ein paar Vernünftige dabei? Wer sich nichts zuschulden kommen lässt, dem wird auch nichts passieren?

 Ich hätte da einen relativ finalen Beruhigungspillen-Vorschlag:
Nach dem Krieg ist der ganze Spuk verschwunden, das war bei Adolf Nazi doch genauso

13.12.2023 – Vom Ausstieg über den Umstieg zum Abstieg

Kornkammer, Kneipe in Köln-Nippes. Kneipennamen schreiben mit leichter Feder lyrische Spuren in den unwirtlichen Beton urbaner Wüsten. Kornkammer: Die Ukraine ist ja eine Kornkammer Europas, ja der Welt. Das dürfte sich in ein paar Jahren als Folge des Klimawandels erledigt haben. Wenn die Böden austrocknen, Stürme den ausgedörrten Mutterboden wegfegen und die brütende Sonne die Ähren auf den Halmen verbrennt, können da, wo jetzt noch goldene Weizenfelder sich sanft im Winde wiegen, dereinst vielleicht noch Agaven gedeihen.

 Dem Kampftrinker ist alles recht, ob Weizenkorn oder Agavenschnaps, Hauptsache, es brennt. Was also schert ihn der Klimawandel. Und da ist der gute Mann, Motto: Den Klaren sieht die Leber nicht, ehrlicher, weil konsequenter, als die ganze deutsche Klimadelegation in Dubai, die mitsamt ihren Lobbyisten vermutlich mehrere Jumbos füllt. Mit welchen Verbalverrenkungen die Bande da, orchestriert von den hiesigen Bürgermedien, den Begriff „Hoffnung“ im Zusammenhang mit dieser Micky-Maus-Veranstaltung namens Klimagipfel gequetscht hat, war schon hochnotpeinlich. Stand der Dinge heute 8.25 Uhr:

„Bei der Weltklimakonferenz in Dubai hat die Präsidentschaft einen Kompromiss-Beschlussentwurf zur Abstimmung vorgelegt, der zu einem »Übergang« weg von fossilen Energien aufruft. Länder wie Deutschland hatten die Nachschärfung im Vergleich zum vorherigen Textentwurf erreicht, setzten sich aber nicht mit ihrer Forderung nach einem weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas durch.“

Es gibt keinen Ausstieg. Es wird in vielen Teilen der Welt auch keinen Umstieg geben. Es gibt einen Abstieg, in die Klimahölle.

Wir leben in einer Veranstaltung, die sich Kapitalismus nennt. Der geht bekanntermaßen über Leichen; wenn es um Extremprofite geht, auch über die eigene, zum xten Mal das Marx-Zitat zum Kapital und Risiko : „ ….. für 100 Prozent (Profit) stampft es (das Kapital) alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“

Die großen Erdölkonzerne hatten 2022 einen Profit von ca. 200 Milliarden Dollar, Tendenz steigend, sie bauen ihre fossilen Aktivitäten ständig aus und reduzieren Investitionen in nachhaltige Energien. Ihre Aktienkurse steigen, die von nachhaltigen Investments sinken. Börsenkurse sind ohne Ausnahme Wetten auf die Zukunft. Bis 2030 können Erdölkonzerne mit einem Gewinn von bis zu 2 Billionen Dollar rechnen, ein Vielfaches des gesamten deutschen Jahreshaushaltes.  Das bedeutet für die Besitzer, die Aktionäre, zig Milliarden Zuwachs an Vermögen, teilweise für jeden einzelnen, siehe Scheichs in den Emiraten etc. Für Aufsichtsräte, Vorstandsmitglieder und Topmanagement bedeutet das zig Millionen Zuwachs an Vermögen, für jeden Einzelnen.

