23.09.2021 – Schöne Aussichten


Irgendwo in Korfu. Keine Ahnung, was das ist. Eine Benzinabfüllstation aus den Fünfzigern? Zweimal in der Woche kam da ein Töfftöff vorbeigeöttelt:“Volltanken, 10 Liter.“? Jedenfalls wird das Ensemble vermutlich noch in 200 Jahren da vor sich hinrosten. Der Grieche, das ist nicht neu, pfeffert gerne alles, was er nicht mehr braucht, fröhlich in die Landschaft: Autos, Kühlschranke, Matratzen, Plastikflaschen… Und da spätestens seit Schäubles Austeritätspolitik kaum noch öffentliche Infrastruktur existiert, bleibt das Zeug da liegen bis zum St. Nimmerleinstag. Und sieht selten so kunstvoll bizarr aus wie das Ding da oben, sondern einfach nur beschissen.
Der Klagen darüber gehen dreizehn auf ein Dutzend, sie sind so neu wie die Zeitung von vorgestern und sie sind wohlfeil, hat der gemeine Grieche doch andere Sorgen als der Wohlstandsverwahrloste deutsche Ökospiesser, der dem Taliban gleich gegen jeden Plastikbeutel wütet, der seinen vom Idyllewahn geprägten Blick in die Landschaft ruiniert. Da wird der Klimaneurotiker zum Inquisitionskatholiken. Jedem Klappskopf seine Religion, heutzutage meist ohne Gott, aber für Vaterland, Klima, gegen Impfen, für Tiere, gegen Ausländer, zutreffendes einfach ankreuzen und Sie haben einen ideellen Gesamtdoitschen.
Und für solche Blogeinträge bin ich nun tausende Kilometer geflogen. Bei aller berechtigten Kritik an meinen bekloppten Landsleute, irgendwie hab ich ja auch einen an der Waffel.
Und Scheisse sieht der Müll in der Landschaft tatsächlich aus. Mensch Grieche, lass das doch mal sein. Echt ey.

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