23.04.2022 – Supermärkte besuchen


Der erste Blick in den Garten nach der Rückkehr aus Berlin. Birnenblüte. So trostlos kann die Lage zumindest in unseren Breiten gar nicht sein, dass nicht der Anblick von frischer Blüte einen Hauch heiterer Hoffnung ins Herz senken würde. Die Seele atmet auf. Wobei wir Seele mal als die Summe all dessen nehmen wollen, was wir nicht mit dem Verstand fassen, und nicht als göttliches Geschenk an einen unbeseelten Klumpen Lehm. Nur schwer mit dem Verstand fassen kann ich die Tatsache, dass sich bis dato noch nichts auf der Straße rührt gegen Verarmungstendenzen bis in die Mitte der Gesellschaft. Für Wahnhaftes nehmen Zehntausende ihr Recht auf Demonstration wahr, an was die verschwörungstheoretische Corona-Schwurblerszene so alles glaubt, das glaubt man als Verstand-Besitzer gar nicht und wurde hier schon so oft beschrieben, dass ich mir Aufzählungen schenke.
Für handfeste ökonomische Überlebens-Interessen aber, das im wahren Sinne tägliche Brot, rührt sich auf der Straße nix.
Dass wissenschaftsfeindlicher Irrationalismus, also der Glaube, Impfungen schadeten, Corona sei sowas wie ne Grippe und Masken kein Schutz, sondern ein staatlich aufgepresstes Repressionsinstrument, eine postmoderne Form von Religiosität geworden ist, ist mir schon klar. Aber früher waren solche Verrücktheiten was für die stille Betkammer und nicht für die Öffentlichkeit, die Straße, fast im Sinn einer sozialen Bewegung.
Wie klein sind die Menschen doch gemacht worden, wie entsolidarisiert, dass sie nicht völlig berechtigterweise kollektiv Supermärkte wie Lidl oder Aldi besuchen und sich gemeinsam das nehmen (natürlich gegen Hinterlegung eines Obolus, je nach Bedürfnis ud Möglichkeit), was ihnen zunehmend fehlt: Das tägliche Essen. Und dann vor die Staatskanzleien, Bankenhäuser und Konzernzentralen ziehen und dort ihrem Unmut Luft machen.
Ein kluger Kopf hat gestern im NDR verlautbart: „Gleichzeitig sei es ein Skandal, dass in einem der reichsten Länder Welt darüber diskutiert werden müsse, wie sich Millionen Menschen ausreichend ernähren könnten.“ Geneigte Leserinnen werden es ahnen, um wen es sich dabei handelt…
Tränen gelacht habe ich bei der Formulierung in der Mitteilung: LAK-Chef. Und sie nannten ihn: Chef. Dass ich das noch erleben durfte…
Weniger geneigte Leserinnen werden bei dem bis hier Geschriebenen denken: Was stimmt mit dem, also mir, nicht?! Ähnliches habe ich allerdings auch gedacht, als ich mein Ergebnis der Wahl-O-Mat Auswertung für die NRW-Wahl las. Meine Wahlpräferenz laut Wahl-O-Mat. in der Reihenfolge: Tierschutzpartei, Die Partei, DKP, Die Urbane, MLPD, ÖDP, Die Linke.
Das fand ich doch irgendwie verstörend. Nur die Letzen in der Reihenfolge beruhigten mich wieder etwas: Die Basis, Team Hodentöter, Zentrum, FDP, AfD.
In Bochum findet heute eine Mieter*innen-Demo statt. Ein Hoffnungsschimmer. Ich versuche zur Zeit, in meinen Zusammenhängen für eine Demo zu werben (früher sagte man: mobilisieren) gegen wachsende Verarmung. Das wird nach Lage der Dinge ohne Gewerkschaften und Verbände nicht wirkungsvoll realisierbar sein. Dagegen dürfte Sisyphos‘ Job ein Strandspaziergang sein.
Apropos Strand ….

