17.09.2021 – On the road again


Heuer ist es deutlich voller auf Korfu als während der Hitze des Juli. Vermutlich weil der Engländer wieder reisen darf. Nachdem ich in der nur durch halsbrecherisches Kraxeln zu erreichenden kleinen Doppelbucht am Morgen ein paar beschauliche Momente genossen hatte, füllte gen Mittag ein steter Strom junger Leute den Strand. Ausgerechnet junge Leute. Wenn es etwas gibt, was ich noch weniger leiden kann als alte Leute, sind es junge. Von solchen im Mittelalter ganz zu schweigen.
Fluchend verließ ich den Ort. Und kam bei der ersten Wanderung vom Regen in die Traufe. Ich wandere lieber auf kleinen Straßen und Wirtschaftswegen als in der Natur. Da stehen meist nur Bäume rum, man sieht nichts und ich bin ja nicht Rübezahl.
War vor zwei Monaten noch allenthalben Ruhe auf den schmalen Wegen, nervten jetzt diverse Autos und meine größten Hass Objekte, diese vierrädrigen Motorräder, die selbst an Stränden und in Naturschutz Gebieten rumbrettern, natürlich mit jungen Leuten. Ich kriegte einen Tobsuchtsanfall, brüllte in den übelsten Schimpfworten , verschluckte mich, lief rot an und setzte mich erstmal am Wegesrand, um runterzukommen.
Unter infernalischem Klappern bog ein uralt R4 um die Ecke, zusammengehalten nur vom Staub der Jahrzehnte. Er hielt an. Es war der Althippie.
Ob ich einen Lift wollte. Ich dankte, nein, ich wollte lieber wandern. Er, besorgt, ich hätte so einen roten Kopf…Nein, meinte ich, alles ok. Und dass ich den Spirit des Wandern lieben würde. Er:“ That’s cool, man.“ Ich:“You are a good man.“ Wir machten beide das Peace Zeichen, er rumpelte davon, ich dachte an Jack Kerouacs „On the road“, meine Zeit on the road, für einen Moment erfüllte der Spirit die Insel und mich und alles war gut. Hört sich vielleicht kitschig an. Aber solche Geschichten kann man sich nicht ausdenken. Die passieren nur on the road.

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