Schlagwort-Archiv: Faschismus

23.10.2026 – Neonazis in der CDU


Screenshot aus Tagesspiegel. Neues von der Speerspitze der neoliberalen Sozialstaatszertrümmerungsmaschine, dem CDU-Mittelstand. Anlässlich der rotgrünroten Sondierungen in Berlin wähnt sie dort über dem Roten Rathaus Hammer und Sichel und die Herrschaft des Muezzin. Die Bildsprache ist genuin faschistisch, der Ton enthemmt, der Wahn maßlos. Unter anderen als demokratischen Vorzeichen würde sich der hier auf Instagram inszenierte rassistische und antisemitische Klassenhass mörderisch Bahn brechen.

Während in den Chefetagen großer Konzerne früher mitunter grün angehauchte Liberaltöne zur Verteidigung der Demokratie zu hören waren, wütet heutzutage zwei Etagen tiefer, im CDU Mittelstand, bestehend aus Selbstständigen, Gründern, Unternehmern, enthemmt jene christliche Antidemokraten-Gang, die lieber Heute als Morgen im Verein mit der AfD die Klassenfrage ein für alle Mal geklärt haben möchte. Kein Wort zur Verteidigung von Demokratie, zum Vormarsch der AfD-Faschisten. Die Brandmauer, das ist das Problem des rotgrünen Klassenfeindes, und man selbst wird nun zur Tat schreiten. Belehrungen in Sachen Koalitionen mit der AfD verbittet man sich. Stattdessen ergehen sich CDU-Mitglieder in Gewaltphantasien gegenüber Juden, wie der CDU-Neonazi Vosgerau, laut dem man jüdische Studierende mit Knüppeln durch die Straßen jagen sollte. . Die Tatsache, dass der Mann immer noch in der Partei ist, zeigt, wie stark der extremistische Flügel der CDU mittlerweile ist. Bürgerliche Faschisten.

Die die Drecksarbeit schon früher vom Lumpenproletariat erledigen ließen. Jenen klassenlosen Gesellen, die in Frankreich mit verantwortlich für Plünderungen und Brandschatzungen sind. Junge Männer, konsumgeil, aber prekär lebend, antisemitisch. Früher waren die in der SA. Heute marodieren sie in den Straßen, jederzeit mobilisierbar zum Terror gegen die Zivilgesellschaft. Männer, es sind fast immer Männer, über die wir hier als pathologische Problemfälle von Gewalt reden.

Auf der Straße bricht sich Gewalt und Hass in „Riots“ (Aufständen) Bahn, wie in Frankreich, spontane Ausbrüche von Gewalt, keine Strukturen, keine Organisation, keine Bündnisgenossen, nie von Dauer und Nachhaltigkeit. Das wohltemperierte Gegenstück dazu ist der gereizte Ton in den Medien, was die sich anbahnende rotgrünrote Koalition in Berlin angeht. Der zweifellos vorhandene Antisemitismus in der Berliner Linken verschwindet als Thema zunehmend hinter dem wahren Problem für die Bürgermedien, einem möglichen Angriff der Linken auf den Kern des Kapitalismus, sein Herz, sein Gott, sein Fetisch: Das Privateigentum. Um diesem Angriff auf ihre Seele zu wehren, greift die bürgerliche Öffentlichkeit zu einem eklatanten Rechtsbruch, der unter normalen Umständen niemals vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben dürfte: Sie will die nach § 14 und § 15 Grundgesetz mögliche Enteignung per Gesetz verbieten. Da muss die Angst und Verzweiflung schon sehr groß sein, wenn das Grundgesetz vom Bürgertum derart mit Füßen getreten werden soll. Umso wichtiger wäre der Versuch, die noch nie realisierte Praxis dieser beiden Paragrafen materielle Wirklichkeit werden zu lassen.

Dass auch bei einem Erfolg dieser Enteignungspläne Neukölln trotzdem weiter so aussehen wird wie bei einem Wahlkampf in Gaza, siehe Foto von der Sonnenallee, steht auf einem anderen Blatt. Wobei das mit Wahlkampf da so eine Sache ist. Gaza steht im Demokratiematrix der Uni Würzburg auf Platz 171 von 179 Staaten und ist von einer Demokratie so weit entfernt wie ich vom Literaturnobelpreis.

33 Staaten zählen als funktionierende Demokratie. Noch.

03.10.2026 – Tag der Einheit – So würde die Mauer heute aussehen

Berlin, Bernauer Str.

