24.04.2017 – Funk

Tief in meinem Herzen bin ich Brother, schwarz wie die Nacht, statt Blut pulsiert Rhythmus durch meine Adern, Soul ist meine Nationalhymne und Funk ist mein Wecker.
Funk ist mein Wecker?
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Funk Wecker. Lebt nicht mehr. Im Gegensatz zu meiner großen Liebe, dem Funk, über den Sie näheres gerne diesem Link entnehmen können, wo der unvergleichliche Sly Stone mit seiner Family den kategorischen Imperativ schwarzer Musik intoniert: DANCE TO THE MUSIC! Ich hab ihn Live erlebt. Danach ist man für weiße Musik verloren.
Dass nun aber so ein verschissener Wecker wie der obige den Namen Funk trägt, das ist …., keine Ahnung, was das ist, da fehlen mir einfach die Worte. Und das kommt sehr selten vor. Dieser Funk Wecker ist neu, der alte war kaputt, auch so einer mit Temperaturanzeige innen und außen. Als Gärtner braucht man sowas, Bodenfrost im April, da heißt es blitzschnell handeln. Zum Beispiel Bettsocken anziehen.
Jede neue Technikgeneration zeichnet sich durch ein Übermaß an Funk(!)tionen aus, die kein Mensch braucht und noch weniger Menschen verstehen. Dieser hat zusätzlich eine Sturmwarnung, siehe Markierung, die bei 8 Beaufort anspringt, was an und für sich schon ein Witz ist, weil bei 8 Beaufort fällt bei mir im Garten maximal ein Klapphocker um, aber viel schlimmer, der „Sturm“ blinkt nicht nur, er gibt auch ein akustisches Signal von sich, ungefragt, mitten in der Nacht, quäkend und durchdringend. Wenn man den Wecker vorher nicht gestellt hat, einfach weil man es nicht brauchte, und dann von einer Sturmwarnung um 2.17 Uhr aus dem Tiefschlaf geholt wird, dauert es eine halbe Nacht, eher man weiß, wo man ist, wer man ist und glaubt danach, es ist Feueralarm, die neuen Feuermelder sind angesprungen. Feuermelderpflicht, auch so eine kommunistische Zwangsbeglückungsmaßnahme von der Allparteienkoalition der Risikominimierungsneurotiker. Je mehr die Welt im Ganzen aus den Fugen gerät, desto Risikoparanoider im Intimbereich wird unsere Gesellschaft.
Natürlich habe ich diese Funk-Kröte stante pede an die Wand geschmissen, als mir die Zusammenhänge klar wurden. Scheißtechnik.
chrome dioxid
Wie sehr lobe ich mir dagegen Chrome-Dioxid Cassetten, Technik analog bis zur letzten Schlaufe. Als Avantgardista der alten Schule höre ich nur noch Cassetten, Vinyl ist doch schon wieder megaout. Tipp für Sie, liebe Leserinnen, wenn Sie gerne Trends setten wollen anstatt ihnen hinterher zu hecheln: Fotos nur noch mit Polaroid, Armbanduhren nur noch mit Zifferblatt und Telefonieren nur noch aus der Telefonzelle.
Auf obiger Cassette ist mit Little Feat ein Beispiel dafür, dass natürlich auch weiße Männer gute Musik machen. Das Video dazu gibt es hier.
Perfekt geschnitten, wunderbares Gefühl für Rhythmus, grandioser Spannungsaufbau. Wenn man sich deutsche Musikvideos aus der Zeit anguckt, geschnitten mit der Axt und aufgebaut mit der Kettensäge, möchte man weinen. Aber nicht vor Freude. Ich weiß schon, warum ich um jeden deutschen Film einen Bogen mache und selbst die dümmlichste US Klamotte vorziehe. Was nichts an der Tatsache ändert, dass das Little Feat Video einen unfassbar dümmlichen Sexismus ausstrahlt.
Aber geil gemacht.

22.04.2017 – Ist Knochenbrühe der bessere Kaffee?

