
Aluchip. DDR-Währung, Markstück. Nach Gelde drängt, Am Gelde hängt doch alles. Frei nach Faust.
Zum Gelde also: Der Haushalt muss saniert werden. Nicht meiner, obwohl der es nötig hätte. Gemeint ist natürlich der Bundeshaushalt. Da hört man Gruseliges aus dem Reichstag. In der Finanzplanung gibt es in den Jahren 2027 bis 2029 eine Lücke von insgesamt rund 172 Milliarden Euro. Herrjemine, denkt da der deutsche Michel eingedenk des armseligen Fuffis, der in seinem Portemonnaie einsam vor sich hin knittert und bis Monatsende reichen soll. Die Neuverschuldung soll auf 1.000.000.000.000 Euro steigen. Gigantisch. Viel Spaß beim Nullen zählen. Ich hab’s schon mal im Kabinett geübt. Da kommen mehr als doppelt so viel Nullen zusammen
Also unvorstellbare Summen. Das kann ja gar nicht gehen. Alles geht den Bach runter. Denkt Michel, angefeuert von den Schreiberlingen der Bürgerpresse, deren nationalökonomischer Sachverstand sich auf dem Niveau eines Pudels (Faust!) bewegt. Die Magie der großen Zahl.
Verschwindet in dem Moment, wenn man sie in Relation setzt. Zahlen ohne Beziehungen zu anderen Größen sagen gar nichts. Wenn ich sage, ich habe gestern 100 Euro beim Essengehen ausgegeben, sagt das gar nichts. Außer dass ich vermutlich kein Bürgergeldbezieher bin. Wenn ich sage, dass ich das in einer Dönerbude ausgegeben habe, ist das gigantisch. Hört sich nach Betrug an. Kein Mensch kann in einer Dönerbude 100 € ausgeben. Wenn ich sage, dass ich das in einem Dreisternerestaurant ausgegeben habe, ist das auch gigantisch. Gigantisch gelogen. Da sind Sie im Normalfall pro Person mit Weinbegleitung locker mehr los als ein Bürgergeldbezieher im Monat kriegt.
Ohne Relation sagt eine statistische Größe nichts.
Die 172 Mrd. Neuverschuldung für 2027 sagen gar nichts. Die Verschuldungsquote der BRD würde dadurch kaum messbar steigen. Sie liegt aktuell bei 62 Prozent, hat in den letzten Jahren rapide abgenommen, von 82 Prozent 2010. Schuldenquoten im Vergleich: USA 127 %, Japan 250 %. Beiden geht es ökonomisch blendend. In Deutschland wachsen die Sozialbeiträge und Steuereinnahmen schneller als Staatsausgaben. Das Finanzierungsdefizit des Staates lag im 1. Halbjahr 2025 bei lächerlichen 28,9 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, war das staatliche Defizit somit um 19,4 Milliarden Euro niedriger als im 1. Halbjahr 2024. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen errechnet sich für das 1. Halbjahr 2025 eine Defizitquote von 1,3 %. Das ist grotesk niedrig. Kaum ein anderes Land auf der Welt hat sowas.
Deutschland ist eins der kreditwürdigsten Länder der Welt, mit der Höchstnote Triple A als Kreditrating. Daran wird sich nichts ändern, auch wenn die Neuverschuldung auf eine Billion Euro klettert. Dem stehen über 20 Billionen Euro Anlagevermögen gegenüber. Fast 8 Billionen davon Privatvermögen. Wer nun behauptet, „wir“ müssten sparen, dürften auf keinen Fall noch mehr Schulden aufnehmen ist entweder dumm oder gefährlich. Gefährlich nämlich dann, wenn derjenige behauptet, „wir“ müssten bei den Sozialausgaben sparen. Also weiter umverteilen von unten nach oben. Denn das Geld, was bei den Sozialausgaben gespart wird, landet zu erheblichen Teilen in der Rüstungsindustrie, steigert dadurch deren Gewinne, Kurswerte und Dividendenausschüttung, was sich in den Bilanzen der Anleger, der Vermögenden als weiter wachsender Reichtum bemerkbar macht. Gleiches Spiel auch bei einer möglichen Reduzierung von Leistungen bei der Pflege, im Krankheitsfall etc., wie es diskutiert wird. Das muss privat bezahlt werden, macht die Menschen noch ärmer. Oder es wird von Gesundheitskonzernen privat angeboten und steigert deren Gewinne, Kurswerte und Dividendenausschüttung usw, usf… siehe oben
Und was macht die SPD, sprich Lars Klingbeil? Sich lächerlich. Dazu im nächsten Blog.
Obiges Originalzitat aus dem Faust endet übrigens wie folgt, als sich Margarete vor dem Spiegel betrachtend mehr Vermögen wünscht, weil Schönheit vergänglich sei, wohl wissend, dass dieser Wunsch verderblich endet:
Nach Golde drängt,
Am Golde hängt
Doch alles! Ach wir Armen!
Na ja, hängt davon ab, wann man in Gold investiert hat. Seit November 2024 hat die Krisenwährung Gold um über 30 Prozent zugelegt.
Da wurde Donald Trump zum Präsidenten gewählt.









