03.01.2026 – Verrohung

Verrohung von unten. Gitter, die eine Brücke bei mir umme Ecke gegen Autoverkehr (siehe Bild 2) absperren, wurden in der Silvesternacht von Randalierern aus dem Straßenbeton herausgebrochen und von der Brücke auf eine ehemalige Bahnlinie geworfen.

Verrohung von oben: Die börsennotierte LEG Immobilien SE  lässt mitten in einem der kältesten Winter der letzten Jahre ihre Mieter*innen in insgesamt 36 Wohneinheiten im Spengemannweg in Hannover-Badenstedt ohne Heizung und Warmwasser.

Seit September 25 kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Ausfällen in der Warmwasserversorgung und der Heizung. Seit dem 23.12.25 wird die gesamte Häuserreihe nicht mehr mit Warmwasser und Heizung versorgt.

Für ältere vorgeschädigte Menschen mit Herz-Kreislaufproblemen ist eine derartige Situation lebensgefährdend. Für Donnerstag und Freitag sind in der Region bis zu 12 Grad Minus vorhergesagt.

Dass die LEG ihren Mieter*innen billige Heizlüfter zur Verfügung stellt, anstatt sie bis zu einem Austausch der Heizungsanlage in Ersatzwohnungen oder Hotels unterzubringen, ist an Zynismus kaum zu überbieten. In manchen Räumen wurden 8 Grad Celsius gemessen. Mittlerweile sind schon die ersten Haustiere auf Grund der Kälte in den Wohnungen gestorben.

An diesem konkreten Beispiel eines börsennotierten Immobilienkonzerns wird deutlich, dass in unserer Gesellschaft etwas derartig aus dem Ruder gelaufen ist, dass sich immer mehr Menschen frustriert und wütend von der Demokratie abwenden. Da helfen mit Sicherheit keine blumigen Neujahrsansprachen, bei denen Bundeskanzler Merz mit weiterem Soziallabbau gedroht hat. Jener Merz, der 2016 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock Deutschland war. Blackrock wiederum ist der größte Finanzinvestor der Welt und größter Anteilseigner der LEG Immobilien.  

Die zu Recht nach den Silvestervorfällen beklagte Verrohung der Gesellschaft fängt oben an. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.

Zum Hintergrund der LEG:  Die LEG Immobilien SE ist seit 2013 ein deutsches börsennotiertes Wohnungsunternehmen. Das Unternehmen besitzt rund 150.000 Mietwohnungen. Es entstand 2008 nach der Privatisierung von öffentlichen Wohnungsbeständen des Landes Nordrhein-Westfalen durch die damalige CDU/FDP-Regierung.

Die LEG zahlt regelmäßige Dividenden von ca. 4 % per anno. Der Unternehmenswert der LEG betrug zum Zeitpunkt der Privatisierung 2008 ca. 3,5 Mrd. Euro. 2023 hatte die LEG Immobilien SE eine Bilanzsumme von 19 Mrd. Euro und eine Eigenkapitalquote von 7,5 Mrd. Euro. Meine vollständige PM dazu mit ersten Forderungen und weiteren Details kann hier nachgelesen werden . Der NDR beabsichtigt darüber zu berichten.

Der Verkauf der LEG gehört zu einer Kette von Privatisierungen seit Mitte der Neunziger von Wohnungsgesellschaften in öffentlichem Besitz (Bund, Ländern und Kommunen, in Niedersachsen die damalige NILEG). Das ist eine der Hauptursachen der dramatischen Wohnsituation in Ballungsräumen.

Diese Geschichte zeigt konkret, wie Klassenkampf von oben gemacht wird, bis hin zum Totschlag. Denn nach wie vor gilt der Satz, der Heinrich Zille zugeschrieben wird: Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso gut töten, wie mit einer Axt!

Der Totschlag heute erfolgt nicht mit den feuchten Wohnungen des 19. Jahrhunderts aus Zilles Milljö, sondern mit fehlenden Wohnungen. In diesen Nächten erfrieren wieder ungezählte Obdachlose auf den Straßen, unter Brücken, in Hauseingängen. Auf dem Totenschein steht nicht: Ursache Obdachlosigkeit, sondern Herzkreislaufversagen.

Allen Leserinnen ein friedliches 2026. Was ich den Trumps, Merzen, Putins und den Blackrocks und LEG Wohnen dieser Welt wünsche, überlasse ich Ihrer Phantasie….

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