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Volksabstimmung 2017 – Spinner aller Länder, vereinigt Euch bloß nicht. Das dürften Reichsbürger sein, früher harmlose Spinner, heute brandgefährliche Neonazis. Die Barbarisierung des Alltags macht sich auf allen Ebenen bemerkbar, global, lokal, beim Einkaufen, in der Politik. Auf rechte Spinner wie die obigen verbal einzuprügeln, ist eher eine leichte Übung, allzumal das Volk oft ungebildet und rhetorisch grotesk daherkommt. Allerdings haben sich auch hier die Zeiten geändert, weiße Kragen Halb- und Vollfaschisten wie Höcke und Gauland erwecken nach außen durch Formulierung vollständiger Sätze den Eindruck, sie seien zurechnungsfähig. Der weiße mutiert zum braunen Kragen, diese Leute sind zu allem fähig, aber nicht zurechnungsfähig.
Leider Gottes gibt es auf Seiten der Linken auch so viele Spinner, dass von denen dreizehn auf ein Dutzend gehen. In der Partei Die Linke und ihrem Umfeld gibt es jede Menge selbstlos engagierter und solidarischer Genossinnen, mit denen das Zusammenarbeiten Spaß macht, aber da geht es mitunter zu wie in „Einer flog über das Kuckucksnest“. Das ist solange lustig und reizt zur Satire, wie das nicht in die eigene Arbeit ragt, was sich aber nicht vermeiden lässt, wenn man selbst als undogmatischer und unorganisierter Linker unterwegs ist. Ein einziger Spinner kann eine ganze Gruppe lähmen mit Anflügen von Paranoia, egozentrischem Größenwahn und kompletter Kommunikationsunfähigkeit, gerne auch dazu neigend, bei jeder Gelegenheit unsolidarisch Gott und die Welt zu beleidigen und vollzupöbeln, und das vor dem Hintergrund eines jesusmäßigen Sendungsbewusstseins wie „Sehet her, nur ICH bin im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit!“.
Solche Leute sind schwieriger loszuwerden als Fußpilz. Da bin ich dankbar für mein früheres Engagement in der IG Metall, wo es zur Durchsetzung eigener Positionen mitunter stalinistischer zuging (?) als in der UdSSR. Da lernte man Verfahrens-Tricks, wie man den Gegner (=Genossen) gegen einen Tagesordnungs-Panzer laufen lässt, für die ich heute noch dankbar bin.
Schlimmer als der linke Spinner ist nur der Künstler. Ihn hat Gott in die Welt gesandt, um mich zu strafen. Der Künstler hat kein Sendungsbewusstsein, der Künstler hat Genie. Das aber ist die Hölle auf Erden. Der linke Spinner mit Sendungsbewusstsein ist wenigstens relativ pünktlich und zuverlässig und oft kompetent, der mit Genie versehene Künstler kennt weder Uhr noch Tagesordnung und ist gerne auch so inkompetent wie ein Sack Mehl.
Am schlimmsten von allen aber bin ich. Jeder, der nicht so tickt wie ich, kommt sofort in meine Spezialkategorie „Orkus“.
Was mich zu der Frage überleitet, die sich die Hipster-Avantgarde gerade stellt: Ist Knochenbrühe der bessere Kaffee?
Meine Antwort: Solange sie nicht von den eigenen Knochen ist, ja. Was heute Avantgarde ist, mach ich seit 30 Jahren für jede Suppe.
Aber diese Avantgarde hier kommt mir nicht ins Haus
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Vor zehn Jahren das erste Mal in Berlin draußen als Möbel vor DER angesagten Szenebar inna Fuckhain gesehen, damals konnte man da noch abhängen. Vor drei Jahren das erste Mal bei mir im Kiez. Und heute ist das die aktuelle OBI Line.
Ich sag’s ja: Die Welt geht vor die Hunde

20.04.2017 – Schweinekalt

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Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.