21.04.2022 – Leistungswasser


taz, 19.04.2022.
Mittlerweile ist Armut sogar ein Thema im Organ der höheren Stände, der HAZ. Kein Wunder, macht sich doch langsam auch Panik in ihrer Klientel breit, der ehrenwerten Mitte der Gesellschaft. Die nächste Rezession klopft mit kalten Fingern auch an die bisher gut gesicherten Türen ihrer Jobs, die Inflation frisst die Ersparnisse auf, Altersarmut am Horizont, selbst wohlsituierte Doppelverdienende finden in Ballungsräumen keinen bezahlbaren Wohnraum. Positiv daran: Endlich wieder im letzten Jahr Geburtenrückgang in Deutschland, das erste Mal seit vielen Jahren. In Spanien übrigens um 20 Prozent, in Frankreich um 13,5 Prozent. Wenn man bedenkt, wie sehr jeder Insasse der hiesigen Regionen die Umwelt verpestet, eine Hoffnung machende Entwicklung.
Ein Beispiel, wie sehr die Reproduktionsrate von sozialen Bedingungen und ökonomischen Umständen abhängt, ist die ehemalige Ostzone. Hier brach innerhalb kürzester Zeit die Geburtenrate von 1,9 Kindern pro Frau 1980 auf sagenhafte 0,75 Anfang der 90er ein.
Die Einführung des Kapitalismus in der Ostzone hatte auf einen Schlag die Verhältnisse zur Aufzucht von Brut desaströs katastrophisiert. Kinder wurden zum Lebensrisiko. Das Sein bestimmt eben nicht nur das Bewusstsein, sondern vor allem das Verhalten. Insofern hat jeder noch so berechtigte feministische Aufruf zum Gebärstreik nie etwas bewirkt, das waren reine Kopfgeburten.
Eine Geburten-Entwicklung, wie es sie vorher nur zur flächendeckenden Verbreitung relativ einfacher Verhütung via Pille gab.
Und nun ham wa wieder mal nen großen Kladderadatsch. Was tun? Interessant ist, was nicht breit diskutiert wird: Die Beteiligung von Superreichen an einer gerechten Finanzierung unseres Gemeinwesens mittels Vermögensabgabe, siehe taz oben. Das ist bezeichnend für den Strukturwandel unserer Öffentlichkeit in den letzten, neoliberalen Jahrzehnten: Den armen Schweinen gönnt man nichts, eine substantielle Erhöhung der Hartz-IV-Sätze wird nur von einer Minderheit der Bevölkerung unterstützt, aber das Goldene Kalb, der Fetisch Reichtum, die Sehnsuchtsprojektion so vieler aus der Mitte, bleibt undiskutiert unangetastet. Nach unten treten, nach oben buckeln. Das ist der ideelle Gesamtdoitsche und falls das Sinken der Geburtenratte und die drohende Überalterung erste Indizien für ein Aussterben dieser Spezies sind, so wollen wir gerne in all der tagesaktuellen Krisen-Düsternis einstimmen mit dem Dichtergott Friedrich Hölderlin in die frohe Ode an die Zukunft:
Wo aber Gefahr ist
Wächst das Rettende auch.
Als Rausschmeißer für heute was zum Schmunzeln und durchaus passend zum bisher Ausgeführten über das neoliberale Gift, was sich selbst in die Köpfe Resilienter gefressen hat, ein Versprecher, der mir unlängst unterlief: Statt Leitungswasser „Leistungswasser“.

19.04.2022 – Das Goldene Zeitalter


Diese Plakatinstallation in meiner Berliner Hood Yorkstr. weist zu Recht darauf hin, dass Krieg ein globales Problem ist. Allein im Syrienkrieg bisher 350.000 Tote, in Afghanistan seit 2001 fast 70.000 Tote. In Kurdistan seit 1984 über 45.000 Tote, die Opferzahlen steigen weltweit in zahlreichen Konflikten seit 2010, während das Demokratiemodell westlicher Prägung auf dem Rückzug ist. Es wird in immer weniger Staaten praktiziert. Dort, wo es noch praktiziert wird, ist es zunehmend ausgehöhlt, siehe USA, Türkei, Osteuropa, etc. pp, und wird durch wachsenden Nationalchauvinismus ersetzt. Der Ukrainekrieg, der das alles zurzeit überdeckt, ist ein klassischer nationalistischer Konflikt. Natürlich gibt es einen eindeutigen Aggressor, Putin, und der Überfall ist durch nichts zu entschuldigen. Allerdings hat sich die Ukraine immer nahtlos eingereiht in die Riege jener osteuropäischer Staaten, die, gemessen am westlichen Demokratieverständnis, als gescheiterte Experimente zu betrachten sind, bezieht man sich auf die Hoffnungen von 1989 ff.
Im Index der menschlichen Entwicklung auf Platz 74, im Demokratieindex auf 86 wird die Ukraine geführt als Hybridregime. Das sind Staaten mit regelmäßigen Wahlbetrügereien, die verhindern, dass sie faire und freie Demokratien sind. Es gibt keine unabhängigen Justizbehörden, weit verbreitete Korruption, kurz: fehlerhafte Demokratien im Bereich einer unterentwickelten politischen Kultur auf niedrigem Niveau der Beteiligung an der Politik und Fragen der Funktionsweise der Regierungsführung. Natürlich rechtfertigt das keinen Überfall, aber die gehäufte Existenz von derartig verfassten, meist ultranationalistischen Staatswesen ist wachsender Konfliktsprengstoff.
Es gibt weltweit mittlerweile nur noch 20 vollständige Demokratien, Deutschland gehört dazu, mit absteigender Tendenz. Die USA nicht mehr.
Wenn „wir“, also die Nato, schwere Waffen in die Ukraine liefern, kann sich eine Situation wie in Syrien oder Afghanistan daraus entwickeln, ein schier endloser (Guerilla-)Krieg, also nicht tausende Tote, sondern Hunderttausende, oder, rechnet man die Kriegsfolge-Toten mit ein, die an Hunger oder Seuchen sterben, Millionen.
In den 70ern des vorigen Jahrhunderts kulminierte sozialer und ökonomischer Fortschritt für breite Schichten in westlichen Demokratien in bis dahin ungekanntem Ausmaß, das sogenannte „Goldene Zeitalter des Kapitalismus“. Vielleicht reden wir in einigen Jahren, in einer Krisen bedingten Rückschau, von den Jahren 1950 bis 2010 grundsätzlich vom „Goldenen Zeitalter“, in dem Kriege als Mittel der Politik auf dem Rückzug waren, globale Armut ebenso und Krisen als grundsätzlich beherrschbar galten, die eher eine Frage von Kooperation und Management als eine der grundsätzlichen Überforderung waren. Seither: Finanzkrise, Flüchtlingskrise, Pandemie, Kriege, Ausweitung von Armut und Spaltung der Gesellschaft, Inflation, Demokratieverlust, alles sich gegenseitig beschleunigend. So gesehen, hab ich echt Schwein gehabt, im „Goldenen Zeitalter“ groß und alt geworden zu sein.
Das Plakat der Cooperatives for peace oben hängt übrigens an einem Neubaukomplex, mit einem schicken Hotel, einer von Frauen geführten Co-working Fläche namens „Yorck Share -Zentrum für Lebenskompetenz“ und einem LPG Biomarkt.
Merkmale und Treiber von Gentrifizierung, die auf noch vorhandene bezahlbare Mieten extremen Verdrängungsdruck ausüben.

