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30.09.2026 – Radikale Linkenflut hat die Hauptstadt Berlin überschwemmt.

In Memoriam Ziggy Human Stardust.

Und sonst so? Der Klassenkampf nimmt an Fahrt auf. Je näher die von einer Frau mit Migrationshintergrund angeführte Linke in Berlin der Macht in der Metropole kommt, desto hysterischer gebärden sich die weißen alten Männer der Eliten der BRD. Da kommt einiges an alten Ressentiments und Hass zusammen: Der der Provinz auf die Metropole, der von Männern auf Frauen, von Eingeborenen auf Menschen mit Migrationshintergrund, von Reichen auf Arme, von Eigentümern auf Besitzlose, überhaupt der von denen da oben auf die da unten. Ein uraltes Lied, was in den letzten Jahren nur deshalb nicht so laut gesungen wurde, weil die Machtverhältnisse klar waren: der neoliberale Kapitalismus hatte an allen Fronten gesiegt, die Rolle der Frau wird immer reaktionärer gesehen und gestaltet, Ausländer sowieso raus, usw. usf…

Kaum ist jedoch ein Ansatz von Morgenröte der Hoffnung am Horizont, fangen die alten weißen Männer an, vor lauter Panik um ihre Villen regelrecht zu hyperventilieren. Ein schönes Beispiel ist der 89jährige gebürtige Darmstädter Helmut Markwort, als ehemaliger Focus-Herausgeber in dieser Funktion der Vorgänger von Unkulturminister Weimer, auch so ein Herrenreiter im Maßanzug. Wir wissen nicht, ob den Markwort die alte Kommunistenangst der BRD aus dem kalten Krieg um den Verstand gebracht hat oder er nie einen hatte. Sein Kommentar zum Wahlergebnis in Berlin lässt sich jedenfalls so hirnbefreit an, dass es nach Satire klingt, ist aber von jenem Bierernst, der auf eine Überdosis dieser Münchner Wiesn-Droge schließen lässt. Überschrift (Zitate Markwort in kursiv):

Radikale Linkenflut hat die Hauptstadt Berlin überschwemmt.

(Was bei einem Wahlergebnis von 98,9 % angemessen wäre. Die Linke hat allerdings gerade mal ein Viertel aller abgebeben Stimmen. Das war schon immer die Angst der Männer: Vor den roten Fluten der Frauen.)

Und was droht nach dieser 25%-Flut? Zitat:

Berlin: Es droht der Staatssozialismus.

(Mit der Abschaffung freier Wahlen, des Mehrparteiensystems, der unabhängigen Justiz, der Verstaatlichung des Eigentums an Produktionsmitteln etc. pp.?)

Die DDR ist zurück.

(Ach, wenn es doch so wäre. Und bitte als erstes den Kommunistenfresser Markwort in Bautzen einbuchten.)

Die Marktwirtschaft wird abgeschafft.

(Aus dem Imbiss in unserem Kreuzberger Domizil, betrieben von einem Türken als freier Unternehmer, wird ein HO Laden oder eine Kolchose)

Die Kommunisten halten den Staat für den besseren Unternehmer.

(Die Berliner Kommunisten. Nicht die in Nordkorea)

Viele alte Westberliner, die jahrelang idealistisch für den Fall der Mauer gekämpft haben, müssen erfahren, dass der Osten gewonnen hat.

(Das waren nämlich keine Ossis auf den Montagsdemos, die den Fall der Mauer erkämpft haben, das waren alles alte Westberliner.)

Und zur gescheiterten Olympiabewerbung von Berlin:

„Kein vernünftiger Mensch kann der Jugend der Welt Berlin zumuten“

(Die Fluten von Jugendlichen aus der ganzen Welt, die Berlin seit Jahrzehnten regelmäßig überschwemmen, sind nämlich keine Jugendlichen, sondern alte Westberliner, verkleidet)

Eigentlich ist das alles zum Lachen. Aber da es die Sicht, die Mentalität, die Denkweise von Teilen der Mächtigen im Lande widerspiegelt, ist es zum Weinen.