Aus: Hälfte des Lebens, Friedrich Hölderlin
Hier im Bilde klirren nicht die Fahnen, sondern Hemden. Teil einer Kunstinstallation von mir, bei der ich im bitterkalten Winter 2010 als Hommage an Hölderlin dutzende nasse Hemden in bizarren Formen Frosterstarren ließ, verteilt an verschiedenen Orten.
Heuer, jenseits der Iden des April, ist es so schweinekalt, dass ich am Arbeitsplatz meinen Winter-Fußsack mit integrierter Wärmflasche reaktiviert habe. Der Fußboden ist von einem arktischen Tiefausläufer umwoben, ich habe nach fünf Minuten Eisbeine. Das ist als typischer Germanenfraß mit integriertem Sauerkraut schon eine Zumutung, als Körperzustand ist es eine an Hiob gemahnende biblische Heimsuchung. Warme Füße, kühler Kopf – das sind die wirksamsten Waffen eines im Auftrag wenn schon nicht des Herrn so doch der Aufklärung 24 Stunden am Tag agierenden Kundschafter des Friedens, der Freude und des Irrsinns.
Falls Sie jetzt nicht ganz folgen konnten, liebe Leserinnen, hier ist von mir die Rede. Was nicht weiter überrascht, weil dieser Blog ursprünglich den Titel trug: Mein intimes Tagebuch. Hört sich irgendwie reißerisch an, nach famosen Sauereien, dem Tagebuch der Josefine Mutzenbacher (hier bietet mir die automatische Rechtschreibkorrektur „Märzenbecher“ an) oder ähnlichem, was Sie lieber nicht googlen sollten, sonst kommen Sie noch auf dumme Gedanken. Komischerweise gibt es bei einer Google Suche unter dem Begriff „Mein intimes Tagebuch“ nur zwei Fundstellen auf der ersten Seite, einmal ein Buch von einer Chinesin, die damit angeblich die Protagonistin der sexuellen Revolution in China sein soll und mein Blog, von dem ich allerdings bezweifle, dass er in irgendeiner Form zur sexuellen Revolution in China oder sonst wo beiträgt. Der heißt einfach nur so, weil ich auch Marketing Fachmann bin und weiß wie man Dinge verpackt. Von der Verpackung ist seit irgendeinem Update von WordPress, was das CMS ist, in dem der Blog hier geführt wird, nicht viel übrig. Mein intimes Tagebuch wurde dabei so zerschossen , dass selbst der Titel flöten ging. Ob hinter meinem abgekackten Update der chinesische Geheimdienst steckt?
So, jetzt sind meine Füße warm und mein Gemüt wärmt der Gedanke an den Neubau des SCHUPPEN 68, der seiner Vollendung harrt, eingebettet in das Paradies meines Gartens
schuppen 68
Älteres Google Luftbild, nicht in größter Auflösung. Die grüne Wand des Baus strahlt schon freundlich in das ganze Viertel hinaus.
Beachten Sie die weiteren Ankündigungen hier im Blog zum SCHUPPEN 68 Grand Opening, voraussichtlicher Termin: 01.04.2018. Mein Traum: es gibt dann einen Shuttle-Service,
tuc tuc
mit Tuc Tucs, wie in Lissabon. Sollten Sie jemals nach Lissabon kommen, lassen Sie sich mit einem Tuc Tuc durch die Altstadt karren. Mehr Spaß geht nicht.
Ansonsten sehen wir uns beim Grand Opening!

17.04.2017 – Vier Goldene Neger und zwei Tonnen Cannabis

goldener neger groß
Goldener Neger in groß.
Goldener Neger
Goldener Neger im Vorkeimer, hat innerhalb von 48 Stunden die ersten vorwitzigen grünen Nasen durch das Erdreich gesteckt und geht jetzt ab wie Schmidts Katze. Mein Vorkeimer funktioniert denkbar einfach: ein alter Blumenkasten, bisschen Erde rein, Samen eindrücken, wässern, das Ganze in gelben Sack (den hat jeder Ostgote Zuhause) hüllen und auf Heizkörper stellen. Innerhalb Stunden herrscht da ein tropisches Regenwaldklima drinnen, dass jeden goldenen Neger binnen kürzester Zeit auf Keimtrab bringt. Aus diesen zarten Sprösslingen wird ein einmaliges Kunstprojekt: bundesweit, kollektiv, medial ausgerichtet, gegen Rassismus. Die Idee ist, möglichst viele Menschen an möglichst vielen Standorten in der BRD bringen Sonnenblumen der Sorte Goldener Neger zum Wachsen, egal ob Balkon, Veranda, Garten oder Freiland. Wer mitmachen will: Bitte melden, der Versand einer Tüte mit ca. 80 Samen erfolgt kostenfrei!
Wir sammeln Fotos, auf denen Standort und Datum vermerkt ist, wer will, auch mit Namen, Organisation, Verband etc. und stellen die Dokumentation online. Im Herbst, zur vollen Blüte des Goldenen Negers, wird das Ganze mit einer kleinen Aktion pressewirksam veröffentlicht. Motto: Rassismus wächst im Alltag, überall. Ziel: Diese Sonnenblume soll vom Markt verschwinden.
Über eine Sonnenblume mit diesem Namen konnte man vielleicht vor ein paar Jahren noch schenkelklopfend-augenzwinkernd Witze wider die grassierende political correctness machen, gerne auch mit dem drohenden Unterton: Man wird den Neger ja wohl noch mal Neger nennen dürfen.
Die Zeiten sind andere. Sprache prägt das Bewusstsein und da bin ich durchaus für Bewusstseinsregulierende Maßnahmen, bis hin zu Gesetzen und Zensur.
Wer diese Kunstintervention in kunstgeschichtliche Kategorien einordnen will: Sie arbeitet mit Mitteln von Land Art im Sinne einer Sozialen Plastik.
Allgemein geht allerdings der Trend von der Sonnenblume zum Hanf und zwar mit Absicht, und nicht aus Versehen, wie es dem 74jährigen Bauern in Unterfranken erging, als er Sonnenblumen anpflanzen wollte und auf einmal Hanf wuchs.
Das ist mir früher jedes Jahr passiert. Potzdonner, war mein Erstaunen groß, als es an die Ernte ging!