Oberbaumbrücke/East Side Gallery

Philharmonie, Potsdamer Platz.

Die Bilder sind KI-generiert. Ich hatte keine Lust, das noch realitätsnäher zu gestalten. Es sieht auch so schon schön und heiter aus. Eine bessere Welt. Deutschland und Berlin zweigeteilt? Ja Bitte! Hier der halbwegs demokratische Westen, drüben die faschistische Ostzone.

Natürlich müsste man im Rahmen einer Übergangsfrist einen Bevölkerungsaustausch vornehmen. Die ca. 50 % demokratisch gesinnten Insassen der Ostzone dürfen in den Westen übersiedeln, das wären inklusive Ostberlin ca. 7 Millionen Menschen. Dafür würden die ca. 25 % faschistisch gesinnten AfD-Nazis aus dem Westen in die Ostzone umgesiedelt. Das wären ca. 17 Millionen, mit Westberlin. (Jeweils inklusive Kinder, gemessen am AfD-Wahlanteil). Die nicht nur politischen Vorteile liegen auf der Hand:

Der von Abwanderung ausgezehrte Osten erhält frisches Blut, im teilweise übervölkerten Westen erhält die Natur wieder mehr Möglichkeiten zur Regenerierung. Die innergesellschaftlichen Konflikte werden reduziert, die Gesinnungen sind ja homogener. Andersdenkende und Migrant*innen, die vom Osten rübergemacht haben, fühlen sich wieder sicherer. Im Osten wird der Russe wieder stationiert und statt des derzeitigen gefährlich instabilen Vorkriegszustandes treten wir auf Grund der direkten Konfrontation wieder in das stabile Vorwende-Klima des Kalten Krieges. Die Lebensverhältnisse sind anders als zu DDR-Zeiten einigermaßen angeglichen, was man an den Bildern sieht, es besteht also kein ökonomischer Grund zur Flucht.

Fluchtversuche wird es trotzdem immer geben, allein, weil die Mauer da ist. Hier muss vorher völkerrechtlich verbindlich geklärt werden, von welcher Seite der Mauer auf wen geschossen werden darf und soll. Keine Mauer ohne Schießbefehl. Früher war die Schussrichtung klar: Es wurde vom Osten geschossen, auf Ostler, Grenzverletzter, die in den Westen wollten. Für die Zukunft zeichnet sich eine umgekehrte Schussrichtung ab, nämlich vom Westen aus in Richtung Osten, auf Grenzverletzter, die den antifaschistischen Schutzwall überwinden wollen. Das muss noch geklärt und die Entwicklung abgewartet werden.

Es ist ja theoretisch auch vorstellbar, dass die faschistische Entwicklung im Westen trotz Übersiedlung der Nazi-Elemente weiter geht und Faschisten aus dem Westen in das Mutterland des Faschismus wollen, in den Osten. Wer darf dann auf wen schießen? Idealerweise beide Seiten auf alles, was sich bewegt?

Es ist überhaupt noch vieles unklar, vor allem: Welchen Namen soll das Gebilde im Osten, jenseits der Mauer bekommen? DDR 2.0?  Ostzone? DFR, Deutsches Faschistisches Reich? Da muss noch sehr viel diskutiert und erwogen werden, vorurteilsfrei, intellektuell, redlich, mit Ernst und Augenmaß.

So bleibt am heutigen Feiertag der Skandal, dass bei den ganzen Sonntagsreden eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Wiedererrichtung der Mauer unter den Teppich gekehrt wird und nur in diesem Blog erfolgt.

02.10.2026 – Sachlicher und unterhaltsamer Referent sowie Künstler und Satiriker

Fiel mir beim Ausmisten in die Hände. Bei der Lektüre musste ich lachen, ein Lichtblick in düsteren Zeiten. Aber leider nur, was die überaus freundliche Vorstellung meiner Person angeht. Was den Inhalt, speziell die Forderungen angeht, ist die Causa eher zum Heulen. Hier wäre ein Anfang, um mit sozialpolitischen und ökonomischen Mitteln dem Erstarken des Faschismus in der Gesellschaft etwas entgegenzusetzen. Und leicht zu finanzieren. Beispiel dauerhaftes 9-Euro Ticket. Eine Entlastung für Menschen mit wenig Geld, würde für Mobilität auch in ländlichen Regionen sorgen und den CO 2 Ausstoß minimieren. Natürlich müsste parallel der ÖPNV ausgebaut werden. Das 9-Euro Ticket hat im Sommer 2022 rund 2,5 Mrd. Steuermittel gekostet. Raten Sie mal, was dieser vollkommen kontraproduktive Tankrabatt, diese irrsinnige Reichen-Subventionierung von Sechsliter BMW-Verbrennern, die Steuerzahlerin kostet? Bingo! 2,5 Mrd.