Glauben Sie, liebe Leserinnen, das lassen die sich von der durchgeknallten Antisemitin aus Schweden oder der wesentlich sympathischeren jungen Dame aus Pattensen bei Hannover, Anna Lena Baerbock, vom Brot nehmen? Wie würden Sie sich verhalten, wenn jemand Ihnen für die nächsten fünf Jahre ein Vermögen von 10 Millionen Euro verspricht, risikolos, anstrengungslos?  Natürlich werden Sie jenseits aller lyrischen Schwüre sagen: Scheiß auf den Planeten, ich sack die Kohle ein, wenn es ganz schlimm kommt, wandere ich damit nach Neuseeland aus und kurz bevor ich sterbe, bereue ich tränenreich bei meinen Enkeln.

Selbst wenn in der Abschlusserklärung drinstünde: „Wir beginnen noch heute mit dem Ausstieg, fossile Energien werden sofort verboten, wer sich nicht daranhält, dessen Vermögen wird eingezogen und der (es sind zu 99 % Männer) wandert in den Knast“, würde sich nichts ändern. Die Staaten, auf die es ankommt, sind fast ohne Ausnahmen keine Demokratien. Wer sollte eventuell (?) geltendes Recht als Folge einer Abschlusserklärung mit welchen Mitteln wo einklagen und durchsetzen?

Ganz abgesehen von der frechen Arroganz, mit der „wir“, also die sympathische junge Frau aus Pattensen und der Rest der Gang, anderen vorschreiben wollen auf ihr Geschäftsmodell zu verzichten. Wo hierzulande die Gangster von der Autoindustrie, der Chemie, der Stahlindustrie nur zu husten brauchen und schon macht die gesamte Politik Männchen. Respektive, siehe Pattensen, Frauchen.

12.12.2023 – Seit 2005 ist die Pro-Kopf-Menge an Verpackungsmüll um 26 % gestiegen.

Zeitungsterben? Wenn es nur so wäre. Neulich am Kiosk, kleiner Ausschnitt an Druckerzeugnissen, die mehr als jede Analyse etwas über den Zustand der Gesellschaft aussagen. Auszeit, dieser Zeitschriften-Name steht für ein Programm. Ein Programm der Flucht in die Innerlichkeit, ins Reich der Träume, raus aus dem realen Leben, und wenn nichts mehr geht: Schönheit als Strategie. Phrasen ohne Ende, hohles Geschwätz zwischen Esoterik, Legasthenie, Egoismus und Nivea-Creme. Die Zeitschrift happi spirit by happinez (steht so da, hab ich mir nicht ausgedacht), Fachbereich Mindstyle, 6,95 Euro, hätte ich mir beinahe gekauft. Wegen des Artikels „Warum Essen Dich heilen kann“. Ausgerechnet Essen,  diese deprimierende Ruhrpott-Tristesse, soll mich heilen, wo mich doch Köln schon krank gemacht hat?!

Diese Zeitschriften stehen für eine Kapitulation des autonomen Ich vor der Gewalt der herrschenden Zustände. Es geht nur noch um Selbstoptimierung, um fit zu sein für das tägliche Rattenrennen ums Überleben im Kapitalismus. So spricht der Herr, das Kapital: „Und willst Du jetzt nicht achtsam sein, dann schlag ich Dir den Schädel ein.“

Ich suchte vergeblich nach Zeitschriften wie „Alle Macht den Räten, brecht dem Kapital die Gräten – Das Organ für ein radikales Sowjet-Deutschland“ oder „Macht aus dem Staat Gurkensalat – Die Zeitung für die fröhliche Anarcha“.

Nach meinem nächsten Kiosk-Besuch stelle ich die bunte Palette der Filosofie-Zeitschriften vor. Auch hier ein breites Angebot für Sinnsuchende in schweren Zeiten, in diesem Fall für die mit Notabitur. Da gibt es genauso viel Unsinn, nur etwas elaborierter formuliert.

Wir aber wenden uns der Tröstung für den Verstand zu, dem Reich der Fakten, Zahlen und Daten. Der Kirche der Vernunft, dem Statistischen Bundesamt, das mich um 8 Uhr MEZ mit der Nachricht beglückte:

„237 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf fielen 2021 in Deutschland an. Seit 2005 ist die Pro-Kopf-Menge an Verpackungsmüll um 26 % gestiegen“

Seit Jahrzehnten wird von allen Kanzeln gepredigt: Geht in Euch, tut Buße und vermeidet Müll, denn wehe, sonst ist der Planet dem Untergang geweiht.“

Und das kommt dabei raus.