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Suchbild aus meinem Garten, anno 68: Wo sind die Hanfpflanzen?
Die Zeiten ändern sich. Mittlerweile sind Aktien der Deutschen Cannabis AG meine Lieblingsaktien. Getreu dem Motto: Den Reibach beim Goldrausch haben die gemacht, die mit Hacken und Schaufeln handelten, und nicht die Goldgräber, ist das Geschäftsmodell der Kiffer AG eher das Umfeld des Anbaus, schon jetzt ein Milliardengeschäft. Als der Anbau zu medizinischen Zwecken in der BRD erlaubt wurde, explodierte der Kurs, 1000 % Kursgewinn. Für die Ethikfraktion der Leserinnen: Schon für 300 Prozent Profit riskiert laut Marx das Kapital den Galgen ….
Zu Ostern ging die Meldung über den Ticker, dass die Cannabisagentur des Bundes zwei Tonnen für Kranke anbauen lässt. Ein ordentlicher Haufen, mehr als in meinem Garten Platz hätte.
Da bin ich mal gespannt, wie der Kurs morgen früh darauf reagiert. Und wenn nach der Bundestagswahl am 24. September die Kommunisten hier das Regime übernehmen, wird zwecks Unterminierung der bürgerlichen Gesellschaft als erstes Cannabis komplett legalisiert.
High, wie dann erst der Kurs durch die Decke gehen wird.
Mein Tipp: Kaufen, meine Damen!

14.04.2017 – IGA Eröffnung in Berlin-Marzahn (ehemalige Sowjetzone) mit Sackkarren-Service

