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24.09.2026 – Der Bundesregierung gehören Verfassungsfeinde an

Aus der Ausstellung „Kreuzberg, Kunst und Migration seit 1960“ im Berliner Gropius Bau . Unterschiedliche Kulturen, vereint in Einsamkeit.

Die Gruppenausstellung zeigt künstlerische Perspektiven auf Migration, Arbeit und Leben in jenem Bezirk, in dem auch der Gropius Bau liegt. Die Frage, wie unsre Gesellschaft mit Migration und Integration, Fremdheit und Nähe, umgeht, ist seit 1960 nicht nur nicht gelöst, sondern wird immer mehr zu einem zentralen Problem gemacht. Was vom eigentlichen Problem, der Spaltung zwischen Arm und Reich, ablenkt. Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten.

Wobei es doch etwas komplexer ist, wie zum Beispiel die Frage des migrantischen Antisemitismus zeigt. Da wünsche ich mir schon mitunter den Wiederaufbau der Mauer, nur zwischen Neukölln und Kreuzberg.

Löst das Problem natürlich nicht, Antisemitismus gibt es überall, in allen Stadtteilen, Parteien, Ethnien. Das  Ärgerliche an der derzeitigen Berliner Situation nach den Wahlen um den Antisemitismus in der Linken ist unter anderem, dass der von interessierten politischen Akteuren natürlich massiv instrumentalisiert wird. Mit Sicherheit gib es Menschen in CDU, spd, bei den Grünen, die in ehrlicher Solidarität mit jüdischen Mitbürger*innen und Sorge um ihre Sicherheit eine Koalition mit der Linken ablehnen, weil sie deren Antisemitismus als bedrohlich und wachsend ansehen.

Genauso gibt es aber in den genannten Parteien Interessierte, die aus den falschen Gründen das Richtige fordern. Die instrumentalisieren den Antisemitismus lediglich, um ein Bollwerk gegen das zu errichten, was ihnen als nachhaltige Bedrohung ihrer Interessen, ihrer Gefühle, ihrer Ideologie erscheint: Das Aufkommen von sozialistischen Lösungsversuchen – wie Enteignungen – für grundlegende gesellschaftliche Probleme von Armut und Reichtum. Wobei Enteignungen sogar laut Grundgesetz zulässig sind, da muss man keinen Sozialismus hierzulande einführen. Zitat§ 15 Grundgesetz:

„Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.“

Und § 14, Abs. 3:

“ Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen“.

Wenn also Teile der Bundesregierung ein Gesetz verabschieden wollen, in dem die Enteignung von Immobilienkonzernen grundsätzlich verboten werden soll, verstoßen sie damit gegen das übergeordnete Grundgesetz. Damit machen sie sich zu Verfassungsfeinden, müssen entsprechend überwacht und behandelt und notfalls aus dem Staatsdienst, ergo der Regierung, entfernt werden.

Zurück ins reale Leben:

Zuzugssperre. Hanefi Yeter. 1976.

Als ich dieses Bild aus der Ausstellung Tayfun, dem türkischen Wirt unseres Kreuzberger Imbiss „Hades“, zeigte, kam er lebhaft ins Erzählen. Den Stempel hatte sein Vater auch im Ausweis… Hat sich damals natürlich kein Schwein (oops, Tayfun ist strenggläubiger Muslim) dran gehalten. Die Berliner Behörden sind nicht erst seit gestern überfordert und unfähig.

Schön auch Tayfuns Geschichte, wie er von 60 Schüler*innen in seiner damaligen „Integrations“klasse der Beste war. Weil er der Einzige war, der schon Deutsch sprach…..

21.09.2026 – Sonnenblumen „Goldener Neger“ in der Morgensonne wiegen sich sanft im Wind.

Ein Tag, der so im Garten beginnt, kann nicht ganz schlecht werden.

Schlecht werden hingegen kann einem vom gestrigen Wahlergebnis. Das Fazit der diesjährigen Wahlen: Es gibt nur noch eine Volkspartei, die AfD. Eine faschistische Volkspartei, die in großen Teilen des Landes die kulturelle Hegemonie besitzt und immer mehr zu einer Bewegung wird. Selbst in Berlin sind queere Menschen nicht mehr sicher, Jüd*innen schon lange nicht mehr, der Mob fühlt sich seiner Sache immer sicherer und greift alles, was ihm nicht passt, immer öfter immer radikaler an. Und wie verhält sich die bürgerliche Gesellschaft dazu?

