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02.06.2026 – Es reicht

Demo Hannover, 01.06.2026, vom Bündnis „Es reicht!“ Die Bundesregierung plant die massivsten Angriffe auf unseren Sozialstaat seit der Agenda 2010: Sie will an unserer Gesundheit und Pflege sparen, hart erkämpfte Arbeitsrechte wie Kündigungsschutz und 8-Stunden-Tag kippen, die Jugend- und Behindertenhilfe und unsere Renten kürzen.

400 Teilnehmende bei der Demo. Von geschätzt ca. 400.000 Menschen in der Region Hannover, die mehr oder weniger von den aktuellen und geplanten Kürzungen betroffen sind, von der Inflationsentwicklung, den Mietpreisen, von Arbeitslosigkeit, Altersarmut, Krankheit etc. pp.

400, ein Promille. Na dann, Prost auf den Erfolg der Proteste. Ich bin dabei. Ich liebe hoffnungslose Aktionen.

Die Agenda 2010 hatte vor 20 Jahren eine massive Ausweitung des Niedriglohnsektors, von prekärer Beschäftigung und Armut zur Konsequenz. Auf der anderen Seite explodierte der Reichtum. Die Zahl der Millionäre hat sich seitdem verdoppelt, auf ca. 2 Millionen. Genaue Zahlen sind schwierig zu ermitteln, Kapital ist ein scheues Reh. Im Zweifel liegt sie erheblich höher. Auf politischer Seite war die Agenda 2010 der Anfang vom Ende der SPD, die gerade auf den Misthaufen der Geschichte entsorgt wird. Deren Part als Volkspartei der Facharbeiter und des Mobs hat die AfD übernommen. Da bin ich gespannt, wie die Lage in 20 Jahren, nach der Agenda 2010 Teil 2, aussehen wird. Was werden das für Zeiten sein, in denen wir uns nach den heutigen Zeiten zurück sehnen werden ….

Und was hat uns gerade noch gefehlt und passt wie Arsch auf Eimer? Das hier: Die katholische Kirche lässt eine angebliche Marienerscheinung prüfen. Irgendwer in Aachen hat zu tief ins Messweinglas geschaut oder in die bischöfliche Domapotheke mit allerlei Psychopharmaka gegriffen und im Delirium was gefaselt von „Maria hilft Menschen in der Not“ , schon springen die Pfaffen drauf an. Ein sicheres Zeichen dafür, wie schlimm die Entwicklung werden wird, wenn wieder vermehrt Aberglauben und Götzen aktiviert werden. Religion ist Opium für das Volk. Aber Marihuana ist eindeutig besser geeignet. Prost. Darauf ein Dujardin.

Besser passend: Der heutige Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes mit dem Titel „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ enthält alarmierende Befunden: Die soziale Spaltung in Deutschland verschärft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut, die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent. Die wichtigsten Inhalte des Armutsberichts 2026 in aller Kürze:

Die Armutsbetroffenheit ist im Betrachtungszeitraum der letzten fünf Jahre auf ihrem Höchststand. Insgesamt 13,3 Millionen Menschen sind hierzulande von Einkommensarmut betroffen. Die Armutsquote liegt bei 16,1 Prozent.

Frauen sind mit 16,7 Prozent etwas häufiger von Armut betroffen als Männer mit 15,6 Prozent.

 Bei älteren Menschen ist die Situation unvermindert angespannt: Die Armutsquote liegt bei 19,5 Prozent. Damit ist inzwischen etwa jede fünfte Person ab 65 Jahren von Armut betroffen. Der Lebensabend droht zur Armutsfalle zu werden.

Ein-Personen-Haushalte und Alleinerziehende zählen zu den am stärksten von Armut betroffenen Haushaltstypen. Mit einer Armutsquote von 30,3 Prozent bei Alleinlebenden und 28,9 Prozent bei Alleinerziehenden ist jeweils rund jede dritte Person in diesen Lebenslagen betroffen.

 Aktuelle Vorschläge der Regierung zum Sozialabbau (z. B. bei Wohngeld und Unterhaltsvorschuss) drohen die Armut bei Gruppen, die ohnehin besonders von Armut betroffenen sind, wie ältere Menschen und Alleinerziehende zu verschärfen.