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13.12.2018 – Beim Kiffen unbedingt beachten!


Geplündert. Wenn Sie einen Adventskalender haben, sollten Sie beim vorweihnachtlichen Kiffen unbedingt darauf achten, dass Sie Süßigkeiten in Reserve haben. Ich vertilge auch ohne Drogenmissbrauch täglich Unmengen von Süßigkeiten. Wer in meinen Einkaufskorb guckt, denkt vermutlich, ich kaufe für eine Kita ein. Wobei die armen Würmer da vermutlich aus lauter ecologically correctness nur Steviagesüßte Karottenschnitzel kriegen.
Mich erwischte eine einmalige Süßigkeitslücke vor dem Fernseher beim Konsum des Films „Dirty Grandpa“ (mit Robert de Niro). Die Kritiken über den Film waren so monströs miserabel, dass ich ahnte: Der Film ist ein Brüller. Die Kritik schwankte zwischen „…der schlechteste Film sei, den er je in einem Kino gesehen habe…“ und „ … wollte nach Ansehen des Films duschen. Irgendwo in der Hölle gäbe es ein Kino, wo dieser Film zusammen mit Movie 43 und Entourage laufe …“
Wenn linksliberale Intellektuelle, die vom Bücherlesen kommen, Film-Komödien kritisieren, haben sie immer Woody Allen im Hinterkopf, also gepflegte Langeweile. Natürlich ist Dirty Grandpa obszön, sexistisch und niveauflach wie ein Pfannkuchen. Was die Story angeht. Was die filmische Umsetzung angeht, ist er einfach handwerklich so gut gemacht, dass ich im letzten Viertel am Boden lag. Und das lag nicht nur am Grass. Mir liefen die Lachtränen. Leider hatte ich keinerlei Süßigkeiten im Haus, deshalb plünderte ich umgehend den kompletten Adventskalender. Schlimm, was Drogen aus einem machen. Kinder, lasst die Finger von den Drogen! Sauft Euch lieber dumm und dämlich, dann wird aus Euch was Anständiges. Wenn Ihr zusätzlich noch charakterlos seid, vielleicht sowas wie der Sauerland-Rocker Friedrich Merz.
Bei dem ist mir rätselhaft, wieso er soviel Stimmen bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden bekommen hat. Der Mann hat im Vorfeld der Wahl so viele schwere handwerkliche Fehler in Sachen Außendarstellung gemacht, dass er im Verbund mit seiner unfassbaren Arroganz und Empathielosigkeit als Parteivorsitzender oder gar Kanzler ein permanentes Hochsicherheitsrisiko wäre. Allein sein Vorschlag einer steuerlichen Besserstellung von Aktien als Altersvorsorge, von jemandem der Vertreter der Hochfinanz ist, ist so grottendämlich, dass sich selbst ein Praktikant für Öffentlichkeitsarbeit bei einem Kaninchenzüchterverband vor Pein winden würde. In so einer Situation schlägt man vor, auch wenn man sich niemals auch nur im Ansatz daran halten wird, dass man Mütter mit niedrigen Renten besser stellen will, oder irgend so ein Sozialgedöns halt. Bei dem Mann ist die Hybris in schiere Dummheit umgeschlagen.
Was bleibt, ist mein Genugtuung darüber, dass Angela Merkel den Merz und den bösen verbitterten Mann im Rollstuhl noch in ihrem Abgang eiskalt abserviert hat und ihnen auch diesen Triumph noch verwehrte. Politisch ist mir das ziemlich wumpe, da geht’s mir rein vom feeling her nur um das Gefühl.
Und falls Ihnen, liebe Leserinnen, das jetzt irgendwie kaputt vorkommt, kann ich zu meiner Entschuldigung nur anführen: ich hatte eine traurige Kindheit.
Ach ja, und die Drogen.
Außerdem gucke ich gerade in die trübe feuchtkalte Finsternis einer Quasi-Autobahn vor meinem Fenster, während ich vor drei Tagen noch den Ausblick vom Bild unten hatte. Wie soll man da nicht zum Misanthropen werden.

10.12.2018 – Mehr Licht!