Ein Medienbeispiel, die dümmste Zeitung des Universums, die Neue Osnabrücker Zeitung, kommentiert den Wahlausgang vom Sonntag wie folgt: „Rechte Radikale sind die großen Gewinner der Wahl in Schwerin, linke Radikale sind es in Berlin. „

Die rechten „Radikalen“ sind nicht radikal, sondern extremistisch, faschistisch. Die linken Radikalen sind eine demokratische Partei. Sie ist die einzige Partei, die die AfD als das bezeichnet, was sie ist, nämlich faschistisch, und die demzufolge als einzige den Begriff „Antifaschismus“ in ihrem Programm und ihrer Praxis beherbergt. Ein Begriff, der solange von der bürgerlichen Gesellschaft diskriminiert und diskreditiert wurde, dass es in dem Moment zu spät war, als er dringend als bürgerlicher Konsens gebraucht worden wäre, nämlich jetzt.

Wenn die dümmste Zeitung des Universums schon auf der begrifflichen Ebene noch nicht einmal Standards der Erkenntnis pflegen kann, ist es nicht verwunderlich, wenn sie mit der Rechts-Links Totalitarismus Ideologie aus dem Kalten Krieg des vorigen Jahrhunderts hausieren geht. Bei soviel Dummheit und Niedertracht zeichnet sich jetzt schon ab, wer neuen Machthabern als erstes in den braunen Arsch kriechen wird. So würde ich dem Artikelschreiberling, hätte ich sein Pamphlet gedruckt vor mir, mit den Worten von Max Reger schreiben :“ Ich sitze hier im kleinsten Raum meines Hauses und lese Ihre Kritik. Noch habe ich sie vor mir ….“

Gelogen. Dafür ist mir mein Arsch zu schade.

Meine kindischen Wünsche im Blogeintrag von gestern, was das Wahlergebnis angeht, sind bis auf die SPD, die nochmal knapp zweistellig in Berlin landete, in Erfüllung gegangen: FDP zersplittert, BSW draußen, CDU in MV. Genugtuung kann im Ernst niemand darüber verspüren, wenn bürgerliche, demokratische Parteien langsam im Sumpf der Geschichte versinken. Wir haben nichts anderes als die derzeitige bürgerliche Demokratie, mit all ihren Mängeln, die radikal zu kritisieren sind. Aber wenn die bürgerliche Demokratie erodiert, scheint am Horizont Faschismus auf.

Auch nächstes Jahr finden Landtagswahlen statt und die Erosion der Demokratie wird sich beschleunigen, da sich am Treibstoff für Faschismus, nämlich Angst im Kapitalismus, nichts ändern wird. Allein die Mietensituation nicht nur in Ballungsräumen reicht aus, um nackte Existenzangst zu erzeugen. Die Angebotsmieten werden bis 2030 in exponierten Lagen bis zu 8 Prozent jährlich steigen, die Inflation zieht weiter an, die Arbeitgeber drohen durch Einführung einer 40 Stunden-Woche ohne Lohnausgleich mit Reallohnverlusten, was KI mit ordentlich bezahlten Arbeitsplätzen im Wissenssektor macht, kann sich jeder Wissen-schaftler selbst hochrechnen usw. usf.

Was glauben Sie, liebe Leserinnen, vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen, wie das Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2029 für die AfD aussehen wird. Und wenn es 2029 noch nicht für eine demokratisch legitimierte Machtübernahme durch die Faschisten reicht, dann 2034. Und es gilt der Satz: Demokraten müssen bei Wahlen immer wieder gewinnen. Faschisten nur einmal….

Ein Blick in den Rückspiegel: Die NSDAP trat 1924 erstmals zu einer Wahl im Reich an, Machtübernahme war 15 Jahre später. Die AfD trat 2013 erstmals zur Wahl im Reich, äh, im Bund, an. 2029 sind es 16 Jahre später….

Aber keine Panik, liebe Leserinnen, nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, der Prophet gilt nichts im eigenen Land und Unken sind hierzulande sowieso demnächst ausgestorben.

Alles weiter entnehmen Sie bitte der Neuen Osnabrücker Zeitung.