Eine Erhöhung der Grundsicherungssätze würde ca. 15 Mrd. kosten.

Eine zweiprozentige Vermögensabgabe ab 20 Millionen Vermögen – also keinesfalls beim Millionärsprekariat! – würde ca. 15 Mrd. Mehreinnahmen generieren.

Das Vermögen von Lidl-Schwarz hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als versechsfacht, auf über 50 Mrd. Euro. Wobei die realen Zahlen wie bei fast allen Superreichen mangels Daten chronisch unterschätzt werden.  

Die Vermögen der Superreichen sind grundsätzlich explodiert, 2024 gab es in Deutschland noch 3.900 mit einem Vermögen von mehr als 100 Mio. US-Dollar, jetzt sind es über 5.000. Die Vermögen der oberen Hälfte der Bevölkerung haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Die untere Hälfte hat keins. Respektive stagniert das.

Die Reallöhne sind im gleichen Zeitraum um ca. 15 Prozent gestiegen. Im letzten Jahr sind sie um 1,9 % gestiegen, was in der Bürgerpresse als Riesenerfolg bejubelt wurde. Da hatten wir 2,2 % Inflation. Im letzten Monat hatten wir 3,3 %. Die Herbst-Erholung am Arbeitsmarkt bleibt aus.

Was diese Entwicklungen in der Gesellschaft anrichten, auch abzulesen an den Wahlerfolgen der AfD, könnte sich Klein-Fritzchen (das hab ich lange nicht mehr gelesen, Klein Fritzchen… hört sich super an) am Finger einer Hand ausrechnen. Aber da es sich bei unserem Klein-Fritzchen, vulgo Friedrich, um den Sauerland-Pinocchio handelt, können wir auf Verstand und Rechnen nicht hoffen. Hier geht es nach Interessen. Denen der Superreichen.

Diesen Ausflug in die Nationalökonomie mit angeschlossenem Schlenker in die Psychodynamik des anschwellenden Faschismus hab ich nur deshalb unternommen, um mich vor dem Hinweis auf die nahenden Jahrestage zu drücken, die bei mir im Kalender und Gemüt mit tiefschwarzem Trauerrand versehen sind: Morgen, am 3. Oktober,  ist Reichseinheitstag. Und noch düsterer liegt mir der 7. Oktober im Gemüt, der Jahrestag des faschistischen Terrorüberfalls der Hamas auf Israel. In Berlin sind schon wieder diverse Demonstrationen zur Feier dieses Massakers angemeldet. Linke sind natürlich auch dabei, federführend. Bei einer derartigen Gefühlsverrohung und Niedertracht, gemeinsam mit Neuköllner Schwulenhassern, Frauenverächtern und Clankriminellen zu marschieren, also mit Männern, die für alles Mögliche stehen, aber nicht für Demokratie, Zivilisation, Fortschritt, linke Werte, kann ich nur hoffen, dass sich die Erde auftut und diese Satansbrut vom Erdboden vertilgt.

Das sage ich als Künstler und Satiriker, sachlich und unterhaltsam, und als Autor des kapitalismuskritischen Krisenblogs www.schuppen68.de .

Ich muss unbedingt das Walsroder Plakat aus dem Altpapier holen. Was bleibt mir denn angesichts des nahenden Herbstes, der gesellschaftlichen Perspektiven und meines zunehmenden Verfalls außer derartig herzerwärmender Lektüre.

21.09.2026 – Sonnenblumen „Goldener Neger“ in der Morgensonne wiegen sich sanft im Wind.

Ein Tag, der so im Garten beginnt, kann nicht ganz schlecht werden.

Schlecht werden hingegen kann einem vom gestrigen Wahlergebnis. Das Fazit der diesjährigen Wahlen: Es gibt nur noch eine Volkspartei, die AfD. Eine faschistische Volkspartei, die in großen Teilen des Landes die kulturelle Hegemonie besitzt und immer mehr zu einer Bewegung wird. Selbst in Berlin sind queere Menschen nicht mehr sicher, Jüd*innen schon lange nicht mehr, der Mob fühlt sich seiner Sache immer sicherer und greift alles, was ihm nicht passt, immer öfter immer radikaler an. Und wie verhält sich die bürgerliche Gesellschaft dazu?