Die Internationale Gartenausstellung findet heuer rings um die „Gärten der Welt“ in Marzahn in Ostberlin statt. Die wurden 1987 eröffnet. Wenn die Insassen der Sowjetzone schon nicht in die Welt reisen durften, sollte die Welt wenigstens in Form von Gärten zu ihnen kommen, so die Vorstellung der Machthaber aus Pankow. Die Illusion hielt nur zwei Jahre.
renaissance garten mitten in marzahn
Marzahn, Renaissance Garten, mit Plattenbau.
Aber dem abgelegenen Standort im Plattenbauareal von Marzahn-Hellersdorf ist es zu verdanken, dass diese einmalige und zauberhafte Gartenanlage ein relativer Geheimtipp war. Wenn man dort lustwandelte, störte nur wenig Mob die eigenen Kreise, und man konnte sich ungestört auf die Unterschiede zwischen japanischen, chinesischen und koreanischen Gärten einlassen. Die Seele atmete dort auf. Ich schritt dort oft fürbass und erfreute mich auch an Dingen, die man von einem Avantgardisten nicht unbedingt erwartet. Wie dem Märchengarten, in dem mit bunten Figuren klassische deutsche – in ihrer Endphase huldigte die sozialistische Variante des Ostgotentums einem veritablen Nationalismus – Märchen visualisiert wurden, für Kinder halt. Ich besitze in Teilen ein kindliches Gemüt.
märchengarten
Besonders erfreute mich diese Szene, erinnerte sie mich doch an eine meiner zahlreichen Performances, die sich um die Sackkarre drehten. Die Sackkarre ist für mich ein ragendes Symbol des industriellen Zeitalters, aus einer Epoche, in der Waren noch real, mit Muskelkraft und Schweiß transportiert wurden, und nicht digitalisiert virtuell. Die Sackkarre hatte auch etwas Klassenidentitätsstiftendes, verband sie doch Arbeiter und Bauern, die Motoren und Mehlsäcke damit transportierten, aber auch den Müßiggänger, der das Bier damit herankarrte. Eine meiner ersten Geschäftsgründungen war denn auch die Firma SK-SACKKARRENVERLEIH, ein Geschäft, dass sich à la longue nicht rentierte, mir aber unbezahlbare Erfahrung einbrachte.
Grandios die Verbindung von Geschäft und Performance aus 2014, der SACKKARREN-SERVICE, mit dem eine rollende Partnerschaftsbörse initiiert wurde, ein herausragend antizyklisches Modell in Zeiten Internet-Verkupplungsportalen
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SACKKARRE
Sie, liebe Leserinnen, werden also verstehen, dass ich ob des obigen Bildes berührt war. Über das Geschlechterverhältnis, was hier subkutan transportiert wird, kann man, besser: frau, sicher diskutieren. Aber nicht heute. Lieber schmunzeln wir über die in diesem Fall ambivalente Bedeutung von „Sackkarre“. Allen ein schönes frost- und frustfreies Osterfest und für Hardcore-Katholiken, Messdiener und Bildungsbürger (für den Rest: INRI Bildergoogeln) mein Lieblings-Karfreitagswitz:
„Gefreiter INRI, kommen Sie sofort vom Hochreck runter und ziehen sich was Anständiges an.“

12.04.2017 – Monty Python auf LSD im Sommer der Liebe und eine schallende Ohrfeige als Blutgrätsche.

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Sommer der Liebe.
Gestern war im hiesigen Sprengel-Museum die Eröffnung einer Wenzel Storch Ausstellung. Wenzel Storch ist mir in manchen Aspekten nahe, ähnlich Schlingensief. Ich schätze Storch seit dem Film „Sommer der Liebe“.
Der Termin gestern war Pflicht und es war schön und lustig. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, bei der Einführung von Wenzel Storch zu seinem Werk habe ich teilweise Tränen gelacht. Seine Arbeitsweise ist auch die meine, zumindest teilweise. Gucken, was man an Material hat, gucken, was man an Leuten hat, und einfach machen, anarchisch, illegal, sinnreduziert. Es darf nichts kosten, es darf keinen großen Plan geben. Ein Unterschied: Bei Storch kam der Sinn hinterher dazu, ich habe auf den gröbsten Flachsinn meiner Aktionen vorher, in meinen Presseerklärungen immer einen dicken Feuilletonhaufen gesetzt, wissend, was die Medien gerne hören.
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Wie bei der Aktion mit der Gießkanne links. Kosten: 0, Aufwand: halbe Stunde PM, halbe Stunde Aktion, Sinn: …., mediales Feedback: mehr als 90 % aller hiesigen Künstler in einem ganzen Jahr haben.
Geärgert hat mich einiges gestern beim Storch. Dass ich meine Kamera nicht dabeihatte.Smartphone Bilder sind einfach peinlich, siehe Plakat oben.
Dass es keine Getränke gab, dass der Weg zum Ort des Geschehens nicht ausgeschildert war und dass es nicht genügend Sitzplätze gab. Das Sprengelmuseum mal wieder arrogant und unprofessionell. Ich kann diesen Laden nicht leiden, der Bau ist hässlich wie zwei Backsteine, im Neubau sind gleich im ersten Jahr Haarrisse, durch die der Frost die Fassade zersägt, die öffentlichen Hände haben sich vor Jahren nicht entblödet, dem millionenschweren Namensgeber alle Folgekosten für diese Scheußlichkeit abzunehmen, ihm und seiner Sippe aber auf Generationen Ruhm und Ehre des Namens zu überlassen. Und dafür ist dieser Laden verpeilt vom peinlichsten. Insofern war es mir ein Festmahl, dem versprengelten Haufen aus Anlass von 100 Jahren Dada eine zumindest lokal üble Blutgrätsche zu verpassen, als Kunst-Hausierer.
160205HAZ 100 Jahre Dada
HAZ Artikel – schallende Ohrfeige vom hiesigen Feuilleton Chef Roland Meyer-Arlt für das Sprengel-Museum.
Kunst-Hausierer Klaus-Dieter Gleitze
Der Kunst-Hausierer ist seit Jahren im Dauer-Einsatz, egal ob es passt oder nicht, siehe Arbeitsweise oben. Kosten: 20 Euro für den Korb und 30 (?) für den Kunst-Hausierer Aufdruck.