16.04.2022 – Toleranz üben und Brüche aushalten


Die Dame dürfte jenseits der 80 gewesen sein. Souveräne Eigensinnigkeit und Stil, ein erfreulicher Anblick. Sieht man von der Töle am anderen Ende der Stilikone ab, eine von über Hunderttausend, die Berlin jeden Tag mit Tonnen von Hundescheiße zupflastern. Gesehen im Ludwigkirchplatz Kiez. Stuckreiche, große Altbauten, gepflegte Plätze und Grünanlagen, exklusive Geschäfte, Galerien, Restaurants – Wilmersdorf at its best. Ein Fest für jeden Flaneur. Allenthalben reden die Menschen in fremden Zungen, Englisch, Spanisch. Die Einkommen dürften beträchtlich über dem Berliner Median liegen. Hier lebt sich’s gut. Wenn man genügend Geld hat.
Die Fahrt von hier zur U-Bahnstation Boddinstr. in Neukölln dauert keine halbe Stunde. Es ist eine Weltreise, in einen vollkommen anderen Kosmos. Auf einer Bank in der U-Bahnstation ein Drogensüchtiger, halb liegend, halb sitzend, dem Tod näher als dem Leben, und zieht sich den Stoff, Crack, Meth, Heroin, was auch immer, mit einem Röllchen aus Aluminiumpapier in die Lunge. Die Hände dunkel vor Dreck, man meint das Elend riechen zu können. Was in Wilmersdorf einen sofortigen Polizeieinsatz zur Folge hätte, nimmt hier niemand wahr.
Oben, auf der Flughafenstr., reden die Menschen in fremden Zungen, Türkisch, Arabisch. Die Einkommen dürften beträchtlich unter dem Berliner Median liegen. Die hier dominante Machismo-Kultur geht mir gewaltig auf den Sack, dauernd brettert irgendein Migrationsvollpfosten mit quietschenden Reifen und heulenden Motoren von PS-Monstern durch die Gegend. Haben die alle so kleine Schwänze? Schlimmer noch: Unmengen verschleierter Frauen und das Tragen einer Kippa oder offene Ausleben einer in Schönberg selbstverständlichen queeren Kultur ist hier lebensgefährlich. Mitunter habe ich schon den Impuls: Alle ab nach Syrien, zum Minenräumen. Bevor ich mich zivilisiere und mir ins Bewusstsein rufe, dass ja nicht alle so sind, und es zu einer offenen Gesellschaft gehört, Brüche auszuhalten. Die Grenzen zieht das Strafrecht. Wer also mit Antisemitimus, Frauenverachtung und Hass auf Queere gegen das Gesetz verstößt, die S-Bahnen 9 und 45 fahren zum BER-Flughafen, wo jede Menge Flieger bereit stehen ….
Aber trotz allem, oder gerade deswegen, fühle ich mich hier wohl. Ein Fest für Flaneure. Garniert mit einem kräftigen Spritzer voyeurhaftem Grusel. Neukölln in dieser Gegend wird mir immer fremd bleiben, im Gegensatz zur Szenegegend am Tempelhofer Feld. Die ich aber auch nicht besonders leiden kann, u. a. wg. asozialer Ablehnung der Teilbebauung des Tempelhofer Feldes.
Das Fremde auszuhalten, und das, was man nicht leiden kann, trotzdem schätzen zu lernen, dafür ist Berlin gut. Und was eine Vorspeise in Wilmersdorf kostet, dafür gibt’s in Neukölln ein komplettes Essen inklusive Alkoholika. Sollte allerdings eine selbsternannte Scharia Polizei in Neukölln auf die Idee kommen, gegen Alkoholkonsum vorzugehen, wäre meine Toleranz beendet. Dann aber wirklich ab in den Flieger.
Fassen wir zusammen: Toleranz üben und Brüche aushalten. Es werden allerdings immer mehr Brüche und sie werden immer tiefer. Rohe Eiertage, liebe Leserinnen.