Also, liebe Gemeinde, glaubt nicht den Tröstungen des Feuilletons, wo allerlei Geschwafel über die neuen Jugend-Generation Euer Hirn vernebelt, eine Generation, die angeblich keinen Bock auf Autofahren und Auto als Statussymbol mehr hat, die nachhaltiger lebt als alle zuvor und Müll vermeidet und nicht mehr fliegt etc. pp. blablabla. Alles dummes Zeug, es wird geflogen auf Teufel komm raus, die PKW-Zulassungszahlen kennen nur eine Richtung, nach oben, die SUVs sind jetzt schon größer als der durchschnittliche BuWe-Panzer und die Müllberge in Deutschland nehmen alpine Ausmaße aus.

Lesen Sie den Wirtschaftsteil, lassen Sie sich in den Verteiler des Statistischen Bundesamtes aufnehmen und machen sich dann ihre eigenen Gedanken.

Und morgen erzähle ich Euch ein Märchen aus Tausendundeine Nacht, aus Dubai, vom Klimagipfel. Das Märchen heißt „Wir retten die Welt“. Schnall Euch vorher an, es ist nämlich zum Totlachen.

11.12.2023 – In welcher Stadt steht der Kölner Dom?

Tipp: Die Antwort ist im Hinweis „Köln“ auf der Leuchttafel zu sehen. In keiner mir bekannten Stadt ist das Ankommen am Bahnhof so imposant wie in Köln: Vorne der Dom, hinten der Rhein. Berlin punktet da einerseits mit dem Blick auf Reichstag und Regierungsviertel, zum Europaplatz hingegen mit einer architektonischen Katastrophe: Hier wurde mit gesichtslosen Quadern für Jahrzehnte die Chance vertan, städtebauliche Metropolen-Akzente zu setzen. Hannover ist nach hinten öde und langweilig, nach vorne langweilig und öde und zusätzlich depressiv. Hamburg nicht besser, und bei kleineren Orten landen wir direkt in der Hölle. Selten bin ich strukturell so suizidgefährdet gewesen wie beim Ankommen in Bahnhöfen von Orten wie Erlangen, Braunschweig, Peine, Lehrte, Barsinghausen, Orte, die gesichtslos, kulturlos, meist menschenlos vor sich hindämmern, nicht unähnlich den armen gestrandeten Existenzen, die in ihrem Schatten ihr Dasein fristen.

Köln dagegen!

Empfand ich heuer allerdings auch eher als Depressionsbeschleuniger. Ich wollte gar nicht da sein, nur eine als solche empfundene Pflicht trieb mich dahin. Viel lieber wollte ich Zuhause unter der Bettdecke auf den Frühling warten als ausgerechnet nach Köln. Das ist keine Stadt, das ist ein Dauerzustand karnevalesker Kölsch-getränkter Korruption.

Es zog wie Hechtsuppe auf der Domplatte, saukalt, goss in Strömen und war unglaublich voll. Der Bahnhof ist viel zu groß für die Umgebung, wie eine Wurst da reingepresst, wie eine undichte Wurst, bei der aus allen Löchern die Menschlein quollen wie graues, aasiges Wurstbrät, das ohne Unterlass in den Wurstdarm nachgestopft wird.

