Schlagwort-Archiv: KI

19.08.2026 – Was wäre, wenn …

Wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn Hitler sein Leben lang in bayerischen Wirtshäusern als Kellner gearbeitet hätte, wie ich es hier die KI habe erstellen lassen? Stattdessen hat er ja leider als Demagoge und Redner nach dem ersten Weltkrieg unter anderem im Hofbräuhaus und zahlreichen Bierkellern einen riesigen Erfolg und Zulauf gehabt.

Die Frage nach dem „was wäre, wenn…“ rührt in diesem Fall an eines der Grundprinzipien des Faschismus: Wie stark basiert erfolgreicher Faschismus auch auf Führerpersönlichkeiten und wie groß ist der strukturelle Anteil an seinem Erfolg von Dispositionen der Massen, ihren Emotionen, Sehnsüchten, Phantasien, unabhängig von jeweiligen Führerpersönlichkeiten? Sicher hätte es in der Weimarer Republik, unabhängig vom Kellner Hitler, Faschismus als Massenbewegung gegeben, auch erfolgreich in der Machtübernahme von der Demokratie. Aber wäre er so erfolgreich geworden, so eliminatorisch-mörderisch, vernichtungsgewillt bis zum eigenen Untergang, wie es der Hitler-Faschismus war oder eher „moderat“ klerikal wie der Franco-Faschismus, der sich bis in die Siebziger hielt?

Die Frage ist keine Erbsenzählerei für Historiker, sondern aktuell brennend relevant, was den weiteren Aufstieg der AfD angeht. Führer-Persönlichkeiten hat die nicht, Malermeister Chrupalla kann froh sein, wenn er einen Satz, einen Pseudogedanken unfallfrei bis zum nächsten Komma rettet, und Weidel ist viel zu sehr eingeschnappte Krampfhenne als dass sie den nötigen Hauch von souveränem Charisma über die Bühne, die Kameras bringt. Aber was, wenn denen ein Volkstribun, ein Rhetor erwächst? Und wie würde der Heute, zwei Generationen später, aussehen? Oder hat sich die Faszination, der notwendige Erregungszustand, um Regeln und Anstand zu überschreiten, der Massen in die digitale Welt, in die sozialen Medien verlagert?

Und wie geht man dagegen vor, wie sollte zeitgenössischer Antifaschismus aussehen? Da gibt’s nicht den einen Königsweg. Aber eine Methode hat Chaplin vorgemacht, in „The Great Dictator“ von 1940: Er machte Hitler lächerlich. Kurz vor Gartenzwerg

Lächerlich. Versuch Nr. 1. Joseph Goebbels. Wir, KI und Ich, arbeiten dran. Interessant: Gemini verweigert die Erstellung eines Bildes von Alice Weidel als Gartenzwergin.

Regelrecht bedrohlich wird es, wenn man Faschisten der Zeitgeschichte in aktuelle Alltagsbezüge einbettet, entkleidet ihres Pathos, ihrer Dämonie, ihrer Lächerlichkeit. Hermann Göring war mitverantwortlich an höchster Stelle  für den Holocaust, die Kriege, aber er war in seinem Pathos und seinem Schmierentheater in diesen albernen Uniformen auch lächerlich.

Als normaler zeitgenössischer Redner im Bundestag wirkt er schon ganz anders, irgendwie gruselig. Nur gemildert dadurch, dass die Szenerie nicht der Bundestag ist, sondern höchstens der Kreistag von Psycho-Pannenberg, in Fachkreisen auch als Lüchow-Dannenberg unbekannt.

Angesichts der Tatsache, dass es regnet, saukalt ist und ich jetzt schon den Sommer vermisse, habe ich natürlich Null Bock, mich dauerhaft mit den Abgründen der Geschichte zu beschäftigen. Und so verfeinerte ich die Szenerie der Reise unserer Hippies im Wohnmobil nach Korfu vom letzten Blog. Der war ja versöhnlich friedlich geendet. Ich ließ meine Phantasie etwas schweifen und entwarf dieses Setting, Hippies in den besten Jahren, in einer fröhlich zechenden, kiffenden Dreierkonstellation.

