09.10.2019 – Gott vergibt. Das Internet nie


Hinweisschild im Ost-Berliner Grenzgebiet vor dem Fall der Mauer. Aus der Ausstellung „Ost-Berlin, die halbe Hauptstadt“ im Berliner Ephraim Palast, Zitat: „Ost-Berlin hatte viele Gesichter: Machtzentrum und Schaufenster der DDR, zugleich Rückzugsraum und Ort vielfältiger Kultur. Wie prägten diese Widersprüche den Alltag?“ Empfehlenswerte Ausstellung für alle, die an einem differenzierten Blick auf die ehemalige Hauptstadt der Ostzone interessiert sind. Ca. 90 Prozent aller BRD-Insassen sind trotz aller Vorbehalte und Kritik grundsätzlich für die sogenannte Wiedervereinigung. Ich gehöre zum 10 %-Rest.

SCHUPPEN 68-Dichterlesung Februar 1991, Schmähgedicht gegen Großdoitschland (Mit Geschäftsführer bin im Zweifel immer ich gemeint), Stadtmagazin Schädelspalter Februar 1991. Ich war in Sachen Einheit von Anfang dagegen und bin dagegen, aus dezidiert politischen Gründen, deren nicht geringster das kommende Wahlergebnis der AfD-Faschisten bei der Thüringen Wahl am 27. Oktober ist. Wenn ich überhaupt noch eine Utopie habe, dann die, dass dereinst wieder solche Schilder wie oben aufgehängt werden, mit Warnhinweisen wie früher: „Sie verlassen den demokratischen Sektor.“
Ansonsten prägen Dystopien mein politisches Denken, was mich nicht daran hindert, ein überaus drolliges Kerlchen zu sein, immer putzig und mit einem Scherz auf den Lippen. Das mit der Ostzone ist keine Mainstream-Haltung. Sonst würde ich sie auch nicht pflegen. Da diesen Blog ca. 20.000 Leserinnen pro Monat besuchen (für Blogschreiberinnen: damit sind Visits gemeint, die – werberelevanten – Page-Impressions liegen bei ca. 60.000), werde ich mitunter darauf angesprochen, auch in dienstlichen Zusammenhängen. Anderes zu erwarten wäre naiv. Insofern stellt sich abstrakt die Frage, was sollte man in einen Blog schreiben und wo eher den Ball flach halten. Da sich für mich die Frage nach einer wie auch immer gearteten Karriere erledigt hat, ist (und war) mir das in politischen Belangen Wurst, hier wird Nichts flach gehalten.
Aber natürlich gilt: Gott vergibt. Das Internet nie.

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