08.04.2017 – Mein Nichtwissen in vielen Bereichen könnte ganze Regale füllen.

Trauen Sie Ihren Augen nicht 1
Man at Work?
Die Überschrift ist eine obsolete Metapher. Was sind zig Ikea Bücheregale gegen einen USB Stick? Wobei Bücheregale den Nachteil haben, dass sie Platz wegnehmen, vollstauben und im Umzugswagen Raum und Geld fressen. Ich ziehe nur noch in einer Kiste oder im Final-Rollator aus meiner Wohnung, Umzug ist mir also egal, aber Staubwischen gehört nicht zu meinen olympischen Disziplinen und meine Wohnung ist winzig. Jedes Bücherregal frisst Platz für Weinpullen. Also umformuliere ich den Header aus tiefster Überzeugung in:
Mein Nichtwissen in vielen Bereichen könnte ganze USB Sticks füllen.
Gestern hörte ich im Deutschlandfunk, dass in einem Abwasser in Tirol ein weiteres Riesenvirus gefunden wurde, bei dem die Forscherinnen obendrein wohl nicht ganz sind, ob er nicht Bedingungen für Leben erfüllt. Viren sind eigentlich keine Lebewesen, die haben keinen Stoffwechsel. Gottseidank, was ne eklige Vorstellung. Ich habe in dem DLF Beitrag zwei, drei Sätze nicht mitgekriegt und schon war ich draußen. Auf vielen Gebieten kann ich mir solche Lücken auf Grund eigenen Wissens ungefähr zusammenreimen, aber mein Nichtwissen …siehe oben. Bei den Riesen-Viren war da für mich gleich Ende. Können die sich eigentlich fortpflanzen? Artengrenzen überspringen? Wieso kennt man die erst seit ein paar Jahren, sind die neu im Evolutionsgeschäft? Ich könnte das ja googlen, aber das Lesen von zusammenhängenden komplexeren Texten ist nicht mehr mein Ding. Auch das Schreiben nicht. Neulich ist mir eine über 20 Seiten lange strukturelle Kritik von mir an der Armutsberichterstattung in der BRD in die Hände gefallen, die ich vor Jahren für einen Verband angefertigt habe (für teures Geld. Für lau würde ich mich eher erschießen als mir sowas anzutun). Der Text hat immer noch mein Wohlgefallen, ist mir aber mittlerweile so fremd, aus ganz verschiedenen Gründen. Mit einer Analyse kann man mitunter den Blick in die Wirklichkeit verstellen. Die entscheidende Frage ist: Wie nehmen wir Realität wahr, und wie nehmen wir unsere Wahrnehmung wahr?
Bild im Bild im BIld
Trauen Sie Ihren Augen nicht. Niemals.
Siehe oben.

07.04.2015 – Ein Stern, der meinen Namen trägt?

Brauch ich nicht. Nach mir ist eine Creme benannt.
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Gleitz Creme – Aus dem Hause Sievers. Nur echt mit dem Registered Trade Mark ® (Tastenkombination ALT + 0174 auf dem Zifferblock.) Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass in Filmen die Leute an PCs überwiegend mit Tastenkombinationen arbeiten, nie mit der Maus? Macht im realen Leben in der Form kaum jemand, ich benutze vielleicht 5 – 6 Kombinationen. Copyright © ist übrigens ALT und 0169. Das Zeichen liegt mir näher, ich habe es nicht nur einmal erlebt, dass Ideen von mir geklaut wurden. Gottseidank gehen mir Ideen nicht nur nicht aus, sondern fluten mitunter regelrecht mein Hirn. In solchen Fällen schicke ich mir mit einer kurzen Bemerkung, Skizze etc.  vom Smartphone eine Mail. Früher hab ich das auf einen Zettel im Portemonnaie notiert. Früher hatten wir auch mal einen Kaiser.