20.07.2026 – Friedrich Merz vögelt in Sitzungspause Referentin aus dem Gesundheitsministerium.

S-Bahnstation Berlin-Yorckstr. Liegt bei mir vor der Tür, von dort bin ich in den letzten Jahren sicher zwei-, dreihundertmal mit der S2, S25 oder S26 gefahren, immer über Potsdamer Platz und Brandenburger Tor. Friedrich Merz habe ich dort nie gesehen. Es gibt auch keine Fotos davon in den sozialen Medien. Merz lügt, wenn er behauptet, er fahre öfters mit diesen Linien über diese beiden Stationen . Wenn er so etwas macht, würde sein gesamter Waggon und die betreffenden S-Bahn-Ein- und Ausgänge mit Dutzenden Sicherheitsleuten verstopft und Fotos davon würden im Bruchteil von Minuten die sozialen Medien fluten. Der Mann ist 198 cm groß und im Gegensatz zu seinem eher winzwüchsigen Vorgänger nirgendwo zu übersehen.

Armer ex-Kanzler in spe, wie verzweifelt muss er sein, um solche Dummdreistigkeiten zu verbreiten, mit denen er sich als Mann aus dem Volk inszenieren will. Was kommt als Nächstes, wenn er nach dem Wahlergebnis von heute Abend überhaupt noch dazu käme? Vor meinem inneren Auge (wo sitzt sowas eigentlich?) ploppen Überschriften auf wie: Friedrich Merz zockt ab und zu Grand Theft Auto V. Oder: Friedrich Merz zieht ab und zu auf der Terrasse des Kanzleramtes einen durch. Und als Höhepunkt: Friedrich Merz vögelt in Sitzungspause Referentin aus dem Gesundheitsministerium.

Mitunter angereichert mit persönlichen Geständnissen wie: „Friedrich Merz gesteht: Vor ein paar Monaten habe ich nachmittags eine Tüte Lemon Haze geraucht. Ich war so high, dass ich hinterher im TV-Interview nur Blödsinn erzählt habe.“

Friedrich Merz ist ein arroganter, zynischer Lakai des Kapitals, an dem mir immer nur eins gefiel: Wie er permanent von Angela Merkel gedemütigt und in den Staub getreten wurde. Und wenn er nun von seiner Gang zum Rücktritt gezwungen, mal wieder gedemütigt und in den Staub getreten würde, als Bundeskanzler mit der um Längen kürzesten Amtszeit, würde ich im Zweifel ein Glas Sekt darauf erheben. Wenn gerade einer offen wäre. Aber irgendwie tut mir der ex-Sauerländer Motorrad-Rocker mit den schulterlangen Haaren im Moment fast (!) ein bisschen leid, so wie er von der Medienmeute und vom Mob niedergemacht wird, und vor allem von seinen eigenen Kumpels.

Kein Kanzler der Welt kann strukturell so anders reagieren, geschweige denn regieren, dass Medienmeute, Mob und Kumpels irgendwie zufrieden wären. Was sich hier auf der Staats-Bühne abspielt, sind immer härter werdende Verteilungskämpfe in einer Spätphase des neoliberalen Kapitalismus, im Übergang zu postdemokratischen Verhältnissen. Wer glaubt, dass hier bürgerliche Parteien, bis hin zur Linken, oder gar einzelne Hampelmänner etwas Entscheidendes am Gang der Geschichte, an den gesellschaftlichen Verhältnissen verbessern könnten, der glaubt auch noch an die Weihnachtsfrau. Die Verteilungskämpfe eskalieren überall, mittlerweile tragen Gangs ihre Konflikte sogar im schicken Kreuzberger Graefekiez mit Schüssen aus.  

Verrohung allenthalben. Kein Wunder, dass mir immer mehr psychisch gestörte Menschen, die auf den ersten Blick nicht materiell verelendet sind, auch in den S-Bahnen auffallen. Der Leidensdruck wird ja nicht nur auf der ökonomischen Ebene immer größer. Friedrich Merz wäre wahnsinnig, wenn er es riskierte, sich in der S-Bahn unter lauter Verrückte zu begeben.