15.04.2022 – Der Bus-Flaneur


Die letzte Kremlfahne. Am Checkpoint Charlie, einem der größten Touri-Nepp-Orte in Berlin, wo täglich zig Leute in wohligem Grusel ob der Erinnerung an den Kalten Krieg vor einem nachgebauten Kontrollpunkt mit Imitat-Soldaten posieren. Fotografiert vom M29er Bus aus. Wahrscheinlich hängen weltweit Tausende letzte Kremlfahnen, siehe auch „Original-Mauerstücke“. Stadtrundfahrten in Berlin für teures Geld können Sie sich sparen, liebe Leserinnen. Tagesticket für 8,80 Euro und – vor allem bei schlechtem Wetter und müden Füßen – den ganzen Tag die M29er Strecke durch Kreuzberg und Neukölln juckeln.

Was vor allem bei Dunkelheit mit all den Neonleuchtenden Kneipen, Bars und Restaurants ein ziemlich zauberhafter Anblick ist.
War der klassische Flaneur auf den Spuren Walter Benjamins und anderen noch per pedes unterwegs, bietet sich für die postmoderne Variante auch das ziellose Treibenlassen mit Rad oder Bussen an. Radln ist allerdings in Berlin grundsätzlich ein gefährliches Unterfangen und nur höchstkonzentriert und behelmt anzugehen. Da empfiehlt sich das Treibenlassen eher in ausgesuchten Kiezen und Nebenstraßen, was also qua Plan dem Flaneur-Gedanken eher widerspricht.
Ich bin dazu übergegangen, Bus-Flaneur zu werden. Einfach ziellos von einer Linie zu anderen zu hoppen und wenn es mir irgendwo gefällt, auszusteigen und das Terrain als klassischer Fuß-Flaneur zu erkunden. Wobei „erkunden“ dem Flaniergedanken auch schon widerspricht. Vielleicht bin ich, sind wir?, schon grundsätzlich zu sehr Effizienz- und Erkenntnisverdorben. Alles muss ein Ziel, einen Sinn, eine Erkenntnis haben, verwertbar sein. Selbst bei einigermaßen resistenten und renitenten Gemütern wie mir ist diese neoliberale Ideologie auch im Nichterwerbsbereich schon wie ein Gift in alle Zellen nicht nur der Wahrnehmung gesickert. Beim Strandliegen gelingt mir eine kontemplative Abwesenheit solchen Gedankenschrotts noch am ehesten, ein Buch zur Hand zu nehmen käme mir da nie in den Sinn. Was für eine extreme Vergeudung an Nutzlosigkeit wäre das. Wandern ist auch ok. Beim Wandern sind mir mitunter Gedanken fern. Aber leider nicht der Gedanke, wie gesund das jetzt ist, wie sinnvoll, welche Strecke ich da gerade wieder zurücklege. Und im schlimmsten Fall welche Freude mich durchströmt, wenn ich etwa ein keuchendes Etwas vor mir an einer steilen Steigung in brüllender Sonne „abkoche“. Fehlt nur noch Schrittzähler und Stoppuhr. Grausam.
Busflanieren hingegen kann durchaus etwas wie eine Meditation sein in gelungenen Momenten, weil man sich nicht aufs Gehen konzentrieren muss. Freies Fluten. Am intensivsten habe ich das bei Busfahrten durch das innere Alentejo erlebt, stundenlang gleiten da in flacher unbedeutender Landschaft im ständigen, trägen Wechsel Rinder, Oliven, Mandelbäume, Felder an einem vorbei, visuelle Mantren.
Ähnliches nun im Moloch Berlin erleben zu können, hat was Faszinierendes. Und Entlastendes, da die Gedanken an die tausend Krisen draußen vor der Bustür endlich mal Urlaub haben.
Bis, wie geschehen, ein Rundfunksender anruft und gerne ein paar O-Töne zur Auswirkung der Inflation auf Menschen mit wenig Geld hätte.

12.04.2022 – Was ist schon normal?