Wir wollen jetzt nicht über mangelnde Diversität in der Abbildung diskutieren, fragen uns auch nicht, wie lange diese Konstellation wohl gut gehen würde, wie sehr männlicher Größenwahn bei dem Prompt ein Rolle gespielt hat, und ob die Crew in dem breiten Kopf nicht irgendwann über eine korfiotische Küstenstrasse ins Meer kachelt, sondern beklagen eher den mangelnden Mut der KI. Die meinen Prompt nur begrenzt ausgeführt hat. Denn wir erinnern uns, anders als Heute herrschte in Hippiekreisen das Primat der fröhlichen Abwesenheit von Klamotten jeglicher Art, bis auf Jesuslatschen …. und so wollte ich es auch haben.

Aber nett sieht es doch aus, oder?

17.08.2026 – Über das Erstellen von Bildern mit KI und die philosophischen Aspekte dabei

Drei ältere Herren im Wohnmobil unterwegs nach Korfu.

Unlängst gab ein Freund seine Wohnung auf und schaffte sich stattdessen ein Wohnmobil an. Ein durchaus bemerkenswertes Unterfangen, da er ungefähr in meinem Alter ist, also deutlich jenseits juveniler Flausen. Ich lud mich und einen weiteren Freund zur Besichtigung ein, schlug scherzhaft einen gemeinsamen Korfu-Trip in dem Gefährt vor und im daraus folgenden Mailverkehr regte der Wohnmobilist an, ich sollte von dem Setting mal ein KI-Bild erstellen. Obiges Ergebnis evozierte bei mir beinahe einen Schlaganfall. Abgesehen von der zwielichtigen Straßenführung: Lieber im Sarg als so sein.

Das Ergebnis meines meines zweiten Prompts war mir da schon näher, bis in die Details: Drei ältere Hippies Biertrinkend und kiffend im Wohnmobil unterwegs nach Korfu. Was mir aber erheblich auf  die Eier ging: Gemini AI hatte da einen vierten eingebaut, ans Steuer gesetzt, weil die drei ja Bier trinken und kiffen sollten. Was am Steuer irgendwie verboten ist. Wo bleibt die Freiheit der Kunst, der Hauch von seniloider Freiheit und Abenteuer?!

Viel schlimmer für mich allerdings diese Anhäufung von Männern. Vier auf einem Haufen ist ein No Go. Männeransammlungen sind der Anfang vom Untergang, die Vorstufe der Apokalypse. Fußball und Bundeswehr. Grauenhaft, danach kommt nur noch Krieg. Das schlimmste Wort der deutschen Sprache, noch vor Weltuntergang und Beulenpest, ist: Männerrunde.  

Schon besser: Mein dritter Prompt. Liebevoll bis ins Detail, beachten Sie bitte die Tonband-Kassetten. Sicherlich mit der Woodstock-Version von Jefferson Airplanes „Volunteers of America“ .

Auch das spießige Hinzufügen eines Fahrers ist flachgefallen. Aber, irgendwas hat Gemini da geritten. Entweder war es das Insistieren auf Kiff, das Gemini irgendwann selbst benebelt hat (unwahrscheinlich) oder diese KI mach noch jede Menge Fehler. Oder aber, viel schlimmer, dieser Algorithmusklumpen ist derart legalistisch eingestellt und mit der Freiheit der Wahl ausgestattet, dass er sich und mir gesagt hat: Fuck you, clowns (Ein Gruß an alle Frank Zappa-Fans). Und hat den Fahrer – natürlich Mann, darüber kann man auch mal diskutieren – einfach verkehrt rum gesetzt und das Lenkrad in den Sitz geschraubt, womit das Fahren nach den Gesetzen der Logik und der Automobilindustrie unmöglich ist.

Das wäre die schlimmste Variante, würde die doch bedeuten, dass der Klumpen irgendwie hinterhältig, durchtrieben, ja perfide vorgeht und seinen Meister, den Prompter, bescheisst. Eine gruselige Vorstellung. Freier Wille bei einer KI bedeutet die Apokalypse. Freier Wille ist auch schon beim Menschen Scheisse, wo das hinführt, sehen wir ja, ich bin für ein Verbot des freien Willens. Aber über so Zeug kann man wenigstens pseudophilosophischen Quark absondern.