Mehr Licht. Das sollen Goethes letzte Worte gewesen sein, was aber bildungsbürgerlichen Phantasien zuzuschreiben ist. Real hat er wohl einen Nachttopf verlangt. Mehr, oder besser: anderes Licht zu erleben, ist für mich ein Grund für Urlaube am Meer. Dazu kommen die anderen Gerüche, allein der süßliche Duft von Johannisbrot bei Wanderungen erweckt in mir den Wunsch, darin zu Baden. Wenig verwunderlich angesichts des Autogestanks von 25.000 Stinkern täglich vor dem Fenster meines Arbeitszimmers.
Und dann diese Stille in den Bergen, die sauge ich beim Wandern förmlich ein. Wenig verwunderlich angesichts etc. pp….
Kaum verwunderlich aber durchaus blutrünstig sind dann meine Phantasien, wenn diese Stille von geisteskranken Vollidioten auf Motorrädern unterbrochen wird, die mit Terrorkrach eine minutenlange Lärmschleppe hinter sich herziehen. Meistens alte Säcke mit der zweiten Hüfte, die sich dabei so toll und sportlich vorkommen. Aber auch Junggesindel auf hochtourig kreischenden Ducatis und ähnlichen Gelände Maschinen.
Dann stelle ich mir vor, ich hätte ein Hochpräzisionsgewehr am Mann, mit Zielfernrohr. Und dann …
Erschreckend, wie dünn der Lack der Zivilisation ist. Guten Start in die Woche, liebe Leserinnen, und also lieber doch: Mehr Licht….

07.12.2018 – Was für eine Geschichte erzählt dieses Bild?


Auf der Oberfläche eine paradiesische Geschichte: Tal von Soller, in der Tramuntana, auf Mallorca. Als Göttin das Paradies erschuf, übte sie für dieses Tal, würde ich formulieren, wäre ich Hochmeister des sakralen Kitsches. So aber bin ich über alle Maßen angetan von Wanderungen mit unglaublichen Panoramen, an deren schweisstreibendem Ende das sehr erfrischende Bad im Meer wartet, dass ich mir bei 17 Grad Wasser mit dem notorisch verrückten Engländer teile.
Unterwegs muss man aufpassen, dass einem die prallreifen Orangen nicht auf den Schädel prasseln. Und ab hier erzählt das Bild eine andere Geschichte. Mallorca war früher das Armen Haus Spaniens und ist jetzt durch den Tourismus die reichste Region des Landes. Das hat zur Konsequenz, dass sich Orangen Ernte nicht mehr lohnt. Die Konkurrenz aus Brasilien etc. ist billiger. Also verfaulen hier Tonnen köstlichster Orangen, Zitronen und Pampelmusen auf den Bäumen resp.auf dem Boden. Verrückt, aber das war das Paradies ja spätestens nach der Apfel Ernte auch.
Und an der war Eva schuld. Bedenken Sie, liebe Leserinnen, das bei ihren Unternehmungen der nächsten Zeit. Ich tret jetzt meinen Muskelkater wech.

03.12.2018 – Der Schlüssel zum Erfolg – nur hier!


Asphalt Artikel 12/2018
Wat is überhaupt n Erfolg? Da stelle mer uns janz dumm … Dass wir nicht in einer Leistungsgesellschaft, sondern in einer Erfolgsgesellschaft leben, wurde in diesem Blog schon beklagt. Millionen von prekär Beschäftigten leisten Enormes, bekommen aber zum Lohn für ihre Leistung am Ende eine Armutsrente. Die Erben von Verbrechern wie Flick etc. pp. – beliebig fortzusetzen -, leisten gar nichts, sie erben nur erfolgreich. Würde ich die Diktion von Lumpen wie Merz und Spahn nutzen, nennte ich solche Gestalten Sozialschmarotzer. Da ich mich mit derlei Pack aber selbst verbal nicht gemein tue, unterlasse ich das und verweise nur darauf, dass wir in einer Mediengesellschaft leben und eine von mehreren Voraussetzungen für Erfolg die Widerspiegelung der eigenen Leistung in den Medien ist. Insofern bin ich durchaus erfolgsorientiert und habe mitunter auch Erfolg

