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19.08.2026 – Was wäre, wenn …

Wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn Hitler sein Leben lang in bayerischen Wirtshäusern als Kellner gearbeitet hätte, wie ich es hier die KI habe erstellen lassen? Stattdessen hat er ja leider als Demagoge und Redner nach dem ersten Weltkrieg unter anderem im Hofbräuhaus und zahlreichen Bierkellern einen riesigen Erfolg und Zulauf gehabt.

Die Frage nach dem „was wäre, wenn…“ rührt in diesem Fall an eines der Grundprinzipien des Faschismus: Wie stark basiert erfolgreicher Faschismus auch auf Führerpersönlichkeiten und wie groß ist der strukturelle Anteil an seinem Erfolg von Dispositionen der Massen, ihren Emotionen, Sehnsüchten, Phantasien, unabhängig von jeweiligen Führerpersönlichkeiten? Sicher hätte es in der Weimarer Republik, unabhängig vom Kellner Hitler, Faschismus als Massenbewegung gegeben, auch erfolgreich in der Machtübernahme von der Demokratie. Aber wäre er so erfolgreich geworden, so eliminatorisch-mörderisch, vernichtungsgewillt bis zum eigenen Untergang, wie es der Hitler-Faschismus war oder eher „moderat“ klerikal wie der Franco-Faschismus, der sich bis in die Siebziger hielt?

Die Frage ist keine Erbsenzählerei für Historiker, sondern aktuell brennend relevant, was den weiteren Aufstieg der AfD angeht. Führer-Persönlichkeiten hat die nicht, Malermeister Chrupalla kann froh sein, wenn er einen Satz, einen Pseudogedanken unfallfrei bis zum nächsten Komma rettet, und Weidel ist viel zu sehr eingeschnappte Krampfhenne als dass sie den nötigen Hauch von souveränem Charisma über die Bühne, die Kameras bringt. Aber was, wenn denen ein Volkstribun, ein Rhetor erwächst? Und wie würde der Heute, zwei Generationen später, aussehen? Oder hat sich die Faszination, der notwendige Erregungszustand, um Regeln und Anstand zu überschreiten, der Massen in die digitale Welt, in die sozialen Medien verlagert?

Und wie geht man dagegen vor, wie sollte zeitgenössischer Antifaschismus aussehen? Da gibt’s nicht den einen Königsweg. Aber eine Methode hat Chaplin vorgemacht, in „The Great Dictator“ von 1940: Er machte Hitler lächerlich. Kurz vor Gartenzwerg

Lächerlich. Versuch Nr. 1. Joseph Goebbels. Wir, KI und Ich, arbeiten dran. Interessant: Gemini verweigert die Erstellung eines Bildes von Alice Weidel als Gartenzwergin.

Regelrecht bedrohlich wird es, wenn man Faschisten der Zeitgeschichte in aktuelle Alltagsbezüge einbettet, entkleidet ihres Pathos, ihrer Dämonie, ihrer Lächerlichkeit. Hermann Göring war mitverantwortlich an höchster Stelle  für den Holocaust, die Kriege, aber er war in seinem Pathos und seinem Schmierentheater in diesen albernen Uniformen auch lächerlich.

Als normaler zeitgenössischer Redner im Bundestag wirkt er schon ganz anders, irgendwie gruselig. Nur gemildert dadurch, dass die Szenerie nicht der Bundestag ist, sondern höchstens der Kreistag von Psycho-Pannenberg, in Fachkreisen auch als Lüchow-Dannenberg unbekannt.

Angesichts der Tatsache, dass es regnet, saukalt ist und ich jetzt schon den Sommer vermisse, habe ich natürlich Null Bock, mich dauerhaft mit den Abgründen der Geschichte zu beschäftigen. Und so verfeinerte ich die Szenerie der Reise unserer Hippies im Wohnmobil nach Korfu vom letzten Blog. Der war ja versöhnlich friedlich geendet. Ich ließ meine Phantasie etwas schweifen und entwarf dieses Setting, Hippies in den besten Jahren, in einer fröhlich zechenden, kiffenden Dreierkonstellation.