Was bleibt? Für Heute Abend erhoffe ich mir, dass die FDP immer mehr zur Splitterpartei wird, die nur noch unter „Sonstige“ geführt wird, dass das BSW nicht in den Landtag von MV respektive das Berliner Abgeordnetenhaus kommt, dass die CDU aus dem MV-Landtag fliegt, die SPD in Berlin unter 10 Prozent landet. Am Erfolg der AfD ist eh nicht zu drehen, das ist hoffnungslos. Und die Linke? Na ja, soll’n se mal machen.

So weit, so kindisch für Heute.

03.09.2026 – Über das Flanieren. Oder: In 78.000 deutschen Hauhalten wird noch mit Kohleöfen geheizt

Schauvitrine im „Werkbund Archiv – Museum der Dinge“, Berlin . Ein Museum, das sich der industriellen Massen- und Warenproduktion des 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Ich hatte die kleine Beschriftung „Stimulierend“ oberhalb der Vitrine übersehen und rätselte einen Moment. Sieht ja auf den ersten Blick auch aus wie eine Mischung zwischen Lippenstiften und Malerspachteln. Nach einem sachdienlichen Hinweis meiner Begleiterin wollte ich erst einwerfen „Aber da fehlt doch ein ..“, dann fiel mir rechtzeitig ein, dass das wohl ein eher männlicher Blick auf die Sachlage wäre, ich schluckte die Bemerkung runter. Komische Formulierung, aber ich lass das mal so stehen, hier geht’s ja nicht um den Büchnerpreis.

Nebenan in der Vitrine ein Kaufmannsladen, da werden Erinnerungen wach.

Die aktuelle Ausstellung „Gestalten für Berlin – Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee“ ist absolut sehenswert, wundervolles Design aus Weißensee für Ost und West im Laufe der Jahrzehnte.

Für die, die noch Kohleöfen besitzen, ein aktueller sachdienlicher Hinweis. (78.000 Haushalte in der BRD heinzen noch so, vor allem in Berliner Altbauten).

Mokkaservice „Madeleine“, 1965, vom legendären VEB-Porzellanwerk Freiberg. Leider hat mein Handy den Mops dahinter schärfer fokussiert, vielleicht spukte mir noch der Malerspachtel durch den Kopf.

Auf meine „To see Liste“ hatte ich das Werkbund-Archiv beim Flanieren gesetzt. Nachdem es aus SO 36, der Oranienstr., weggezogen war, hatte ich es aus den Augen verloren und neulich in der Leipzigerstr. wiedergesehen. Die Leipziger Str. ist geprägt vom sozialistischen Wohnungsbau, Platte und hoch. Gemeinhin als hässlich betrachtet und keinen Touri oder Flaneur zieht es da hin.

Ein Grund mehr für mich, dort zu flanieren, die Brüche und Schönheiten im Kleinen zu entdecken, der Seele Ostberlins nachzuspüren. Und eben sowas wie den Werkbund wiederzuentdecken und den dann später gezielt aufzusuchen. Flanieren ist ja immer ohne Ziel, Ziele werden höchstens dabei für später notiert. Ein paar Gedanken zum zeitgenössischen Flanieren können Sie gerne hier nachlesen. Ich trage mittlerweile beim Flanieren keinen Rucksack mehr. So ist es unbeschwerter, der Atem, die Gedanken, Wahrnehmungen, Empfindungen fließen freier durch Kopf und Körper. Gegen den Sommerdurst gibt es an jeder Ecke einen Späti und später den Hades, unseren Imbiss im Haus. Das Flanieren ist auch eine kleine Flucht aus dem Geprassel der Nachrichten, dabei entziehe ich mich quasi therapeutisch meiner Handysucht.

Aber natürlich haben auch aktuelle Nachrichten ihren Reiz. Die Meldung „SPD-Fraktion fordert Zerschlagung mächtiger Ölkonzerne“ hat etwas irrlichternd grotesk-komisches. Im ersten Moment hatte ich, Ostberlin geprägt, gelesen: „SED-Fraktion …. “ , aber die gibt es ja leider nicht mehr. Die SPD muss wirklich sehr verzweifelt sein angesichts dramatischer Abstürze in den Umfragen, wenn sie sich auf derart aussichtloses Terrain begibt. Aber, Genoss*innen, ich stehe da voll hinter Euch!

