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06.09.2026 – Das Wahlergebnis von Sachsen-Anhalt ist eine Katastrophe

Gendarmenmarkt Berlin. Neugestaltet, nach altem Vorbild. Vollversiegelt, Grünanteil gegen Null, Temperaturen im Sommer über dem Beton vermutlich über 50 Grad. So kann man bei Stadtplanung auch mit der Zukunft umgehen. In Berlin muss alles bei Neuplanung immer nach vorgestern aussehen. Oder gleich Scheiße. Wer sich am Hauptbahnhof auf dem Europaplatz umschaut, möchte die Stad am liebsten gleich wieder verlassen, so grauenhaft sehen die Betonklötze da aus. Herrliche Zeiten waren das, als da noch die Ödnis des Mauerstreifens herrschte.  

Eine Gesellschaft kann man mit Stadtplanung auf den Hund bringen, oder direkt mit Wahlen. Die Kommentare für das Wahlergebnis in SA (woher kommt mir das Kürzel so bekannt vor? Für Samstag? Südafrika? …) heute Abend sind schon geschrieben, in drei Versionen:

 1. Die AfD liegt deutlich unter 40 Prozent. Überschrift in der Bürgerpresse: Die Vernunft hat gesiegt. 2. Die AfD hat um die 40 Prozent, aber keine absolute Mehrheit. Überschrift: Jetzt ist die Stunde der Demokraten gekommen. 3. Die AfD hat die absolute Mehrheit. Überschrift, je nach politischem Bürgerlager:  Nacht über Deutschland. Oder: Noch ist Deutschland nicht verloren. Oder so ähnlich.

Verloren ist bei der Bürgerpresse wie üblich Hopfen und Malz. Wovon man gar nicht ausreichend genug in flüssiger Form zu sich nehmen kann, um sich das Wahlergebnis schön zu saufen. Das ist, egal wie es ausgeht, eine Katastrophe. Selbst wenn die AfD unter 40 Prozent bleibt, ist Sachsen-Anhalt, sind weite Teile des Ostens, einer faschistischen Alltags-Hegemonie unterworfen, die bereits jetzt, unter den Bedingungen einer noch formal funktionierenden bürgerlichen Demokratie, Demokrat*innen, Migrant*innen, Antifaschist*innen, Jüd*innen die Koffer packen lässt. Die Bedrohung im Alltag ist so militant und umfassend, wie ich in meiner Berliner Blase oder im – noch – sicheren Westen mir das nicht vorstellen kann. Die medialen Schilderungen reichen mir allerdings, um zum wiederholten Mal die Reichsexekution zu fordern . Die wurde 1923 von Reichspräsident Ebert, SPD, eingesetzt, um die Thüringer KPD/SPD-Regierung durch das Militär abzusetzen. Heißt Heute Bundeszwang. Also einmarschieren und alle AfD-Kader festsetzen, kasernieren, umerziehen. Deren Wahlmob gleich mit. Ich hab das vor Jahren schon hier im Blog gefordert, aber auf mich hört ja kein Schwein.

Gottseidank.

Der Westen ist dabei, das Ostdesaster nachzuholen. Eine Angleichung der Lebensverhältnisse, von der keiner der Architekten (fast alles Männer) der doitschen Einheit geträumt haben dürfte. Wobei eine lebensweltliche und ökonomische Angleichung auch in 100 Jahren nicht stattfinden wird. Nord- und Süditalien sind heute noch, 150 Jahre nach der Einigung Italiens, sich fremde Kontinente. Bruttoinlandsprodukt und Einkommen sind im Norden ca. doppelt so hoch. Und Belgien besteht heute, 200 Jahre nach der Einigung, aus drei verschiedenen, staatenähnlichen Gesellschaften, plus Brüssel.

Großbritannien zeigt uns den Weg: Aufspaltung, Abspaltung.

Noch 8 Stunden, dann ist die Bürgerpresse schlauer. Sie, liebe Leserinnen, sind es jetzt schon. Bitte. Gern geschehen.