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21.09.2026 – Sonnenblumen „Goldener Neger“ in der Morgensonne wiegen sich sanft im Wind.

Ein Tag, der so im Garten beginnt, kann nicht ganz schlecht werden.

Schlecht werden hingegen kann einem vom gestrigen Wahlergebnis. Das Fazit der diesjährigen Wahlen: Es gibt nur noch eine Volkspartei, die AfD. Eine faschistische Volkspartei, die in großen Teilen des Landes die kulturelle Hegemonie besitzt und immer mehr zu einer Bewegung wird. Selbst in Berlin sind queere Menschen nicht mehr sicher, Jüd*innen schon lange nicht mehr, der Mob fühlt sich seiner Sache immer sicherer und greift alles, was ihm nicht passt, immer öfter immer radikaler an. Und wie verhält sich die bürgerliche Gesellschaft dazu?

Ein Medienbeispiel, die dümmste Zeitung des Universums, die Neue Osnabrücker Zeitung, kommentiert den Wahlausgang vom Sonntag wie folgt: „Rechte Radikale sind die großen Gewinner der Wahl in Schwerin, linke Radikale sind es in Berlin. „

Die rechten „Radikalen“ sind nicht radikal, sondern extremistisch, faschistisch. Die linken Radikalen sind eine demokratische Partei. Sie ist die einzige Partei, die die AfD als das bezeichnet, was sie ist, nämlich faschistisch, und die demzufolge als einzige den Begriff „Antifaschismus“ in ihrem Programm und ihrer Praxis beherbergt. Ein Begriff, der solange von der bürgerlichen Gesellschaft diskriminiert und diskreditiert wurde, dass es in dem Moment zu spät war, als er dringend als bürgerlicher Konsens gebraucht worden wäre, nämlich jetzt.

Wenn die dümmste Zeitung des Universums schon auf der begrifflichen Ebene noch nicht einmal Standards der Erkenntnis pflegen kann, ist es nicht verwunderlich, wenn sie mit der Rechts-Links Totalitarismus Ideologie aus dem Kalten Krieg des vorigen Jahrhunderts hausieren geht. Bei soviel Dummheit und Niedertracht zeichnet sich jetzt schon ab, wer neuen Machthabern als erstes in den braunen Arsch kriechen wird. So würde ich dem Artikelschreiberling, hätte ich sein Pamphlet gedruckt vor mir, mit den Worten von Max Reger schreiben :“ Ich sitze hier im kleinsten Raum meines Hauses und lese Ihre Kritik. Noch habe ich sie vor mir ….“

Gelogen. Dafür ist mir mein Arsch zu schade.

Meine kindischen Wünsche im Blogeintrag von gestern, was das Wahlergebnis angeht, sind bis auf die SPD, die nochmal knapp zweistellig in Berlin landete, in Erfüllung gegangen: FDP zersplittert, BSW draußen, CDU in MV. Genugtuung kann im Ernst niemand darüber verspüren, wenn bürgerliche, demokratische Parteien langsam im Sumpf der Geschichte versinken. Wir haben nichts anderes als die derzeitige bürgerliche Demokratie, mit all ihren Mängeln, die radikal zu kritisieren sind. Aber wenn die bürgerliche Demokratie erodiert, scheint am Horizont Faschismus auf.

Auch nächstes Jahr finden Landtagswahlen statt und die Erosion der Demokratie wird sich beschleunigen, da sich am Treibstoff für Faschismus, nämlich Angst im Kapitalismus, nichts ändern wird. Allein die Mietensituation nicht nur in Ballungsräumen reicht aus, um nackte Existenzangst zu erzeugen. Die Angebotsmieten werden bis 2030 in exponierten Lagen bis zu 8 Prozent jährlich steigen, die Inflation zieht weiter an, die Arbeitgeber drohen durch Einführung einer 40 Stunden-Woche ohne Lohnausgleich mit Reallohnverlusten, was KI mit ordentlich bezahlten Arbeitsplätzen im Wissenssektor macht, kann sich jeder Wissen-schaftler selbst hochrechnen usw. usf.

Was glauben Sie, liebe Leserinnen, vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen, wie das Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2029 für die AfD aussehen wird. Und wenn es 2029 noch nicht für eine demokratisch legitimierte Machtübernahme durch die Faschisten reicht, dann 2034. Und es gilt der Satz: Demokraten müssen bei Wahlen immer wieder gewinnen. Faschisten nur einmal….

Ein Blick in den Rückspiegel: Die NSDAP trat 1924 erstmals zu einer Wahl im Reich an, Machtübernahme war 15 Jahre später. Die AfD trat 2013 erstmals zur Wahl im Reich, äh, im Bund, an. 2029 sind es 16 Jahre später….

Aber keine Panik, liebe Leserinnen, nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich, der Prophet gilt nichts im eigenen Land und Unken sind hierzulande sowieso demnächst ausgestorben.