Allerdings liegt mir der nächste Besuch im Werkbund näher. Vielleicht gibt es zu besagter obiger Vitrine eine Handreichung, aus der die ganzen Einsatzgebiete und Funktionsweisen deutlicher werden. Da tapp ich stellenweise doch im Dunkeln…

27.07.2026 – Endlich wieder rein.

Meine Ausbeute, neulich beim LGBTQ+-Fest rund um den Nollendorfplatz. Wenn ich in Berlin gewesen wäre, hätte ich eventuell auch am CSD am Wochenende teilgenommen, das sind riesige Familienfeste, mit Musik- und Alkoholbegleitung. Wobei mich der letzte CSD allerdings wegen Kommerz genervt hatte, das ist eine ganz andere Nummer als der Karneval der Kulturen, der nur für Vielfalt, die verschiedenen Kulturen und sich selbst wirbt. Der CSD-Umzug ist zunehmend eine einzige rollende Werbeplakatwand. Kann man drüber diskutieren, muss man nicht mögen.

 Nicht diskutieren kann man über die zunehmende Islamisierung in Berlin. Ich habe mich hier mehrfach schon wütend über die Neuköllner Islam-Parallelwelten gezeigt, in denen der Glaube herrscht, dass zwischen Sonnenallee und Karl-Marx-Straße nicht das Grundgesetz zu regieren habe, sondern die Scharia. Was für ein übler Cocktail: Hasserfüllte junge Männer, Religion und Kapitalismus. Wobei in der BRD Aufklärung und Säkularisierung das Christentum weitgehend gezügelt hat. Das Religionsproblem und der monotheistische Aberglauben hat in unseren Breitengraden einen Namen: Islamismus als strukturell gewaltförmige Zwangskonsequenz des Islam in seiner derartigen Verfassung. Dann gebiert der Schlaf der Vernunft Killer wie den vom Wochenende. Kein Wunder:

In ganz Neukölln gehört sowas zur selbstverständlichen Alltagskultur, Palästinasolidarität als zwangsläufige Kehrseite der düsteren Medaille Antisemitismus, ebenso wahnhaft wie der Hass auf alle Lesben und Schwule und Frauenverachtung.

 Mit fröhlicher Unterstützung und Solidarität der Berliner Antisemiten-Linken. Wenn die Linke das Problem nicht in den Griff kriegt, gerade in Berlin, hat sie in Regierungsverantwortung nichts verloren. Wer mit dieser Neuköllner Islam-Unkultur marschiert, sich solidarisiert, macht automatisch nicht nur Front gegen jüdische Menschen, gegen den Staat Israel, sondern gegen Frauen, LGBTQ+ und alles, was vermeintlich vom Pfade Allahs abweicht.

Was bleiubt: Wenn es noch Zweifel am Wahlsieg der AfD bei den ausstehenden Wahlen in Ostelbien gegeben hat, sind sie mit dem Wochenende wohl beseitigt. Dieser Terroranschlag zahlt auf das Konto der Faschisten ein.

Bei aller Solidarität der Demokraten (Das Kondom in der Mitte oben mit der Parole „Endlich wieder rein“ ist von der FDP, die ja nicht mehr im Bundestag ist. Und es hoffentlich auch nie wieder rein schafft. Bei aller Antipathie: Das ist eine demokratische Partei) ist mir doch eins übel aufgestoßen in den Beileids- und Solidaritätserklärungen von Angehörigen der politischen Klasse: Die Beschwörung eines „Wir“, das so nicht existiert. Die jetzige Regierung spaltet und grenzt aus wie kaum eine vor ihr und imaginiert ein „Wir“, wenn es ihr in den taktischen Kram passt. So bleibt als deprimierendes Fazit des Terroranschlags vom Wochenende: Das wird nicht der letzte gewesen sein und so wie die Brände in Spanien und Frankreich sich langsam in das Zentrum der Zivilisation fressen, wird sich der Terror in unserer Mitte breit machen. In den Köpfen ist er schon.

04.07.2026 – Meine Falten sind immer noch da

Narzisstencreme.  Werbegeschenk eines Kozmetikversandes, dessen Namen ich auf der Packung gelassen hätte, würde ich hier für Werbung bezahlt.

Sauerei, dachte ich, wie kommen die an mein Persönlichkeitsprofil. Und das ist doch übertrieben! Egozentrisch meinetwegen. Aber in Richtung des kranken, irren Narzissten aus den USA? Bis ich kapierte, dass ich gelesen hatte, was ich lesen wollte und nicht, was da stand.