Hagelschauer letzte Woche. Blieb Zentimeterhoch auf der Veranda liegen. So glatt, dass ich mich beinahe auf die Schnauze gelegt hätte. In dem Fall geht das als früher normales Aprilwetter durch, aber ansonsten ähnelt das Wetter der Gesellschaft: Geht immer mehr aus den Fugen. Gestern Abend Essen mit Kolleg*innen in der City. Analog, live, das erste Mal seit …? Wie sehr gerade die dienstliche Gesprächskultur eine andere ist, wenn man sich live gegenübersitzt, realisiert man erst, wenn man es erfährt. Sofort stand der Wunsch im Raum (was von der Visualisierung her schön ist) nach einem Folgetermin.
Draußen eine Demo. Früher konnte ich von weitem auf den ersten Blick erkennen, was für eine Ausrichtung eine Demo hat. Gestern fiel es mir schwer, eine bunte Peacefahne lockte mich auf die falsche Fährte. Danach eine Deutschlandfahne. Den Rest Klarheit gab mir der flatternde Schmierlappen der sogenannten „Freien Linken“, eine Ansammlung von vorgeblich linken Coronaschwurblerinnen, nicht ganz so schräg wie die Antisemiten-Gang von „Die Basis“, aber auch eher ein Fall für die Couch als für die Öffentlichkeit. Es war Montag und die medikamentös falsch Eingestellten hatten wieder Ausgang. Montagsdemos, auf ewig kontaminiert mit Nazideologie, was die Impfdeppen aber offensichtlich nicht stört, sondern sogar befeuert.
Natürlich ging unsere Diskussion bei Scallopine al limone dann auch um den Umgang mit solchen Zeitgenossinnen. Mein Vorschlag war nicht mehrheitsfähig: Von der Straße kärchern. Allgemeiner Therapeutenkonsens der mehrheitlich Sozialwissenschaften studiert Habenden und im Besitz diverser Moderations- und Mediationsausbildungen Seienden: Bei Diskussionen Coronaleugnerinnen nicht in die Ecke drängen, ihnen Raum lassen, Argumente sacken lassen.
So die Sozialarbeiter-Richtung früher: Nazis Räume zur Verfügung stellen und sie da abholen, wo sie sind.
Aus den Sozialarbeiterräumen in Jugendzentren für jugendliche Nazis (in Brennpunkten) sind mittlerweile national befreite Zonen, vorwiegend in der Ostzone aber nicht nur da, geworden. Mit Nazis führt man keine Diskurse, sie sind mit allen Mitteln der gesellschaftlichen Ächtung und staatlichen Repressionen zu bekämpfen. Und wer nach über zwei Jahren Argumenten und wissenschaftlichen Erkenntnissen (es gibt kaum eine Krankheit und Seuche, die besser erforscht ist inklusive der Impfstoffe als Corona), immer noch Impfverweigerer ist, der hat eine bewusste, nicht zu revidierende Entscheidung getroffen. Eine Entscheidung, die Menschen in Altersheimen und Angehörigen von vulnerablen Gruppen das Leben kostet. Allein in Niedersachsen laufen noch fast 15.000 Menschen, die in der Gesundheitsbranche arbeiten, ungeimpft rum. Tickende Zeitbomben.
Welche Räume soll man solchen Leuten lassen?
Es gibt kaum Schöneres als Kolleginnen, Freunde, Kumpels, was auch immer, live zu treffen, der Abend war ein ganz feiner und ich freue mich schon auf das gemeinsame Grillen bei mir im Garten. Aber eins hab ich gestern wieder gemerkt: Ich bin kein Sozialarbeiter, war keiner und werde auch keiner mehr werden. Normal? Bin ich noch normal?
Ich hoffe nicht.