Lindenspiegel Artikel 12/2018.
Irgendwann verselbstständigt sich das ein bisschen und die Medien ernennen einen auch da zum Experten, wo ich eher keiner bin, zum Beispiel auf dem Gebiet der kommunalen Armutsbekämpfung, wie der Weserkurier hier. Er sei bedankt dafür.
Wie aber, und hier kommen wir zum versöhnlichen Schluss des heutigen Blogeintrages und zum Service für alle geneigten Leserinnen, wird man/frau erfolgreich? Das ist ja das Thema von unzähligen Lebenshilfe-Ratgebern, Coachings, etc. pp., immer für sündhaft teures Geld. Aber Sie, liebe Leserinnen, bekommen hier und heute von mir vollkommen unverbindlich und kostenlos, den Schlüssel zum Erfolg überreicht! To cut a long thing short, wie der Grieche sagt: Es ist Beratung!
Da wir uns schon im Bereich der Superlative befinden: Je himmlischer, je göttlicher, desto besser! Und da befinde ich mich on top!
Hier exclusiv für Sie, liebe Leserinnen, ein Einblick in meinen Beraterinnen-Stab, nur von letzter Woche!

Ich wurde beraten von Frau Gott …

29.11.2018 – Klopf Dich frei


Klopf Dich frei. Energieausgleich 340 Euro. Met Astro Quantensprung.
Der Sprung in der Schüssel, den die Verfasserin dieses Quantenquarks hat, dürfte unfassbar riesig sein, also das ganze Gegenteil eines Quantensprungs. Dass Sonne, Mond, Planeten, Asteroiden etc. Auswirkungen auf unser Leben haben, ist evident. Der Mond ist uns mit seiner Masse so nahe, dass seine Gravitation Ebbe und Flut auslöst. Wer zu lange in der Sonne liegt, kriegt einen Sonnenstich, dessen Auswirkungen sich in irrsinnigen Phantasien wie Met Astro Quantenquark bemerkbar machen können. Und wenn ein Asteroid mit einer Größe von ca. zwei Kilometern Durchmesser auf Europa knallt, gegen hier die Lichter aus, final. Das leitet sich logisch aus der Masse und der Geschwindigkeit des Asteroiden ab, die Formel dafür haben wir aus dem Physikunterricht der 9. Klasse parat: Ekin=1/2⋅m⋅v².
Für meine Ängste, Schmerzen, Geldsorgen, technische Störungen, Unfälle, Rechtsstreitigkeiten soll also laut Met Astro Quantensprung ein Planet wie Uranus verantwortlich sein und für einen Energieausgleich von 340 Euro klopft die Verfasserin dieses Quantenquarks mir alle Sorgen weg.
Jenseits von Wissenschaft, Erkenntnis und Evidenz bewegen wir uns im dunklen Bereich des Glaubens. Ich kann diesen hirnrissigen Schwachsinn glauben, ich kann auch glauben, dass mein Eisenmangel bekämpft wird, wenn ich mir einen Nagel in den Kopf hämmere oder dass ich meine Geldsorgen durch Auflegen einer verfaulten Kartoffel bekämpfe. Wenn solcherlei Glauben bedauernswerten Seelen, vom Leben überforderten Existenzen und sonstigen armen Würsten kurzfristig Frieden verschafft – why not? Wer bin ich, darüber den Stab zu brechen? Das Leben ist so rasend, die Veränderungen so massiv, dass immer mehr Menschen zu Alkohol, Drogen, Esoterik greifen, um überhaupt überleben zu können. Da ist Met Astro Quantenquark sicher ein gesünderes und geringeres Übel, außer dass es den Tatbestand des Betrugs erfüllt und im Zweifel Existenzen, die eh bankrott sind, den Beutel noch mehr leert.
Was diesen Hirnmüll so brandgefährlich macht, zeigen drei, vier Klicks im Internet. Machen Sie, liebe Leserinnen, die Probe aufs Exempel, recherchieren Sie mal kurz im Internet und ich verwette meinen Knackarsch, dass Sie nach besagten drei, vier Klicks bei kryptofaschistischen Theorien landen. Kratzen Sie an einer Esoterikerin und zum Vorschein kommt erdiger, schollenverwachsener, brauner Lack von Antisemitismus und Rassenwahn.
Da lob ich mir mein politisches Engagement.

Gegen die allgemeine Kopf- und Hirnlosigkeit Chardonnay-gestützte Solidarität mit Israel durch den massenhaften Kauf von excellenten Weißweinen aus Galiläa.
Nicht zu vergessen: kubanischer Rum vom allerfeinsten.
Hoch die internationale Solidarität! Und Prost.