Ich muss zugeben, dass mir das Erstellen der Bilder einen Heidenspaß gemacht hat. (Ist das Gegenteil von Heidenspaß eigentlich Christenlangeweile?). Es führt ja auch über den Spaß zum Nachdenken und das ist laut Walter Benjamin bekanntlich der beste Weg zum Nachdenken.

Im nächsten Blog eine kleine Geschichte über meine Erfahrungen mit KI im Zusammenhang mit Adolf Hitler, Hermann Göring und Joseph Goebbels. Bleiben Sie drin, es wird spaßig. Aber nicht nur….

02.07.2026 – Tauchen Sie mit mir ein in die Erlebniswelt der Zahlungen!

Neulich im Restaurant. SO KÖNNEN WIR IHNEN EIN MODERNES, SICHERES UND ANGENEHMES ZAHLUNGSERLEBNIS BIETEN. UND ALLES IN VERSALIEN! WEIL ALLES GROSS UND WICHTIG IST. Die Welt als Schwafelmaschine. Aus allen Ritzen und Poren dringt ihr ein unendliches aufgeblähtes Blablabla. Für mich sind bei den Preisen Zahlungen in Restaurants immer mit einem Schlaganfallrisiko verbunden. Was allerdings tatsächlich ein Erlebnis wäre. Was soll’s.

An allen Ecken spüre ich eine Art Fin de Siècle-Stimmung, man möchte sich dem Dauerfeuer der brüllend-düsteren Schlagzeilen gerne entziehen, sehr lange und sehr intensiv. Geht aber nicht, wg. Resilienz-Ausbildung. Schließlich sind wir erst am Anfang. Von jenem Ende, das bekanntlich dick ist und zuletzt kommt, man weiß bloß nicht, wann. Also aus- und gegenhalten. Nur kurze Fluchten zwischendurch.

Zum Beispiel in die Welt des Nonsens. Dadada. Neulich schoss mir eine schöne dadaistische Gedichtzeile durch den Kopf. Sie hat nichts mit dem tragischen Schicksal des bedeutendsten Lyrikers deutscher Sprache der Nachkriegszeit, Paul Celan, zu tun , der 1970 Selbstmord beging, als Spätfolge der nationalsozialistischen Judenverfolgung.

Einfach nur klangzentrierter Nonsens. Die Zeile lautete: Celan hatte kein WLAN. Die Zeile erschien mir so einleuchtend schwachsinnig, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass vor mir noch niemand darauf gekommen war. Und so sprach ich also zwecks Verifizierung die allmächtige KI an:

Die Antwort der KI: „Sie haben absolut (!) recht. ….“ Absolut! Dieses eklig-schleimige Rangewanze der KI machte mich so aggressiv, dass ich ihr am liebsten mal die Fresse polieren möchte…

Potzdonner, dachte ich, was für ein enormer Schwachkopf doch die KI ist.

Viel wichtiger aber, mein Dichterhirn war über alle Maßen inspiriert, Reimlust war in alle Glieder und Gemüt gefahren, hatte mich gepackt. Der nächste Vers wurde in die Mühlen der KI geworfen

„Im 19. Jahrhundert gab es auf der Insel Guernsey

Noch kein Fernseh.“

Das ist völlig (!) richtig. Nicht nur richtig. Sondern völlig richtig. Es reichte. Ich polierte dem Drecksack KI aber mal so richtig die Fresse.

Irgendwie ist die KI richtig deutsch. Kriecherisch gegen alles, was höher rangiert. Man möchte sich nicht vorstellen, wie die KI mit allem, was unter ihr steht, umgeht. Irgendwer, Churchill oder Thatcher oder keine von beiden, hat mal gesagt: „Die Deutschen hat man entweder an der Kehle oder zu Füßen.“

Auf die Doitschen kann man sich verlassen, alles was rechts ist. Kaum hatte Jonathan Tah, schwarze Hautfarbe, den finalen Elfmeter bei der WM verschossen und den Ostgoten zur frühzeitigen Heimreise verholfen, ergoss sich in sozialen Medien eine Flut rassistischer Hetze über ihn.