09.04.2022 – Den Blick weiten


Panoramafoto. Bucht von Porto Soller. Ein Panoramafoto weitet den Blick, wirkt aber oft auch verzerrt. Ich halte den Panoramablick für eine Möglichkeit zur Schulung der Wahrnehmung. Ästhetische Prinzipien lassen sich durchaus in den Alltag transferieren, oft sind sie grundsätzlicher Natur. Bei künstlerischer Gestaltung oder Wahrnehmung lassen wir uns unbewusst von Naturgesetzähnlichen Regeln leiten, wie dem Goldenen Schnitt.
Eine Leistung von zeitgenössischer Kunst kann sein, klassische Regeln der Harmonie zu durchbrechen und so unsere Wahrnehmung und Kritikfähigkeit zu schärfen, den Blick zu weiten. Was auch im Alltag nützlich sein kann. Das kann dann der Moment sein, wo ästhetische in politische Bildung umschlägt.
Weiten wir mal unseren Blick, was das Tagesgeschehen angeht. Allenthalben Solidarität mit den ukrainischen Flüchtlingen und Abscheu gegenüber den russischen Aggressoren. Völlig zu Recht. Ohne Wenn und Aber und das geht nicht nur gegen Putin, sondern gegen die Killersoldateska, die in der Ukraine Massenmorde begeht. Dafür trägt jeder einzelne beteiligte Soldat die Verantwortung und gehört vor einen internationalen Gerichtshof. Und die Abscheu gilt auch jenen über 80 Prozent der Russen, die den Krieg befürworten, und jenen Russlanddeutschen, die hier mit bescheuerten Autokorsos die Öffentlichkeit verpesten. Auf die Anwesenheit solcher „Volksgenossen“ kann ich gerne verzichten.
Blick weiten: Ukrainische Flüchtlinge erhalten ab Juni Hartz-IV und damit vollen Zugang zur Arbeitsmarktintegration. Zu Recht.
Flüchtlinge aus anderen Ländern, „Kulturkreisen“, wie Syrien und Afghanistan, erhalten das nicht, obwohl die Notlagen vergleichbar sind. Sie unterliegen dem Asylbewerberleistungsgesetz, mit zahlreichen Einschränkungen.
Das ist eurozentrischer Rassismus. Jener Kitt, der die Mauern um Europa zusammenhält, an denen jährlich Tausende sterben, bei dem Versuch, sie zu überwinden. Jedes Jahr ein Vielfaches der Toten, die während der gesamten Existenz des „Eisernen Vorhangs“ von 1948 bis 1989 ihr Leben ließen, beim Versuch in die Freiheit zu fliehen.
Es ist jetzt schon abzusehen, dass sich Migrationsbewegungen verstärken werden: Armut und Hunger nehmen weltweit wieder zu, Klimakatastrophe, Kriege, failed States, Inflation, Rezession, Corona und andere Seuchen, der Ursachen werden nicht weniger. Und es braucht nur wenig Phantasie, sich vorzustellen, wer hierzulande von diesem Problem des Migrationsdrucks profitieren wird, wenn sich bei uns die Krisen verschärfen. Die nächste Rezession (und Seuche) kommt, so sicher wie der Apfel nach unten fällt. Für die Prognose braucht es noch nicht mal den Panoramablick.
Die Funktion hat Ihr Handy, liebe Leserinnen, auch. Irgendwo in Ihrer Kamera wird Ihnen die Option „Mehr“ angeboten, da isses dann. Für Wanderungen bei Weitsicht, auf Aussichtsplattformen ein nettes Spielzeug. Aber nicht nur das. Sonniges Wochenende

06.04.2022 – Über Portugiesische Galeeren, Algenteppiche, Mini-Tsunamis und 8-Meter Wellen


Das ist der Stoff, aus dem Helden gemacht werden: Wasser 13 Grad und reichlich Quallen. Nun würden mich auch Eisschollen und Highfische nicht vom Baden abhalten, wenn ich am Meer bin. Wozu sollte Meer sonst gut sein. Aber sieht man von der nicht unbedingt welterschütternden Tatsache ab, dass an mir offensichtlich ein halber Nato-Kampfschwimmer verloren gegangen ist, weist das Foto auf grundsätzliche Probleme, in dem Fall auf Malle, hin: Das vermehrte Vorkommen von Quallen. Und die gehäufte Existenz gigantischer Algenteppiche an den Küsten. Ursache: Meereserwärmung und Überdüngung. Selbst Portugiesische Galeeren wurden, neben notorischen Feuerquallen, schon vor Malle gesichtet, die gehören da eigentlich nicht hin. Mich hat vor Jahren mal eine kontaktiert, die handtellergroße Stelle sah aus, also ob jemand sein Bügeleisen da geparkt hatte.
Die aktuellen Viecher schienen mir ungefährlich. Es hat beim Rausgehen zwar gebrannt auf der Haut, aber das war pure Einbildung. Ungefährlicher, aber das Badevergnügen ebenfalls vermiesend, sind die vermehrten Algenteppiche, ganze Buchten voll mit dunkler, träge vor sich hin schwappender Brühe, durch die man kaum waten könnte. Mitunter versuchen Bulldozer, Tonnen dieses nahrhaften Gemüses beiseite zu schiebe. Eine Syphilisarbeit. Wenn man auf ungeräumten Strandabschnitten spazieren geht, sinkt man tief in getrockneten Algenteppichen ein, ein gesundes Gehen, wie auf Moos, aber darin schwimmen?
Zusätzlich gab es Warnungen vor Mini-Tsunamis und 8 Meter hohen Wellen. Was mir zum Schwimmen ein, zwei Meter zu hoch war. Normal ist das alles nicht.
Nun ist „jammern“ über Algen und Quallen am Urlaubsort ein Luxusproblem. Aber ich lasse mich hier seit Jahren über kumulierende Krisen und den Untergang der Welt, wie wir sie kennen, aus, da werd ich ja auch mal Luxusprobleme breittreten dürfen. Und natürlich trifft sich auch hier wieder, wie üblich, das Private mit dem Politischen, denn die Ursache für Quallen und Algen, Überdüngung und Erwärmung, sind Menschen gemacht und Menetekel der Klimakatastrophe, in der wir mitten drin sind. Daher entrang mir der Anblick von zig glühenden Elektro-Heizpilzen auf der Insel vor und in jeder Bar, es war seit Wochen für die Jahreszeit zu kalt, ein Lachen. Es war jenes Lachen, das man im Theater in einer guten Groteske hat. Die Eingeborenen haben den Untergang ihres Geschäftsmodells, Tourismus, direkt vor Augen und befeuern ihn rasend, im Wortsinne. Für den Erhalt der Heizpilze würden sie vermutlich mit der Waffe in der Hand auf die Barrikaden gehen. Mit demokratischen Mitteln ist weder Heizpilz noch die Klimakatastrophe zu bekämpfen. Ein klassisches Dilemma, denn dass autoritäre Regime, und das wäre die Alternative, nicht das Gelbe vom Ei sind, erleben wir jeden Abend im TV.
Jede, die schon mal einen Rhetorik-Grundkurs gemacht hat, weiß: Rausgehen immer mit einem Brüller, wenn möglich Hoffnung und irgendwas Positives.
Also: Im Hotel waren Butter und Marmelade nicht mehr per Einzelportionen in Plastik eingeschweißt, sondern lose, auf Tellern und in irdenen Krügen.
Alles wird gut.
Und Sie, liebe Leserinnen, haben hier praktisch ein Beispiel für literarische Groteske, gespiegelt an der Realität, entfaltet bekommen. Umsonst, oder besser: Kostenlos.
Bitte, gern geschehen.
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Flug in den Osterurlaub und viel Spaß bei der Planung des Sommerurlaubs.

