
Korfu Impressionen: Blick vom Balkon.

Bergdorf

Am Meer.
Früher hab ich darüber gelästert, wie man nur so blöd sein könne, seine Daten in der Cloud zu speichern. Mit dem Blog hier mitsamt Bildern mache ich letztlich nichts anderes. Bei Morgentemperaturen von um die Null Grad erwärmen solche Bilder-Erinnerungen zwar nicht die kalten Füße, aber das Gemüt. Wobei ich mich schon nach zwei, drei Tagen frage: War da mal was?
Stattdessen die kalte Realität der roten Paprika. Angesichts der explodierenden Lebensmittelpreise mit einem Höhepunkt von 10 Euro für das Kilo rote Paprika stellt sich die Frage der Subsistenzwirtschaft immer mehr. Also habe ich ein paar rote Paprika Setzlinge draußen stehen. Die sind extrem kälteempfindlich. Angeblich sterben die schon bei unter 10 Grad ab und sollen erst nach den Eisheiligen raus. Nun betreibe ich sämtliche Anbauaktivitäten streng wissenschaftlich, mit Tabellen, Dokumentationen, Listen etc. Wissenschaft heißt ja auch: Das vermeintlich Gesicherte immer wieder hinterfragen und überprüfen. Ich erinnere nur an die jahrzehntelange Legende vom hohen Eisengehalt beim Spinat . Also setze ich in einem Feldversuch rote Paprika niedrigen Temperaturen aus. Und siehe da: Das Zeug ist wesentlich resilienter als in der Fachliteratur behauptet wird. Die sind immer noch gesund und munter.
Eine schreibt vom anderen ab, ohne zu verifizieren, und so wächst, blüht und gedeiht vor allem der Unsinn in der Welt. Und meine Paprika. Das Gleiche gilt auch für andere Pflanzen. Eigentlich dürfte ich mich mit Paprika, Kohlrabi, Rote Beete etc. gar nicht abgeben. Letztlich geht es in einer Marktwirtschaft um den Tauschwert der Waren, um den maximalen Profit pro Quadratmeter Anbaufläche. Also kommt nach Lage der Dinge nur der Anbau von Safran, dem teuersten Gewürz der Welt, und Marihuana in Betracht. Beide mit einem Marktwert von über 10 Euro pro Gramm. Die alberne Legalisierungsdiskussion lassen wir hier außer Betracht. Es geht nicht um Recht und Gesetz, es geht um den Herrscher der Welt: Den Markt.
Im diesbezügl. Gesetzgebungsverfahren müssen in den Referentinnenrunden jede Menge Joints gekreist sein. Wie anders ist zu erklären, dass der Besitz von drei Pflanzen straffrei sein soll, immerhin mit einer potentiellen Ernte von ca. 300 Gramm, Marktwert über 3000 Euro, aber nur 30 Gramm von dem Zeug. In welchem Zeitraum eigentlich? Pro Monat? Pro Woche? Mit welchem THC-Gehalt? Da gibt’s Unterschiede wie zwischen Bier und Korn im Alkoholgehalt.
Niemand formuliert mehr exakt.
Peace.












