

Die sogenannte Tuschkastensiedlung in Berlin Treptow. Geplant von Bruno Taut, während des Ersten Weltkriegs zum Teil realisiert. Sozialreformerische Architektur mit dem Ziel, die Lebensbedingungen für Arbeiter*innen zu verbessern. Die Wohnungsfrage als ein Kern der sozialen Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Jahrzehnte und hat als regelrecht demokratiegefährdende Struktur aktuell einen weiteren, traurigen Höhepunkt erreicht. Ich genoss die Ruhe und Beschaulichkeit dort, hier im Kiez war am Abend die Hölle los, der Festplatz des Karneval der Kulturen warf seine Schatten bis hierher, dieses grässliche Fußballspiel auch und das herrliche Sommerwetter tat ein übriges. Auf der Bergmannstr. regelrechtes Gedränge. Schlau durch Erfahrung flohen wir in eine Nachbargasse, keine 50 Meter entfernt war Ruhe im Karton, wir kriegten bequem draußen Platz zum Essen. Man kennt das Phänomen auch aus Urlaubsorten, da, wo alle sind, wollen alle hin. Zwei Gassen weiter idyllische Ruhe. Die gibt’s beim Karneval nachher eher selten.

Gedenktafel an die Arbeiter der Tuschkastensiedlung, die 1920 halfen, den rechten Kapp-Putsch gegen die Demokratie in Berlin niederzuschlagen. Ich frage mich, wogegen die Reste der Arbeiterklasse heute marschieren würden…
Allerdings scheint die Sonne, der Himmel lacht, der Karneval lockt, da sind solche Fragen jetzt eher nachrangig, nur primär…oder höchstens sekundär.