Ein Projekt, das zahlreicher Ideen bedarf, was sich im Sommer leichter umsetzen lässt und demzufolge demnächst ansteht, ist eine Beamerprojektion auf Wände von Hochhäusern, in sozialen Brennpunkten etc. Wo kriegt man als SCHUPPEN 68 MIK (Mobiles Interventions-Kommando) den Strom für Beamer und Netbook her, wenn man vor Ort keine logistische Basis hat? Autobatterie? Dieselaggregat? Beim Büro für naturetainment http://buero-naturetainment.de/ gibt es Räder, an denen Sonnenkollektoren montiert sind, die Strom liefern. Das find ich für unseren Zweck genial. Nicht nur aus Umweltgründen, sondern wegen der PR. Bei Öffentlichkeitsarbeit für Performance, Aktionen, Events, etc. sollte man immer versuchen, den eigenen Event in den Schnittpunkt mit etwas zu bringen, das von allgemeinem Interesse ist. Will man z. B. was gegen Armut in der Öffentlichkeit machen, ist es geschickt, das am 17.10 zu machen. Da ist der Weltarmutstag, von der UN ins Leben gerufen, von internationaler Gültigkeit.
Bleiben wir bei unserem Beispiel: Individuelles Anliegen ist die Beamerprojektion im öffentlichen Raum, allgemeines Interesse ist, über die Kunst hinaus, die Energie dafür mit Strom aus Fahrradgestützten Sonnenkollektoren. Also schreiben wir in die PM zur Aktion ungefähr so: „Der SCHUPPEN 68 geht auch bei der Energieversorgung für seine öffentlichen Aktionen konsequent neue Wege: Strom auf BAS Basis (BAS = Bicycle Aided Suncollector).“ Das Feuilleton steht auf derlei Wortgedöns.
Das erhöht die Chance in die Medien zu kommen um 100 Prozent.
Rechtschreibfehler der peinlichen Art erhöhen die Chancen um 200 Prozent, um in meinen Blog zu kommen.
geschichstwerkstatt
Erinnerungskultur in der Geschichstwerkstatt (gesehen im Freizeitheim Hannover-Linden, hängt wahrscheinlich seit 200 Jahren da) sollte damit anfangen, sich zu erinnern, auch mal jemanden Korrektur lesen zu lassen. Ich bin trotz Germanistikstudium von den drei Herausgebern der NETZ – Niedersächsische Teilhabe Zeitung in Sachen Rechtschreibung der Schwächste. Korrektur und Lektorat gehen bei der NETZ nicht über meinen Schreibtisch und dieser Blog dürfte vor Fehlern wimmeln. Aber wenn ich was in einen offiziellen Umlauf oder Zusammenhang bringe, der annähernd wichtig ist, dann lass ich eingedenk eigener Schwäche verdammt noch mal mindestens drei Leute Korrektur lesen. Oder schalten Sie einfach die Rechtschreibprüfung ein, verehrte Freundinnen der Erinnerungsgestützten Stadtteilarchivkultur:
Taste F7.

06.04.2017 – Kannibalisiert

OSK Die Mauer zwischen Arm und Reich
Artikel NOZ über die Mauer bei der Osnabrücker Sozialkonferenz. Die Veranstaltung war toll, wie immer ein Erfolg. Die Mauer hat ihr Ziel erreicht, einprägsamere Bilder zu liefern als der übliche Standard. Allerdings besteht in unserer Bilderorientierten Medienwelt die Gefahr, dass der Inhalt einer Veranstaltung vom Bild quasi kannibalisiert wird. Den sozialpolitischen Akteur in mir ärgert das. Den Künstler freut’s. Die Botschaft, die vielleicht alle im Kompromiss zusammenführt: Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Und die Botschaft, die im Interesse aller Akteure lag, ist: Die Mauer zwischen Arm und Reich muss weg. Ein Bild prägt sich nun mal eher ein.
Ein Bild wie dieses, work in progress.
sarotti mohr
Der Sarotti Mohr serviert Zigeunersosse zum Negerkuss anlässlich der Präsentation der Sonnenblume „Goldener Neger“, während der glatzköpfige Neonazi Meister Propper im Hintergrund auf seinen Einsatz zum „White Washing“ lauert.
Ich überlege, die Skulptur in Lebensgröße produzieren zu lassen und am 6.8, dem Tag der Pioniere des Anti-Imperialismus, in der Innenstadt zu enthüllen. Das Ganze wird von einer Campagne in den sozialen Medien flankiert. Auf den Shitstorm freue ich mich jetzt schon.
Viel Arbeit, wäre aber eine Intervention auf der Höhe ihrer Zeit. Die Kritik der bestehenden Verhältnisse muss immer auch eine Kritik der bestehenden Ästhetik sein und insofern sie nicht auf dem jeweiligen aktuellen Stand der Reproduktionsverhältnisse und medialen Verfasstheit ist, ist sie nicht nur zum Scheitern verurteilt, sondern schlicht reaktionär. Sie konserviert dann trotz guter Absicht den Müll von heute.
Gestern haben mir zwei Professoren unabhängig voneinander bestätigt, dass bei den aktuell Studierenden absolut kein kritisches Bewusstsein vorhanden ist. Und das in den Bereichen Sozialarbeit und Medien. Holy shit.
Soviel zum Stand des kritischen Bewusstseins. Manchmal wird mir die Realität ein bisschen viel. Ich fahr jetzt konsumieren. Vielleicht hilft das.