Alles weiter entnehmen Sie bitte der Neuen Osnabrücker Zeitung.

20.07.2026 – Friedrich Merz vögelt in Sitzungspause Referentin aus dem Gesundheitsministerium.

S-Bahnstation Berlin-Yorckstr. Liegt bei mir vor der Tür, von dort bin ich in den letzten Jahren sicher zwei-, dreihundertmal mit der S2, S25 oder S26 gefahren, immer über Potsdamer Platz und Brandenburger Tor. Friedrich Merz habe ich dort nie gesehen. Es gibt auch keine Fotos davon in den sozialen Medien. Merz lügt, wenn er behauptet, er fahre öfters mit diesen Linien über diese beiden Stationen . Wenn er so etwas macht, würde sein gesamter Waggon und die betreffenden S-Bahn-Ein- und Ausgänge mit Dutzenden Sicherheitsleuten verstopft und Fotos davon würden im Bruchteil von Minuten die sozialen Medien fluten. Der Mann ist 198 cm groß und im Gegensatz zu seinem eher winzwüchsigen Vorgänger nirgendwo zu übersehen.

Armer ex-Kanzler in spe, wie verzweifelt muss er sein, um solche Dummdreistigkeiten zu verbreiten, mit denen er sich als Mann aus dem Volk inszenieren will. Was kommt als Nächstes, wenn er nach dem Wahlergebnis von heute Abend überhaupt noch dazu käme? Vor meinem inneren Auge (wo sitzt sowas eigentlich?) ploppen Überschriften auf wie: Friedrich Merz zockt ab und zu Grand Theft Auto V. Oder: Friedrich Merz zieht ab und zu auf der Terrasse des Kanzleramtes einen durch. Und als Höhepunkt: Friedrich Merz vögelt in Sitzungspause Referentin aus dem Gesundheitsministerium.

Mitunter angereichert mit persönlichen Geständnissen wie: „Friedrich Merz gesteht: Vor ein paar Monaten habe ich nachmittags eine Tüte Lemon Haze geraucht. Ich war so high, dass ich hinterher im TV-Interview nur Blödsinn erzählt habe.“

Friedrich Merz ist ein arroganter, zynischer Lakai des Kapitals, an dem mir immer nur eins gefiel: Wie er permanent von Angela Merkel gedemütigt und in den Staub getreten wurde. Und wenn er nun von seiner Gang zum Rücktritt gezwungen, mal wieder gedemütigt und in den Staub getreten würde, als Bundeskanzler mit der um Längen kürzesten Amtszeit, würde ich im Zweifel ein Glas Sekt darauf erheben. Wenn gerade einer offen wäre. Aber irgendwie tut mir der ex-Sauerländer Motorrad-Rocker mit den schulterlangen Haaren im Moment fast (!) ein bisschen leid, so wie er von der Medienmeute und vom Mob niedergemacht wird, und vor allem von seinen eigenen Kumpels.

Kein Kanzler der Welt kann strukturell so anders reagieren, geschweige denn regieren, dass Medienmeute, Mob und Kumpels irgendwie zufrieden wären. Was sich hier auf der Staats-Bühne abspielt, sind immer härter werdende Verteilungskämpfe in einer Spätphase des neoliberalen Kapitalismus, im Übergang zu postdemokratischen Verhältnissen. Wer glaubt, dass hier bürgerliche Parteien, bis hin zur Linken, oder gar einzelne Hampelmänner etwas Entscheidendes am Gang der Geschichte, an den gesellschaftlichen Verhältnissen verbessern könnten, der glaubt auch noch an die Weihnachtsfrau. Die Verteilungskämpfe eskalieren überall, mittlerweile tragen Gangs ihre Konflikte sogar im schicken Kreuzberger Graefekiez mit Schüssen aus.  

Verrohung allenthalben. Kein Wunder, dass mir immer mehr psychisch gestörte Menschen, die auf den ersten Blick nicht materiell verelendet sind, auch in den S-Bahnen auffallen. Der Leidensdruck wird ja nicht nur auf der ökonomischen Ebene immer größer. Friedrich Merz wäre wahnsinnig, wenn er es riskierte, sich in der S-Bahn unter lauter Verrückte zu begeben.

Was bleibt? Für Heute Abend erhoffe ich mir, dass die FDP immer mehr zur Splitterpartei wird, die nur noch unter „Sonstige“ geführt wird, dass das BSW nicht in den Landtag von MV respektive das Berliner Abgeordnetenhaus kommt, dass die CDU aus dem MV-Landtag fliegt, die SPD in Berlin unter 10 Prozent landet. Am Erfolg der AfD ist eh nicht zu drehen, das ist hoffnungslos. Und die Linke? Na ja, soll’n se mal machen.

So weit, so kindisch für Heute.