27.03.2022 – Über den kommenden Ökoterrorismus


Gruß aus der Sahara. Neulich auf meinem Fahrradsattel, Sand aus der Sahara. Kommt bei bestimmten Strömungsverhältnissen alle Jahre mal vor und ist ein sinnfälliges Zeichen dafür, wie die Welt miteinander verbunden ist. Für Autobesitzende war das vermutlich Lackzerstörender Dreck, für mich ein Sehnsucht erzeugender Gruß aus fernen Regionen. Nicht, dass ich in der Sahara Urlaub machen möchte. Nein, einfach nur weg, das vermittelte der Sand auf meinem Sattel. Was kein schlechter Buchtitel ist: Der Sand auf meinem Sattel. Wenn ihn jemand haben möchte, bitte bei mir melden, gegen eine geringe Schutzgebühr ist das machbar.
Darf man in heutigen Zeiten überhaupt noch fliegen? Nein. Natürlich nicht. Man darf auch nicht bei rot über die Ampel gehen und mehr als zwei Glas Sekt am Tag trinken. Wenn aber die Jugend der Welt, eines Tages vor mich hintritt, mit einem donnernden „J‘ accuse“ fragt: „Wie hast Du mir diese Welt hinterlassen?“ Was dann? Dann kriegt sie einen gewaltigen Tritt in den Arsch. Ich lass mich bestimmt nicht von irgendwelchen BWL-Pennerinnen anmeiern, die noch schlimmer als ihre Eltern kein sehnlicheres Ziel haben als verbeamtet zu werden, zu heiraten, mit 30 ein Haus, 1,5 Kinder und zwei Autos, davon 1 SUV in der Garage zu haben.
Aber es gibt doch Fridays für Future? Stimmt. Feine Menschen. Aber die sind auch noch keine 30. Immerhin moralisch etwas gewichtiger als die Millionen Berufsjugendlichen da draußen, die nichts machen, außer ihr Kreuz bei der FDP, und wenn sie ganz schwer einen an der Schizo-Waffel haben, bei den Grünen.
Für einen Moment durchzuckte mich ein Hauch von Hoffnung, als die Meldung steil ging, dass in meinem beschaulichen Heimatstädtchen die Fridays for Future-Verantwortlichen eine weiße Musikerin ausgeladen hatten bei ihrem Ringelpiez, weil die Dreadlocks trug, wegen kultureller Aneignung, was struktureller Rassismus ist. Dass die Verantwortlichen damit im Ansatz recht hatten, konnte man allein an dem Unisono-Gegeifer weißer, alter Männer gegen diese Entscheidung erkennen. Natürlich war die Ausladung dämlich, unprofessionell und kontraproduktiv. Jede hat ihr Rassismus-, Sexismus-, was auch immer-Päckchen zu tragen. Nobody is perfect.
Was mich ankotzte bei diesen Kommentaren: Diese gigantische Scheinheiligkeit, ob des Drecks den diese alten Säcke selber am Stecken haben. Als ob sie nicht selber das Privileg der Jugend genossen hätten, radikal zu sein und Fehler machen zu dürfen.
Was mich an der Absage aber erfreute, war der jakobinische Furor der Tugend, der aus ihr sprach: Rasier dir die Haare ab und du darfst mitspielen. Das ist der Geist, das Holz, aus dem zukünftige Terroristen geschnitzt sind. Ökoterroristen. Und die kommen. So sicher, wie ich dieses Jahr sechsmal in Urlaub fliege.
Und ich hoffe, wenn Ökoterror (bei der Frage der Ziele wird es wesentlich komplizierter als für die RAF damals) Platz greift, dass mich die Weisheit meines Alters schützen möge vor Formulierungen in diesem Blog wie „klammheimliche Freude“.
Ich sei aber sehr schizophren, höre ich da die Tugendwächterinnen der Bürgerlichkeit einwenden?
Wir nennen es Ambiguität. Hört sich geiler an. Oder auch Leben.
Ich muss buchen. Tschüss erstmal.

