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04.06.2026 – Über Großereignisse wie Fußball WM, Olympiade und EXPO

Zum Thema Big Events: EXPO 2000 Hannover. Afrikanischer Pavillon. Eine einzige Party, wie die ganze EXPO. Beginn war am 01.06.2000.

Es kam bloß kaum jemand, Betrieb war nur beim Aufbau, wie hier. Ich hatte einen Job bei der EXPO und durfte vor Eröffnung auf das Gelände. Unvergessene Bilder und Impressionen.

Der Blick in die täglichen Nachrichten ist derart gruselig, dass man, ich zumindest, sich gerne schon mal in andere Welten flüchtet, sei es, in das Reich der schmutzigen Phantasien oder der bunten Vergangenheit. Früher. Als alles besser war. Wie die EXPO 2000 in Hannover, von der ich ein umfangreiches Bildarchiv besitze.

Anders als die bevorstehende Fußball WM oder eine Olympiade, beides nationalistisch aufgeladene, bis unter das Kinn bedopte Kommerzprojekte, sind EXPOs relativ unschuldige Großevents. Weder trifft das lyrisch aufgeladene Konzeptgeschwafel der Verantwortlichen auf eine EXPO zu, noch die apokalyptisch ausgemalten Horrorszenarien ihrer im linksgrünversifften Milieu angesiedelten Gegner, die bekanntlich alles bestreiten außer ihren eigenen Lebensunterhalt. Eine EXPO ist einfach eine riesige Party, die der ausrichtenden Stadt einen Riesenhaufen Schulden und ein paar tolle Leuchtturmprojekte hinterlässt. Während die Berliner Bewerbung für eine Olympiade 2036 mich als glühenden militanten Gegner finden wird – was eine Vorstellung, zum 100. Jubiläum der Nazi-Olympiade – bin ich bei der EXPO 2035 in Berlin voll dabei. Ich plane mit anderen bereits jetzt ein Projekt dafür. Laut Ausrichter soll es dann 50 konkrete Leuchtturm Projekte geben, die in Berlin sofort in Umsetzung kommen können. Davon soll mindestens eins in Kreuzberg, natürlich!, entstehen. Und zwar im und um den Hades herum, den so genannten türkischen Imbiss in unserem Haus. Deshalb so genannt, weil dort nur jene Mühseligen, Beladenen, Prekären verkehren, die, wenn schon nicht im Schattenreich leben, so doch an der Grenze dazu. Pizza 8,50. Bier 2,50. Raki 1,80. Hau wech.

Diesem Ort, wie so viele von der Gentrifizierung bedroht, und seinen Besucher*innen gilt es ein Denkmal zu setzen. Sei es Ratten-Tina, dem Druckdichten, blöder Bruno, Steini dem Punker, allen Verstorbenen, Versehrten, Traurigen und Fröhlichen. Der Plan ist, immer unter Beteiligung aller Betroffenen und natürlich von Tayfun, dem Wirt: Der Hades wird für die Dauer der EXPO ein Ausstellungs- und Beteiligungsprojekt. Im Halbkreis von ca. 100 Meter wird auf der dann natürlich für Autos gesperrten Yorckstr., dem Ort des Geschehens, eine Tribüne für EXPO Besucherinnen errichtet, die das Geschehen vor dem Hades oder drinnen verfolgen können, natürlich auch auf Großbildschirmen und in den sozialen Netzwerken. Das Ganze erinnert an die Truman-Show, nur, und das ist der qualitative Sprung, unter Wissen und Beteiligung aller Betroffenen und Beobachtenden, die können jederzeit von der Tribüne in das Geschehen wechseln. Und vom Hades ausgehend werden dann Projekte geplant, die das Umfeld des Kiezes revolutionär verändern sollen, als Labor für eine emanzipatorische Zukunft. Mietfreies Wohnen für Alle! Bedingungsloses Grundeinkommen. Keine Macht für Niemand! Freibier und Erbsensuppe!

Hier bin ich mit einem Mitglied des Planungskomitees in Verhandlung über den Probe-Aufbau des Settings

Hier beim Probesitzen. Im Hintergrund ein Dixie-Klo für Besucherinnen. An alles ist gedacht. Es wird grandios. Ich halte Sie auf dem Laufenden.