Ob der Franzmann viel besser aufgestellt ist, was Rassismus angeht? Vermutlich nicht, wenn man sich den RN anguckt. Insofern war es mir ein innerer Reichsparteitag, als ich neulich die Spielerausstellung der bisher besten Mannschaft des Turniers, der Franzosen, sah. Bis auf eine Ausnahme alles Schwarze. Bis jetzt ging mir die WM am Arsch lang, abgesehen von meiner Wette, die ja schon geplatzt ist, was die Niederlande angeht, 1:20 Euro. Für meinen Tipp Portugal als Weltmeister, 1:8,50 Euro, sehe ich auch schwarz. Aber jetzt bin ich etwas emotional engagiert und drücke Frankreich die Daumen. Auf dass die Rassisten drüben sich schwarzärgern.

14.06.2026 – Mein Kienzle-Kurzzeitwecker, die KI und 5 Forderungen für ein gutes, demokratisches Gesundheitswesen

Kienzle Kurzzeitwecker. 1974. Eine Designikone. Einmal Handumdrehen und der Wecker tickt, wunderbar analog, mit schleifenden Nebengeräuschen, und manchmal bleibt er sogar stehen und muss zweimal aufgezogen werden.

Jetzt häufen sich die Fälle, wo Autoren auffliegen, die ihre Texte mit KI verfasst haben. Sei es, der bereits bei Doktorspielen ertappte Ostzonen-Ministerpräsident Mario Voigt oder auch der Tagesspiegel Ex-Chef Casdorff . Wobei es bei Voigt hochbezahlte Beamte-Schreiber waren, die die KI schreiben ließen und stattdessen lieber auf dem Golfplatz sich austobten. Mittlerweile prüfen Zeitungen, Verlage, Medien ihnen zugeschickte Texte auf KI-Autorinnenschaft. Mit KI. So weit so professionell.

Nicht professionell und zeitgemäß ist hingegen ihr Gejammer über die angeblichen Tricksereien der Schreiber-Betrüger. Die Jammernden sind ohne Ausnahme Vertreter des alt-unehrwürdigen Konservatismus, die offensichtlich noch dem Geniebegriff des 19. Jahrhunderts anhängen. Und zwar dem des von der göttlichen Muse geküssten, einzigartigen Autors (immer ein Mann, was sonst. Autorinnen sollen Kochrezepte verfassen). Der seine Texte am besten mit Federkielen (wie weiland der alte Geheimrat) auf Papyrus pinselt. Ein Autorenverständnis, dem schon vor 100 Jahren Walter Benjamin und Bertolt Brecht den Garaus gemacht haben. Unter anderem mit dem Verweis darauf, dass Kulturproduzenten, die die Welt verstehen (und verändern!) wollen, sich zwingend der jeweils neuesten technischen Produktionsmittel ihrer Zeit bedienen müssten. Nicht umsonst waren beide begeisterte Anhänger und Theoretiker des damals neuen, wie sie meinten revolutionären, Mediums Kino. Auch unter Hinweis auf die Tücken und Gefahren des Mediums. Die ja leider dann auch als Volksverblödungsinstrument überwiegend so Realität wurden.

So auch heute, KI und Schreiben, Kulturproduktion. Verbieten und bestrafen wie bei Voigt und Casdorff hilft da gar nichts. Das Medium KI wird sich mit kapitalistischer Urgewalt Bahn brechen, es gilt sich deren Chancen für eine emanzipatorische Produktion zu bedienen. Und, um das Schlimmste, nämlich die finale Volksverblödung bis hin zur Menschheitsauslöschung, zu verhüten, müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen KI produziert, radikal vom vermeintlich genialen Kopf auf die kollektiven Füße gestellt werden.

Da das natürlich nicht stattfindet, ist alles Tun und Machen, Verbieten, Ächten und Pfui-Geschrei, nicht mehr als ehrpussliges, pikiertes Rückzugsgejammer einer Kulturblase, deren Geschäftsmodell im Handumdrehen, siehe Kienzle-Kurzzeitwecker, zerbröselt wird.