Die Gesichtspampe taugt übrigens für die Tonne. Meine Falten sind immer noch da und das Zeug ist derartig mit Konservierungsmüll vollgekleistert, dass mir nach drei Stunden immer noch die Augen brennen. Nicht umsonst mache ich mir Teile meiner Kozmetik selber. Ohne Konservierung, muss halt schneller verbraucht werden und im Zweifel im Kühlschrank stehen. Kostet dafür nur einen Bruchteil der handelsüblichen Gaunerware. Die Gewinnspannen in der Branche gehören zu den höchsten der Konsumgüterindustrie. Im Schnitt 80 Prozent. Bei Dior und Armani noch höher, der Mob zahlt alles, nur für das Eintauchen in die Erlebniswelt der Marken. Kotz würg.

Selbermachen ist schön, aber keine strukturelle Lösung des Grundübels unserer Gesellschaft: Es ist genug Geld da, aber falsch verteilt. Beispiel Altersarmut: Bundesweit erhalten 771.275 Rentnerinnen und Rentner aktuell Sozialhilfe. Das sind über 7.000 mehr als drei Monate zuvor, fast 30.000 mehr als vor einem Jahr und fast 180.000 mehr als vor vier Jahren.

Und das ist nur die Spitze eines Scheissberges. Viele Alte schämen sich derart, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, dass sie im Extremfall an dieser Scham sterben. Abgesehen davon, dass das Verfahren zur Sozialhilfe ein Bürokratiemonster ist. Es ist leichter, 10 Millionen Euro Schwarzgeld in der Schweiz zu bunkern als einen Antrag auf ergänzende Sozialhilfe im Alter zu stellen, dessen Erklärungen auch in einfacher Sprache noch schwieriger zu verstehen sind als die Abseitsregel und der länger ist als einen Rosenkranz zu beten (Da sehe ich die Heiden aber grübeln…).

Und wie wirkt sich das alles auf die aktuellen Umfragen aus? In Berlin z. B. liegt die Linke jetzt vorn, Kopf an Kopf mit CDU, AfD und Grünen, die SPD stürzt weiter ihrem verdienten Untergang entgegen, 13 Promille in der Stadt Willy Brandts, der Mann dürfte im Grab rotieren.

Soll man sich darüber freuen? Das linke Milieu in Berlin ist derartig antisemitisch verseucht, dass ich die Linke dort nicht wählen würde. Gerade in Neukölln regiert der Mob. Meine frühere Naivität, was die ach so exotischen Zustände rund um die Sonnenallee z. B angeht, ist einer innigen Sehnsucht nach rigider Abschiebepraxis gewichen, gerne auch Inländer. Gegen Antisemitismus, Homophobie, Frauenhass, egal von wem. Hier hat das Grundgesetz zu regieren und nicht der Mullah.

Das heißt übrigens auch, dass dieser bayrische Weißwurst-Ayatollah Söder mit abgeschoben werden müsste. Die Koalition will ein Bundesgesetz auf den Weg bringen, das Vergesellschaftungen von Wohnungen verhindert. Der Alpendepp dazu: „Es ist eine klare Absage an alles, was Sozialismus und Verstaatlichung betrifft.“

Das ist vor allem Verfassungsbruch. Artikel 15 des Grundgesetzes sieht ausdrücklich die Vergesellschaftung von Grund und Boden vor. Ein Bundesgesetz darf niemals gegen das Grundgesetz verstoßen, selbst wenn die Idee dazu einem enzianumnebelten Leberkäs-Labersack entspringt. Verfassungsfeinde raus aus Deutschland? Da wird’s aber ziemlich leer hier….

25.06.2026 – Stehlt! Massenhaft!