26.03.2022 – Über Minenhunde, Cocktails und Bowler-Hüte


Dass es dem stationären Einzelhandel durch die Internetkonkurrenz so schlecht geht, dass er sogar sein Personal zum Kauf anbietet, war mir neu. Aber wovon soll man in Zeiten von sich überbietenden Dauerkrise überrascht sein. Im russischen TV wird zur Primetime einem Atomkrieg das Wort geredet. Worüber wir reden, davon können wir auch handeln. Man kann den eigenen Untergang auch herbeidelirieren.
Ich habe keine Ahnung, ob solche Sendungen im russischen TV einfach nur Krawallquotengeil sind, das Volk kriegsfähig senden wollen oder sogar die Funktion des bekannten Minenhundes haben, die wir auch in unserer Politik kennen. Irgendjemand wird mit einer extremen Position ins verminte Diskursfeld geschickt (Rentenalter auf 70 erhöhen, Hartz-IV kürzen, Atombomben werfen …) und dann schaut man, wo wie viele Empörungsminen hochgehen, wie stark der Gegendruck ist, pfeift den Hund eventuell wieder zurück und schickt bei passender Gelegenheit den nächsten raus. Wobei der Hund nach außen gescholten („Das war eine unabgesprochene persönliche Einzelmeinung“) und nach innen gelobt wird und zur Beförderung ansteht, wg. persönlichem Mut vor dem Feinde. Ich weiß nur, dass das Krisendauerfeuer mich einerseits abstumpft, andererseits natürlich Wirkungstreffer erzielt, quasi hinter meinem Rücken, feilt es an meinem Gemüt. Da gilt es genau hinzugucken. Stumpft das an anderen Stellen auch ab, macht unempfänglich für Impulse, Anregungen, Kreativität. Zerrt es an den Nerven? Tut es. Wo begrenzt es die Phantasie? Ist es noch möglich, mir Normalität vorzustellen? Wie soll die aussehen? Wann und woher soll die kommen?
Das Virus jedenfalls geht nicht nur nicht weg, sondern wird ein aerosoliger Begleiter sommerlicher Cocktails. Sommerpause Fehlanzeige, bevor es dann krachend in die Winterlockdowns geht, dann aber mit Impfpflicht. Langsam geht mir sogar der Zorn auf Impfverweigerer, Corona-Antisemiten und Verschwörungsfantasten aus. Ermattung allenthalben.
Morgen wird die Linke aus dem Saar-Landtag gekegelt, viel interne Idiotie dabei, aber auch stellvertretend für den allgemeinen Niedergang linker Utopien. Und damit meine ich bestimmt keine rotgrünen 100-Euro-Einmalzahlungen-Reförmchen.
Autonome Basisbewegungen sind nicht zuletzt an radikalen Differenzen zur Einschätzung der Corona-Krise in den letzten zwei Jahren über den Jordan gegangen. Auf unabsehbare Zeit, so wie das Virus. Auch und gerade unter undogmatischen Linken gibt es hanebüchene, fast immer antisemitisch konnotierte Verschwörungserzählungen. Beispiel: The Great Reset Plumper Vulgärmarxismus, gemischt mit faschistischem Anti-Eliten-Duktus. Erinnert mich an früher, wo die Kapitalisten in einschlägigen linken Comics mit dicken Bäuchen, Bowler-Hut, Stresemann-Anzug und dicken Zigarren gezeichnet wurden, obwohl schon zu der Zeit der schlanke, alerte, nichtrauchende, fitte Manager der Phänotyp des Kapitalismus war.
Ich erinnere mich überhaupt häufiger an früher. Kein gutes Zeichen.
Und wo bleibt das Positive? Als ich eben von meiner morgendlichen Zen-Meditation aus dem Garten zurückkam, wehte der Westwind von den nahegelegenen Feldern einen intensiven Güllegeruch um meine Nase. Das hatte etwas Beruhigendes, Geerdetes: Die Welt da draussen nimmt ihren normalen Gang der Jahreszeiten, unbeirrt vom Schlachtenlärm.