Ich drängelte mich durch das Wurstbrät, um in den Dom zu gelangen, Luft schnappen, Transzendenz tanken. Keine Chance, das Wurstbrät, getrieben von vorweihnachtlich dumpfem Drang nach Spiritualität, drängelte sich in endloser Schlange davor, die Satelliten-Aufnahmen zufolge bis Bielefeld reichte. Weiter, zum Weihnachtsmarkt nebenan, am 4711-Haus. Besser passen Arsch und Eimer auch nicht zusammen als Weihnachtsmarkt und 4711-Haus. Meine Hoffnung, dass dieser würdelose Irrsinn meines derzeitigen Daseins auf Erden durch den Sprengstoffgürtel eines Islamisten, die ja wohl alle Weihnachtsmärkte auf Erden im Visier haben, beendet würde, war eine trügerische: Das Wurstbrät, vielfach mit Weihnachtskappen zur Kenntlichkeit verunstaltet, stapelte sich schon am Eingang in Mehrfachlagen. Es war wie vor Stalingrad, kein Durchkommen. Beißender Glühweingeruch stach mir in die Nase, vermutlich mit Riesengebläsen aus dem Keller des 4711-Hauses in die Welt gepumpt.

In allem Widerwärtigen aber liegt der Keim der Hoffnung: Schlimmer kann es doch gar nicht werden. Von wegen – Asche zu Asche, Hoffnung zu Hoffnung. Vor mir, neben der Wurstbrät-Schlange zum Dom, ein Pflastermaler.

 Neben zwei, drei Sätzen in Kreide zum Frieden auf Erden für alle, zeichnete er in niedlichen Herzchen die Farben der Flaggen von zahlreichen Staatengebilden. Zwei fehlten: Russland und Israel. Mag das Fehlen Russlands noch einem kühlen ökonomischen Kalkül geschuldet sein, war das Fehlen von Israel dem Antisemitismus des Schmierfinken geschuldet. Statt Israel prangte da in entsprechenden Farben: Free Palestine. Meint im Regelfall „Von Jerusalem bis zum Meer“ und ist eine knallharte antisemitische Codierung zur Auslöschung des Staates Israel und seiner Bevölkerung. Ich sprach den Mann mehrfach an, auf Deutsch und Englisch: Was ist mit Israel? Erntete aber nur: Nix versteh.

Wo ist die Ausländerpolizei, wenn man sie mal braucht. Mittlerweile war ich, wie Sie an diesem Zynismus sehen, in einem Zustand jenseits von Eden. Ich tröstete mich mit der Anerkennung dieser Pflastermalerei als perfektem Messinstrument für Effizienz, Ertrag und Stimmungslage. Wenn Sie genau hinsehen, erkennen Sie die Anzahl der Münzen auf den jeweiligen Landesfarben: Deutschland voran, gefolgt von Belgien und Holland, nahe bei Köln, Ukraine, Albanien (?) und Free Palestine. Diese Art der Malerei, Malen nach Fahnen, war mir neu. Ich find’s pfiffig. Bis auf den Antisemitismus.

Es wurde aber doch noch fast alles gut. Ein nächtlicher Spaziergang durch den Kölner Szenekiez Nippes enthüllte dessen durchaus vorhandenen Charme. Das ist aber eine andere Geschichte und bis dahin: Friede auf Erden. Zumindest den Hütten.

Den Palästen aber jenen Krieg, den sie tagtäglich aufs Neue säen.

08.12.2023 – Ein Blogeintrag mit Lachgarantie!

Aus dem Archiv: Asphalt 05/2013: Hannovers Chef-Satiriker agitiert mal wieder die Massen.

Die Diskussion um eine gerechtere Verteilung des Reichtums erinnert mich an das Krokodil im Badesee: Taucht regelmäßig auf, wird kurz heiß diskutiert und taucht ebenso regelmäßig völlig folgenlos wieder unter. Bis zum nächsten Mal. Im Moment fordern wieder alle Machtlosen dieser Erde machtvoll eine solidarische Beteiligung der Superreichen an der Finanzierung unseres Gemeinwesens. Sogar auf dem aktuellen SPD-Parteitag! Man sieht sie förmlich zittern, die Superreichen (ab 30 mio. Vermögen aufwärts). Aber nicht vor Angst um ihren Zaster, sondern vor Lachen. Für die ist der Anblick von SPD-Parteitagen vermutlich das, was für den aufgeklärten Citoyen und Zeit-Leser der Anblick der „Heute-Show“ ist: Eine amüsante Kabarettveranstaltung.