Marie-Elisabeth-Lüders Haus. Im Regierungsviertel, im sogenannten „Band des Bundes“. Hier sind unter anderem die Bibliothek und das Archiv des Bundestages. Auf der Terrasse finden die Sommerinterviews der ARD statt, den Blick kennen Sie vielleicht. Das „Band des Bundes“ ist ein architektonisches Kleinod, im Gegensatz zu ungezählten Neubauten im Post-Wende-Berlin, die der Stadt einen Stempel der reinen Profitgier jenseits von Geist und Geschmack aufgedrückt haben, alles austauschbar, gesichtslos, trostlos. In Beton gegossener Kapitalismus, Denkmäler des eigenen Verfalls. Die Aufnahme ist vom Wasser der Spree aus. Bei dem Wetter ist Flanieren im Betonmoloch Berlin eher ein Survivaltraining denn ein Vergnügen und zumindest unterhalb der 40-Grad-Marke ist eine Bootstour durch das „Band des Bundes“ ein fast erholsames, ästhetisches Vergnügen, mit neuen Perspektiven.

Früher war das ganze Regierungsviertel für mich eine No-Go-Area, das gigantische Bundeskanzleramt ein riesiger Palazzo Prozzo (was eigentlich neben „Erichs Lampenladen“ der Spitzname des von den Wendesiegern abgerissenen Palastes der Republik war), der die Unappetitlichkeit des dicken Helmut Kohl prahlerisch in den märkischen Sand setzte, und der Reichstag gar allein schon des Namens wegen ein unter allen Umständen zu meidendes Glaskuppel-Brechmittel. Mittlerweile schätze ich die reine Architektur, was können die Steine  für ihre Maurer, und was die Distanz zum hiesigen Systems angeht: Alles Scheiße, aber wir haben zur Zeit nix besseres und sollten für den Rest der ca. noch 60 cm hohen Brandmauer gegen AfD und Faschismus dankbar sein. Der Furor hier in diesem Blog gilt immer dem Kapitalismus, der düsteren Seite der Medaille Demokratie.

Ich sitze gerade in meinem kühlen Arbeitszimmer, nach Norden, das nie wärmer als 25 Grad wird. Habe eben den Kolleg*innen der Müllabfuhr eine Karte der Hausgemeinschaft mit einem kleinen Schein für kühle Getränke übergeben, der Kollege stöhnte nur kurz „Grausamer Job bei dem Wetter“ und musste gleich weiter, Tonnen im Akkord wuchten.

Gegenüber Gerüstbauer, den ganzen Tag nach Süden pralle Sonne, eine Frage der Zeit, wann da die 50 Grad-Marke geknackt wird. Und im gut gekühlten Reichstag diskutieren sie über das Rentenpaket, mit Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Die dafür Verantwortlichen würde ich als Revolutionsrichter nach erfolgreichem kommunistischem Umsturz (Kommunismus ist möglich! Siehe Graz ) , zu 20 Jahren Müllabfuhr mit anschließender Sicherungsverwahrung im Gerüstbau verurteilen.

Ist das schon ein Hitzeschlag, der mich in derartig dantonesken Phantasien suhlen lässt. Handfester ist eher mein Appell: Stehlt! Massenhaft!

Die Schäden durch Diebstahl im Einzelhandel sind laut einer Studie auf einen Höchst-Gegenwert von mehr als 4,3 Milliarden Euro gestiegen. Und das ist auch gut so. Während bei uns immer mehr Alleinerziehende nicht wissen, wie sie Essen für ihre Kinder bezahlen für sollen, über eine Mio. Menschen Flaschen sammeln und Obdachlosigkeit neue Rekordzahlen erreicht, häufen die Könige des Einzelhandels schamlosen Reichtum in unvorstellbarem Ausmaß an. An der Spitze Lidl-Schwarz 46,5 Mrd. Euro, Platz 3 Aldi-Süd Familie Albrecht 27,7 Mrd. Euro, Platz 10 Aldi-Nord Familie Albrecht 17,6 Mrd. Euro, usw. usf. Ich kaufe übrigens gerne bei Platz 46 ein, Familie Roßmann, 4,9 Mrd. Euro …. Danton hätte die alle ….

Nun ist aber gut. Abkühlen. Ich muss weiter arbeiten an meiner Geschäftsidee. Da der Bahnverkehr demnächst zumindest auf der Strecke Berlin Hannover für Jahre komplett zusammenbrechen wird, wegen Umbau, werde ich ein Start-up gründen, das eine entschleunigte, zuverlässige und umweltschonende Alternative bietet, mit jenem individualistischen Flair, das der konsumorientiere postmoderne Citoyen so schätzt:

Einen Postkutschen-Service. Damit gehe ich an die Börse und dürfte laut meinen Planzahlen spätestens 2028 auf Platz 45 landen ….