05.04.2017 – Ich besitze eine stupende Allgemeinbildung

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Deshalb bin ich auch im Auftrag der UNICEF unterwegs, um Kinder von der Notwendigkeit einer guten Schulbildung zu überzeugen. Dazu habe ich mir einen Hasen mit einem Geschwür auf dem Kopf gemietet, siehe Bild, mit dem stelle ich mich vor Drogerien und erzähle den Kindern und jungen Müttern: „Wenn Ihr nicht fleißig lernt, müsst Ihr später als Hase verkleidet mit einem Geschwür auf dem Kopf vor Drogerien arbeiten und den Leuten irgendeinen Dreck aufschwatzen. Dann kriegt Ihr noch nicht mal den Mindestlohn und seid am Ende altersarm. Ist das nicht so, blöder Hase?“ Und dann haue ich den Hasen kräftig auf sein Geschwür und der Hase muss dann nicken und laut rufen: „Ja, das ist so! Deshalb macht bloß Abitur, liebe Kinder!“ Die UNICEF hatte bei mir angefragt, weil ich bundesweit einen Ruf habe als jemand, der mit ungewöhnlichen Methoden neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit beschreitet.
Vermutlich mehr als 95 % der Bundesbürgerinnen haben eine geringere Allgemeinbildung als ich und ich neige nicht dazu, mein Licht unter den Scheffel zu stellen. Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Ich habe mit Allgemeinbildung schon einiges an Zaster verdient und im Berufsleben sind kleine Schlenker in die griechisch-römische Mythologie und Geschichte beispielsweise zur Verdeutlichung einer Problemlage durchaus Ruffördernd. Bemerkungen wie „Sozialpolitisch gesehen ist die Situation eine Mischung aus Thermopylen und Cannae“ versteht kein Schwein und falls irgendein Sozialarbeiter so unverschämt sein sollte, nachzufragen, ergeht man sich langen Suaden, die man auch in zwei Worten zusammenfassen könnte:
Alles Scheiße.
Irgendwann ist aber auch mal gut, dann kippt der Grenznutzen von tendenziell unendlicher Wissensakkumulation. Für Realschüler: Ich hab keinen Bock mehr, was zu lernen, was zu lesen, etc. pp. Ende im Gelände mit Schlauberger. Aus die Wissensmaus. Ich packe schon seit Jahren keine Bücher mehr für den Urlaub ein. Als sich beim letzten Urlaub Regen abzeichnete, hab ich mir ausnahmsweise von diesen hochgelobten Skandinaviern einen Stieg Larsen Krimi eingepackt: Verblödung oder so ähnlich. Gab nur Sonne im Urlaub, das Buch hab ich dann Zuhause angefangen. Was für ein öder, fader Schinken. Auf 600 Seite ausgewalzte sprachliche Plattheiten von Groschenheft-Niveau. Sowas hat Millionen Auflage und wird verfilmt. Nie wieder pack ich ein Buch für den Urlaub ein! Dann lieber weiter arbeiten an meiner kritischen Installation für den internationalen Tag der Pioniere des Anti-Imperialismus am 06.08.
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Installationsskizze, Titel: Der Sarotti-Mohr serviert einen Negerkuss zur Zigeunersoße.