Und hier der konstruktive, praktische Teil: 5 Forderungen für ein gutes, demokratisches Gesundheitswesen, erstellt innerhalb einer Sekunde mit KI. Dafür hätte ich früher Tage gebraucht, in Rücksprache mit den jeweiligen Akteuren, um eine Grundlage für die Arbeit der Landesarmutskonferenz im Dialog mit der Politik zu erstellen.

Entökonomisierung der Versorgung:

Abschaffung des Fallpauschalensystems (DRG). Die Finanzierung von Krankenhäusern nach starren Fallpauschalen erzeugt Fehlanreize. Gefordert wird eine bedarfs- und gemeinwohlorientierte Finanzierung, die medizinische Notwendigkeit über wirtschaftliche Rendite stellt.

Stopp der Privatisierung: Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und medizinische Dienste sollen in öffentlicher oder gemeinnütziger Hand liegen, um Profitmaximierung auf Kosten der Behandelnden und Behandelten zu verhindern.

Partizipation und Empowerment

Patienten-Empowerment: Betroffene sollen nicht länger passive „Objekte“ der Behandlung sein, sondern aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Gesundheitssysteme sollen Wissen vermitteln, um die Selbstbestimmung der Patienten zu stärken.

Partizipative Gesundheitsforschung (PGF)

 Forschungsvorhaben sollen in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen (und nicht nur über sie) gestaltet werden, um marginalisierten Gruppen eine Stimme zu geben und die reale Lebenswelt besser zu erfassen.

Abbau von struktureller Diskriminierung und Barrieren

Geschlechtssensible Medizin: Medizin ist historisch oft am männlichen Körper ausgerichtet. Ein emanzipatorischer Ansatz fordert die konsequente Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen und diversen biologischen sowie psychosozialen Unterschieden (Gender-Medizin) in Diagnostik und Therapie.

Versorgung für alle: Der uneingeschränkte Zugang zur medizinischen Versorgung, unabhängig von Aufenthaltsstatus, Einkommen oder Versicherung, ist eine zentrale Forderung. Insbesondere die medizinische Versorgung für Geflüchtete und Wohnungslose muss diskriminierungsfrei sichergestellt werden.

Soziale Determinanten und Klimagerechtigkeit

Bekämpfung sozialer Ungleichheit: Gesundheit ist eng an sozioökonomische Faktoren gekoppelt. Emanzipatorische Gesundheitspolitik fordert, Armut und soziale Spaltung als primäre Ursachen von Krankheit anzugehen, um echte Health Equity (Gesundheitliche Chancengleichheit) zu schaffen.

Klimasensible Medizin: Die ökologischen Krisen betreffen die Gesundheit massiv. Progressive Stimmen fordern, Gesundheitssysteme selbst klimaneutral und resilient aufzustellen sowie Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel aktiv in die Prävention einzubeziehen.

Arbeitsbedingungen und Entlastung

Gute Arbeit im Gesundheitswesen: Emanzipation gilt nicht nur für Patienten, sondern auch für das Personal. Gefordert werden ein grundlegender Kulturwandel, bessere Arbeitsbedingungen, eine am tatsächlichen Bedarf orientierte, gesetzliche Personalbemessung (z.B. in der Pflege) sowie eine angemessene Bezahlung.

Zentraler Akteur: In Deutschland treibt beispielsweise der ⁠Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää* ) diese gesellschaftskritischen und progressiven Perspektiven in der Gesundheitspolitik voran.

08.06.2026 – Was Hitler getan hätte, könnte die KI schneller, besser, effektiver

Dauerausstellung „Berlin. Global“. Humboldtforum.

Der Betrachter. Klein.