Die Geschichte oben ist 10 Jahre alt. Damals war die Situation schlimm, heute sind wir 10 Jahre weiter. Das nennt man Fortschritt. Alles ist wesentlich schlimmer geworden, mittlerweile kommen wir nicht mehr zum Durchatmen, Krise ist der Normalzustand und die Aussichten sind gruseliger denn je.

Das spiegelt ja auch dieser Blog wieder. Er ist mitunter satirisch, heiter, amüsant, vielleicht sogar zum Lachen, aber alles in allem ist der eine der trostlosesten Veranstaltungen, die ich kenne. Leute mit Depressionen sollten den auf jeden Fall meiden, sonst besteht Strickgefahr. Im Vergleich dazu ist Dantes Inferno eine Karnevalsveranstaltung: „Der Weltuntergang steht vor der Tür! Wolle mer ne roilasse? Tätäää und Narhallamarsch.“

Für meinen Blog gibt es eine Bezeichnung, die es nicht gibt, noch nicht: Er ist post-dystopisch. Ich hoffe nur, dass wenigstens ab und zu durchschimmert, dass die Lage aus meiner Sicht zwar hoffnungslos, aber keinesfalls ernst ist, dass in all dem Elend es in fast allen Regionen der Welt noch viel, viel elender zugeht, und dass es ein Heilmittel gibt: Action! Was tun. Rausgehen, Flagge zeigen, Chefsatiriker werden, lieber Hammern und Sicheln statt Jammern und Picheln. Was auch immer. Hauptsache action.

Action speaks louder than words  (Erst nach dem Lesen reinhören, es besteht die Gefahr, dass Sie nach vier Takten sofort tanzen müssen).

Aber als Ausgleich für die jahrelang erduldete Dusternis hier gibt es jetzt was zum Lachen, zum Totlachen, absolute Brüller aus meinem Witze-Verleih, dem einzigen der Welt. Chuck Norris Witze! Auf Anregung meines geliebten Neffen (Greetz, Digga!) hier ein paar der Besten. Chuck Norris wird Ihnen, liebe Leserinnen, vermutlich nichts sagen. Er ist eine ultrapeinliche Person , Kampfsportlermuskelpaket, erzreaktionär, gegen dessen Filme sind vermutlich die Rambofilme von der Message her sowas wie das Kommunistische Manifest. Über Chuck Norris gibt es jede Menge Witze, die aber mittlerweile so out sind wie Ostfriesenwitze. Mit denen, die immer extrem kurz seine Superkräfte zum Inhalt haben, wurde ich unlängst via soziale Medien belästigt und fand die auf einer speziellen Metaebene der Peinlichkeit zum Brüllen. Hier nun die Besten, legen Sie sich schon mal flach, sonst werden Sie flachgelegt, vor Lachen, von den besten Witzen des Universums:

Chuck Norris hat gestern die Schallmauer tapeziert.

Wenn Chuck Norris in die Steckdose greift, dann bekommt der Strom einen Schlag.

Chuck Norris benutzt Tabasco als Augentropfen

Chuck Norris kann den toten Winkel reanimieren

Wenn Chuck Norris Zwiebeln schneidet, weinen die Zwiebeln

Chuck Norris hat den Niagara Fall gelöst.

Chuck Norris kennt die letzte Ziffer von Pi. Persönlich.

Chuck Norris unterscheidet Atom- und Ökostrom am Geschmack.

Chuck Norris korrigiert die Rechtschreibfehler im Duden.

Versöhnliches zum Schluss: Ich habe ein neues Genre ins Leben gerufen. Anti-Chuck Norris-Witze. Hier der erste für Sie:

Chuck Norris ist die peinlichste Person des Universums. Er hat den Urknall.

Ich bin in der Weihnachtszeit mit meinem Witze-Verleih auf Deutschland Tour. Wenn ich in Ihre Stadt komme, liebe Leserinnen, und Sie Interesse an Chuck Norris-Witzen haben, fragen Sie mich einfach nach Bückware. Ostzonis und Pornofreaks  der alten BRD werden wissen, was damit gemeint ist  .