17.01.2026 – Tod und Irrsinn

Deine Küsten, deine Strände,

Deine Buchten ohne Ende,

Nichts kommt Deinen Möwen gleich,

Meerumtostes Österreich!

Thomas Stethin. Undatiert. Freund und Kollege, unter anderem bei meinem Zeitungsprojekt NETZ – Niedersächsische Teilhabe Zeitung. Die Zeichnung oben ist hier in einer Ausgabe von 2016 auf Seite 6 abgebildet . Das Original ist in meinem Besitz

HAZ, 15.01.2026. Wann er genau starb, ist nicht bekannt. Die schräge Genialität seines Schaffens erklärt sich sehr stark aus seinem Lebensweg

Mitunter habe ich das Gefühl, die eine Hälfte der Freunde ist soeben gestorben, die andere Hälfte gerade dabei und dem Rest geht es auch nicht besonders.

Der Blick in die Weltlage erheitert auch nicht gerade. Rotlackierte Faschisten und Antisemiten mobilisieren nach Leipzig, um Israelunterstützer*innen zu terrorisieren, vornweg die sogenannte Antifa. Mit dabei u. a. eine pro-palästinensische Gruppe namens Handala, Hamas-Sympathisanten. Die Hamas war ohne die Unterstützung des klerikalfaschistischen  Regimes im Iran nicht denkbar. Wes Geistes Kind die rotlackierten Faschisten von Leipzig sind, ist an den mörderischen Wahlverwandtschaften bis Teheran abzulesen. Linke haben zu Gegendemos aufgerufen

Linke gegen Pseudolinke und mittendrin die waschechten Nazis von den Freien Sachsen, die sich mit gekonnter Satire „Migrantifa vs. antideutsche Antifa: Freie Sachsen liefern das Popcorn“ über dieses groteske Theater lustig machen.

Leider kann ich zur Zeit meinem Impuls durch Auswandern diesem Irrsinn zu entgehen, nicht nachkommen. Dringende Termine …. Meinem Impuls, die gute alte Glock einzupacken und in Leipzig für Ordnung zu sorgen, kann ich auch nicht nachkommen. Restpazifismus, Humanismus und vor allem der dringende Wunsch, nicht auf eine Stufe wie jene dort abzusinken, halten mich davon ab.

Warum sitzt der Antisemitismus eigentlich so tief, so unverrückbar in der deutschen Volksseele, bis weit hinein ins linke und Kulturschaffende Milieu?  Die antisemitischen Codes, Bilder, Erzählungen sind Jahrhunderte alt, haben sich tief ins Unterbewusstsein eingeschliffen, jenseits der Ebene von Argument, Vernunft, Ratio. Ein kleines Beispiel: Wilhelm Busch mit der Geschichte „Die fromme Helene“. Grandioser Comic, gehört zum Bildungskanon, ich habe das als kleiner Pöks begeistert mit roten Ohren verschlungen. Die Geschichte ist, und das verschweigt Wikipedia interessanterweise, mit niederträchtigem Antisemitismus versehen und zeichnet ein Bild vom Juden, wie es später im Nazi-Hetzblatt „Stürmer“ zu sehen sein wird. Zitat: …..

Und der Jud mit krummer Ferse,
Krummer Nas‘ und krummer Hos‘
Schlängelt sich zur hohen Börse
Tiefverderbt und seelenlos.… .

Nebenbei ist die Geschichte von einem pessimistischen Antimodernismus und einer tiefen Frauenverachtung geprägt. Helene ist frech, aufmüpfig, dem Alkohol zugetan, sexuell selbstbestimmt. Zur Strafe („Und die Moral von der Geschicht ….“) wird sie von Busch ermordet. Sie stirbt einen grausamen Flammentod. Dass Busch Sadist war, ist durch Max und Moritz bekannt. Dass er glühender Antisemit war, Antimodernist und misogyn, wird gerne unter den Teppich in der Bibliothek des doitschen Bürgertums gekehrt. Aus dessen Elternhäusern nicht wenige der rotlackierten Faschisten stammen.

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