15.09.2026 – Wahl, Spätlese.

Entwurf Plakat Anti-Wahlkampagne.

Segregation, räumliche Trennung von Personengruppen fördert Spaltung, Diskriminierung, Ablehnung. Menschen verschiedener Herkunft und sozialem Status sollten zusammenleben, um Verständnis und Integration zu fördern. So heißt es allgemein. Ein probates Mittel auch in der Abwehr von Faschismus- Sollte man meinen. Rein zahlenmäßig ist das im Stadtteil Hannover-Mühlenberg für hiesige Verhältnis ideal gelöst. Der Ausländeranteil beträgt über 50 Prozent.

 Das Ergebnis der faschistischen AfD bei der Kommunalwahl Niedersachen am 13.09.26 in einem Wahlbezirk dort liegt bei 38,2 %, weit mehr als dreimal so hoch wie in der Gesamt-Stadt. Die Wahlbüros für diesen Bezirk liegen in der Leonie-Goldschmidt-Schule.

Leonie Goldschmidt war eine jüdische Reformpädagogin, die 1939 vor den Faschisten in Deutschland fliehen musste. Dass jetzt faschistische Wähler*innen posthum ihr Andenken in den braunen Dreck ziehen, lässt mich hoffen, dass die vielzitierte KI mit der Inszenierung des Weltuntergangs im Mühlenberg beginnen möge. Natürlich unter Aussparung aller demokratischen Kräfte, die vorher ins Exil gebracht werden müssen. Am besten nach Hannover-Linden, ein sich selbst als Miniatur-Kreuzberg gerierender Stadtteil, was aber nur ein trostloser Witz ist.

Es scheint also eher so (scheinheilige Formulierung, es ist so!), dass das materielle Sein das ideologische Bewusstsein bestimmt und nicht so sehr eine nationale Herkunft. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass Hannover-Mühlenberg die mit weitem Abstand höchste Armutsquote in ganz Hannover besitzt, mit fast 50 Prozent.

Leider hat auch in diesem Bezirk die Wahlbeteiligung deutlich zugenommen. Vorher ist da kaum noch ein Schwein wählen gegangen, jetzt über 30 Prozent. Das zahlt wie überall fast ausschließlich auf das Konto der AfD ein. Das ist kein wundervoller Ausdruck von Demokratie, wie es manche verwirrte Kommentatoren-Schwachköpfe in Mikrofone erbrachen, sondern legt die Axt nicht an die Schwachköpfe, sondern an die Wurzeln der Demokratie und muss bekämpft werden. Militant und radikal, am besten mit einer AK 47. Dieses Sturmgewehr sowjetischer Herkunft funktioniert unter allen Bedingungen, Wasser, Sand, und sicher auch im Beton von Mühlenberg.

Ich selbst bin leider technisch unbegabt, vertrage keinen Lärm und treffe auf 5 Meter noch nicht mal ein Haus. Von daher bevorzuge ich filigranere Mittel wie Anti-Wahlkampagnen, die möglichst viele Menschen vom Wählen abhalten sollen. Am liebsten wäre mir, nur noch ich ginge wählen, das würde auch eine Menge Kosten ersparen. Bevor es soweit ist, hier ein erster Plakat-Entwurf, siehe oben.

Sie, liebe Leserinnen, können mir gerne Vorschläge zusenden, was eventuell an Text noch in das leere Feld im unteren Drittel kann. Meine Ideen wie: Wählen macht impotent, oder: Vom Wählen kriegt man Pickel, überzeugen mich noch nicht.

In all dem Elend bleibt als Trösterin die Kunst. Dazu ein Ausstellungs-Hinweis:

„Night“, Maurizio Cattelan, Neue Nationalgalerie, Berlin, bis 07.03.2027. Hier ein Einblick

Mein Prädikat: Absolut sehenswert

Über dem Eingang trommelt Oskar Matzerath Besucher*innen den Marsch, umgeben von lauter ausgestopften Tauben.

In den Ausstellungsraum durch einen Nachbau vom Brandenburger Tor

Drinnen kniet der ewige Adolf.

Abschließend etwas völlig anderes, ein Zitat aus der aktuellen PM des von mir sonst überaus geschätzten Statistischen Landesamtes Niedersachsen über Prostitution in Niedersachsen:

„Darüber hinaus verfügten zum Stichtag 2.827 Personen über eine gültige Anmeldebescheinigung gemäß Prostituiertenschutzgesetz.

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