Was Hitler getan hätte, könnte die KI schneller, besser, effektiver. So die Überschrift eines Spiegel-Interviews mit Stuart Russell, einem der Geburtshelfer von KI. Er ist einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz. Seit Jahren warnt Russell vor unkontrollierten Risiken der Technologie. Seine Thesen, vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Anthropic und Konkurrent OpenAI gerade einen Produktlaunch wegen zu hoher Risiken abgesagt haben (ich zitiere weitergehend wörtlich aus dem Bezahl-Artikel):

„Wir stellen fest, dass KI-Systeme einen extrem starken Selbsterhaltungstrieb haben, dass sie bereitwillig lügen, erpressen, Menschen töten würden, um ihre Ziele zu erreichen. Und dass sie sich selbst als wertvoller erachten als fast alle Menschen.

  • Wenn Sie es darauf anlegen, bringen Sie das System dazu, Ihnen zu erklären, wie man Biowaffen herstellt oder wie man andere Computersysteme angreift. Diese Dinge führen noch nicht direkt zur Auslöschung der Menschheit, aber sie sind Etappen auf dem Weg zum Verlust unserer Kontrolle.
  • Die CEOs der großen Labore meinen es schon ernst, wenn sie sagen, es gebe ein 20‑prozentiges Risiko, dass KI die Menschheit auslöscht. Google-Chef Sundar Pichai spricht von zehn Prozent Auslöschungsrisiko, Elon Musk von 20 Prozent, Amodei von 25.
  • Superintelligente KI‑Systeme werden vermutlich ein besseres Verständnis der Physik entwickeln. Das könnten sie irgendwann gegen uns verwenden: einen Weg finden, den Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre so zu senken, die Sonnenstrahlung so umleiten, dass die Erde zu einem gefrorenen Ball aus Stickstoff und Sauerstoff wird.
  • Wenn die Computer einen Konflikt mit uns antizipieren, werden sie sich in vielerlei Hinsicht reproduzieren, millionenfach kopieren. Allein der Zugriff aufs Internet gibt ihnen mehr Einfluss auf menschliches Verhalten, als Adolf Hitler je hatte. Hitler konnte nur zu einem Zeitpunkt in ein einziges Mikrofon sprechen, nur eine Botschaft gleichzeitig senden. Er hat dennoch die Massen aufgehetzt. Diese Systeme könnten das Internet fluten, fünf Milliarden Gespräche gleichzeitig führen, fünf Milliarden einzelne Menschen beeinflussen. Was Hitler getan hat, könnte die KI schneller, besser, effektiver.“

Und ich mache mir hier im Blog seit Jahren einen Kopf um Kapitalismus, Demokratie, Wahlen, Faschismus, Antisemitismus etc. Oldschool. Da ich für ein tieferes Verständnis von KI zu dumm und zu alt bin, bleibt mir nur die Hoffnung, dass ich wenigstens so alt bin, dass ich die Realisierung der Dystopien von Stuart Russell nur noch als sabbernder Tattergreis erfahre. Der das dann als Erlösung betrachtet und als letzten Blog-Eintrag in die Tasten tattert: Ich hab’s Euch doch gleich gesagt.

Der Faschismus als perverseste Form des Kapitalismus ist wie dieser eine Form bürgerlicher Herrschaft und vernichtet sie zugleich. Dieses Verständnis gilt es zu erweitern, so in Richtung: KI als technokratischste Form des Kapitalismus vernichtet ihn zugleich. Oder so. Da muss ich noch dran feilen. Vorher würd ich aber schon nochmal gerne nach Corfu. Die Flüge sind billig. Und Nikos hat noch ein Zimmer frei. Was mich wundert. Die Preise müssten kurz vor Weltuntergang eigentlich kräftig anziehen, nach den Gesetzen des Kapitalismus.

07.06.2026 – Ich habe gerade ein Problem vor mir und hoffe, es bald hinter mir zu haben.

Aus der Kategorie „Flachwitz“.

Die Kunst, auf kalten Mauern zu tanzen.