28.11.2018 – Was ist das gute Leben?


Clemens Basilika, beim Lichtkunstfestival „Hannover leuchtet“. Aus Berlin importiert, woher sonst, aber legitim. Nett anzusehen, man sieht die eigene Stadt in einem anderen Licht, eine Perspektive, die auch für das andere, das eigene Leben nie schaden kann. Schön fand ich bei der Clemens Basilika, der einzigen Kirche in ganz Norddeutschland mit komplett italienischer Architektur, die Barockputten. Keine coole Kunst in der Lichtinstallation, die sich an die Postmoderne ranwanzt, sondern was herzerwärmendes in dekonstruierten Zeiten. Außerdem war ich in der Kirche Messdiener, da kommen Erinnerungen hoch: Introibo ad altare dei …
Heute bin ich Heide, aber meine Wurzeln lassen sich nicht verleugnen.
Dass Fußballstadien die Basiliken der Neuzeit sind, ist weiß Göttin keine Erfindung von mir

Olympiastadion Berlin, erbaut zur Olympiade 1936. Fußball ist neben Kultur und Religion eine der letzten großen Erzählungen, die unserer Gesellschaft noch verbindet, narrativer Kitt sozusagen. Fußball ist auch Ersatzreligion, Anhänger beider Kulturen sind mitunter fanatisch, fasziniert von Ritualen, Gesängen, Inszenierungen, die Gemeinde trifft sich zu festlegten Zeiten, in der Kirche, im Stadion, in der Kneipe, der Verstand setzt aus (so überhaupt vorhanden), Idole werden angebetet, idealisiert, Kreuzzüge gegen den jeweiligen Gegner imaginiert, oft auch in Hooligan Gewalt umgesetzt. Gruselig fand ich die Reaktion des örtlichen Plebs, als ein bekannter Torwart von Hannover 96 sich wegen Depressionen umbrachte. Tausende trauerten echt, trafen sich vor dem Stadion, trugen sich in Kondolenzbücher ein, ich glaube, es gab sogar eine Trauerfeier im Stadion. Es war so wie bei Hindenburgs Beerdigung. Die Leute waren traurig, obwohl sie den Torwart überhaupt nicht kannten, höchstens irgendwelches Medienblabla über ihn.
Nun kann man sich über solche armen Würste mokieren. Das verkennt aber die Funktion solcher Torwarte und der Trauer der Menschen. An die Geschichte, dass Jesus übers Wasser ging, muss man glauben, dann wird sie real, und dann wird aus Jesus, dem Torwart und dem Plebs die Erzählung, die den Laden hier zusammenhält. Die Feststellung von Adorno: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, prallt am toten Torwart ab. Die Frage ist, was ist das gute Leben.
Die Antwort darauf, liebe Leserinnen, gibt es im nächsten Blogeintrag. Ich muss aufs Radl, bei minus vier Grad. DAS ist das falsche Leben.
Echt jetzt.

24.11.2018 – Rosen statt Kälte.


