07.05.2026 – Was ist die schlimmste aller Krisen?

Willkommen. In der Vorhölle.

Vorhölle, wohin man guckt, Wahlumfrage Sachsen-Anhalt: AfD 41 Prozent, CDU 26, Linke 12, SPD 7. Grüne, FDP und BSW unter 5. Das schafft die SPD auf Grund ihres Ansehens auch noch. Womit eine Alleinregierung der AfD gewährleistet ist.

Wer angesichts des verrottenden Zustandes des Menschengeschlechts auf das Hanta-Virus gesetzt hat, auf dass es dieses Ottern- und Natterngezücht vom Schlage Mensch vom Antlitz der Erde vertilge, sieht sich getäuscht. Diese Rache der Natur am Menschen, die gerechterweise eine der größten ökologischen Geißeln, ein Kreuzfahrtschiff, getroffen hat, ist leider nicht pathogen genug für eine handfeste, erdflächendeckende Seuche nach Art des Hauses Corona. Die Letalitätsquote von der Hanta-Variante auf dem Vergnügungsdampfer hätte schon echtes Potential: 5 bestätigte Infektionen, 3 Todesfälle. 60 Prozent, dagegen war Corona ein Heuschnupfen.

Beim nächsten Mal. Dem Patienten Erde geht es ja rapide schlechter, und seine Abwehrreaktionen gegen das Virus Mensch werden immer heftiger. Wer weiß, was der Planet da gerade ausbrütet, in den Dschungeln und Laboren dieser Welt.

Die schlimmste aller Krisen, nach Krieg, Seuchen, Rezession, Inflation, Faschismus, ist allerdings die, für die wir noch keinen Namen, von der wir keinen Begriff und keine Vorstellung haben. Ist wie Internet, da hatte vor einer Generation niemand auch nur eine Ahnung von dem, was jetzt ist.

Was für ein Geschehen eine Generation dominiert, bestimmt, weiß frau logischerweise erst hinterher. In der Generation 2000ff. sind wir gerade mittendrin. Einen Begriff davon, außer Krisenzeitalter und Demokratie-Götterdämmerung, habe ich natürlich zur Hälfte noch nicht. Ein Blick in den Rückspiegel der Geschichte zur groben Skizzierung von Epochen (wir nehmen großzügig mal 50 statt der normalen 30 Jahre für eine Generation): 1850 – 1900 wachsender Nationalismus und Imperialismus sowie Industrialisierung und Entstehung der Arbeiterbewegung. 1900 – 1950: Vorhölle, 2 Weltkriege, Faschismus, Rassismus, Holocaust, Systemkonkurrenz Ost-West. 1950 – 2000: Goldenes Zeitalter des Kapitalismus, Wohlstand, Demokratie, Wegfall der Systemkonkurrenz. 2000 – 2050: Siegeszug des Neoliberalismus, Demokratie-Niedergang, Krisen … to be continued …

Es gibt Krisen, die sind lösbar. Gegen Seuchen gibt es Impfungen. Gegen Faschismus gibt es Krieg. Bei anderen Krisen fällt mir Glaube und Hoffnung schon schwerer. Den Konflikt zwischen Kapital und Arbeit, den Klassenkonflikt, kann man unter günstigeren Umständen als den jetzigen mit ein paar sozialen Wohltaten, Brosamen, befrieden, ruhigstellen, als da wären z. B. ordentliche Löhnen, ausreichende Wohnungen, funktionierender Sozialstaat. Wenn der Verteilungskonflikt zu groß wird, eine Seite zu mächtig, wird der Konflikt, der Klassenkampf, das, was er seinem Wesen nach ist: Antagonistisch. Unlösbar. Dann knallt es, dann fallen die Brosamen weg. Und was danach kommt, weiß allein der Himmel (Das war ein Witz! Der weiß gar nichts. Der regnet höchstens).

Die Tatsache, und damit kommen wir zur konkreten Nutzanwendung des bisherigen Blababla, dass die aktuelle schwarzrote Koalition nach nur einem Jahr ein Ansehen in der Bevölkerung hat wie die NSDAP im April 1945, könnte ja auch damit zu tun haben, dass die Konflikte mit dem klassischen Handwerk nicht lösbar sind. Dass die Regierungskrise äußerer Ausdruck des inneren antagonistischen Klassenkonfliktes ist. Deswegen werden von der Bürgerpresse für die Akteure im Moment auch so viele Haltungsnoten, Benimmregeln und Anstandspredigten verteilt. Seid doch nett zueinander. Als ob wir beim Turmspringen oder in der Tanzschule wären. Ein grauenhaftes Schmierentheater, sowohl auf der Bühne als auch im Publikum.

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