16.11.2023 – Dauerbestrapst

Ich habe die beiden Filmplakate aus dem Blog vom 13.11 nebeneinander montiert, dadurch wird die Inkompatibilität der sie abbildenden Lebenswelten noch deutlicher. Links im Bild der Faschist aus dem ersten NS-Propagandafilm  überhaupt von 1933 und rechts das Plakat von „Rocky Horror Picture Show“ 40 Jahre später, vermutlich mit dem Mund vom Hauptdarsteller Tim Curry, der im Film, dauerbestrapst, als Dr. Frank. N. Furter das biedere Ehepaar Janet (Susan Sarandon!) und Brad verführt.

Den Film kann man als Hymne (er basierte auf einem Musical) auf das Leben, auf Diversität, auf Lust sehen. Die Ästhetik des Faschismus dagegen zielt grundsätzlich auf eine Glorifizierung des Todes. Die gesamte Rocky-Horror-Picture-Show-Crew wäre im Faschismus im KZ gelandet und eine Aufführung von Film oder Musical im Herrschaftsgebiet der Hamas, von Islamisten wie Taliban, Iran, Saudi-Arabien etc., ist ungefähr so realistisch wie die Einführung des Sozialismus hierzulande, also eine völlig groteske und absurde Vorstellung. Die Ikonographie des SA Mannes Brand ist ein einziger lebensverneinender Grusel: Der ganze Körper ein starrer Panzer, in Abwehr von allen weichen, fließenden, gar weiblichen Elementen, fern jeden Verlierens im Rausch, in der Auflösung der Körpergrenzen; als reines unlebendiges Ornament bereit, aufzugehen in den endlosen Marschkolonnen der Nazis, die nur ein Ziel und eine Sehnsucht kannten: Terror und Tod. Wie die Hamas.

Deren Überfall auf Israel ja kein Interesse verfolgte. Nur Terror und Tod, auch den eigenen. Ein wahnhaftes, irrationales Agieren, denn der Vernichtung des Staates Israel und seiner Bevölkerung, dem erklärten Ziel der Hamas und der Islamisten, sind sie natürlich keinen Schritt näher gekommen. Das unterscheidet diesen Krieg auch vom verbrecherischen Überfalls Russlands auf die Ukraine: so imperialistisch dieser auch daherkommt, verfolgt er doch ein logisch nachvollziehbares, wenn auch moralisch zu verurteilendes, Interesse, mit konkreten Zielen wie der Erweiterung des eigenen Herrschaftsbereiches, allerdings nicht um jeden Preis. Hier liegt also eine Kosten-Nutzen-Kalkulation vor, die in sich die Möglichkeit von Verhandlungen birgt. Mit Faschisten wie der Hamas kann es keine Verhandlungen geben. Sie kennen kein Recht, keine Verträge, keinen Kompromiss. Die Forderung nach einem Waffenstillstand ist daher naiv, den würde die Hamas sofort zur Aufrüstung und weiterem Terror benutzen. Israel begeht in diesem von der Hamas begonnenen Krieg weder Völkermord noch bricht es das Völkerrecht, selbst der Angriff auf das Krankenhaus, so schrecklich jedes Opfer dort ist, ist durch das Völkerrecht gedeckt. Das kann man verurteilen und bedauern, es ist aber derzeitige Rechtsgrundlage.

Diese Zusammenhänge sollten sich alle Pro-Palästina Pseudlinken, Kultur-Bolschewisten und Intelligenzdarsteller hierzulande mal vor Augen führen bei ihren „Cease Fire“ Appellen, offenen Briefen und sonstigen Faschismus-Sympathie-Verrenkungen, notdürftig verborgen unter dem rotfleckigen Mäntelchen von Dekolonisation und Antiimperialismus.

Und sich auch gerne mal die Frage stellen, wo sie ihrem im Zweifel hedonistischen Lebenswandel lieber nachgehen würden: in Tel Aviv oder in Hamashausen.

Die Dimension dieser Spaltung auch unserer Gesellschaft gerade im Kultur- und Intelligenzbereich – das Gerede von einer Linken hat sich ja erstmal final erledigt – zwischen Antisemiten und jenen, die unbeirrt für das Existenzrecht Israels einstehen, ist noch gar nicht abzusehen. Diese Spaltung ist fundamental und von anderer Natur als die zu Corona.

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