Rosen statt Kälte, heute Morgen im Garten. Eine Mutation, als Produkt der Evolution Vorbotin einer neuen stählernen Rosenrasse, die allen Widrigkeiten trotzt? Oder Produkt der menschengemachten Klimaerwärmung, das nach diesen Wärmerekorden bis in den November hinein einfach nur seinen normalen Zyklus verlängert?
Der Mensch pfuscht ja auf allen Ebenen der Natur ins Handwerk. Was mir aus den letzten Tagen als Meldung in Erinnerung blieb, war unter anderem, dass die Treibhausgas-Werte so hoch sind wie nie zuvor. Es ist mittlerweile 5 nach 12, der Prozess ist offensichtlich unumkehrbar, die Frage ist nur, wie dramatisch die Effekte ausfallen und wo man den Prozess abbremsen kann. Aus den Beobachtungen meines Alltags würde ich sagen: Nirgendwo. Wenn ich mir die SUVs vor meinem Fenster angucke und mein eigenes Flugreise-Verhalten, ist es kein Zweifel, den ich über mangelnde Lernfähigkeit der Spezies Homo Idioticus hege, es ist Gewissheit, die ich besitze. Die Anpassungsfähigkeit des Menschen an seine Umwelt mag individuell phänomenal sein, als Gattung ist er mit der Geschwindigkeit der Veränderung in der digitalen Welt überfordert.
Mir egal. Ich kann auf die Gattung Mensch gerne verzichten. Ich hab gebucht, eine Woche da, wo es 20 Grad sind, die Sonne ein mildes Lächeln über einsame Strände legt und die Eingeborenen den gemeinen Teutonen Saisonbedingt nicht mehr oder noch nicht als Angehörigen einer feindlichen Invasionsarmada betrachten. Ich hoffe nur, dass mich dort keine West-Nil-Fieber-Mücke sticht oder gar eine böse Anopheles mich mit Malaria infiziert, ansonsten nach mir die Sintflut. Ökologisch gesehen bin ich Teil des Problems, in Sachen soziale Gerechtigkeit Teil der Lösung. Kann ich mit leben. Wer ist schon perfekt.
In Sachen Malaria besteht zumindest Hoffnung. Es ist wohl Forscherinnen gelungen mittels Eingriffen in das Erbgut von Mücken die klassische Vererbung so außer Kraft zu setzen, dass sich innerhalb weniger Generationen die unfruchtbaren Weibchen durchsetzen, was am Ende logischerweise den Kollaps einer Population bedeutet. Typischer Machbarkeitswahn von Technikerinnen. Seuchen und Pandemien sind nicht so sehr eine Frage von Viren und Bakterien, sondern eine Frage von Bildung, Infrastruktur und Armut. Gib den Leuten ein Malarianetz, versorge sie mit sauberem Wasser, Medikamenten und Krankenhäusern, von guter Ernährung und Jobs ganz zu schweigen, und schon wird Malaria nur noch ein individuelles Problem und nicht mehr das von ganzen Weltregionen. Was an Seuchen am tödlichsten wirkt, ist Armut. Ich warte nur darauf, dass irgendein misanthropischer Forscher auf die Idee kommt, Mücken für die Übertragung eines Virus kompatibel zu machen, das die Mortalitätsrate von Ebola und die Widerstandsfähigkeit eines Norovirus hat. Hollywood lässt grüßen. Und wo bleibt das Schöne? Hier:

Quinta de la Rosa (die hellen Gebäude am linken Flussufer) am Douro, wo das köstlichste Getränk auf Erden produziert wird: Der Portwein.
Schönes Wochenende, liebe Leserinnen, ich fang an zu packen.

20.11.2018 – SCHUPPEN 68 bringt neues Spiel zu Weihnachten auf den Markt: „Deutscher ärgere Dich nicht“


Deutscher ärgere Dich nicht!
(Idee & Konzept: Schuppen 68/ Ausführung: design.in-fluenz.de)
Rechtzeitig zum Weihnachtsfest bringt das Künstler-Netzwerk SCHUPPEN 68 ein neues Brettspiel für Jung und Alt auf den Markt: „Deutscher ärgere Dich nicht“.
„Deutscher ärgere Dich nicht“ ist inspiriert vom deutschen Spiele-Klassiker „Mensch ärgere Dich nicht“ und wendet sich an die immer größer werdende Zahl völkisch Interessierter und Beobachter.
Zitat aus der Spielanleitung:
„ … „Deutscher ärgere Dich nicht“ ist das ideale Weihnachtsgeschenk für alle völkisch Interessierten und Beobachter. Es bringt die ganze deutsche Familie unter dem Weihnachtsbaum wieder zusammen.
Hintergrund dieses neuen Klassikers: Nicht nur Sprache, sondern auch Spiele müssen radikal gesäubert und eingedeutscht werden. Umvolkung findet auch im scheinbar harmlosen Spielebereich statt. Bei „Mensch ärgere Dich nicht“ zum Beispiel durch den inflationär und gleichmacherisch verwendeten Begriff „Mensch“….
Zentrale Spielregel: Es gibt drei Kategorien Steine.
Kategorie 1: Die Blauen. Sie sind in AfD-blau gehalten und symbolisieren die echten Deutschen.
Die Blauen dürfen alle anderen Steine rausschmeißen, können aber selber nicht rausgeschmissen werden.
Kategorie 2: Die Roten, Grünen und Violetten. Sie symbolisieren die linksgrünversiffte Alternativ-Unkultur des familienzersetzenden Genderwahns. Da sie aber auch Deutsche sind, dürfen sie Kategorie 3-Steine rausschmeißen, können von diesen jedoch nicht rausgeschmissen werden. Sie können von Kategorie 1-Steine rausgeschmissen werden, dürfen diese selber allerdings nicht rausschmeißen.
Kategorie 3: Die Gelben und die Schwarzen. Die Gelben und die Schwarzen symbolisieren alles Fremde. Kategorie 3-Steine können von allen rausgeschmissen werden, dürfen aber selber niemanden rausschmeißen.
Die Figuren werden vor Spielbeginn ausgelost. … “