Ein Medienbeispiel, die dümmste Zeitung des Universums, die Neue Osnabrücker Zeitung, kommentiert den Wahlausgang vom Sonntag wie folgt: „Rechte Radikale sind die großen Gewinner der Wahl in Schwerin, linke Radikale sind es in Berlin. „

Die rechten „Radikalen“ sind nicht radikal, sondern extremistisch, faschistisch. Die linken Radikalen sind eine demokratische Partei. Sie ist die einzige Partei, die die AfD als das bezeichnet, was sie ist, nämlich faschistisch, und die demzufolge als einzige den Begriff „Antifaschismus“ in ihrem Programm und ihrer Praxis beherbergt. Ein Begriff, der solange von der bürgerlichen Gesellschaft diskriminiert und diskreditiert wurde, dass es in dem Moment zu spät war, als er dringend als bürgerlicher Konsens gebraucht worden wäre, nämlich jetzt.

Wenn die dümmste Zeitung des Universums schon auf der begrifflichen Ebene noch nicht einmal Standards der Erkenntnis pflegen kann, ist es nicht verwunderlich, wenn sie mit der Rechts-Links Totalitarismus Ideologie aus dem Kalten Krieg des vorigen Jahrhunderts hausieren geht. Bei soviel Dummheit und Niedertracht zeichnet sich jetzt schon ab, wer neuen Machthabern als erstes in den braunen Arsch kriechen wird. So würde ich dem Artikelschreiberling, hätte ich sein Pamphlet gedruckt vor mir, mit den Worten von Max Reger schreiben :“ Ich sitze hier im kleinsten Raum meines Hauses und lese Ihre Kritik. Noch habe ich sie vor mir ….“

Gelogen. Dafür ist mir mein Arsch zu schade.

Meine kindischen Wünsche im Blogeintrag von gestern, was das Wahlergebnis angeht, sind bis auf die SPD, die nochmal knapp zweistellig in Berlin landete, in Erfüllung gegangen: FDP zersplittert, BSW draußen, CDU in MV. Genugtuung kann im Ernst niemand darüber verspüren, wenn bürgerliche, demokratische Parteien langsam im Sumpf der Geschichte versinken. Wir haben nichts anderes als die derzeitige bürgerliche Demokratie, mit all ihren Mängeln, die radikal zu kritisieren sind. Aber wenn die bürgerliche Demokratie erodiert, scheint am Horizont Faschismus auf.

Auch nächstes Jahr finden Landtagswahlen statt und die Erosion der Demokratie wird sich beschleunigen, da sich am Treibstoff für Faschismus, nämlich Angst im Kapitalismus, nichts ändern wird. Allein die Mietensituation nicht nur in Ballungsräumen reicht aus, um nackte Existenzangst zu erzeugen. Die Angebotsmieten werden bis 2030 in exponierten Lagen bis zu 8 Prozent jährlich steigen, die Inflation zieht weiter an, die Arbeitgeber drohen durch Einführung einer 40 Stunden-Woche ohne Lohnausgleich mit Reallohnverlusten, was KI mit ordentlich bezahlten Arbeitsplätzen im Wissenssektor macht, kann sich jeder Wissen-schaftler selbst hochrechnen usw. usf.

Was glauben Sie, liebe Leserinnen, vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen, wie das Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2029 für die AfD aussehen wird. Und wenn es 2029 noch nicht für eine demokratisch legitimierte Machtübernahme durch die Faschisten reicht, dann 2034. Und es gilt der Satz: Demokraten müssen bei Wahlen immer wieder gewinnen. Faschisten nur einmal….

Ein Blick in den Rückspiegel: Die NSDAP trat 1924 erstmals zu einer Wahl im Reich an, Machtübernahme war 15 Jahre später. Die AfD trat 2013 erstmals zur Wahl im Reich, äh, im Bund, an. 2029 sind es 16 Jahre später….

Aber keine Panik, liebe Leserinnen, nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, der Prophet gilt nichts im eigenen Land und Unken sind hierzulande sowieso demnächst ausgestorben.

Alles weiter entnehmen Sie bitte der Neuen Osnabrücker Zeitung.