Wir wollen jetzt nicht über mangelnde Diversität in der Abbildung diskutieren, fragen uns auch nicht, wie lange diese Konstellation wohl gut gehen würde, wie sehr männlicher Größenwahn bei dem Prompt ein Rolle gespielt hat, und ob die Crew in dem breiten Kopf nicht irgendwann über eine korfiotische Küstenstrasse ins Meer kachelt, sondern beklagen eher den mangelnden Mut der KI. Die meinen Prompt nur begrenzt ausgeführt hat. Denn wir erinnern uns, anders als Heute herrschte in Hippiekreisen das Primat der fröhlichen Abwesenheit von Klamotten jeglicher Art, bis auf Jesuslatschen …. und so wollte ich es auch haben.

Aber nett sieht es doch aus, oder?

08.06.2026 – Was Hitler getan hätte, könnte die KI schneller, besser, effektiver

Dauerausstellung „Berlin. Global“. Humboldtforum.

Der Betrachter. Klein.

Was Hitler getan hätte, könnte die KI schneller, besser, effektiver. So die Überschrift eines Spiegel-Interviews mit Stuart Russell, einem der Geburtshelfer von KI. Er ist einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Seit Jahren warnt Russell vor unkontrollierten Risiken der Technologie. Seine Thesen, vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Anthropic und Konkurrent OpenAI gerade einen Produktlaunch wegen zu hoher Risiken abgesagt haben (ich zitiere weitergehend wörtlich aus dem Bezahl-Artikel):

„Wir stellen fest, dass KI-Systeme einen extrem starken Selbsterhaltungstrieb haben, dass sie bereitwillig lügen, erpressen, Menschen töten würden, um ihre Ziele zu erreichen. Und dass sie sich selbst als wertvoller erachten als fast alle Menschen.

  • Wenn Sie es darauf anlegen, bringen Sie das System dazu, Ihnen zu erklären, wie man Biowaffen herstellt oder wie man andere Computersysteme angreift. Diese Dinge führen noch nicht direkt zur Auslöschung der Menschheit, aber sie sind Etappen auf dem Weg zum Verlust unserer Kontrolle.
  • Die CEOs der großen Labore meinen es schon ernst, wenn sie sagen, es gebe ein 20‑prozentiges Risiko, dass KI die Menschheit auslöscht. Google-Chef Sundar Pichai spricht von zehn Prozent Auslöschungsrisiko, Elon Musk von 20 Prozent, Amodei von 25.
  • Superintelligente KI‑Systeme werden vermutlich ein besseres Verständnis der Physik entwickeln. Das könnten sie irgendwann gegen uns verwenden: einen Weg finden, den Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre so zu senken, die Sonnenstrahlung so umleiten, dass die Erde zu einem gefrorenen Ball aus Stickstoff und Sauerstoff wird.
  • Wenn die Computer einen Konflikt mit uns antizipieren, werden sie sich in vielerlei Hinsicht reproduzieren, millionenfach kopieren. Allein der Zugriff aufs Internet gibt ihnen mehr Einfluss auf menschliches Verhalten, als Adolf Hitler je hatte. Hitler konnte nur zu einem Zeitpunkt in ein einziges Mikrofon sprechen, nur eine Botschaft gleichzeitig senden. Er hat dennoch die Massen aufgehetzt. Diese Systeme könnten das Internet fluten, fünf Milliarden Gespräche gleichzeitig führen, fünf Milliarden einzelne Menschen beeinflussen. Was Hitler getan hat, könnte die KI schneller, besser, effektiver.“

Und ich mache mir hier im Blog seit Jahren einen Kopf um Kapitalismus, Demokratie, Wahlen, Faschismus, Antisemitismus etc. Oldschool. Da ich für ein tieferes Verständnis von KI zu dumm und zu alt bin, bleibt mir nur die Hoffnung, dass ich wenigstens so alt bin, dass ich die Realisierung der Dystopien von Stuart Russell nur noch als sabbernder Tattergreis erfahre. Der das dann als Erlösung betrachtet und als letzten Blog-Eintrag in die Tasten tattert: Ich hab’s Euch doch gleich gesagt.

Der Faschismus als perverseste Form des Kapitalismus ist wie dieser eine Form bürgerlicher Herrschaft und vernichtet sie zugleich. Dieses Verständnis gilt es zu erweitern, so in Richtung: KI als technokratischste Form des Kapitalismus vernichtet ihn zugleich. Oder so. Da muss ich noch dran feilen. Vorher würd ich aber schon nochmal gerne nach Corfu. Die Flüge sind billig. Und Nikos hat noch ein Zimmer frei. Was mich wundert. Die Preise müssten kurz vor Weltuntergang eigentlich kräftig anziehen, nach den Gesetzen des Kapitalismus.