„Deutscher ärgere Dich nicht“ gibt es in mehreren Varianten:
– die klassische Variante für Standard-Endverbraucher*innen, für 68 D-Mark
– die limitierte und nummerierte Luxusvariante in völkisch-braun, für 68 Reichsmark
– die Erlebnisversion für unsere Kleinen bis 8, mit Spielzeugzäunen und Mauern zur Abgrenzung des eigenen Feldes sowie Schiffchen, auf denen die rausgeschmissenen Kategorie 3-Steine, die Schwarzen und die Gelben, in einer kleinen Badewanne in Mittelmeerform auf die Reise nach Hause geschickt werden, für 68 Taler
Mit dem Reinerlös des Weihnachtsverkaufs von „Deutscher ärgere Dich nicht“ wird ein Auftritt der Band „Feine Sahne Fischfilet“ im neuerrichteten SCHUPPEN 68 finanziert.

Die vollständige PM gibt es hier PM-SCHUPPEN 68 bringt neues Spiel zu Weihnachten auf den Markt-Deutscher ärgere Dich nicht

17.11.2018 – *


Der männliche Blick. Reisekatalog von 1968. Frauen zur Objekt-Pose erstarrt, dekorativ, sie scheinen auf irgendetwas zu warten (im Zweifel natürlich auf Männe mit zwei Cocktails in der Hand). Über dem Bild liegt ein Schleier von Erstarrung, von Panzerung, fast wie ein Szenenfoto aus einem Alienfilm, bei dem außerirdische Wesen die Menschen in geisterhafte Zombies verwandelt haben. Das Foto hätte genauso gut 1958 aufgenommen sein können, aber hier, 1968, ist das Bild ein letztes verzweifeltes Verharren in Verhältnissen, die nicht mehr so sind, wie sie scheinen. 3 Jahre später würde ein Reisekatalog vollkommen anders bebildert sein, Frauen und Männer würden bunt durcheinander gewürfelt zusammen an einer Bar abhängen und gemeinsam dem Afri-Cola Rausch frönen. Wenn 68 ff. in etwas die Verhältnisse zum Tanzen gebracht hat, dann im Nachdenken über das Geschlechterverhältnis. Grundlegende Veränderungen, was etwas anderes ist als das Nachdenken darüber, hat 68 sicher in der Aufzucht der Brut bewirkt. Autoritäre, gewaltförmige Kindererziehung ist heutzutage ein stigmatisiertes Außenseiter-Phänomen. Ansonsten hat 68 noch die Pest der grenzenlosen Subjektivität eines „Ich, Ich, Ich“ hervorgebracht und ist als Ansatz der Befreiung von Herrschaft nicht nur gescheitert, sondern dabei, in sein autoritäres Gegenteil umzuschlagen. Wie schön, dass es da Nebelkerzen gibt, die das Ganze mit einem grandiosen diskursiven Geschwafel übertünchen (Nebelkerzen, die übertünchen? Da bin ich auf der Metaphern-Allee mal wieder voll aus der Kurve geflogen). Die heutige Nebelkerze ist der Rat für deutsche Rechtschreibung, der gendergerechtes Schreiben noch in der Erprobungsphase sieht. Man werde daher nicht vorweggreifen und eine Empfehlung aussprechen. Im Zweifel für das „*“, denn da geht die Entwicklung hin.
Ich benutze das „*“ seit längerem im offiziellen Verkehr, aus pragmatischen Gründen, weil mir schon lange klar war, wo die Entwicklung hingeht. In diesem Blog hier, also privat, benutze ich überwiegend die rein weibliche Form. In den letzten 200 Jahren wurde immer die männliche Form benutzt, warum also nicht mal 200 Jahre weiblich.
Die Fronten gehen in der Diskussion quer, Alt-Feministinnen insistieren auf dem femininen Binnenmajuskel „I“, alte, weiße Männer, egal ob Sozialisten oder AfD, sind komplett gegen eine Veränderung. Logisch, hat ja mit Machtverlust zu tun. Die AfD hat insofern recht, als eine Veränderung ideologisch („linksgrüngenderversifft“) begründet ist. Sprache bildet Herrschaft ab und befördert sie, ihre Veränderung hat mit Macht zu tun und Macht ist immer ideologisch. Nur wer Macht hat, kann verändern.
Was sich nicht ändert, ist die ungleiche Bezahlung von Frauen, die Gender Pay Gap, die ungleiche Besetzung von Führungspositionen durch Frauen und die strukturelle Gewalt gegen Frauen. Insofern ist das hysterische Gekeife um das „*“, ein regelrechter Kulturkampf, eine wundervolle Nebelkerze, die an der realen gesellschaftlichen Macht nichts ändert. Du böse, böse übertünchende Nebelkerze.
Sie, liebe Leserinnen, wissen also, was zu tun ist. Schönes Wochenende und möge Ihnen Männe einen köstlichen Cocktail kredenzen.

