

Aus der Kategorie „Flachwitz“.
Die Kunst, auf kalten Mauern zu tanzen.
Manchmal glaube ich, die Aufklärung ist nicht am Feind gescheitert, sondern an unserer eigenen Bequemlichkeit. Wir sitzen in unseren beheizten Nischen, die Bildschirme flackern, und die Welt draußen dreht sich ungerührt weiter in Richtung totalitärer Überwachung. Die geleakten Papiere von gestern sind die Schlagzeilen von heute, und die meisten Menschen zucken nur noch mit den Schultern. Kuck mal, ist mir doch egal. Hauptsache, das WLAN funktioniert und der Supermarkt hat geöffnet. Ein klammheimliches »Ja« zum Status quo. Das ist der Moment, in dem der Mythos zuschlägt. Ein Mythos ist kein Fakt. Er ist ein argumentfreier Strom von Bildern, der sich in die Köpfe frisst. Wir ertrinken in Narrativen von Heimat, Nation und reinem Boden. Die Linke, der Fortschritt, die Vernunft – sie alle kranken daran, dass sie keine eigenen emotionalen Erzählungen mehr entgegensetzen können. Wer die Fakten auf seiner Seite hat, aber die Herzen nicht erreicht, der verliert. Wer nur Parolen ruft, hat schon verloren. Gegenaufklärung funktioniert, weil sie Bilder liefert. Also müssen wir neue Bilder schaffen. Aber wie?
Ich stand letztens auf dem Küchengartenplatz. Mitten im Herzen von Linden. Ein Ort, der sich verändert, der atmet, der manchmal nach Asphalt und oft nach Aufbruch riecht. Die Stadt plant ihre großen Würfe, die Investoren rechnen ihre Renditen, und wir? Wir stellen einfach mal ein Schild auf. Ein Schild, das auf den ersten Blick völlig deplatziert wirkt. Zu weit weg von der Hauptstraße, nicht gedacht für den eiligen Automobilisten, sondern für den Fußgänger, der innehält. Für den orientierungslosen Ortsfremden, der sich fragt, was hier eigentlich los ist. Der gemeine Lindener kennt seine Wege, denkt er. Aber wer dieser Tage arglos den Küchengarten überquert, stolpert plötzlich über unsere Kunst. Wir wollen stören. Wir wollen irritieren. Das ist die Essenz von SCHUPPEN 68. Wenn wir in der Krise nur resignieren, haben die anderen gewonnen. Kunst und Performance auf kalten Mauern sind unser Widerstand. Es geht nicht darum, die Welt mit einem einzigen Plakat zu retten. Es geht darum, Räume zu öffnen. Räume für Gedanken, die sich nicht in Zahlen pressen lassen. Es ist die Kunst, in einer Zeit der Kälte und des Desinteresses den öffentlichen Raum zurückzuerobern, selbst wenn es nur für einen kurzen Moment der Performance ist. Wir brauchen wieder Erzählungen. Geschichten, die »on the road« entstehen. So wie wenn Opa aus dem Krieg erzählt – nur eben pazifistisch und mit dem Pinsel oder der Videokamera in der Hand. Wir müssen die grauen Betonwände der Stadt zur Leinwand unserer Utopien machen. Das ist unsere Antwort auf die Regression. Nicht wegschauen, sondern hinschauen. Und manchmal eben auch mittanzen, selbst wenn es kalt ist.
Dieser Text in kursiv ist nicht von mir. Den hat KI erstellt, nach einem Prompt von mir: „Erstelle einen Text im Stil des Blog SCHUPPEN 68 von ungefähr 3000 Zeichen“. Das Ergebnis, den Text, erhielt ich innerhalb einer Sekunde. Wenn man so einen Prompt präzisiert und das Ergebnis nochmal ein paar Minuten nacharbeitet, lässt sich sowas auf alle Ebenen der Literatur-, Kultur-, Kreativbereiche anwenden. Etwas Training der KI und deren rapider Fortschritt erledigen den Rest.
Ich halte das für ein immer größer werdendes Problem auf allen Ebenen, von Literatur und Urheberrecht über Arbeitsplätze und soziale Sicherung bis hin zu Demokratie und Faschismus.
Jetzt weiß ich konkret, am eigenen Leib respektive Text, wie das aussieht: KI als gesellschaftliche Bedrohung, Hand in Hand mit der wachsenden Spaltung unserer Gesellschaft in Zeiten von Demokratieverfall und wachsendem Faschismus.
Bis dato habe ich schwarz gesehen für unsere gesellschaftliche Entwicklung. So optimistisch bin ich nicht mehr.