Manchmal glaube ich, die Aufklärung ist nicht am Feind gescheitert, sondern an unserer eigenen Bequemlichkeit. Wir sitzen in unseren beheizten Nischen, die Bildschirme flackern, und die Welt draußen dreht sich ungerührt weiter in Richtung totalitärer Überwachung. Die geleakten Papiere von gestern sind die Schlagzeilen von heute, und die meisten Menschen zucken nur noch mit den Schultern. Kuck mal, ist mir doch egal. Hauptsache, das WLAN funktioniert und der Supermarkt hat geöffnet. Ein klammheimliches »Ja« zum Status quo. Das ist der Moment, in dem der Mythos zuschlägt. Ein Mythos ist kein Fakt. Er ist ein argumentfreier Strom von Bildern, der sich in die Köpfe frisst. Wir ertrinken in Narrativen von Heimat, Nation und reinem Boden. Die Linke, der Fortschritt, die Vernunft – sie alle kranken daran, dass sie keine eigenen emotionalen Erzählungen mehr entgegensetzen können. Wer die Fakten auf seiner Seite hat, aber die Herzen nicht erreicht, der verliert. Wer nur Parolen ruft, hat schon verloren. Gegenaufklärung funktioniert, weil sie Bilder liefert. Also müssen wir neue Bilder schaffen. Aber wie?

Ich stand letztens auf dem Küchengartenplatz. Mitten im Herzen von Linden. Ein Ort, der sich verändert, der atmet, der manchmal nach Asphalt und oft nach Aufbruch riecht. Die Stadt plant ihre großen Würfe, die Investoren rechnen ihre Renditen, und wir? Wir stellen einfach mal ein Schild auf. Ein Schild, das auf den ersten Blick völlig deplatziert wirkt. Zu weit weg von der Hauptstraße, nicht gedacht für den eiligen Automobilisten, sondern für den Fußgänger, der innehält. Für den orientierungslosen Ortsfremden, der sich fragt, was hier eigentlich los ist. Der gemeine Lindener kennt seine Wege, denkt er. Aber wer dieser Tage arglos den Küchengarten überquert, stolpert plötzlich über unsere Kunst. Wir wollen stören. Wir wollen irritieren. Das ist die Essenz von SCHUPPEN 68. Wenn wir in der Krise nur resignieren, haben die anderen gewonnen. Kunst und Performance auf kalten Mauern sind unser Widerstand. Es geht nicht darum, die Welt mit einem einzigen Plakat zu retten. Es geht darum, Räume zu öffnen. Räume für Gedanken, die sich nicht in Zahlen pressen lassen. Es ist die Kunst, in einer Zeit der Kälte und des Desinteresses den öffentlichen Raum zurückzuerobern, selbst wenn es nur für einen kurzen Moment der Performance ist. Wir brauchen wieder Erzählungen. Geschichten, die »on the road« entstehen. So wie wenn Opa aus dem Krieg erzählt – nur eben pazifistisch und mit dem Pinsel oder der Videokamera in der Hand. Wir müssen die grauen Betonwände der Stadt zur Leinwand unserer Utopien machen. Das ist unsere Antwort auf die Regression. Nicht wegschauen, sondern hinschauen. Und manchmal eben auch mittanzen, selbst wenn es kalt ist.

Dieser Text in kursiv ist nicht von mir. Den hat KI erstellt, nach einem Prompt von mir: „Erstelle einen Text im Stil des Blog SCHUPPEN 68 von ungefähr 3000 Zeichen“. Das Ergebnis, den Text, erhielt ich innerhalb einer Sekunde. Wenn man so einen Prompt präzisiert und das Ergebnis nochmal ein paar Minuten nacharbeitet, lässt sich sowas auf alle Ebenen der Literatur-, Kultur-, Kreativbereiche anwenden. Etwas Training der KI und deren rapider Fortschritt erledigen den Rest.

Ich halte das für ein immer größer werdendes Problem auf allen Ebenen, von Literatur und Urheberrecht über Arbeitsplätze und soziale Sicherung bis hin zu Demokratie und Faschismus.

Jetzt weiß ich konkret, am eigenen Leib respektive Text, wie das aussieht: KI als gesellschaftliche Bedrohung, Hand in Hand mit der wachsenden Spaltung unserer Gesellschaft in Zeiten von Demokratieverfall und wachsendem Faschismus.

Bis dato habe ich schwarz gesehen für unsere gesellschaftliche Entwicklung. So optimistisch bin ich nicht mehr.