15.09.2026 – Wahl, Spätlese.

Entwurf Plakat Anti-Wahlkampagne.

Segregation, räumliche Trennung von Personengruppen fördert Spaltung, Diskriminierung, Ablehnung. Menschen verschiedener Herkunft und sozialem Status sollten zusammenleben, um Verständnis und Integration zu fördern. So heißt es allgemein. Ein probates Mittel auch in der Abwehr von Faschismus- Sollte man meinen. Rein zahlenmäßig ist das im Stadtteil Hannover-Mühlenberg für hiesige Verhältnis ideal gelöst. Der Ausländeranteil beträgt über 50 Prozent.

 Das Ergebnis der faschistischen AfD bei der Kommunalwahl Niedersachen am 13.09.26 in einem Wahlbezirk dort liegt bei 38,2 %, weit mehr als dreimal so hoch wie in der Gesamt-Stadt. Die Wahlbüros für diesen Bezirk liegen in der Leonie-Goldschmidt-Schule.

Leonie Goldschmidt war eine jüdische Reformpädagogin, die 1939 vor den Faschisten in Deutschland fliehen musste. Dass jetzt faschistische Wähler*innen posthum ihr Andenken in den braunen Dreck ziehen, lässt mich hoffen, dass die vielzitierte KI mit der Inszenierung des Weltuntergangs im Mühlenberg beginnen möge. Natürlich unter Aussparung aller demokratischen Kräfte, die vorher ins Exil gebracht werden müssen. Am besten nach Hannover-Linden, ein sich selbst als Miniatur-Kreuzberg gerierender Stadtteil, was aber nur ein trostloser Witz ist.

Es scheint also eher so (scheinheilige Formulierung, es ist so!), dass das materielle Sein das ideologische Bewusstsein bestimmt und nicht so sehr eine nationale Herkunft. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass Hannover-Mühlenberg die mit weitem Abstand höchste Armutsquote in ganz Hannover besitzt, mit fast 50 Prozent.

Leider hat auch in diesem Bezirk die Wahlbeteiligung deutlich zugenommen. Vorher ist da kaum noch ein Schwein wählen gegangen, jetzt über 30 Prozent. Das zahlt wie überall fast ausschließlich auf das Konto der AfD ein. Das ist kein wundervoller Ausdruck von Demokratie, wie es manche verwirrte Kommentatoren-Schwachköpfe in Mikrofone erbrachen, sondern legt die Axt nicht an die Schwachköpfe, sondern an die Wurzeln der Demokratie und muss bekämpft werden. Militant und radikal, am besten mit einer AK 47. Dieses Sturmgewehr sowjetischer Herkunft funktioniert unter allen Bedingungen, Wasser, Sand, und sicher auch im Beton von Mühlenberg.

Ich selbst bin leider technisch unbegabt, vertrage keinen Lärm und treffe auf 5 Meter noch nicht mal ein Haus. Von daher bevorzuge ich filigranere Mittel wie Anti-Wahlkampagnen, die möglichst viele Menschen vom Wählen abhalten sollen. Am liebsten wäre mir, nur noch ich ginge wählen, das würde auch eine Menge Kosten ersparen. Bevor es soweit ist, hier ein erster Plakat-Entwurf, siehe oben.

Sie, liebe Leserinnen, können mir gerne Vorschläge zusenden, was eventuell an Text noch in das leere Feld im unteren Drittel kann. Meine Ideen wie: Wählen macht impotent, oder: Vom Wählen kriegt man Pickel, überzeugen mich noch nicht.

In all dem Elend bleibt als Trösterin die Kunst. Dazu ein Ausstellungs-Hinweis:

„Night“, Maurizio Cattelan, Neue Nationalgalerie, Berlin, bis 07.03.2027. Hier ein Einblick

Mein Prädikat: Absolut sehenswert

Über dem Eingang trommelt Oskar Matzerath Besucher*innen den Marsch, umgeben von lauter ausgestopften Tauben.

In den Ausstellungsraum durch einen Nachbau vom Brandenburger Tor

Drinnen kniet der ewige Adolf.

Abschließend etwas völlig anderes, ein Zitat aus der aktuellen PM des von mir sonst überaus geschätzten Statistischen Landesamtes Niedersachsen über Prostitution in Niedersachsen:

„Darüber hinaus verfügten zum Stichtag 2.827 Personen über eine gültige Anmeldebescheinigung gemäß Prostituiertenschutzgesetz. „