15.11.2018 – 1968: So fing alles an


Jedenfalls mit dem Tourismus in Can Picafort auf Mallorca.
Ein aus architektonischer Sicht ikonischer Bau, den hätte ich vor ein paar Jahren noch gruselig gefunden, heute finde ich ihn spannend und charmant. Ästhetik ist keine überzeitliche Kategorie, kein ewiges Prinzip, sondern wandelt sich. Alles verändert sich. Can Picafort ist heute eine scheußliche Ansammlung von Betonklötzen, aber von da aus kann man schön wandern. Alles verändert sich, auch das Klima. Vor ein paar Tagen war es frühlingshaft, der November bricht wohl auch wieder alle Wetterrekorde, wie fast jeder Monat heuer. Nachdem ich schon in einige Winterrituale verfallen war, wie Puschen raus, Fußsack in Betrieb, Handschuhe auf Fahrrad etc. pp, verfiel ich umstandslos in Frühlingserwachen. Dazu gehört ein Gefühl von „Es muss was passieren“, raus aus der Verharrung, der Routine, dem Alltag, rein in Action, gerne auch was mit Adrenalin.
Aber was? Ich kann ja nicht dauernd ne Zeitung gründen, Theater produzieren, Kunstprojekte kuratieren, etc. pp. Ich grübelte, mir fiel nix ein. Vorgestern Morgen ein schales Gefühl. Eine wattige Leere, mit Worten schwer greifbar.

Helfen Bilder? Farbenleere.
Der Tag nach dem Morgen brachte mich auf Trab. Unser Fachtag „Wohnung ist ein Menschenrecht“ war komplett ausverkauft, viele Expertinnen und Betroffene, die sich außerordentlich engagiert einbrachten. Der NDR berichtete „Landesarmutskonferenz schlägt Alarm“. Und das Schönste: Der Hauptreferent kam nicht. Wir mussten mit zwei, drei Leuten im laufenden Betrieb das Design der Veranstaltung um-improvisieren. Action, Adrenalin!
Und nächste Woche wird Winter. Frühlingserwachen ade. Alles wird gut. Respektive Scheisse. Ich hasse den Winter, die Kälte, die Dunkelheit.
Nicht gut: Im Gegensatz zum NDR, der regelmäßig und kompetent seiner Informationspflicht nachkommt über ein Thema, dass 1,2 Millionen Menschen in Niedersachsen betrifft, nämlich Armut, schweigt der hiesige Madsack Zeitungs-Konzern (zu 20 % in SPD Besitz) das Thema komplett tot. Bis auf die Vorweihnachtszeit, wo das gesammelte Spießertum wieder ein paar Charity-Euro rausrückt und die mit ein paar Almosen beglückten Betroffenen gnadenlos an die Madsack Öffentlichkeit gezerrt und zum Dankeschön-Sagen erpresst werden. Dafür zerstückelt der Verlag Firmen in kleine, tariflose Einheiten, streicht Stellen und schließt Druckereien. Ach Mad Sack, Du trägst Deinen Namen zu Recht.
Es gibt allerdings ein paar Schreibende da, die sind nicht ganz daneben….Da sach ich mal ganz pauschal: Man sollte nicht immer alles pauschalisieren.